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Donnerstag, 28. Dezember 2017

Das Ende des Blogs?



Tagebuch - philosophische Gedanken

Ich bin durch den Buddhismus aus den Buddhismus herausgewachsen... ich weiß nicht ob ich noch Buddhistin bin. Glauben stößt mich eher ab. Da gibt es nichts was mich noch mit irgendeinem Glauben verbindet. Alles was ist IST. Keine Lehre dieser Welt kann das IST erklären, man muss es fühlen. Es atmen, Es SEIN. Und wenn man ES ist - ist Es NICHTS.
Es wird bedeutungslos.


Ich habe mich oft realistisch gefühlt, doch ich habe mich noch nie so realistisch gefühlt wie jetzt in diesem Moment innerhalb dieser Bedeutungslosigkeit.

Bis heute wusste ich nicht das ich ein Nihilist bin. Ich dachte von mir das ich alles mögliche bin. Und in Wahrheit ist auch der Nihilismus nur eines von vielen Möglichkeiten innerhalb der Illusion überhaupt irgendwas zu sein.
Ich stehe mit mir selbst auf den Kriegsfuß. Das menschliche will erkannt werden und will sich erneut auf die Suche begeben um sich selbst zu verstehen.
Das Andere hat sich erkannt und lehnt jegliche Suche ab.

Es müsste mir egal sein, das Leben, das Tatsächliche, die Realität hinter dem Tatsächlichen. Aber noch ist da der Phönix der sich erneuern möchte... Eines Tages wird er endlich verbrennen....

Ich weiß diese Gedanken mögen negativ sein, aus einer Ecke des psychologischen mag es schon richtig sein, diese Empfindung. Aber das ist das wenigste was mir gerade vollkommen egal ist.

Ich weiß nicht ob ich hier noch weiter schreiben soll...
Manchmal denke ich, ich habe eigentlich alles gegeben. Jede erdenkliche Stufe meiner buddhistischen Entwicklung habe ich festgehalten. Meine Blog erzählt eine SEINS-Geschichte. Vom Werden und Vergehen.

Das Ende ist in Sicht vom Blog, vielleicht auch von mir... vielleicht löse ich mich doch eines Tages auf, wie der Phönix der zur Asche wird.

Meine Tochter meinte heute:"vielleicht gibt es Menschen damit sie die Welt zerstören und ihr Sinn ist, damit etwas Neues entstehen kann. Vielleicht eine Zuflucht für Marsianer"


Was für ein Glück ich habe Mutter zu sein. Ich bin gesegnet mit diesem Kind...




Freitag, 26. Mai 2017

Elternlos - Kapitel beendet.


Vor ein paar Tagen habe ich vom Tod meiner Mutter erfahren. Meine Nichte war sanft als sie mir sagte, das Sieglinde gestorben ist. Ich saß zu dem Zeitpunkt im Auto auf dem Parkplatz, Shaya saß auf dem Rücksitz und machte Hausaufgaben und Britta war kurz einkaufen. Als sie wiederkam war mein Heulkrampf schon fast vorbei.

Ich kann noch nicht mal sagen, warum ich geweint habe, es war keine Trauer, es war vielmehr das Gefühl gerne trauern zu würden. In dem Moment als ich es erfuhr, kamen viele Gefühle hoch, Gefühle die ich eigentlich schon vergessen hatte, ich hörte in Gedanken ihre Stimme: "Ich hasse dich, hasse dich, hasse dich... " Ein endloses Echo.
Auch auch solche Sätze wie: "was für ein hässliches Balg du doch bist und so was hab ich geboren" Und dann dieses hochziehen der Spucke und ausspucken, direkt in mein Gesicht.
Worte konnten mir damals kaum noch was anhaben, aber diese Spucke, ich habe mich so dermaßen geekelt und doch habe ich mich gezwungen ihr in die Augen zu schauen, wunderschöne grüne Augen in einem hasserfüllten Gesicht.
Ich hat mich unglaubliche Überwindung gekostet, für manche Autisten ist das die Hölle in die Augen anderer Menschen zu schauen und darin zu versinken, tiefer und tiefer... die komplette Emotionswelt des anderen zu sehen, zu erkennen, zu fühlen.
Ich schaff das schon ganz gut, ich konzentriere mich auf die Augenlieder, die Augenbrauen, auf die kleinen Falten unter den Augen.
Manchmal nervt mich meine Frau, weil sie sagt: "Jo schau mir in die Augen" Sie verlangt dann Blickkontakt, weil sie sich dadurch erhofft, dass ich dann besser für sie erreichbar bin.
Bin ich auch... aber es nervt mich trotzdem.

Zurück zu meiner Mutter.

Als ich erfuhr das sie tot ist, kam mir sofort ein Gedanke:

Die Zeit des Verzeihens ist vorbei
Die Zeit des Vergessens beginnt jetzt.


Es gibt nichts mehr zu verzeihen, ich kann einfach aufhören. Alles was ich jetzt noch tun muss ist sie und alles um sie herum vergessen. Ich vergesse ihre Stimme, ihr Gesicht, ihr Verhalten, ihren Hass, ihre Lieblosigkeit, ihre Wut, ihre Gewalt, ihre Zerbrechlichkeit, ihre Stärke, ihre Schwäche, ihre Dummheit, ich vergesse das sie Analphabet war, ich vergesse das sie keine Ahnung hatte wer das ist: Shakespeare, Wild, Poe, Descartes, Aristoteles, Heine und wie sie alle hießen die großen Philosophen und Schriftsteller.
Meine Mutter hat womöglich noch nie ein Buch in der Hand gehabt, dafür konnte sie Saufen bis zur Ohnmacht.

Ich vergesse das sie so dünn war wie ein Streichholz und wie wir sie erhängt fanden, ich vergesse ihre langen Spinnenfinger die nach mir griffen, die gelben Zähne mit den Zahnlücken. Ich vergesse ihren Geruch nach Spülmittelhänden und Palmolive Seife. <
Ich vergesse Toxi, die Geschichte die sie uns erzählte als wir noch klein waren, die Geschichte eines dunkelhäutigen Weisenmädchens, dass von niemanden geliebt wurde und als 12 Jährige schon auf den Strich ging. Ihre Geschichte.
Ich vergesse die Dessous die im Schritt offen waren und die hochhakigen Schuhe, ich vergesse den Raum mit den Pinkfarbenen Plüschsessel und meinen hellblauen Mantel. Und den Geruch und den Gestank nach Pisse und Sperma.
Ich vergesse ihren Gesang: "Ingrid, Gridilein, Stinkgrid, Flitchen, Hässlich Kind" wenn sie mich ärgern wollte.
Ich vergesse die Kämpfe die wir uns geliefert haben, angefeuert von Fremden und meinen Geschwistern. Ich vergesse meine Wut auf sie und die Ohrfeige die ich ihr einmal gab, als sie das letzte Brot vor uns aufaß und lachte obwohl wir seit Tagen hungerten.
Ich vergesse ihr Lachen und ihr weinen, als ihr ungeborenes Baby in meinen Armen starb.
Es gibt unendlich viel was ich vergessen muss.

Ich habe noch Zeit, noch ein paar Jahre, bis nichts mehr von ihr da ist, von ihr nicht und von ihm nicht. Ich habe noch Zeit alles zu vergessen.

Vergessen 
Es sind die Erinnerungen die wir uns holen, immer wieder und wieder, die uns das Leid präsent machen. Sind die Erinnerungen weg, ist auch unser Leid verschwunden.
Es sind die Erinnerungen die Trauer tragen, schwarz und sumpfig, die uns einhüllen wie Spinnweben, uns die Sicht in die Gegenwart versperren.
Es sind die Erinnerungen die uns das atmen erschweren.  

Die Erinnerungen an Eltern die nie Eltern waren, an Verbrechen und Kriege, an Schmerz und Vergeltung, einstürzende Türme und hasserfüllte Visagen, an Inseln die unter gingen und Menschen die vergiftet wurden, an Tot und Mord und Grauen, an Rinnsale voller Blut und Eiter und Kot.
Die Erinnerungen an süsses und saures, an Traditionen und Rituale, an alte Fotos und neue Gemälde. Brennende Gebäude und sinkende Schiffe.
Wir Menschen wollen alles Dokumentieren und Aufbewahren, wir wollen Sammeln und Archivieren. 
Es sind die Erinnerungen die uns nicht erwachsen werden lassen, weil wir immer noch das Kind suchen, das wir nie waren.
Es sind die vielen vielen Erinnerungen an Zeiten die wir in uns tragen und wir erklären es immer und immer wieder so, als sei es notwendig, weil sie uns zu dem machen was wir sind.
Dabei wären wir auch die die wir sind, hätten wir diese Erinnerungen nicht.  
Kein Mensch muss dauernd daran erinnert werden, an den Verlust und die Angst, an das Verbrechen an ganzen Völkergruppen, an die Hautfarbe die falsch ist, oder die Sexualität, die Politik, die Lüge, das falsche Datum, das falsche Zeugnis, das falsche Geständnis.
Kein Mensch braucht Gedenktafel oder Orden, oder irgendwelche Einträge in irgendwelchen Notizblöcken. Wenn wir endlich anfangen würden zu vergessen, würden wir alle heilen können.

Neuanfangen. Neu Erfahren. Neu fühlen, neu berühren. Neu aufbauen und neue Bilder malen um sie neu zu zerstören.
Es sind die Erinnerungen die festhalten und knebeln, kratzen, und krallen, ketten und kleben.
Ich muss vergessen!!!
Ich werde vergessen.

Als mir klar wurde das es immer und immer nur die Erinnerung ist, die Leid mit sich bringt, immer nur das was vergangen war, wurde mir auch klar, das ich nicht viel brauche um all das Gehen zu lassen. Nur eine Entscheidung, mehr nicht.

ICH WERDE VERGESSEN.

Es ist immer noch ein merkwürdiges Gefühl, dass die Monster meiner Vergangenheit alle tot sind.
Es ist gut.
Ich bin die Monster meiner Vergangenheit endlich los.

 

Sonntag, 21. Mai 2017

Gegendarstellung Traditionen



Nun folgt eine Gegendarstellung meiner Freundin Natalie zum Thema Traditionen:


"Eine philosophische Stunde...


Feste - Bräuche - Traditionen

Ich liebe sie und sie sind Teil meines Lebens, meines Jahresverlaufes, wenn man es so sagen kann.


Ich feier Geburtstage sehr gerne. Ich freue mich dass es die Menschen in meinem Leben gibt und möchte dies auch an einem Ehrentag mit ihnen feiern.

Ihnen etwas Gutes tun, Ihnen zeigen dass sie mir wichtig sind und sie, nur diese 1 Person an diesem Tag, im Mittelpunkt steht und gefeiert wird.

Der Beginn eines neuen Lebensjahres und zugleich die Erinnerung daran dass diese Person vor ... Jahren geboren wurde und irgendwann Teil meines Lebens wurde.

Wir feiern Geburtstage selten leise und nur für uns. Da wir gerne mit Freunden zusammen sind und feiern lieben, ist es oft recht voll bei uns und ich finde es schön...

Unser Haus, unser Garten ist dann noch lebendiger. Es versammeln sich Menschen die gutes im Sinn haben und die Zeit gemeinsam verbringen möchten. Gut gelaunt sind, lachen, erzählen, ...

Es ist immer ein riesiger Aufwand, viel Arbeit, aber am Ende zeigt sich dass sich der Aufwand gelohnt hat und ich denke noch lange an diese schönen Höhepunkte im Jahr.


Christliche Feiern und Traditionen

Auch diese, zumindest die für mich wichtigsten feier ich mit meiner Familie. Vorallem Ostern und Weihnachten. Himmelfahrt ist für mich ein freies Wochenende, das mir und meiner Familie geschenkt wird. Ich denke zwar an die ursprüngliche Bedeutung, doch feier ich Himmelfahrt nicht. So geht es mir auch mit Pfingsten. Ich weiß um die Bedeutung, die Geschichte die dahinter steckt, jedoch gehe ich nicht unbedingt traditionell in die Kirche.

Eine Zeit lang nutzen wir diese Tage um uns mit Freunden zu treffen. Diese Tradition fand ich sehr schön. Dies ging dann leider irgendwann nicht mehr, da unsere Freundin nun regelmäßig zu Pfingsten arbeiten muss.

Wir wechselten dann auf die Himmelfahrtstage, was ich auch sehr schön fand, da es passte.

Und als dies dann auch geändert wurde, weil unsere Freunde andere Pläne hatten, merkte ich, wie schade es ist. Denn dies war für mich eine schöne Tradition geworden.

Tja, so können sich Traditionen ändern ohne das man es möchte.


Ich bin Christ und stehe dazu. Obwohl die, zumindest katholische Kirche, meine Lebensform leider nicht unterstützt und sogar schlecht macht, bin ich bewusst "bei dem Verein" geblieben und wir haben auch unsere Tochter katholisch taufen lassen.

Am liebsten hätte ich sie einfach als Christ taufen lassen. Ohne katholisch oder evangelisch als Beisatz.

Ich verstehe mich als Christ und fühle mich in beiden Formen zu Hause.

Als ich in den Norden zog und in der Kita anfing, wurde ich, ganz ehrlich, das 1.Mal intensiv mit "evangelischen Gedanken" meiner Mitmenschen konfrontiert.

Es hieß immer "Die Katholen", mit einem faden Beigeschmack im Ton. Das regte mich oft auf. "Die Katholen"!

Als ich mich nach der Vertretungszeit für eine Festanstellung bewarb, fragte man sich schon im Trägerkreis ob es keine evangelischen Mitbewerber gab. Und als ich dann auch noch stellvertretende Leitung wurde, wurde dies auch tatsächlich infrage gestellt. Doch kommt es nicht unbedingt nur auf die Richtung evangelisch oder katholisch an.

Das war 1997. Lange ist's schon her!

Als ich die religionspädagogische Langzeitfortbildung machte, erkannte ich, dass uns nicht wirklich so viel voneinander trennt.

Und ganz ehrlich, ich glaube, wenn ich so einigen Christen zuhöre, bin ich wohl doch eher evangelisch als katholisch (?) ...oder eben doch Christ!

Ich nehme am Abendmahl im Gedenken an Jesus Abendmahl, welches er mit seinen Freunden damals in Jerusalem zum Pessahfest feierte, teil und glaube nicht, dass es sein Leib und Blut ist welches ich zu mir nehme.

So, wie ich es für mich verstehe, hatte ich es damals in meiner Heimatgemeinde gelernt und verinnerlicht. Ich war entsetzt als ich eines Tages, da war ich auch schon Mitte 20, von Kanibalismus der Katholiken hörte!


Ich bin dafür nicht einfach etwas fallen zu lassen oder schwierigem aus dem Weg zu gehen, sondern versuche lieber von innen her etwas positiv in Bewegung zu setzen. Daher bin ich weiterhin katholisch.

Und sollte es eines Tages soweit sein dass die Kirchen sich zusammen tun und wir wirklich von Christ-sein sprechen, freue ich mich einfach nur Christ sein zu können.


Und es macht mich traurig immer wieder von anderen zu lesen wie eingeschränkt ihre Sichtweise bezüglich unseres christlichen Glaubens und unserer Lebensweise sind. "Christen müssen" "Christen haben zu tun" "Christen sind nicht frei" "Ich will mich nicht diesen Zwängen unterordnen."

Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter! Wie kommt diese veraltete und so negative Sichtweise nur? Nicht hier, in diesem Teil der Welt, in dieser Zeit!

Mitunter habe ich den Eindruck dass Kirche, Christen schon in die gleiche Schublade Hitler/Nazis gesteckt werden.


Ich mag auch Feste und Bräuche die nicht christlichen Ursprungs sind.

Ich feiere mit meiner Familie und Freunden Silvester. Ich denke an den letzten Tagen eines Jahres oft über das Vergangene nach und begrüße voll Freude das Neue.

Ich mag Silvesterböller nicht. Das finde ich überflüssig. Vorallem dieser heftige Konsum der zu Silvester betrieben wird.

Und dennoch mag ich Feuerwerke sehen.

So z.B. meiner Heimat. Dort feier ich am liebsten diesen Gedenktag. Hier im Norden ist er weniger bedeutend. In unseren christlichen Einrichtungen schon. Doch sonst merkt man davon nix. Aber ganz ehrlich, ich denke so wie in Kempen wird es nirgends gefeiert.

Wie glücklich und auch stolz war ich, als meine Tochter das 1.Mal an meiner Seite ins Kempener Rathaus einzog und ihre Laterne trug. Als sie ihre Tüte bekam und ich in die Zeit zurück versetzt wurde als ich selber noch Kind war und durch die Straßen mit Ziel "Rathaus" marschierte.

Und dann ging es noch durch die Nachbarschaft. Es wurde gesungen, stolz die Laterne gezeigt und wir freuten uns wie kleine Könige über die Beutel voller Süß. An den Tagen hatten wir so viel Süß. Viel mehr als an allen anderen im Jahr.


Tradition... Dies ist eine schöne Tradition noch aus meiner Kindheit, aus der unserer Eltern noch und ich hoffe, sie wird viele weitere Generationen noch weiter gefeiert.


Es gibt Feste die ich überhaupt nicht mag. Schützenfest z.B. ich sehe da keinen Sinn drin, kann die Freude derer am schießen und saufen nicht teilen.

Jahrmärkte... ich gehe da sehr selten hin, weil es für mich zu kostspielig ist. Es tut mir schon leid um die Tradition des Schaustellerstandes, als Kind hab ich es auch geliebt, doch als Erwachsene mag ich es nicht mehr.

In meiner Heimat heißt es übrigens "Kirmes" und in Cuxhaven "Fleckenmarkt".


Und ich denke, so ist es bei vielen in unserem Leben. Manches bleibt und ist bedeutend, anderes ändert sich, da wir uns auch ständig in einem Wandel des Lebens und der Zeit befinden.


Maibaumaufstellen.... in meiner Heimat wurde es zumindest früher "liebevoller" umgesetzt. Ich gebe zu, ich hatte leider nie einen. Aber das ist ja auch klar, warum nicht.


Muttertag

Gestern war Muttertag. Meine Kinder haben etwas für uns gemacht und ich hatte mich sehr darüber gefreut. Und sie waren stolz dass sie etwas für uns, Mama und Mami, gemacht hatten.

Und, ich gebe es ganz frei zu, ich freue mich dass es wenigstens diesen Tag gibt an dem die Kinder mal ihre Dankbarkeit uns gegenüber kundtun und ich mich besonders fühlen darf. Und eines Tages werden sie es hoffentlich verinnerlichen und es auch an anderen Tagen zeigen, nicht nur an diesem vorgegebenen Tag.

Und, meine Güte, wenn ihn jemand nicht feiern möchte, braucht er / sie es doch nicht!

Es ist doch nicht vorgeschrieben.

Und ja, ich weiß um viele Aber, dennoch bleibt dieser Tag in meinen traditionellen Brauchtümern.

Genauso, wie es einen Kindertag gibt.


Vatertag wurde in unserer Familie nicht wirklich gelebt. In Kiga und Schule spielte dies keine Rolle. An den Muttertag wurde gedacht und mit uns Kindern etwas gebastelt oder Gedichte geschrieben, ein Vatertag war mir sehr lange unbekannt.

Unsere Mutter hatte mir mal, als ich sie dann irgendwann, bereits zur Realschulzeit fragte, gesagt dass die Männer sich diesen Tag "Christi Himmelfahrt " dafür genommen hätten. Er sei nicht so festgelegt wie der Muttertag.

Und wenn ich nachlese, finde ich dazu auch keine präzise Angabe. Lediglich, dass Männer früher schon Herrentage hielten.

Es war wohl "praktisch" Himmelfahrt dafür zu nehmen, da dieser Tag ja als kirchlicher Feiertag frei ist. Dann nimmt man noch den Brückentag dazu, gefolgt vom Wochenende und kann sich vom Suff ausschlafen.😉


Märkte / Volksfeste

Ich bummel gerne über Märkte. Bauernmärkte, in Kempen gibt's u.a. den Halbfastenmarkt, in Uerdingen den Flachsmarkt, in Bremerhaven die Sail, ...

Künstlerische, handwerkliche Stände anschauen, ihnen bei ihrer traditionellen Handwerkskunst zusehen,... bummeln, schauen und staunen. Schnuppern und schmecken. Mit allen Sinnen eintauchen.


Dieses Jahr feiert unsere hiesige Freiwillige Feuerwehr ihr 125 jähriges. Derzeit verändert sich das dörfliche "Ansehen". Es wird festlich geschmückt, fleißig vorbereitet.

Da wir über Himmelfahrt verreisen, werde ich es nicht mit erleben. Schade.

Ich wär gerne mal hin, das bunte und rege Treiben miterleben...etwas zumindest.

Es wird erzählt, gespielt, getanzt, getrunken, gelacht, ....

Ich finde es schade dass Menschen die Wirkung des Alkohols benötigen um sich geselliger und lockerer zu empfinden und dann erst richtig Spaß haben können.

Aber ich kann es so stehen lassen.

Solange es nicht Überhand nimmt und es nett und gesellig bleibt, ist es für mich in Ordnung. Und wenn jemand gerne Bier oder Wein anstatt Cola o.a. trinkt, warum nicht? Es heißt ja nicht dass es von allen so verlangt wird!


Und das ist es, was ich mir oft denke:

Wir können gut zusammen leben und unsere verschiedenen Vorlieben, Bräuche und Lebenseinstellungen NEBENEINANDER stehen lassen. Ohne das andere schlechter zu machen. Ohne mit dem imaginären Zeigefinger mahnend anzuzeigen was falsch daran ist und warum das andere besser sein soll.

Leben und leben lassen.

Lieben, annehmen oder zumindest akzeptieren. Das Anderssein akzeptieren.


Wir sind eine vielfältige Gesellschaft. So viele individuelle Menschen leben nahe beieinander. Z.T. brauchen wir uns auch gegenseitig. Sind so unterschiedlich und doch so ähnlich. Im Wesentlichen ähneln wir uns sehr. Die meisten zumindest, wenn man sich ihre Weltanschauung anhört.


Religionen

Es gibt verschiedene Religionen. Ich glaube fest daran dass sie einem Ursprung entspringen und wir Menschen diese Vorstellungen des religiösen Daseins, des Glaubens, individualisiert haben.

Wie ein Weg von dem sich immer und immer wieder neue Wege abzweigen.


Wir entspringen demselben Ursprung. Wir alle. Und unsere Weltanschauung, unser Glaube, auch.

Und ich meine, es gibt keinen Menschen der ungläubig ist. Jeder hat auf seine eigene Weise eine gewisse Vorstellung/ Idee von dem, an was er glaubt, was ihm wichtig ist, in sich. Und damit meine ich nicht Gott!"



Danke Natalie für deine Persönliche und Offene Gegendarstellung. Und danke dass ich sie veröffentlichen durfte.


Herzlichst deine Jo

Freitag, 7. April 2017

Offenheit

Bildergebnis für Tagebuch


Seit dem ich Tagebuch auf Facebook schreibe, schreibe ich weniger in meinem Blog. 
Entschuldigt bitte ihr lieben Abonnenten. Ich würde euch am liebsten alle mit in meinen Tagebuch Blog auf Facebook nehmen, aber dann müsste ich meine Freundesliste öffentlich gestalten. Und das will ich nicht. Ich bin gerade sehr zufrieden mit meiner Liste. 

Ja es hat sich viel verändert seit dem ich meine Freundesliste reduziert habe, ich bin entspannter auf Facebook, kann mich wieder neuen Themen öffnen und ich gehe ehrlicher - oder besser offener mit meinen Themen um - ich schreibe nur noch was ich denke. Manchmal kommen Kommentare und manchmal ist - es ist mein Tagebuch, noch nicht mal meinen Freunden muss das gefallen, was ich schreibe. 

Mit dieser Sicht gehe ich einen neuen Weg, Offenheit im Sinne von Selbstverwirklichung? Ich denke nicht, aber ich kann es euch noch nicht einmal genau sagen, ich denke es ist der Weg der Ehrlichkeit mit meinen eigenen Schweinehund. 

Wer ist schon wirklich ehrlich zu sich selbst?
Wirklich ehrlich in dem wie er lebt und liebt, spricht und denkt. Wir haben mit Sicherheit alle eingebaute Zensuren die sofort aufleuchten, wenn wir offen Gesellschaftskritisch sind. Facebook ermöglicht es zwar anonym ein Ekel zu sein, aber die wenigsten sind es offensichtlich. 

Ich mache gerade die Erfahrung, das ich über Grenzen gehe mit dieser Offenheit, ich scheue mich nicht zu stolpern, zu fallen, schmerz zu erleiden. 
Das ist sehr lehrreich und sehr sehr ehrlich mir selbst gegenüber. So hatte ich heute das Thema Toleranz und mir wurde klar, das ich bei bestimmten Dingen nicht tolerant sein kann.

Ich bin konsequent. Wenn das eine Form der Toleranz ist, dann nur eine Form mir selbst gegenüber Tolerant zu sein. 

Ungerechtigkeiten gegenüber kann ich nicht toleranz üben. Da geh ich auf Distanz. 
Ich lerne mich neu kennen, meine Schatten, wie lichten Seiten. Das ist sehr spannend für mich.
Auch lerne ich dadurch meine Freunde kennen. Manches was ich erfahre, wie ich es erfahre gefällt mir überhaupt nicht und da springt natürlich wieder die Toleranz an, kann ich damit leben oder nicht?
Und wenn ich damit nicht leben kann, wie reagiere ich dann. Heute hat mir eine Freundin weh getan, ich habe reagiert. 
Dadurch tat auch ich ihr weh - wir beide wollten einander nicht weh tun. Das ist das was momentan übrig bleibt, zu wissen das keine von uns dem anderen Leid zufügen wollte und doch ist es passiert. 

Solche Dinge passieren. Momentan weiß ich nicht ob ich die Freundschaft weiter leben kann. Es tut zwar weh, aber es ist auch gut. Das klingt komisch ich weiß. Gut ist es, weil dadurch klare Strukturen hervor kamen, die vorher nicht da waren. Wir lernten uns heute neu kennen. 
Wir lernten einander die Dinge kennen, die wir am anderen nicht mögen - ablehnen. Womöglich ist das eine Qualität. 

Ich denke das mein Tagebuch mir diese Qualität eröffnet, Menschen noch einmal anders kennen zu lernen. Trotz heutigem leid fühle ich keine Ablehnung. 
Das ist das Fazit. Ich weiß nicht wohin mich diese Offenheit führt, aber ich weiß sie wird mich führen, es ist kein Stillstand in Sicht, es geht weiter immer weiter. 

... in diesem Sinne

Lauft ihr Lieben - Lauft der Sonne entgegen und bleibt nicht dort hängen wo ihr denkt es bringt euch Sicherheit. In Wahrheit gibt es so etwas wie Sicherheit nicht. 

Namasté bis bald (versprochen) eure Andarnil 


Dienstag, 31. Januar 2017

Man fürchtet sich die ganze Zeit - und geniesst es ungemein





Heute ist so ein Tag JA mir platzt der Kragen. Facebook entwickelt sich zu dem Übelsten was ich bisher im Internet erlebt habe, ich schau mir das nicht mehr lange an.



"Leute drehen Reihenweise durch und diffamieren sich gegenseitig. Da werden Screenshots gepostet von Chroniken, weil irgendwer irgendein Interesse erkannt hat, das vermutlich mit einer Rechtsaktivität zu vereinbaren ist, Worte werden umgedreht und statt zu fragen, was Sätze bedeuten, wird der Satz so interpretiert, dass es zu der Erkenntnis passt, der Typ MUSS Rechts sein - die politische Mitte wird vollkommen ignoriert, er ist entweder so oder so, anders geht es nicht mehr.
Sogar die Leute auf meiner Freundesliste knallen sich untereinander frei nach Stasi rechts/links Ideologien um die Ohren. Sagt mal ticken die alle noch ganz richtig?

Das ist so krank, das ich mir überlege meinen Freundekreis auf Facebook auf ganz wenige zu reduzieren, wenn das so weiter geht, bin ich für die meisten aus meiner Freundesliste nicht mehr zu erreichen, dann könnt ihr mich im Orbit suchen. Mir reicht es wirklich so dermaßen. Ich hab die Schnauze gestrichen voll von Facebook und dieser ganzen Politischen Dünnbrettscheiße. Und ja ich bin gerade echt geladen. Habt ihr nichts anderes zu tun?
Ich bin in Facebook nur aus einem Grund Mitglied geworden, wegen unseren Tieren und die Menschen die ich erreicht habe (aber momentan lenkt ihr eure Energien ja lieber auf das wörtliche Verprügeln anderer Facebooker) , hat mich bisher hier gehalten, aber ich mach das nicht mehr lange mit. Lieber esse ich nur noch trocken Brot und verzichte auf jegliche Spende, als das ich mir das noch antun will.
So das musste jetzt mal raus.
Ich bin es leid, ich komm mir vor wie im Kindergarten und das brauch ich in meinem Alter wirklich nicht mehr. MIR REICHT ES!!!"

Diesen Text habe ich heute auf meiner Chronik geschrieben, nachdem einer meiner Freunde angegriffen wurde, obwohl er wirklich nichts geschrieben hatte, was diesen Angriff auch nur im Entferntesten gerechtfertigt hätte. Das Irre ist, er wurde von einem meiner Freunde angegriffen.
Ich habe oft das Gefühl so langsam teilt sich der Spreu vom Weizen.
Diesen Freund hab ich entfreundet, auch wenn mir das nicht leicht gefallen ist, sein Engagement gerade in der Obdachlosenbewegung ist großartig, seine Art gegen "rechts" zu argumentieren ist verrückt. Da wird wirklich jeder angegriffen der auf seiner Chronik nicht eindeutig klar macht, dass er Politisch links steht. Oder nicht seiner Meinung ist.
Ich habe diese Art der Kommunikation schon eine Weile beobachtet und nicht nur von seiner Seite aus. Es ist erschreckend.

Es ist total verrückt was auf Facebook passiert, es hat was von Stasi, dieses Spionieren, herumschnüffeln, diffamieren und beleidigen ist zur Normalität geworden. Die Leute beschuldigen sich gegenseitig, das geht soweit das öffentlich sogar Artikel geschrieben werden über Menschen die angeblich Rechtsradikal sind.

Wie letztens im Konkret - Nein ich lese diese Zeitung normalerweise nicht, aber eine Journalistin die mir bekannt ist, schrieb einen Artikel in dem sie Bekannte von mir mit Namen nannte, angeblich alle aus der rechten Tierschutz Szene, was mich ehrlich mehr als erschreckte, denn ich weiß mit Gewissheit, dass das bei mindestens einer Frau nicht der Fall ist. 
Natürlich kann man den Leuten nicht ins Herz schauen. Aber muss man das?

Ist es wirklich schon soweit, dass Menschen so bloßgestellt werden?

Mal ehrlich - wir wissen doch alle wie das endet. 


Es ist Erschreckend, auf der einen Seite machen sich Parteien wie die AFD stark, aber auch rechte Altparteilen wie die CSU erscheinen stärker als je zuvor und auf der anderen bilden sich Kriegsschauplätze auf Internet elitärer Ebene. Da werden Menschen öffentlich als Rechts bezeichnet, ohne das diese  Menschen näher betrachtet werden, da reicht es schon wenn irgendwo und irgendwann eine als angeblich "rechts" erkannte Meinung über Facebook offenbart wurde, oder es reicht - so verrückt es klingt - das man nicht offensichtlich Links ist. 

Ich hab so die Nase voll von all dem.
Als Buddhistin müsste ich jetzt bereits das OM laut ertönen lassen um mich selbst wieder runter zu bringen. Aber das will ich gerade nicht, ich will diese Gefühle fühlen und mich dazu äussern.

Was immer da passiert es ist krank und es macht krank. Es macht die Menschen da draußen verrückt.
Es bringt sie dazu den Nachbarn auszuspitzeln, es bringt sie dazu in fremde Briefkästen zu schnüffeln, es bringt sie dazu Mails zu hacken. Der Anfang ist mit Facebook gemacht, der Anfang sind die Screnshots die hochgeladen werden als Beweis einer angeblich rechtslastigen Verbindung.

Ich kann das einfach nicht mehr ertragen - aber ich muss wohl, vielleicht um Menschen zu schützen, wie meinem Freund, der vollkommen aus dem Dunklen beschuldigt wurde rechts zu sein, nur weil er das Wappen seines Fußballvereins als Foto auf Facebook postete. Oder für all die Flüchtlinge die von besorgten Bürgern wegen ihren Handys beschimpft werden. Diese Leute werden beschimpft, diffamiert, beschuldigt.
Unsere Welt ist verrückt. Aber -

Kann es noch verrückter werden?

Ja leider es kann... und wenn diese irrsinnige Menschheit so weiter macht, dann werden wir das alle noch erleben.

Eine alte Freundin von mir schrieb unter meinem Artikel auf Facebook:

"Das ist die Angst der Menschen die sie so handeln lässt"

Ich antwortete daraufhin:

"Ja Angst frisst Seele auf, dann sollten sie zum Therapeuten! Man kann sich nicht immer hinter seiner Angst verstecken, wenn man scheiße baut."

Irgendwann kommt der Zeitpunkt da werden wir wirklich Ängste fühlen und die haben rein gar nichts mit Flüchtlingen zu tun, oder mit angeblichen Links oder Rechtspopulistischen Gedankengut. Diese Angst lässt uns selbst zu Flüchtlingen werden. 

Die Saat ist gesät.

Ich hoffe mein Kind ist dann in Sicherheit. 
Ich hoffe all unsere Kinder sind dann in Sicherheit...


Auf der letzten Seite eines Romans von Charlotte link steht:
"Man fürchtet sich die ganze Zeit - und geniesst es ungemein"
Daran muss ich die ganze Zeit denken... DAS ist Facebook, so sieht unsere Welt aus.  

... Fortsetzung folgt


Eure Jo Andarnil


PS:
Lasst euch bloß nicht einfallen, mich als Rechts zu bezeichnen oder meine Worte in diese Richtung zu verdrehen!!! Meine ich ernst. Mein dunkelhäutiger Großvater und meine Hugenotten Ahnen werden euch aus dem Tiefsten der Gräber verfolgen und vielleicht existiert tatsächlich noch irgendwo eine Urtante die Vodoo praktiziert... ich schwöre es, ich verfolge euch bis ins nächste Jahrhundert!!!




Bildquelle: ein von mir gemaltes Bild: "Bal(l)ance" ich finde es passt ganz gut zu diesem Thema... lasst uns nur nicht die Balance verlieren... "Kopfüber" hätte auch gut gepasst. Aber das Mädchen ist zufrieden... bei meinem Bild Bal(l)ance ist niemand so recht zufrieden, es gibt keine Gesichter und das Balancieren auf den Bällen ist mehr als Beschwerlich...
Das Bild kann übrigens noch gegen Gebot ersteigert werden. Das Geld geht diesmal zu 80% an unsere Katzen und der Rest verteile ich unter den Kindern die ich liebe. 

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 .

Donnerstag, 22. September 2016

Warum ich keine Nachrichten mag (Zeitung, TV usw).

Jeder Zeitungsartikel der geschrieben wurde, handelt von Dingen die bereits passiert sind. Dinge die passiert sind, kann man nicht mehr ändern, sie sind bereits aus der Zeit erloschen. Sie existieren nur noch als Teilwahrheit der Erinnerung. Alles woran wir uns erinnern, ist rein Subjektiv Teil unserer Wahrnehmung. Aus dem Grund ist das was wir erfahren, immer auch ein Teil von dem der es geschrieben hat.

Die Objektivität die viele Menschen in Artikeln und Berichterstattungen suchen, gibt es in Wahrheit nicht. Das was als Objektivität bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein Versuch einer neutralen Darstellung von dem was passiert ist. Da sich Gefühle jedoch nicht kontrollieren lassen, werden wir auch immer einen Gefühlsbereich des Berichterstatters mitbekommen. Und sobald wir Empfindungen wahr nehmen, ist das Gesagte bereits schon nicht mehr Neutral und somit auch nicht mehr Objektiv. Menschen lassen sich von dem was sie sehen manipulieren, wenn dann noch Gefühle dazu kommen, erleben wir die Nachricht als sei es gerade eben passiert. Wir fühlen mit, wir leiden mit, wir werden emotional zum Teil des Ganzen. Wir binden uns somit immer wieder an die Vergangenheit und an dem wie andere die Vergangenheit wahrnehmen.

Der Begriff Objektivität ist aus der philosophischen Erkenntnistheorie entsprungen und wird gerne genutzt um eine rein rationalen Darstellung eines Sachverhalts darzulegen, in Wahrheit jedoch ist jede Darlegung subjektiv. Der Begriff: Objektivität stamm aus der Lehre der Philosophie und wenn man sich diese Lehre genauer anschaut wird bewusst, dass die Objektivität eine reine Theorie ist, die bereits als gescheitert in die Philosophische Geschichte eingegangen ist.

Entstanden ist sie aus der Erkenntnis, dass Erfahrungen die vollkommen neu sind und dementsprechend keinerlei Vorerfahrung vorhanden ist Objektiv sind (Beispiel: Kind isst das erste mal eine Zitrone und sagt, sie sei Sauer. Sauer wird somit als Objektiv betrachtet). Mittlerweile hat sich der Begriff soweit in den Medien etabliert, dass er immer dann verwendet wird, wenn etwas einer gesellschaftlichen Norm entspricht ("die Zitrone ist Sauer" = gilt für alle Menschen, die eine Zitrone essen). So wird auch der Berichterstatter als Objektiv bezeichnet der seine Gefühle öffentlich zeigt wenn diese Gefühle für die Betrachter nachvollziehbar sind. Als Beispiel

Ich erlebe es gerade bei Facebook oft, dass sich Menschen an Dingen aus der Vergangenheit verlieren, sie diskutieren über die Ereignisse die schon lange zurück liegen, sie trauern um Menschen die bereits gestorben sind, sie leiden mit Tieren mit die gequält wurden und sie vergessen dabei die Gegenwart, die daraus besteht das sie am PC sitzen und Bilder aus der Vergangenheit ansehen und Gefühle ausleben die sie selbst nicht erlebt haben. 

Die Erklärung wird euch vielleicht überraschen, es liegt daran, dass es einfacher ist die Ausschüttung des Adrenalins zu verarbeiten, bei dem was in der Vergangenheit passiert ist, als die Verarbeitung im direkten Geschehen. Im direkten Geschehen sind wir an unterschiedliche Gefühle gebunden: Angst, Ekel, Wut, Trauer, Überraschung. Diese Gefühle sind meist sehr unangenehm. Adrenalin wird ausgeschüttet, unser Herz rast, wir sind oft nicht Imstande klar zu denken. Wir werden von dem was passiert überwältigt.

Oft brauchen wir eine Weile um uns wieder zu beruhigen, wenn wir dann zu einem späteren Zeitpunkt die Erinnerung an das Geschehene abrufen, erscheint es uns nicht mehr ganz so dramatisch. Nun können wir anders - rationaler - aus der Distanz - reagieren. Wir haben durch diese Erfahrung gelernt, das gegenwärtige Erlebnisse schlimmer beurteilt werden als Vergangene Erlebnisse (oder Erzählungen). Dieses Erlernte fügen wir nun in unseren Alltag ein. Durch z.b. das Internet und die Tageszeitungen, Fernsehnachrichten usw. können wir am Weltgeschehen teilnehmen und mitfühlen, ohne das Botenstoffe ausgeschüttet werden, die einem Schock gleich kommen. Und somit wird die Vergangenheit einfacher und leichter ertragen als die Gegenwart. Leider wird dadurch unser Gehirn auf Dauer lahm gelegt, es verlernt direkte Erlebnisse zu verarbeiten. Viele Menschen fangen an ihren Alltag zu verdrängen. Die vergangenen Erlebnisse anderer Menschen nehmen somit mehr Raum ein, als das eigene Leid - als das eigene Erleben. Je mehr wir am PC sitzen, desto weniger erleben wir die Dinge aus der direkten Beobachtung.

Je mehr wir uns in der Medienwelt bewegen, desto weniger nehmen wir Anteil an der Gegenwart. Wir erleben die Welt in einer Art Regression. Denn alles was wir von Außen durch die Medien wahrnehmen ist bereits passiert. Das was uns an Bildern begegnet existiert nicht mehr. Und doch binden wir uns daran, indem wir mitfühlen. So erleben wir Trauer, Leid, Glück und Wut für etwas, das nicht mehr existiert.

Als Beispiel: Ein Mensch starb 1950 bei einem Zugunglück. Jemand stand zufällig am Bahnhof und hat gesehen wie der Zug verunglückte. Er stand unter Schock, später erzählte er dann seiner Familie davon. Eine Enkelin des Beobachters findet irgendwann ein Tagebuch und schreibt einen Artikel darüber. 2016 liest zufällig ein Journalist diesen Artikel und denkt sich die Geschichte könnte man auch gut in die Gegenwart transportieren.
Er schreibt eine Storry über dieses Zugunglück und benutzt aber den Trick die Zeit zu verändern. Statt 1950 setzt er 2016 ein, ohne direkt auf das Zugunglück einzugehen, beschreibt er die Emotionen des Beobachters und setzt den Artikel ins Internet. Jemand liest es und empfindet Mitgefühl für den Beobachter. Er teilt es auf Facebook und schreibt noch einen sehr emotionalen Text dazu, vielleicht: "Meine Oma hat so etwas auch schon mal mitgemacht..." Seine Freunde lesen den Bericht und fühlen mit und schon entsteht eine Bindung zur Vergangenheit, statt zur Gegenwart. Die Emotionen werden mit dem Zugunglück verknüpft und sind jederzeit wieder abrufbar.

Der Artikel selbst wird als Objektiv betrachtet obwohl er weder der Wahrheit noch der Gegenwärtigen Situation entspricht. Er wird deshalb als Objektiv betrachtet weil die Gefühle aller Leser sich ähneln. Alle haben Mitgefühl. Wenn jetzt einer aus dieser Gruppe darauf aufmerksam macht, dass man ja gar nicht weiß wann das Zugunglück passiert ist, wird er als Subjektiv eingestuft und somit fällt er automatisch aus dieser Gruppe, auch wenn sein Einwand rational gesehen richtig ist. Objektivität ist also ein rein empfundenes Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Normalität. Subjektivität ist nichts anderes, als ein Abweichen der Normalität.

Ich habe gestern angefangen die Abonnements aus meiner Freundesliste zu löschen. Denn ich merke immer mehr, das mir dieses Eintauchen/Anbinden nicht gut tut. Bewusst wurde mir das, nachdem ein Facebook Freund ein Video teilte indem Kinder durch ein Auto verletzt oder sogar getötet wurden. Dieses Video wurde als "Aufklärung" bezeichnet, das man darauf aufmerksam machen wolle, kein Handy beim Autofahren zu benutzen. Ich habe nicht gewusst worum es sich handelt und den Anfang vom Video gesehen und alleine das hat mich total erschreckt. Das war dann der Moment an dem mir klar wurde, dass meine Gefühle sich anbinden, obwohl mir bewusst ist, dass es sich hier um ein bereits weit zurück liegendes Video handelt. Ich habe keinerlei Kontrolle über meine Gefühle, denn mein Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen Fiktion und Realität.

Um in der Realität zu leben, müssen wir lernen, Fiktiven Dingen keinen Raum zu geben. Aus dem Grund mag ich keine Nachrichten, denn erstens sind diese Nachrichten immer gespickt mit Emotionen anderer und zweitens werden sie IMMER so dargestellt das sie Interesse wecken. Und drittens bestehen sie immer aus dem was in der Vergangenheit passiert ist. Direktnachrichten gibt es schon lange keine mehr, denn sie lassen sich nicht kontrolliert verteilen. In der Medienwelt wird gerne aus einer Mücke ein Elefant gemacht, damit die Einschaltquoten stimmen. Wir erfahren immer nur das was wir erfahren sollen und meistens ist der Wahrheitsgehalt gleich Null. 

In diesem Sinne "Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt"
Buddha

Alles liebe eure Andarnil

Dienstag, 20. September 2016

Gedanken - Leid


Mein Leben ist seit langen nicht mehr im Gleichgewicht. Wie sollte es auch, alles ist im Aufruhr. Ich halb die letzten 30 Jahre nicht mehr so eine Zeit erlebt. Man kann es sich schön reden, indem man sich alle möglichen guten Zitate vor die Nase hält, indem man sich bewusst macht, was man alles in seinem Leben erreicht hat. Welche kraft und energie man besessen hat. Ja das war alles großartig. Ich habe so viel erlebt, das ich Bücherwände damit zieren könnte. 
Nur ist es jetzt so, das ich meine Ruhe will, ich will einfach in mir ruhen. - und das scheint nicht zu gehen. Weder meditieren, noch die buddhistische Lehre kann mir da helfen. Mir ist nicht zu helfen. Keiner und nichts kann das. Ich muss es einfach akzeptieren, das es keine Ruhe gibt in meinem Leben.

Die Vorstellung im Schaukelstuhl auf der Terrasse zu sitzen ist Sojaquark mit Kartoffeln, genauso schnell wie sie zubereitet sind, sind sie auch schon wieder gegessen. - Nichts hält ewig.

Letztes Jahr hatte ich die Möglichkeit einfach abzutauchen, mich des Erwachens weiterhin hingeben, ich habe diese Möglichkeit dankend abgelehnt, nachdem ich gemerkt habe, das mich mein Mitgefühl für alle Wesen auf dieser Welt nur von den Wesen dieser Welt trennt.
Mir wurde bewusst das wir alle die Wahl haben, entweder wir sind mitten im Leid aller oder wir sind außerhalb. Je weiter weg wir sind, desto unerreichbar sind wir für alle.

Ja wir können Guru spielen, jeder einzelne kann sich auf die Schulter hauen und sagen: Ich bin erwacht/erleuchtet usw. Und man kann Vorbild für andere sein. Aber man steht nicht mit ihnen, man steht auf ihnen - zumindest in der Sicht der anderen.
Auch Buddha hat diese Erfahrung gemacht, die eigene Erleuchtung kann dafür sorgen, das auch andere davon profitieren, aber die meisten fühlen sich neben einem Erleuchteten, als hätte man ihnen die Glühbirne geklaut. Man muss sich bewusst sein, das die eigene Erleuchtung nichts ist, worauf man Stolz sein sollte - denn Stolz verhindert Mitgefühl. Sobald man Solz fühlt ist da nichts mehr als Ego.

Ich hatte die Wahl, die habe ich immer noch - und immer wieder. Einmal das Tor geöffnet und es schließt sich nicht mehr. Ich kann mich entscheiden, mich wieder dem Gefühl hingeben. Ich kann mein Erwachen wieder aktivieren, oder mich dem Leid hingeben. Mich am eigenen Schmerz übergeben.
Ich entscheide mich jeden Tag für letzteres, für das Leiden-für das Leben.

So merkwürdig es klingt, so ist das Leid doch das was mich mit anderen verbindet. Das Mitfühlen entfacht das Leid der Welt - alles wird sichtbar. Durch mein Erwachen fühle ich mehr als je zuvor und mir begegnet auch mehr Leid als je zuvor. Ich kann nicht mehr einfach davon laufen, oder weg sehen. Es ist immer da um mich herum brennt die Erde.

Und je mehr ich versuche dem zu entgehen, desto mehr feuere ich den Brand an. Das ist mir jetzt bewusst.

Ich muss es hinnehmen, es akzeptieren. Ich kann es nicht ändern.
Niemand kann das....

Seit einigen Tagen träume ich wieder von abstürzenden Flugzeugen. Von brennenden Häusern und von schreienden Menschen.

Ich weiß was das bedeutet.... ich kann es nicht ändern... niemand kann das...

Namasté eure Andarnil

Dienstag, 6. September 2016

Unser Schulsystem - Gedanken


Ich habe mittlerweile viele Diskussion von Schulgegnern und Schulbefürwortern mitverfolgt.
Und immer wieder begegnen mir drei Totschlargargumente zum Thema, in einer Endlosschleife:

"Das Leben ist kein Ponyhof" und "Mir hat Schule auch nicht geschadet" und das dritte: "Kinder aus anderen Ländern würden sich freuen, wenn sie zur Schule könnten".


 "Das Leben ist kein Ponyhof/Wunschkonzert usw"

- die Schröders (Punkband) gehören geschüttelt - dieses Zitat bedeutet im Klartext das das Leben hart und rau ist. Eltern die so argumentieren bedenken nicht, dass ein Kind den Übergang der Schwangerschaft zur Geburt als unangenehm empfindet. Damit geht es los, der Übergang vom Baby, zum Schulkind ist mit vielen Unwohlsein Zeiten verbunden, das Kind zahnt, Es verliert die ersten Zähne, es entdeckt sein eigenes ICH, es möchte Dinge tun die es nicht kann. Es fängt an sich und die Welt zu hinterfragen. Diese Zeit ist alles andere als einfach, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Und dann kommt der Kindergarten, das erste Abnabeln. Die ersten schmerzhaften Abschiede und das Gefühl Mama kommt vielleicht nie wieder. Kinder lernen hier schon das sie etwas machen müssen, was Eltern von ihnen erwarten, sie müssen aufhören zu weinen, sie müssen sich anpassen... Und dann kommt die Schule. Und von einem Moment zum Anderen wird das Kindsein zum richtigen Problem. Ich frag mich dann immer: Wollen Eltern dass ihre Kinder gleich nach der Geburt erfahren wie schmerzhaft das Leben sein kann? - Das Leben ist kein Ponyhof... ja aber muss man noch einen Draufsetzen, indem man sein Kind quält? Wenn man unser heutiges Schulsystem betrachtet dann ist es ein Pflichtprogramm das alle Kinder gleich unterrichtet werden, sie müssen schnell sein, sie müssen konzentriert sein, sie müssen sich anpassen. Ihre eigene Individualität können sie höchstens 3 Stunden am Tag ausleben - wenn die Schule beendet ist und die Stunden vorbei sind, an denen man an den Hausaufgaben sitzt.
Der Rest des Tages wird jedoch genauso Reglementiert, statt wirklich zu leben und Dinge zu tun, die Spaß machen, haben die meisten Kinder noch ein Pflichtprogramm zu erfüllen: Sport und Vereine, Kindergeburtstage. Ihnen muss das Ganze Spaß machen, sonst werden sie ja psychisch krank. Stellt euch doch einfach mal vor, ihr kommt von der Arbeit nachhause und müsst noch Hausaufgaben machen und danach müsst ihr in den Sportverein (von nichts kommt nicht, sagt mir mal eine Mutter). Und hin und wieder macht ihr Termine aus - wenns passt - um mit anderen Erwachsenen was zu unternehmen. Das ist das Leben unserer Kinder. Ist das toll? Nein ihr Leben ist kein Ponyhof... ja so ist es. Aber wir können eine Menge tun, das sie es trotzdem schön finden. Eine Kindheit ist so unglaublich kurz, lasst sie doch einfach diese Zeit genießen. Es sind doch nur ein paar Jahre.


Totschlagargument zwei: "Mir hat die Schule auch nicht geschadet"

Wo ist der Spiegel der Wahrheit? Muss es denn erst zum "Schaden" kommen, damit Eltern mal genau hinschauen wie es ihren Kindern geht? Und vielleicht ist ja das Kind ein ganz anderer Mensch, als sie selbst, Was ist mit den Kindern die sich versuchen aus dem System von Schule, Hausaufgaben und sonstigen Verpflichtungen zu winden? Heute weiß man das Burn Out bereits eine anerkannte Psychische Erkrankung bei Schulkindern ist. Aber das ist es nicht alleine, gehen wir mal die ganzen Krankheiten durch, die durch den Druck in Schule und Elternhaus auftreten:
An erster Stelle: Depressionen, Burn Out, Selbstmordgefährdung, Angst, Panik, Verweigerung, ADS, ADHS, Unangepasstes Handeln, Selbstverletzung. Psychosomatische Beschwerden (wie bei meiner Tochter Bauchschmerzen, Kopfschmerzen) usw. Diese Liste ist endlos lang und wird einfach von Seiten der Erwachsenen ignoriert.
Wenn man sich heute betrachtet das viele Erwachsene unter Leistungsdruck zusammenbrechen, dass Burn Out zur Normalität geworden ist, dann frag ich mich allen ernstes wie jemand noch sagen kann: "Mir hat die Schule auch nicht geschadet!" Seid ihr euch da sicher, liebe Eltern?

Nr 3 der Argumentenskala: "In anderen Ländern..."

Ja nach anderen Ländern wird gerne geschaut um auf hiesigen Missstände hinzuweisen, oder auf dortige. Es ist immer fein Vergleiche zu ziehen die letztendlich hinken. In anderen Ländern wird fast nur Reis gegessen und hier ... - und nun, das eine rausholen und das andere ignorieren? Wie ist es mit rohen Fleisch und Fisch in Asien, dort ist es normal. Oder wie ist es mit frisch gebratenen Hund...
Man kann andere Länder nicht mit Deutschland vergleichen, das ist unmöglich, da es riesige gesellschaftliche, kulturelle und politische Unterschiede gibt.
Natürlich würden Kinder gerne zur Schule gehen, wenn es als Alternative nur die Feldarbeit, Fabrikarbeit, oder die Prostitution gibt.

Nach all den Diskussionen habe ich mich ernsthaft gefragt ob Eltern sich nicht vorstellen können oder wollen, das ihre Kinder zwar die Gene ihrer Eltern besitzen, aber dennoch individuelle Wesen sind. Kinder können von ihrem Wesen her vollkommen unterschiedlich zu ihren Eltern sein. Sie haben eigene Vorstellungen, Wünsche und Sorgen. Kein Mensch gleicht dem Anderen. Manchmal denke ich, es ist Eltern vollkommen egal ob einige ihrer Kinder unter dem Schulsystem leiden, solange sie funktionieren, sich anpassen wird das hingenommen.

Was mich schockt ist, dass die Erwachsenen in diesen Diskussionen nicht merken wie sehr sie bereits Instrumentalisiert sind, nach einem bestimmten System zu leben. Eigene Vorstellungen, Gedanken und Gefühl werden unterdrückt und statt dessen wird darauf geachtet sich einer Norm anzupassen und genau das gleiche wird von den eigenen Kindern erwartet.
Bei all diesen Diskussionen ging es letztendlich um den Willen und der Erwartung der Eltern. Andere Vorstellungen von Schule und Erziehung wurden belächelt oder angegriffen.
Erziehung stand unter einem besonderen Deckmantel des moralischen Schutzes. Wehe man schrieb: Das man das Kind nicht erzieht, weil man es nicht einengen und instrumentalisieren möchte, und schon war mal Asozial oder gehörte zur Antiautoritären Elite.
Für mich sind diese Arten von Diskussionen nicht fruchtbar, weil Eltern sich sehr schnell angegriffen fühlen, wenn man ihnen bewusst macht, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.

Man muss nicht gleich sein Kind zuhause unterrichten, es reicht auch, wenn man Alternativen findet, die auf die Individualität unserer kleinen Mitmenschen eingehen. Die Waldorfschule ist sehr praktisch ausgerichtet, hier haben die Kinder noch die Möglichkeit eigene Lösungswege zu finden, sich auszuprobieren mit unterschiedlichen Werkstoffen, statt blinder Gehorsam wird auf ein familiäres Umfeld geachtet (auf diese Schule geht meine Tochter) und ich finde es absolut hervorragend gelöst, dass auch für Eltern mit einem geringen Einkommen einen Lösung gefunden wird.
Noch besser finde ich die freien Schulen die dem Kind die Möglichkeit überlassen, aus eigenem Antrieb zu lernen und zu entdecken.
Mit dem Thema Unschooling habe ich mich noch nicht so intensiv beschäftigt aber auch das ist eine Möglichkeit um dem Kind die Welt näher zu bringen, ohne starren Schulrhythmus. Wichtig ist bei all dem dass Eltern zu Beobachter werden, dass sie sich Zeit nehmen um auf die Belange ihrer Kinder einzugehen.

Nach diesen Diskussionen tun mir die Kinder leid die in dieser Welt aufwachsen, ich habe tiefes Mitgefühl für ihre Nöte und Sorgen und ich finde es schade, dass Erwachsene nicht einfach mal über den Tellerand blicken und das wahrnehmen was ist, statt sich mit dem zu beschäftigen was sein könnte (Mein Kind muss Abi machen, damit es einen guten Beruf lernt...).

In diesem Sinne wiederhole ich mich gerne, wenn ich Khalil Gibrans Gedicht nutze um mich zu verabschieden:


Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931


Namasté und alles liebe von eurer Andarnil

Freitag, 26. August 2016

Assimilation

Was zum Nachdenken (Achtung Lang)
Seit Hunderten von Jahren denken Menschen mit weißer Haut, sie seien besser oder wertiger als Menschen mit dunkler Haut.
Die Kämpfe um Unterjochung und Macht gehen weit über das Mittelalter hinaus. Sklavenhaltung, Imperialismus, Kolonialismus und Missionierung haben dafür gesorgt, das Kulturen und Religionen ausgelöscht wurden.
Und wenn man sich durch unsere Menschheitsgeschichte bewegt, wird eines bewusst, immer ging es darum, das der weiße Mensch den Dunkelhäutigen Menschen für seine Zwecke missbrauchte.

Auch heute noch gibt es die moderne Sklavenhaltung. Kakaoplantagen, Kaffeeplantagen, Obst, Reis und Getreideplantagen, sowie Kleiderfarbriken, wie oft liest man das Kinder auf den Plantagen ausgebeutet werden. Ich frage mich seit dem ich denken kann, warum dass so ist und warum es nie einen Krieg gegen die Weißen gab der langfristig gewonnen wurde, Wenn man überlegt, dass es mehr dunkelhäutige Menschen auf diesem Planeten gibt, als Weißhäutige dann wundert es mich das es überhaupt noch weißhäutige Menschen gibt, denn durch die Assimilation und die vielen Mischehen, ist es eigentlich unmöglich, das irgendwo noch ein sogenannter Arischer Stellvertreter der Weißen Rasse existiert - Gut so!!!

Eigentlich müssten sie ausgestorben sein die Arier und ich denke das sind sie auch, nur ist es heute schick, sich mit "Sonnengebräunter Haut" zu zeigen und so zu tun, als hätte man arisches Blut in den Adern. Die Nachrichten sind voll davon, von den Weißen die "mehr wert" sind als andere Völker.

Liegt es vielleicht daran, das andere Völker nicht so machtbesessen sind wie die Weißen, die sich so lange schon mit Gewalt etwas nehmen das ihnen nicht gehört.

Ich denke alleine, dass Menschen in Katalogisierungen denken verhindert ein friedliches Miteinander.

Wenn ich Berichte lese das man z.B. eine Burka verbieten lassen will, weil man denkt man tut den Frauen etwas gutes, dann erinnert mich das daran, das man vor einigen 100 Jahren noch dachte, das Dunkelhäutige Menschen wie Kinder seien die man Erziehen müsse. Sklavenhaltung bassiert auf der Vorstellung der Erziehung.
Immer noch stellen sich die Europäischen Völker - die weißen über die Menschen und Kulturen mit andersfarbiger Hautfarbe. Immer noch gibt es den Begriff: Apartheid.

Heute bin ich durch Zufall auf eine "Nebenbaustelle" der DIE ZEIT Zeitung geraten, diese nennt sich: Christ und Welt.
Darin wurde bewusst gemacht, dass man sich vor dem Islam fürchten muss. Nein es stand nicht explizit vor der IS, es stand Islam.
http://www.christundwelt.de/…/die-deutsche-islam-angst-ja-…/

Da man die Seite nur lesen kann, wenn man sich hierfür registriert, habe ich sie im Quelltext gelesen und dort stand folgendes:

"Dass sich die überwältigende Mehrheit der Muslime in Deutschland friedlich verhält, verspricht keine Sicherheit. Im Gegenteil: In der Masse der harmlosen Glaubensbrüder gelingt es den Fanatikern, sich perfekt zu verstecken. Trügerisch sind die Hoffnungen, soziale Maßnahmen und Integrationsprogramme würden die islamische Bombe entschärfen. Die islamische Gefahr erwächst nicht aus Armut und Unbildung, sondern aus der politischen Religiosität des Islam. Er will den autoritären Gottesstaat, also das Gegenteil von Demokratie, und verfolgt das Ziel der Weltherrschaft. Der Friede Allahs kehrt ein, wenn alle Völker dem Unglauben abgeschworen haben. Und die Bekehrung geschieht mit Gewalt, das Krummschwert ziert bis heute die saudi-arabische Flagge. Mohammed war ein gnadenloser Heerführer, kein waffenloser Prediger in der Wüste.

Sicher, die Deutschen haben immer Angst. Das A-Wort ist bei den Engländern sogar ein Fremdwort: German Angst. Auf keine Kuhhaut geht, was uns nicht schon alles geängstigt hat: der Russe am Brandenburger Tor, die Wolke von Tschernobyl, der Golfkrieg mit dem brennenden Öl, der Atomstrom und die Castoren, das Ozonloch und die Erderwärmung, der Rinderwahnsinn und die Vogelgrippe, die Genmanipulation, die Globalisierung und die Finanzkatastrophe. Und jetzt der Islam. Womit wir europaweit nicht die Einzigen sind, wie die noch ängstlicheren Schweizer mit Minarettverbot und dem Volksentscheid über die „Ausschaffung“ krimineller Ausländer gerade bewiesen haben.

Es stimmt ja, womit uns die innere Stimme besänftigt. Nach der Schwarzmalerei der Untergangspropheten hat stets wieder die Sonne geschienen. Et hät noch immer jot jejange, sagen die Rheinländer. Aber mit dem Islam ist es anders. Denn gegen die Bedrohung, die von ihm ausgeht, kann kein Kraut wachsen, weil sie aus dem Jenseits kommt. Für dieses Jenseits gibt es laut Kant weder Begriffe noch Anschauung. Es ist dem menschlichen Wissensdrang vollständig verschlossen. Deshalb müssen alle denkbaren Abwehrmaßnahmen versagen. Kein Rettungsschirm kann aufgespannt werden, hilflos mutet das Abwehrsystem gegen iranische Raketen an, an dem jetzt Russen und Amerikaner basteln wollen. Es hilft nicht gegen Selbstmordattentäter. Zu Recht fürchten sich die Deutschen vor dem Islam, weil sie vergeblich nach einem autorisierten Verhandlungspartner Ausschau halten, mit dem sich Friedensverhandlungen führen oder wenigstens Kompromisse in Streitfragen aushandeln ließen.

Möglich wäre ein Waffenstillstand mit den eingesickerten Terroristen, wenn im Gegenzug die Kämpfe der Bundeswehr gegen die Taliban eingestellt würden. Aber es existiert kein muslimischer Papst, keine kirchenähnliche Organisation, nicht einmal eine wissenschaftliche Theologie. Jede historisch-kritische Forschung ist verboten, selbst die Übersetzung des Korans. Das erscheint raffiniert, weil die arabische Sprache so vieldeutig ist. Dschihad, der Heilige Krieg, kann Vernichtung bedeuten oder nur innere Reinigung. Das macht das Vorgehen gegen die Hassprediger so schwer"

Und schon wieder ist es geschehen. Es ist in Wahrheit ein Glaubenskrieg, hier geht es um nichts anderes, als darum, dass zwei Glaubensrichtungen die Alleinmacht erhalten wollen.

Statt mit offenen Karten zu spielen werden wir belogen.

Erinnern wir uns an die Assimilation der Aborigines, damals wurden ihnen die Kinder weggenommen um ihnen eine ordentliche Christliche Erziehung zu ermöglichen, hieß es.
Aborigines waren die Mündel des Staates, was bedeutete, dass Erwachsene Menschen zu Kindern degradiert wurden.

Erst wenn sie sich wie "weiße" Menschen verhielten bekamen sie die vollen Bürgerrechte. Und weiß war man erst dann wenn man auch den Glauben der Weißen annahm.

Interessant ist, dass ein komplettes Land von weißen Unterjocht wurde und man heute so tut als sei es nur den weißen zu verdanken, das es heute den Aborigines besser geht. Wenn man überlegt das es immer noch Reservate gibt in denen sie leben, dann Spottet es jeder Beschreibung wie Weiße sich dafür feiern lassen, dass ein Volk überleben darf.

Die Geschichte der Aborigines, die Geschichte der Indianer, der Sinti und Roma, der Afrikanischen Stämme, der Juden - sollte uns eigentlich eine Lehre sein.

Bei all diesen Geschichten ging es um Assimilation oder um Vernichtung.

Und immer spielte die Angst eine Rolle.
Die Indianer galten als Wilde. Man erzählte Schauergeschichten am Bett der Kinder und immer waren es die Indianer, wenn irgendwo etwas geschah.

Merkt ihr den Zusammenhang zu Heute?

Es ändert sich nichts, sobald der weiße Mensch angst hat, muss ein andersfarbiger Mensch darunter leiden.
Das ist unsere Menschheitsgeschichte.
Nun haben sich viele Völker bereits den Sitten und Gebräuchen der Weißen angepasst, nun ist also der Islam im Fadenkreuz der Assimilation steht.
Man möchte die Burka abschaffen, als erster Weg zu weiteren Angleichungen. Auf das der Europäer seine Angst besiegen möge. Wieviel Völker müssen noch dran glauben, bis wir endlich psychologisch betreut werden, denn eine Angst hat immer eine Ursache und die liegt selten an anderen, sondern meistens an uns selbst. .

Und je mehr Angst vorherrscht, desto wahrscheinlich ist es auch, das etwas passiert, denn wer sich nur mit dem Unglück beschäftigt, sollte sich nicht wundern, wenn er Unglück erhält.

In dem Sinne...
Nur etwas zum Nachdenken.

Guten Morgen
Eure Jo Andarnil

Mittwoch, 15. Juni 2016

Das langsame Sterben ...





Ich weiß das meine Ausführung den einen oder anderen schocken wird. Es wird mit Sicherheit sehr kontrovers diskutiert, vielleicht werde ich auch angegriffen. Ich bin gespannt.

Gestern wurde meine Hündin Bella operiert, sie hat Gesäugekrebs, wir nehmen an er ist bösartig.
Heute liegt sie still in ihrem Körbchen, sie hat sehr gekämpft bis die Narkose gewirkt hat. Von meiner hyperaktiven Bella ist nicht viel übrig... sie hat Schmerzen. Und ich leide mit.

Heute schreibe ich über meine Zwiespältigen Empfindungen, über das was ich weiß und das was ich an mir gerne verändern möchte.
Ich möchte so gerne das menschliche in mir ablegen, wenn es um das Leben eines Tieres geht. Klingt merkwürdig, das ist es auch. Denn es beinhaltet das ich all meine Gefühle ignoriere und statt dessen das Tier in seiner Ganzheitlichkeit wahrnehme mit all dem was es an natürlichen Instinkten in sich trägt. Das bedeutet auch, das ich das Tier, sein Leben, seinen Instinkt und sein Sterben genauso akzeptiere wie meinen Schmerz es zu verlieren.

Ich möchte mir bewusst machen, das mir kein Tier dieser Welt - genau wie kein Mensch dieser Welt gehört.
Und das ich nicht das Recht habe in einen natürlichen instinktiven Prozess von Leben und Sterben einzugreifen.
Ich möchte mich ändern.
Das ist die eine Seite.

Die andere Seite in mir möchte noch mehr tun für Tiere, ihnen ein Stück ihrer Würde zurück geben. Ihnen den Raum bieten, den Menschen ihnen weggenommen haben. Und ihnen durch die Möglichkeiten die wir Menschen haben das Leben und Sterben erleichtert.
Ich möchte das, was ich mir selbst auch wünsche - Freiheit für jedes Tier.

Wenn ich beide Gedanken nebeneinander stelle merke ich, das es nicht funktionieren kann.

Mir kamen diese Gedanken gestern als wir Bella nach der Op abholten. Wir brachten sie hin, da war sie noch unsere Bella. Sie hatte keine Schmerzen, war wie immer hyperaktiv und leicht ängstlich. Dann bekam sie die Spritze und wir merkten wie sehr sie sich dagegen sträubt, sie wollte partout nicht einschlafen. Allein das tat mir weh, weil ich begriff, wie unnatürlich und angstmachend das für sie sein musste. Sie verstand ja nicht, das wir nur ihr Bestes wollten, nämlich dass sie wieder gesund wird.

Als wir sie dann holten kam sie uns zitternd und voller Panik im Blick entgegen, sie konnte nicht wie sonst an mir hochspringen, aber sie freute sich, das wir wieder da waren.
Und nun liegt sie in ihrem Körbchen, sehr ruhig - so gar nicht das Wesen das sie sonst immer ist.
Hin und wieder zittert sie und oft fiepst sie wie ein Welpe. Ich werde ihr nachher Medikamente geben, gegen die Schmerzen.

In solchen Momenten denke ich mir, was tun wir eigentlich den Tieren an. Wir versuchen sie auf der einen Seite zu vermenschlichen und ignorieren ihre genetische instinktive Art mit Leben und Tod umzugehen und auf der anderen Seite nehmen wir ihnen jede Würde ihrer Existenz. Wir missbrauchen sie, quälen sie, töten sie, essen sie auf, ein Teil wird anderweitig verwertet und der Rest kommt auf dem Müll.
Was für ein schreckliches Dasein.

Tiere sind für uns Sklaven.

An solchen Tagen wie heute möchte ich keine Tiere mehr halten, weil ich Mensch bin und egal was ich mache, es nicht gut genug ist für das Tier.
Denn ein Mensch kann nie einem Tier das geben, was es wirklich braucht. Genug Freiraum und die Möglichkeit der eigenen Entscheidung, das fressen zu wollen was es will, Jagen zu wollen, töten zu wollen, in die Richtung zu laufen in die es laufen will ohne das ein Auto es anfährt. LEBEN zu wollen, STERBEN zu wollen.

Als Mensch sehe ich  es nur von meiner Seite.
Da ist ein Hund der mich braucht, eine Katze die gestreichelt werden will, ich der Dosenöffner.
Wir Menschen erkennen nicht den wahren Wert eines Tieres, weil wir entweder unser Herz total verschließen und Tiere zum Opfer machen, zur Ware. Oder weil wir unser Herz weit öffnen und das Tier den Part eines Freundes bekommt, den man ein ganzes Leben lang begleiten will und der keine Widerworte gibt und auch sonst dem Menschen jeden Wunsch von den Augen abliest und wenn er das nicht kann, wird er verschenkt oder kommt ins Tierheim oder wird eingeschläfert und dann holt sich der Mensch einen neuen Freund.

Es gibt Tiere die für uns arbeiten und die ihren Stellenwert dadurch erhöhen solange sie in der Lage sind zu arbeiten: Polizeihunde die ihr Leben aufs Spiel setzen, oder Zootiere die sich begaffen lassen, Tiere in der Forschung, die nur deshalb leben, um gequält zu werden.
Es ist so falsch. Manchmal denke ich das menschliche Gehirn hat hier einen Fehler. Ein Teil fehlt, oder ein Teil ist zuviel. Nur deshalb sind wir in der Lage all dieses Grauen umzusetzen Tagtäglich immer wieder aufs Neue.
Wir missbrauchen unsere Mitgeschöpfe aufs schlimmste. Wir nehmen ihnen den Raum den sie brauchen um zu leben, wir domestizieren sie und misshandeln sie, wenn ihr Instinkt die Oberhand bekommt. Hunde werden erzogen, damit sie dem Menschen dienen und wenn das nicht funktioniert, sagen wir: der Hund stimmt nicht. Er ist böse und wenn er böse ist, muss er dafür bestraft werden, wir töten und rechtfertigen es damit das wir andere Menschen schützen wollen. Wir freuen uns, wenn Tiere mit uns spielen und wir sagen: Wir tun ihnen einen Gefallen das wir mit IHNEN spielen. Wir halten uns für Helden, wenn wir ein Tier retten, das ohne uns nicht gerettet werden müsste. Wir erschießen Rehe, angeblich um die Überpopulation zu verhindern - in Wahrheit nennen wir die Jägerei - genau wie die Fischerei Sport - und Sport ist gerade in diesem Fall Mord.

All das ist so verrückt.

Diese Sicht auf die menschliche Seite ist hart. Und nach reiflicher Überlegung wird bewusst, dass wir womöglich nicht anders können. Das es eine Schuld in dem Sinne nicht gibt. Wir haben wahrscheinlich gar keine Wahl.
Die einzige Chance um an diesem Leid der Tierwelt etwas zu verändern, ist wohl das menschliche in einem Selbst abzulegen.

Die Buddhistin in mir sagt: Wir müssen erkennen, dass es kein ICH gibt.
Der Mensch in mir sagt: Wir müssen erkennen, das wir nicht gut sind.
Das wir von Grund auf die Monster auf diesem Planeten sind.

Ich muss es wohl akzeptieren, das ich meiner Bella leid angetan habe, um Leid zu verhindern. Ein ewiger Kreislauf, aus dem es kein Entrinnen gibt, solange ich das menschliche in mir trage.

Während ich das hier schreibe fühle ich eine tiefe Verbundenheit zu Monster und Tier.
Während ich das hier schreibe habe ich eine Entscheidung gefasst.
Sollte der Krebs noch einmal ausbrechen, werde ich ihr das nicht noch einmal antun. Ich liebe sie zu sehr. Noch haben wir etwas Zeit.
Das (wenn auch ICH-lose ) Monster in mir akzeptiert.

In diesem Sinne...
Leben und Tot liegen so nah beieinander das es unmöglich ist, beides voneinander zu trennen. Am Ende müssen wir akzeptieren, dass jedes Lebewesen sterben wird. Mit unserem Zutun oder ohne unser Zutun. Es tut immer weh.


Namasté eure Andarnil








Donnerstag, 5. Mai 2016

Weckt mich bitte auf aus diesem Albtraum (Musik)


Hier der Link zum Lied:
https://www.youtube.com/watch?v=H8Jp7ZOelNc



Man mag von Xavier Naidoo denken was man will, aber dieses Lied ist Genial!
Ursprünglich gesungen von Samy Delux/Text Samy Delux von 2001


"Weck mich bitte auf aus diesem Albtraum

Wir leben in `nem Land, in dem mehr Schranken stehn als es Wege gibt,
mehr Mauern als Brücken gibt, Stimmung is negativ,
und die Alten fragen warum rauch ich täglich Weed,
warum sind ich und meine ganze Generation so depressiv,
wir sind jeden Tag umgeben von lebenden Toten,
umgeben von Schildern die uns sagen: Betreten verboten!
umgeben von Skinheads, die Türken und Afrikanern das Leben nehmen,
während Bullen daneben stehn, um Problemen aus dem Weg zu gehen
umgeben von Ja-Sagern, die alles nur nachlabern,
den kaltes dunkles Blut pumpt durch die Schlagadern
umgeben von Kinderschändern, die grad mal Bewährung kriegen,
genauso wie die scheiß Nazis deren Opfer unter der Erde liegen.
Hat dieses Land wirklich nich mehr zu bieten
als ein paar Millionen Arschgesichter mit ner Fresse voller Hämoriden,
die meinen dies Land sehr zu lieben, doch sind nich sehr zufrieden,
passt zu eurem Frust oder warum seid ihr hier geblieben?
Ich muss mich von euch ganzen Schlappschwänzen abgrenzen,
all den ganzen Hackfressen, die mich jeden Tag stressen,
sind die gleichen Leute an der Spitze die sich sattessen,
und Minderheiten werden zu Mehrheiten und trotzdem vergessen!

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

Ich bin der Typ der kurz nach Beginn der Party schon geht,
weil ich nich feiern kann solange ich im Babylon leb,
wir haben miese Karten, regiert von Psychopaten,
verwaltet von Bürokraten, die keine Gefühle haben,
kontrolliert von korrupten Cops die oft Sadisten sind,
Verdächtige suchen nach rassistischen Statistiken,
gefüttert von Firmen die uns Jahrzehnte lang vergifteten,
informiert durch Medien die`s erst zu spät berichteten,
scheiß auf`n Unfall im PKW, Schäden von THC,
wir ham` bald alle BSE, und du schaust noch auf dein EKG,
bevor dein Herz stoppt,
und denkst auf`n dickes Steak hätt ich trotzdem jetzt Bock (verdammt nochmal),
Gehirnwäsche pur, rund um die Uhr und Vater Staat schlägt und vergewaltigt Mutter Natur,
die scheiß Politiker dienen der dunklen Seite wie Darth Vader,
und ham nen Horizont von ca. einem Quadratmeter, keine eigene Meinung,
aber zehn eigene Ratgeber,
die schwachsinnigen scheiß reden als hätten sie nen Sprachfehler,
hoffen die braven Wähler zahlen weiterhin gerne Steuergelder,
doch ich bin hier um Alarm zu schlagen,
wie`n Feuermelder!

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

(diese Strophe wurde Naidoo geändert)

Was sagt wohl Frau Merkel dazu, ich glaub ich ruf sie mal an, sag zu ihr Angi, schau dir doch unsere Jugend mal an,
1/3 starrt mit offenem Mund auf ihre Playstation,
das zweite Drittel feiert im Exzess als Rave-Nation,
abhängig von teuflischen pharmazeutischen Erzeugnissen,
weil sie nicht wussten was diese scheiß Drogen bedeuteten,
das dritte Drittel hängt perspektivlos rum auf deutschen Strassen,
Kids mit 13 Jahren ziehn
sich schon dies` weiße Zeug in die Nasen,
die keine Ziele und Träume haben, und das sind meist teure Waren,
kann nich leben, nich weiter als heute Abend,
denken zur Not geht es wie bei Nintendo noch neu zu starten,
scheißen drauf ob sie bald sterben, wer will schon alt werden,
in diesem Land, in dem mehr Schranken stehn als es Wege gibt,
mehr Mauern als Brücken gibt - Stimmung is negativ,
für die Alten: Darum rauchen wir täglich Weed,
und deshalb sind ich und meine ganze Generation so depressiv

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehn vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen"

Mittwoch, 30. März 2016

Über den Tod - Gedanken und Zitate

Ursprünglich war hier ein anderes Foto, aber dann hat eine Freundin von mir dieses hier als Kommentar unter meinen Blogbeitrag geteilt - genau diese Meinung vertrete auch ich... daher hat es nun hier seinen Platz gefunden. 



Es gibt so viele Zitate über den Tod.
Zwei gefallen mir besonders gut (beide von "Dead like me"):

Daisy: "Ich wittere ein Desaster!"
Mason: "Nein... nein, fünf Tote sind kein Desaster."
George: "Wie viele Tote sind ein Desaster?"
Mason: "Mehr als fünf. Fünf sind Peanuts."
George: "Wie viele?!"
Mason: "16 bis 20 Desaster, 21 und mehr Katastrophe. 8 bis 15
sind eine Lapalie."
Rube: "Sieben und drunter?"
Mason: "Das ist einfach nur Pech..."
Und:
Menschen laufen mit Kerzen vorbei, viele Trauern, viele Weinen
George zum Toten: "Die Kerzen sind für dich!"
Toter zu George: "Wurden für dich auch Kerzen angezündet?"
George seufzend: "Nein, noch nicht!"
George: "Tagtägllich sehe ich Menschen sterben, aber warum mancher Tod mehr bedeutet als ein anderer, ich hab keinen Schimmer"

Es sterben täglich Millionen von Menschen, für die wenigsten werden Kerzen angezündet oder getrauert. Wir müssen erst etwas großes hinterlassen damit man uns wahrnimmt. Das ist traurig.
Musiker erreichen eher die Menschen als Maler, Bildhauer, oder Dichter. Auch bei den Autoren erfährt man es erst viel später, aber auch hier gibt es keinen großen Volksauflauf. Sondern eher ein: "Schade, dann muss ich das Buch halt noch mal lesen!"
Und wenn die Friseurin stirbt, sagt man leise: "Ach das ist aber schade!" und lässt sich die Haare von jemanden anderen machen.
Und wenns die Bäckerin ist, dauert es oft ein halbes Jahr, bis man es erfährt, weil auf einmal im November die Krebbel (Berliner oder Pfannkuchen) irgendwie anders schmecken, als im Jahr zuvor.


Je schlimmer und öffentlicher der Tod über die Medien geht, desto größer und länger wird über den Tot getrauert und wie Mason in "Dead like me" sagte, je mehr Menschen bei einem Unglück sterben desto Dramatischer wird darüber berichtet und desto mehr Menschen fangen an, dieses Schicksal zu verfolgen und sich anzubinden an die öffentliche Trauer.

Ein einzelner Mensch der bei einem Autounfall stirbt wird niemals die gleiche Reaktion hervorrufen wie 5 Menschen. Und 5 Menschen werden nie die gleiche Reaktion hervorrufen wie 10 Menschen. Je mehr Tote desto mehr Mitgefühl. Und je größer der Bekanntheitsgrad desto größer ist die öffentliche Anteilnahme.

Ja es ist tragisch wenn ein Künstler stirbt, aber die Frage hierbei ist, worüber trauert man wirklich? Darüber das er keine Musik mehr machen kann - ab sofort gibt es keine neuen Lieder mehr...
Oder weil man ihn kannte, weil man mit ihm Kaffee getrunken hat, ihn umarmt hat, er mit seinen Launen hin und wieder auf den Geist ging und man über seine Marotten gelacht hat?
Ich lese oft: "Der war so sympathisch!" Und dann frage ich mich, wie konnten sie die Sympathie erkennen?

Ich hatte schon einige Treffen mit unterschiedlichen Künstler, Sänger, Köche, Bildhauer usw., die einen waren wirklich sympathisch, die anderen waren Arschlöcher (sorry... aber wirklich sie waren richtig richtig ätzend") und gefeiert wurden sie alle gleich.

Wo liegen wirklich die Grenzen der eigenen Trauer und was muss passieren das wir andocken an der Trauer der anderen? Ist Trauer ansteckend?

Und eine weitere Frage die ich mir heute stelle: Trauern wir Menschen gerne? Denn das scheint mir der Fall zu sein, wenn ich mehrfach in dieser Woche auf den Chroniken meiner Facebook Freunde lese wie traurig man über den Tod von Roger Cicero (ich kannte ihn nicht, daher kann ich mir kein Urteil erlauben ob er Sympathisch war) ist.

Warum trauert ihr um den einen und der Tod des anderen lässt euch kalt?

In diesem Sinne:
Manchmal frag ich mich auch, wie die Toten wohl darüber denken würden (wenn sie denken könnten), wüssten sie wie wir trauern... 

alles liebe von 
eurer Andarnil 


"Ja stimmt, Pietät gehört für mich zu den Konventionen  die mir oft fehlen. 
Nein ich bin nicht Sarkastisch oder Ironisch, ich meine meine Fragen wirklich ernst. Mich interessieren eure Antworten. 
Nein ich gucke kein Dead like me, aber Britta schaut es und von ihr habe ich auch die Zitate erhalten. 
das Namasté wäre bei diesem Blogeintrag nicht so ganz passend ... denke ich :) Eher ein R.I.P. ... "


Montag, 22. Februar 2016

Ein buntes Land



Ein buntes Land

wo ist dein Herz geblieben
du deutsches Vaterland
bist im braunen Dialog mit deiner Vergangenheit
Ohne Verstand
Flankierst im Gleichschritt
Geradeaus und willst den Weißen die Füße küssen
und wieder zum Krieg aufrüsten.

Ich sehe sie die Bürger mit ihren besorgten Blicken
und den Fahnen die sie hissen
Die Wut und den Hass hinaus brüllend
Und die Fäuste in die Luft gerissen.
Und die Angst in den Augen von denen die "anders" gemacht werden
Es sind nicht die "anderen", es sind die Herden
die Deutschland ins Verderben stürzen.
Die die sich Volk nennen, sind die die das Land in braune Gülle versenken
So wie einst vor vielen Jahren
wir die Deutschen verpestet waren
In jedem Land dieser Erde spuckte man uns an
Wegen einer Volksmacht die "gott sei dank" entmächtet worden ist - und wieder kann.

So hoffe ich
Denn ich bin die Andere
Nicht weiß und nicht Arisch im Blut
Mit einem Herzen voller Liebe, statt voller Wut
Ich will euch nicht in meinem Leben
Ihr habt uns Menschen nichts zu geben
Ihr wollt nur nehmen, das Leben
Und bringt Leid in unsere Gassen
Auf das es wieder so weit kommt
Das uns andere Länder werden hassen.

Dann geht doch verdammt und macht eure eigene Insel
Auf das ihr uns nicht weiter bepinselt mit eurer scheiß Ideologie
Eurer Idiotie
Eurer "Vaterlandsliebe" die besteht aus dem Trieb zu vernichten
statt zu Verbinden.
Wir Verbünden uns gegen euch  und werden den Frieden finden
den ihr versucht zu verhindern.
Oh Nein das werdet ihr nicht schaffen
Nicht mit eurem Wutgebrüll und auch nicht mit euren Waffen.

Denn ein Herz schlägt immer lauter als der lauteste "Heilschrei"
Damit uns die Geschichte nicht überholt
Denn was einst gewesen darf nie wieder sein.

Lasst uns UNS finden
Damit wir Verbinden
Uns zu einem Land das mit Herzen regiert
Statt das es uns die Seele einfriert.
Lasst uns auf kahlen braunen Ackern Blumen pflanzen
Aus Ländern und Nationen
Auf das nicht das Braune regiert
Sondern das Bunte, die Vielfalt miteinander harmoniert.

Das ist es was ich für unsere Kinder will
Ein buntes Land und keinen Drill.


Namasté
Eure Andarnil





Bild:
“Das Leben ist bunt” von (c) Anette Göke
Text
(c) Johanna Andarnil Schlitzkus

Donnerstag, 26. November 2015

Belastende Gefühle loslassen




Ich habe gestern etwas erfahren, dass mich nachhaltig sehr aufgerüttelt hat... Belastet wäre zu viel gesagt, aber es war heftig.

Hätte man mich noch vor einem Jahr damit konfrontiert, wäre ich womöglich psychisch am Ende gewesen, von Erinnerungen überwältigt und mit negativer Energie überhäuft.
Ich bin heute über das Erkennen der ICH-Illusion sehr dankbar.

Ich kann und möchte hier nicht näher auf meine Erfahrung eingehen, aus Sicherheitsgründen. Aber es war und ist heftig und wird mich noch eine Weile beschäftigen, auch dahingehend, weil ich Gestern Abend noch eine Anzeige aufgegeben habe.

Aus dem Grund auch mein Rat, seid vorsichtig gerade auf den Sozialen Netzwerken tummeln sich etliche Menschen die es nicht gut mit euch meinen...

Und aus dem Grund mein heutiges Thema, wie kann ich unangenehme Gedanken, Erinnerungen, Gefühle verarbeiten und wieder loslassen, so dass sie mich nicht weiter belasten.

Es gibt den drei Stufen Plan den ich euch gerne vorstellen möchte, bei diesem Plan geht es um Akzeptanz. Darum all die Gefühle, Gedanken, Erinnerungen zu akzeptieren, man schaut sie sich näher an, um sie dann wieder gehen zu lassen.

Stellt euch hintereinander drei Fragen und schaut was passiert.

Die erste Frage der man sich stellen muss, ist die Frage nach der Annahme des Gefühls:

  • Kann ich das Gefühl annehmen?

Dabei spielt es keine Rolle, ob man diese Frage mit Ja oder Nein beantwortet, sondern vielmehr ist es wichtig, sich bewusst zu machen, das man dieses Gefühl hat. Das Gefühl wird somit in die Gegenwart geholt, man schaut es sich noch einmal genauer an. Wie fühlt sich das Gefühl an, tut es weh, oder ist es neutral. Je näher man sich damit beschäftigt, desto Neutraler wird es. Und genau so soll es sein. Fühle die Emotion und versuch es nicht mit dem Kopf, der Ratio zu beantworten, sondern mit dem Bauch... fühl in dich hinein! Heiße das Gefühl in dir Willkommen.

Die nächste Frage:


  • Kann ich alles was mit diesem Gefühl verbunden ist annehmen?
Auch hier ist es erst einmal unwichtig ob du die Frage mit Ja oder Nein beantwortest, es geht darum dir bewusst zu machen, das dieses Gefühl nicht alleine steht, sondern umgeben wird mit Gedanken und Erinnerungen. Achte dabei auch auf die Impulse und inneren Zwänge, die dich dazu verleiten wollen, das Gefühl irgendwie „wegzudrücken“ oder „abzuändern“ oder „nicht da sein zu lassen“.
Etwas war der Auslöser und je mehr du dich mit der Annahme beschäftigst, desto näher rückt der Auslöser des Ganzen. Dir wird bewusst, das Gefühle eben nur Gefühle sind, sie sind veränderbar. Dadurch das du dich damit beschäftigst nimmst du ihnen ihre Macht.

  • Kann ich es loslassen?
Nun stellst du dich der obligatorischen Frage ob das Gefühl in dir noch gebraucht wird. 
Ist es noch genauso wichtig wie vorher?
Tut es noch genauso weh, oder hat sich durch die nähere Betrachtung etwas verändert?
Wenn du mit JA antwortest, stell dir die Frage wann du es loslassen kannst. Vielleicht musst du noch ein wenig damit "schwanger" gehen, vielleicht musst du auch noch mal zurück zur ersten Frage. Schau dir noch mal die Intensität deines Gefühles an. 
Du wirst merken, deine Gefühle verändern sich, der Schmerz lässt nach. Oft erlebt man sich selbst wie ein Beobachter. Wenn man sich so intensiv damit auseinandersetzt, was jetzt gerade an Gefühl da ist, stellt man oft verwundert fest, so viel ist gar nicht mehr da... es war und ist nur ein Gefühl, ein Gedanke oder eine Erinnerung und das Loslassen ist letztendlich ein bewusstes Erkennen von dem was wirklich JETZT da ist.

Du kannst diese Übung jederzeit wiederholen,  immer dann wenn du dich über etwas ärgerst, oder wenn etwas oder jemand dich verletzt. Schau dir deine Gefühle genauer an, arbeite mit ihnen, nimm sie an als das was sie sind.

Und dann lass sie los... denn wenn du sie gelebt hast, brauchst du sie nicht mehr...

Mir hilft diese Übung sehr, gerade jetzt... 

Ich wünsche euch alles Liebe...

Namasté 

eure Andarnil



Montag, 16. November 2015

Tagebuch - Geballte Energie von Leid



Ich Atme!
Ich Atme!

Es gibt Sekunden in meinem Jetzt, da fühle ich es, diese geballte Energie von Leid. Dieses heran nahen von dem was unabweichbar ist. 
Ich docke am kollektiven Bewusstsein an, Erinnerungen an Krieg und Terror werden in mein HIER transportiert. 
Es fing heute Nacht an, ich träumte von Bomben, wieder einmal. Ich hatte diesen Traum schon lange nicht mehr. Heute morgen hörte ich dann im Radio das Paris zum Gegenschlag ausholte. Der Moderator sprach davon alle 10 Minuten zu berichten.
Ich schaltete das Radio aus, ich werde es  nicht mehr einschalten.
Shaya und Britta sind beide Krank und daher zuhause, Shaya sah auf dem PC eine Kindernachrichtensendung an, auch dort wurde davon berichtet. Ich bat sie auszuschalten, sie wollte es gerne weiter hören - sie zog ihre Kopfhörer an. 

Ich spüre die Gefühle von Flucht. Die Bomben in meinem Traum waren zu real. ICH atme. Traumgedanken, Traumgefühle aus. Und atme meine Gelassenheit wieder ein. 

Ich Atme!
ICH ATME!

Atmen hilft mir im Hier zu sein, im Jetzt, in diesem Moment, da ich das hier schreibe. 
Ich weiß es gibt keine Sicherheit, niemals war ich Sicher, werde ich Sicher sein. Das hilft mir... ich genieße den Moment der Ruhe und lasse meine Gefühle fließen...
Gleich werde ich meine Gefühle malen, ich lasse es überfließen in einem Farbenrausch. 

Das fördert die Ausschüttung von  Dopamin, Serotonin und Endorphine.

ICH ATME
JETZT!

Namasté eure Andarnil 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Gedankengeschichten




Früher hab ich mir oft die Frage gestellt wie es ist so zu sein oder so, aber anders als ich bin.
Dann stellte ich mir die Frage: Wer bin ich überhaupt.
Mittlerweile ist aus dieser Frage ein Schulterzucken geworden. Die einzige die mich fragte wer ich bin, war meine Frau. Das SEIN bezieht sich bei mir jetzt auf körperliche Symptome und Gedanken. Es ist nicht mehr das Gefühl in mir danach suchen zu müssen, wo ICH in all den Einzelteilen noch vorhanden bin. Da es das ICH nie gab.
Und doch habe ich die Gefühlserinnerung in mir.

Ich weiß noch wie ich vor vielen Jahren auf einer Schaukel saß und mit jedem in die Lüfte erheben fragte ich mich: "Wo bin ich wirklich, gibt es mich noch?"
Ich hörte in mich hinein, nach dem Echo - "Ich bin da" aber es kam nicht. Fragte ich nach Yen, oder Sweppy, Moon, Jo, Johanna oder Grid, kam fast immer eine Antwort: "Anwesend".

Als Multi ist man es gewöhnt das Erinnerungen und Gedanken mehr wiegen als die Gegenwart, die meiste Zeit ging es mir so, dass ich die Stille bevorzugt habe. Das allein sein wog mehr als das miteinander mit anderen. Allein sein, mit uns sein im Inneren.
Wenn man Viele ist, ist das Innere der Raum an dem man sich nieder lässt, abwechselnd einer im Außen und viele im Innen, während draußen die Welt passiert. Diese Gewohnheit ist nun weg.
Die Ruhe in der Ruhe JETZT, ist unglaublich.

Während der Jahre vorher, war es nie ruhig, jeder einzelne in mir hatte Gedanken und Gefühle und eigene Vorstellungen und Wünsche. Ein Gewirr aus unterschiedlichen Meinungen und Mustern. Im Außen wirkte ich oft verwirrt, weil ich nicht wusste, welchem Muster ich folgen sollte, manchmal wechselten sich meine Persönlichkeiten in Windesschnelle, da gab es eben noch Yen, selbstbewusst und frech, im nächsten Moment kam Jo, etwas schüchtern, naiv und sehr ehrlich, und dann kam Johanna, die Beschützerin, Johanna die alles erst ermöglicht hat - das ich nun kein Multi mehr bin.
Ging ich in die Küche, war da eine Stimme die sich hinlegen wollte, also ging ich wieder zurück. Doch die Stimme die Hunger hatte verlangte laut nach etwas zu essen. Manchmal war es so, das ich auf den Weg zur Küche wieder umdrehte, mich hinlegte, die Augen schloss und gleich darauf aufsprang, weil mein Magen knurrte und eine weinerliche Stimme sagte: "Moon hat Hunger!" Ein ewiges Hin und Her.

Ich stell mir in der Stille die Frage: "Vermisse ich sie?"
Und die Antwort ist sehr klar: Nein!

Und ich wundere mich - Wundere mich über die Klarheit, des Neins.
Es gibt Momente da wundere ich mich darüber das niemand ein Veto spricht, niemand in mir Traurig oder Wütend ist, weil er drinnen ist und das Unbekannte NICHT-Ich draußen.

Es ist alles noch sehr neu. Und doch gibt es etwas, das mich mit dem was früher war verbindet. Das Anderssein. Eine Anomalie einer nicht existierenden Wirklichkeit.
Denn ich habe die Gedanken Erinnerung von vielen in mir, die in Wahrheit nie existiert haben.
Dieses Paradoxum wird mich wohl noch eine Weile begleiten.

Ich werde jetzt gleich meditieren... und die unendliche Ruhe in mir genießen.

Ong Na mo guru dev namo 

Eines meiner Lieblingsmantras:
„Ich verbinde mich mit der kosmischen Energie und dem erhabenen Weg, der mich vom Dunkel zum Licht führt.“

Namasté

Eure Andarnil