Mantra Musik

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Donnerstag, 28. Dezember 2017

Tagebuch - Zwischenstation





Ich hätte mein Tagebuch auch: "Zwischen leben und sterben" nennen können.
Ich weiß nicht ob es anderen Menschen auch so geht. Ich habe immer mal wieder Phasen, da habe ich so dermaßen den Durchblick, dass ich mein menschliches Dasein verabscheue. Ich denke dann wirklich darüber nach mir das Leben zu nehmen. Das ist nicht das gleiche wie bei einem depressiven Menschen. Ich leide nicht unter dem Leben.
Eigentlich ist es eher das Gegenteil, Ich bin gesegnet mit Liebe, mit Menschen die mich achten, die mich berühren auf vielfältige Weise. Ich bin gesegnet und sehe gleichzeitig die Trauer, das Leid - das Leid der Lebewesen, Wut, Hass, die Schnelligkeit in der Menschen unseren wundervollen Planeten zerstören. Die Angst der Lebewesen, Hunger und Wohlstand, nebeneinander.
Ich sehe die Vielschichtigkeit in der wir leben und die Illusion mit der jeder Mensch sich umgibt.

Ich habe aus Beobachtungen erkannt, das nur wir so sind. Tiere sind anders, sie akzeptieren den IST Zustand, die Realität. Je wilder ein Tier ist, desto instinkthafter ist sein Leben.

Ich wünschte ich wäre ein Tier, ein wildes Tier ohne Beziehung zum Menschen. Ich hätte keine Bürde zu tragen, keine Verantwortung für andere Tiere. Ich würde mein Leben leben und sterben. Eingehen in die Natur aus der neues entwächst.

Ja ich denke an den Tod, daran weg zu sein. Eingeäschert und entsorgt.
Als Mensch habe ich den Sinn meines Daseins verloren.

Ich muss oft an einen Bekannten denken, ein streitbarer Zeitgenosse, der oft nicht ernst genommen wurde. Der die Welt durch seine Intelligenz wie durch eine Lupe sah und wie durch ein Stethoskop hörte. Er hat oft mit mir über den Sinn des Lebens gesprochen. Er war ein Misanthrop und als wir uns kennen lernten fühlte ich mich von ihm genervt.
Sein Tod ging mir sehr nah.
Gerade heute habe ich wieder an ihn gedacht. Er fehlt mir in dieser klaren Zeit. Ich denke er würde genau verstehen wie ich mich fühle.

Ich bin in der Zwischenzeit angekommen, eine Zeit in der das Alter mein Leben bestimmt. Alles was jetzt neu sein wird, wird mir fremd werden. In dieser Zeit gehen wir Schritt für Schritt unseres Ursprungs entgegen, wir werden noch einmal jung im Geiste für eine Weile und dann sterben wir. Es ist wie eine neue Geburt.
Mir ist diese Zeit sehr bewusst. Meine Familie weiß um meine Gedanken und Gefühle. Wir reden viel und ich bin unglaublich froh um meine Tochter, die mir ihre Sicht näher bringt, die sich gar nicht so sehr von meiner Unterscheidet.

Ihre Wahrnehmung ist so gereift und sie begegnet mir wie eine Erwachsene, wenn sie mir den Sinn des Menschlichen Daseins erklärt. Sie glaubt das der Menschen den Planeten zerstören muss, damit neues entsteht - sie glaubt, dass ist die Kraft des Universums.
Meine Frau glaubt das wir eine Art Virus sind, der existiert, um zu existieren, um sich zerstörend weiter zu entwickelt.

Ich finde diese Gedanken unglaublich bereichernd und ich bin dankbar für diese Familie, die mir einfach ebenbürtig ist. Beide sind so weise in ihrem Denken und in ihrem Sein. In solchen Momenten fühle ich mein Glück noch stärker als sonst.
Und gleichzeitig die Trauer.

Beides steht nebeneinander berührt sich gegenseitig, hält sich in Armen die so stark sind. Ich glaube diese Welt kann nur durch diese beiden so starken Gefühle existieren.

Ich bin so unendlich frei, weil ich all das fühlen kann, sehen kann. Dieses ganze Wissen unseres Universums...

Meine Frau sagte: "dir muss das alles egal sein Jo. Daraufhin solltest du arbeiten."
Sie hat recht.

Aber zur Zeit bin ich froh, dass es mir nicht egal ist. Zur Zeit bin ich froh, dass ich im Glück leide....

und - ich brauche keinen Alkohol um besoffen vom Leben zu sein...
Alles was ich brauche trage ich in mir... 



Mittwoch, 13. Dezember 2017

Tagebuch - über den Sinn des Selbst




Im Buddhistischen Sinne, also im Sinne derer die die Buddhistische Lehre verbreitet haben, ist die Überwindung des Selbst das Ziel eines jeden Buddhisten.


Wenn ich positiv über das ICH und das Selbst schreibe, bekomme ich das von irgendeinem Buddhisten sehr gerne um die Ohren gehauen und dann frage ich immer: "Warum sollte man ein Selbst überwinden, wenn es gar kein Selbst gibt" und meistens kommt dann entweder eine Art von Beleidigung oder gar nichts mehr.
Es gibt im obigen Satz zwei Widersprüche an sich über die ich heute reden möchte.


Der eine Widerspruch ist der Begriff: Überwindung. Im Buddhismus steht die Gegenwart an erster Stelle. Nur das JETZT, das HIER ist das was wichtig ist. Die Realität findet im Jetzt statt, die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht vorhanden. Wir wissen nur was wir jetzt in diesem Augenblick tun. In diesem Moment sind wir das was wir sind. Zwar ist die Vergangenheit Teil unserer Entwicklung, aber da wir nichts verändern können, noch können wir etwas dazu tun, ist die Vergangenheit für das was wir in dem Moment des Jetzt tun, nicht relevant. Wir haben jetzt die Entscheidung, alles was wir vorher getan haben zu beenden und einen neuen Weg zu gehen. Diese Entscheidung haben wir immer nur in diesem Moment des Jetzt, der im nächsten Moment wieder zur Vergangenheit gehört.


Das Überwinden von etwas zielt darauf hinaus, das wir das was wir getan haben, verändern. Nur kann man das was vorher war, nicht mehr ändern. Wir können auch nicht in die Zukunft blicken um ein Ziel das wir jetzt planen zu überwinden, oder zu besiegen. Wer sich also mit dem Begriff Überwinden identifiziert, lebt entweder in der Vergangenheit, oder in der Zukunft.
Überwinden heißt sich ein Ziel setzen, ein Ziel ist immer etwas das in der Zukunft ist. Wenn man das Ziel durchleuft, braucht man nichts mehr zu überwinden, bzw. man braucht sich kein Ziel mehr zu setzen, denn man hat das Ziel erreicht.
Im Buddhismus geht es also nicht darum ein Ziel zu erreichen. Es geht nur darum jetzt in dem Moment zu gehen, das Ziel ist dabei vollkommen gleichgültig, es kann 200 Meter weiter sein, oder zwei Jahre entfernt liegen.


Der zweite Begriff ist das Selbst, oder auch ICH. Das ICH ist eine illusion laut der Übersetzungen von Buddhas Reden. Alles was eine Illusion ist, ist nicht vorhanden. Es existiert nicht und was nicht existiert, bzw. nie existiert hat, kann auch nicht verändert werden. Die Überwindung des Selbst ist also ein Satz der im Buddhismus keinen Sinn ergibt.
Warum sollte man sich mit etwas beschäftigen, das eigentlich nie da war?


Nun könnte man hier einwenden, dass wir aber alle in der Illusion des Selbst leben und daher der Begriff des Überwindens richtig ist.


Ich wende ein:


Eine Illusion ist ein Trugbild, jeder Buddhist der sich der Lehre zugewendet hat, weiß im Laufe der Zeit, dass das ICH eine Illusion ist, weil er den Reden Buddhas Glauben schenkt. Es gibt nur wenige Buddhisten die das in Frage stellen. Die meisten versuchen im Laufe ihrer buddhistischen Ausbildung das ICH in sich selbst zu verändern, bzw. sie erhoffen sich durch Meditation und des Studiums des buddhistischen Weges zu erwachen. Die wenigsten erkennen, dass die Illusion des ICHs keine Überwindung oder Veränderung braucht, da es kein ICH gibt, ist es auch nicht wichtig überhaupt etwas in der Richtung zu unternehmen.


Es geht - meiner Meinung nach - vielmehr darum zu akzeptieren, dass wir in einer Illusion leben und das ICH nutzen um diese Illusion aufrecht zu erhalten. Man muss nichts mehr verändern, wenn man eine Tatsache akzeptiert.


Buddha selbst hat im Laufe seines Lebens mehrere Erfahrungen innerhalb der Illusion des ICHs gemacht. Er hat begriffen, das Leid Teil dieser Welt ist. Er konnte nur sein eigenes Leid erkennen und somit verändern, nicht das der anderen Menschen. Jedoch indem er sein Leid veränderte, veränderte er auch auch sich selbst. Er wurde zu einem Vorbild.
Das ist ein wichtiger Schritt, wir lernen dass wir Machtlos sind. Jede Kraft und Energie scheitert wenn es um den Tod geht. Wir müssen erkennen, dass wir den Tod nicht aufhalten können. Der Prozess des Todes ist das erste was wir akzeptieren müssen. Dieser Prozess - das Sterben lässt sich nicht aufhalten. Der Tod ist immer gegenwärtig. Natürlich kann man jetzt einwenden, dass es immer mal Möglichkeiten gab den Tod aufzuhalten, die Medizin hat hier einen großen Stellenwert. Nun dazu kann ich sagen: Wenn die Medizin verhilft das Leben eines Menschen zu verlängern - ist der Tod noch nicht anwesend gewesen. Vielleicht war der Mensch sehr nah am Sterbeprozess, aber er war praktisch noch nicht wirklich tot.


Buddha hat erkannt das sich im Leben alles um Akzeptanz dreht. In dem Moment wenn man die Dinge um einen Herum akzeptiert, hört das kämpfen auf. Man gibt sich einfach in die Hand dessen was Gegenwärtig da ist.


Und wenn man sich in dem Kreislauf des Lebens und Sterbens befindet, wird auch das ICH - die Illusion des ICHs nicht mehr wichtig, denn auch das gehört letztendlich zur Akzeptanz.


Eine Illusion ist nichts schlimmes, noch ist es etwas das man bekämpfen muss.


Die Illusion ist wie eine warme Decke die uns vor der Kälte der Realität schützt. Wäre diese Decke nicht da, gäbe es auch keine Entwicklung, denn wenn einen IST Zustand von Anfang an akzeptiert hätten, hätten wir uns als Menschen nicht weiterentwickeln können, weil jede Entwicklung auch Motivation braucht. Und Motivation setzt vorraus, das wir uns Ziele setzen.


Und genau da setzt wieder das Selbst ein.


Buddha erkannte, das alles mit einander verbunden ist. Das Selbst, ICH, die Illusion des ICHS, die Akzeptanz der Illusion und das Erwachen.
All das ist letztendlich ein und dasselbe.


Es gibt Menschen die irgendwann im Laufe ihres Lebens erkannt haben, das sie einfach nur akzeptieren müssen, die aber noch nie etwas von Erwachen gehört haben und dennoch erwacht sind.


Und es gibt Menschen die ihr Leben lang auf den Zustand des Erwachens hinarbeiten und sich selbst immer wieder beweisen müssen, dass sie nah am Erwachen sind.


Auch das ist ein Kreislauf der miteinander verbunden ist.


Das Erwachen selbst ist letztendlich nichts was wirklich wichtig ist. Das Erwachen ist nicht von belang.
Wenn es überhaupt um ein Ziel im Buddhismus gehen sollte, dann das Ziel das Leben mit all seinen Illusionen und Realitäten zu akzeptieren. Denn all das ist da um gelebt zu werden.

Das ist der Sinn des Selbst.

Namasté eure Andarnil





Bild: Webseite Alana Warlop

Dienstag, 27. September 2016

Sarah Lesch "Testament"

Ein unglaublich gutes Lied!!
Man muss es mehrfach hören, am besten in Dauerschleife...

Ich möchte den Text gerne an Wände schreiben ...


Donnerstag, 18. August 2016

Ich nehm mir alles zu Herzen - Grundsätzlich!

Nach einem emotionalen und schmerzhaften Tag, schrieb mir ein lieber Freund:
"Nimm dir nicht alles so zu Herzen"
Ich dachte über den Satz nach und dann wurde mir bewusst, dass ich mir alles zu Herzen nehme - Grundsätzlich. Auch wurde mir klar, die wenigsten Menschen werden das verstehen.


Das komplette Erleben steht vor dir, sobald du geboren wirst. Alle Sinne sind bis zum Anschlag geöffnet. Wir lernen also von Anfang an, das wir die Sinnesreize selbst dosieren müssen.
Hinzu kommt die Vorbildfunktion der Mutter, die unsere Überreizung mildert, indem sie uns beruhigt.

Wenn man keine Mutter hat, übernehmen das normalerweise andere Menschen und wenn auch diese nicht da sind, übernimmt es die Natur.

Nach meiner Geburt gab es Krankenschwestern die sich um mich gekümmert haben. Ich war also 6 Wochen ohne das innige Muttererleben vollkommen mit meinen Sinnen alleine, denn wer den Krankenhaus Alltag kennt, weiß das Krankenschwestern keine 24 Stunden um einen Patienten sind.
In diesen 6 Wochen habe ich die Welt erlebt. Ich habe Schmerz erlebt, kurze Momente der Freude, ein Gefühl von Kälte und Wärme. Es war laut, es war leise. Ich nehme an, diese 6 Wochen haben mich auf mein restliches Leben und Erleben vorbereitet.

Ich weiß nicht wie meine Kindheit zwischen dem 1 und dem 4 Lebensjahr aussah. Aber ich weiß aus familiärer Erzählungen, dass ich immer schon anders war. Aufmerksamer, ein wenig tapsiger, mitfühlender, ängstlicher. Ich habe lesen gelernt, da war ich 4, aber ich habe mich nur sehr einsilbig unterhalten und mehr zugehört.
Später dann war die Welt der Sprache für mich eine Welt der Buchstaben. Buchstaben haben mich immer begeistert, ich konnte mich schon als Kleinkind damit beschäftigen das ich Buchstaben gemalt habe, immer einen Buchstaben winzig klein auf einem Din a 4 Heft. Mal von links nach rechts, mal von rechts nach links, mal in der Spirale. So habe ich viele Blätter bemalt über Jahre. Irgendwann kamen dann Sätze hinzu, der Satz. "Ich bin" hat mich sehr fasziniert. Der Gedanke: "Wer bin ich" noch mehr.

Im Inneren war ich schon immer emotional, ich trug meine Seele in Worten bei mir. Schon sehr früh habe ich angefangen Gedichte zu schreiben, Tagebücher voll zu schreiben und dann wieder zu verbrennen. Wenn ich mich leer geschrieben habe, war ich leer. Es war ruhig in mir.
Doch das was in mir war, kam nicht nach Außen, es blieb in mir.
Mein Außen bekam diese Gefühle nur aus Wutausbrüche mit, ich explodierte wie ein Vulkan, brüllte, rannte weg, schlug um mich. Dann veränderte sich mein Leben erneut. Mir begegneten die ersten Grausamkeiten, mein Innenleben teilte sich und so konnte ich auch meine Gefühle im Inneren teilen. Ich war nicht mehr alleine.

Wenn man wie ich absolut Grenzenlos Emotional durchs Leben läuft, dann ist alles schlimm und alles schön. Es gibt kein WENIG in meinem Leben.
Es gibt nur Viel, egal in welcher Richtung. Fülle an Schmerz, Fülle an Glück.
Ich glaube das ich nie gelernt habe zu dosieren.
Man muss verstehen, dass ich viele Jahre im Außen ein komplett anderes Leben lebte als in meinem Innenleben. Das Außen war unwichtig, da funktionierte ich einfach nur wie eine aufgeladene Batterie und wenn die Batterie nicht mehr funktionierte, war ich körperlich krank.

Der wahre Kern meiner Persönlichkeit spielte sich 48 Jahre in meinem Innern ab. Dort lebte ich all das aus, was ich heute öffentlich auslebe.
Dort gab es keinerlei Begrenzungen. Für mich war das Außen voller Grenzen, Stacheldrahtzäune, wie ich einst in einem Gedicht schrieb.
Das Normale Begrenzte, war unerträglich für mich.
Menschen begegneten mir in winzig kleinen Kokonähnlichen Schutzmänteln. Ich sah nur was sie fühlten und oft war das komplett anders als das was sie sagten. Dieses Ungleichgewicht verstand ich nicht. - Ich begriff lange nicht, dass ich eigentlich genauso war - im Außen emotional erkühlt, im Inneren ein Gespinnst an Gefühlten Leben.

Als ich 32 Jahre alt wurde veränderte es sich. Ich lernte meine Frau kennen, ich kam das erste mal mit einem PC in Kontakt. Ich lernte mein Inneres nach Außen zu transportieren.
Endlich konnten alle meine Innenpersonen am äusseren Leben teilnehmen, durch Buchstaben, Worte, Satzzeichen. Nach wie vor ist mein liebstes Satzzeichen die Mehrfachpünktchen am Ende des Satzes. Es zeigt, dass ich in meinem Denken eine Pause mache, der Gedanke mich aber weiterhin beschäftigen wird - oder kurz: "Das Geschriebene ist noch nicht zu ende gedacht - denke selbst weiter, oder lies später. Ich werde noch mal darauf zurück kommen..."

Das schriftliche Eintauchen meiner Innenpersonen hat mich erst einmal vollkommen überfordert. Ich wurde sehr krank, ich dachte ich sterbe. - So zumindest erkläre ich es mir heute.
Mit diesem Eintauchen in die Welt des Außen, kamen auch Erinnerungen an meine Kindheit hervor, die die einzelnen Personen erleben haben. Das was für mich immer ein großes Puzzle war, wurde nach und nach vervollständigt. Je mehr meine Innenpersonen über ihr Erleben schrieben, desto mehr wurde ich ganz.
Ich lernte mich kennen.
Immer mehr und mehr.
Aus heutiger Sicht war das der Anfang von einem langen Weg der Verschmelzung meiner Persönlichkeiten zu einer einzigen Person, welches dann letztes Jahr stattfand.

Vorhin schrieb ich meinem Freund:
"Ich habe irgendwann uneingeschränkt Ja zum Leben gesagt - zu allem was kommt. Dazu gehören auch alle Emotionen, das Eintauchen, Auftauchen, in Kontakt bleiben. Den Schmerz fühlen, Wahrnehmen, ihn nicht wegkicken, nicht verdrängen..."

Ich schrieb: "Ich weiß das ich extrem bin und für viele Menschen kaum aushaltbar. Viele verstehen das nicht. Sie fühlen sich wie ein Beobachter dieser Emotionalität die sie selbst nicht fühlen. Sie halten mich dann für verrückt, überdreht, grenzenlos. Das fasziniert und gleichzeitig macht es Angst.

Für mich als Mensch ist diese Gefühlsvielfalt, alles wahrnehmen zu können ein Geschenk. Natürlich tut es manchmal irrsinnig weh. Menschen die mich lieben müssen das aushalten können, sonst schaffen sie den Umgang mit mir nicht. Ich nehme wirklich jedes Leid und jedes Glück mit. Ich verharre vor nichts, ich gehe nichts aus dem Weg. Ich verdränge nichts und ich speichere nichts. Ich lebe einfach nur diesen einen Moment aus."

Dann schrieb ich:

"...durch das schreiben wurde ich authentisch. Meine Gefühle bekamen Worte. So hab ich fühlen gelernt. Davor war ich eine Hülle mit Körper und vielen Seelen und sie alle haben durcheinander geschrien. Jetzt ist in mir Stille und wenn ich meine Gefühle geöffnet habe bin ich wohlig leer.

Ich weiß nicht wie Menschen es schaffen all das was da ist wegzukicken, diese Überfüllung von Fühlen und Denken und ignorieren und vermeiden, sich zwingen konventionell zu sein, dieses sich selbst belügen, jemand zu sein der man nicht ist weil man sich selbst nicht kennt. Die tägliche Vorsicht, den Schutzmantel nicht zu verlieren - das Leben muss so unerträglich sein.

Wir haben nur dieses eine Leben und der Mensch verdrängt es und packt es in Ziele die nicht da sind und Erinnerungen die er verdrängt.

Ich weiß das ich vollkommen anders bin. Ich nehme das Leben vollständig an. Ich nehme es wahr und habe verstanden das das Leben ich selbst bin. Das es weh tut - es sich zum Herzen nehmen gehört genauso dazu wie das Glück das ich empfinde wenn ich eine Butterblume sehe oder einen Schmetterling. In mir gibt es absolut keine Begrenzung. Nur so konnte ich überleben.
Wenn man so lebt wie ich ist es ein Wunder das ich schon 50 bin.
Ich weiß das alles, aber ich will es nicht ändern. Ich will alles aufnehmen bis es vorbei ist. Alles erleben an Gefühltem in mir.
Mach dir keine Sorgen Gestern ist vorbei, der nächste Moment kommt...
So ist das Leben in seiner gänzlichen Fülle."

Nachdem ich diese Sätze geschrieben habe, atmete ich tief durch, lies die Luft durch meinen Körper strömen.

Wenn man so lebt wie ich, dann lebt man im Dauerschmerz, denn auch Glück tut weh, wenn es undosiert und vollständig erlebt wird.

Die Entscheidung Gefühle nach Außen zu tragen, statt sie im Inneren zu behalten, ist für mich Lebensnotwendig.
Würde ich es nicht tun, würde ich sehr krank werden. Mein Körper kann diese Fülle nur begrenzt aushalten, ich reagiere bei einem Übermaß an Fühlen mit Schmerzen in den Gelenken, dem Rücken, dem Kopf. Ich habe Krämpfe am ganzen Körper, ich bekomme keine Luft. Wenn ich schweige oder aufhöre zu schreiben dann werde ich irgendwann Sterben.
Ich muss um so zu leben wie ich lebe, die Gefühle wieder los werden, sie dürfen nicht in mir bleiben und ich habe gelernt, dass ich mich durch die geschriebenen Worte entleeren kann. Aus dem Grund dieser Blog, aus dem Grund meine Facebook Seiten.

Viele Menschen erleben ihr Leben in Uhrzeiten, ich erlebe es uneingeschränkt ohne Zeit und ohne Raum. Ohne Begrenzung. Das ist meine eigene Wahl, ich hätte es auch anders haben können, aber ich habe mich dafür entschieden. Daher ist der Buddhismus für mich eine sehr logische Religion.
Ich könnte, auch wenn ich wollte keine andere Religion leben, weil sie MICH erklärt. Mein ganzes Wesen bekommt durch den Buddhismus eine Normalität, die es im Außen, mit der Art die Emotionen zu leben, nicht hat.
Ich denke wenn mich überhaupt ein Mensch versteht, dann ist es ein Buddhist, dann ist es mein Freund, der mir schrieb ich soll mich nicht alles zu Herzen gehen lassen.

Mir war es wichtig, diesen Blogeintrag heute zu schreiben.
Ich tat es für meine Freunde, damit sie ein klein wenig verstehen, das meine Worte wirklich nur Momentaufnahmen meiner Gefühle und Gedanken sind. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich teile diese Empfindungen mit ihnen, weil ich keine andere Möglichkeit habe um das was in mir ist zu verarbeiten.
Ich teile es und dann ist es aus meinem System draußen. Ich lebe diese Gefühle vollständig aus, ich weine, ich schreie, ich klammere mich an Stohhalme, ich bin so unglaublich voll mit all dem, das ich kurz vorm zerreißen bin und dann schreibe ich und mit jedem Wort werde ich leerer in mir, ruhiger, klarer, stiller. Und wenn ich fertig bin, fühle ich ein Lächeln in mir, eine sanfte Prise voller Gleichmut. All das was mich vorher so unglaublich berührt hat, das mir den Atem raubte, mich vollständig einnahm, mich so sehr schmerzte das ich dachte ich verglühe,  ich verbrenne, ich sterbe - ist verschwunden. Manchmal weine ich den Gefühlen noch nach. Ich lese meine Sätze und schwimme noch ein Stück hinterher. Aber die Ruhe in mir holt mich ein und ich genieße die letzten Emotionen.

Manchmal bleibe ich auch noch eine Weile und diskutiere. Aber irgendwann ist es gut. Dann ist alles in mir wieder gut. Die Schmerzen gehen und warten bis zum nächsten Mal.
Und dieses nächste Mal kommt mit Sicherheit. Ich habe keine Angst vor dem Leid das sich ankündigt mit einem großen Gong. Leid tut mir nicht mehr weh, denn ich weiß wie ich damit umgehen kann.

Die Entscheidung das Leben ohne Einschränkungen wahrzunehmen ist für mich eine gute Entscheidung. Die ganze Widersprüchlichkeit, einfach alles - es gehört dazu. Das ist für mich die Verschmelzung des Universum zu einem einzigen Punkt, der sich wieder ausweitet und ausweitet...

Das einzig schwierige an dieser Art zu leben - ich lebe alleine. Ich kann es nur schriftlich teilen. Mündlich fällt mir extrem schwer. Wenn ich überfüllt bin, dann schweige ich.
Dann bin ich still in meinem Leid, unfähig zu agieren, ich fühle nur.
Wenn man mich dann fragt warum ich so reagiere wie ich reagiere, gibt es keine Worte die das erklären könnten. Ich sage dann immer: "Aber ich bin so" weil es einfach nichts gibt, das es mündlich erklärt. Das schaffe ich nur schriftlich. Ich habe mir mittlerweile angewohnt zu sagen: "Ich schreibe es auf, dann verstehst du es vielleicht."

Meiner Frau sag ich oft: "Ich muss es aufschreiben um zu verarbeiten" Damit kommt sie gut klar und sie lässt mich schreiben. Ich bezweifle das sie es versteht, aber das ist in unserer Beziehung auch nicht so wichtig, wir lassen uns SEIN. Sie kann mich so wie ich bin akzeptieren und lieben, das ist wichtig. Und sie weiß, danach geht es mir besser.

Jetzt wisst, ihr warum ich so emotional bin.
Mein lieber Freund,  jetzt weißt du warum ich es mir zu Herzen gehen lasse - grundsätzlich Immer...

Alles liebe und ein herzliches Namasté

Eure Jo


Mittwoch, 15. Juni 2016

Das langsame Sterben ...





Ich weiß das meine Ausführung den einen oder anderen schocken wird. Es wird mit Sicherheit sehr kontrovers diskutiert, vielleicht werde ich auch angegriffen. Ich bin gespannt.

Gestern wurde meine Hündin Bella operiert, sie hat Gesäugekrebs, wir nehmen an er ist bösartig.
Heute liegt sie still in ihrem Körbchen, sie hat sehr gekämpft bis die Narkose gewirkt hat. Von meiner hyperaktiven Bella ist nicht viel übrig... sie hat Schmerzen. Und ich leide mit.

Heute schreibe ich über meine Zwiespältigen Empfindungen, über das was ich weiß und das was ich an mir gerne verändern möchte.
Ich möchte so gerne das menschliche in mir ablegen, wenn es um das Leben eines Tieres geht. Klingt merkwürdig, das ist es auch. Denn es beinhaltet das ich all meine Gefühle ignoriere und statt dessen das Tier in seiner Ganzheitlichkeit wahrnehme mit all dem was es an natürlichen Instinkten in sich trägt. Das bedeutet auch, das ich das Tier, sein Leben, seinen Instinkt und sein Sterben genauso akzeptiere wie meinen Schmerz es zu verlieren.

Ich möchte mir bewusst machen, das mir kein Tier dieser Welt - genau wie kein Mensch dieser Welt gehört.
Und das ich nicht das Recht habe in einen natürlichen instinktiven Prozess von Leben und Sterben einzugreifen.
Ich möchte mich ändern.
Das ist die eine Seite.

Die andere Seite in mir möchte noch mehr tun für Tiere, ihnen ein Stück ihrer Würde zurück geben. Ihnen den Raum bieten, den Menschen ihnen weggenommen haben. Und ihnen durch die Möglichkeiten die wir Menschen haben das Leben und Sterben erleichtert.
Ich möchte das, was ich mir selbst auch wünsche - Freiheit für jedes Tier.

Wenn ich beide Gedanken nebeneinander stelle merke ich, das es nicht funktionieren kann.

Mir kamen diese Gedanken gestern als wir Bella nach der Op abholten. Wir brachten sie hin, da war sie noch unsere Bella. Sie hatte keine Schmerzen, war wie immer hyperaktiv und leicht ängstlich. Dann bekam sie die Spritze und wir merkten wie sehr sie sich dagegen sträubt, sie wollte partout nicht einschlafen. Allein das tat mir weh, weil ich begriff, wie unnatürlich und angstmachend das für sie sein musste. Sie verstand ja nicht, das wir nur ihr Bestes wollten, nämlich dass sie wieder gesund wird.

Als wir sie dann holten kam sie uns zitternd und voller Panik im Blick entgegen, sie konnte nicht wie sonst an mir hochspringen, aber sie freute sich, das wir wieder da waren.
Und nun liegt sie in ihrem Körbchen, sehr ruhig - so gar nicht das Wesen das sie sonst immer ist.
Hin und wieder zittert sie und oft fiepst sie wie ein Welpe. Ich werde ihr nachher Medikamente geben, gegen die Schmerzen.

In solchen Momenten denke ich mir, was tun wir eigentlich den Tieren an. Wir versuchen sie auf der einen Seite zu vermenschlichen und ignorieren ihre genetische instinktive Art mit Leben und Tod umzugehen und auf der anderen Seite nehmen wir ihnen jede Würde ihrer Existenz. Wir missbrauchen sie, quälen sie, töten sie, essen sie auf, ein Teil wird anderweitig verwertet und der Rest kommt auf dem Müll.
Was für ein schreckliches Dasein.

Tiere sind für uns Sklaven.

An solchen Tagen wie heute möchte ich keine Tiere mehr halten, weil ich Mensch bin und egal was ich mache, es nicht gut genug ist für das Tier.
Denn ein Mensch kann nie einem Tier das geben, was es wirklich braucht. Genug Freiraum und die Möglichkeit der eigenen Entscheidung, das fressen zu wollen was es will, Jagen zu wollen, töten zu wollen, in die Richtung zu laufen in die es laufen will ohne das ein Auto es anfährt. LEBEN zu wollen, STERBEN zu wollen.

Als Mensch sehe ich  es nur von meiner Seite.
Da ist ein Hund der mich braucht, eine Katze die gestreichelt werden will, ich der Dosenöffner.
Wir Menschen erkennen nicht den wahren Wert eines Tieres, weil wir entweder unser Herz total verschließen und Tiere zum Opfer machen, zur Ware. Oder weil wir unser Herz weit öffnen und das Tier den Part eines Freundes bekommt, den man ein ganzes Leben lang begleiten will und der keine Widerworte gibt und auch sonst dem Menschen jeden Wunsch von den Augen abliest und wenn er das nicht kann, wird er verschenkt oder kommt ins Tierheim oder wird eingeschläfert und dann holt sich der Mensch einen neuen Freund.

Es gibt Tiere die für uns arbeiten und die ihren Stellenwert dadurch erhöhen solange sie in der Lage sind zu arbeiten: Polizeihunde die ihr Leben aufs Spiel setzen, oder Zootiere die sich begaffen lassen, Tiere in der Forschung, die nur deshalb leben, um gequält zu werden.
Es ist so falsch. Manchmal denke ich das menschliche Gehirn hat hier einen Fehler. Ein Teil fehlt, oder ein Teil ist zuviel. Nur deshalb sind wir in der Lage all dieses Grauen umzusetzen Tagtäglich immer wieder aufs Neue.
Wir missbrauchen unsere Mitgeschöpfe aufs schlimmste. Wir nehmen ihnen den Raum den sie brauchen um zu leben, wir domestizieren sie und misshandeln sie, wenn ihr Instinkt die Oberhand bekommt. Hunde werden erzogen, damit sie dem Menschen dienen und wenn das nicht funktioniert, sagen wir: der Hund stimmt nicht. Er ist böse und wenn er böse ist, muss er dafür bestraft werden, wir töten und rechtfertigen es damit das wir andere Menschen schützen wollen. Wir freuen uns, wenn Tiere mit uns spielen und wir sagen: Wir tun ihnen einen Gefallen das wir mit IHNEN spielen. Wir halten uns für Helden, wenn wir ein Tier retten, das ohne uns nicht gerettet werden müsste. Wir erschießen Rehe, angeblich um die Überpopulation zu verhindern - in Wahrheit nennen wir die Jägerei - genau wie die Fischerei Sport - und Sport ist gerade in diesem Fall Mord.

All das ist so verrückt.

Diese Sicht auf die menschliche Seite ist hart. Und nach reiflicher Überlegung wird bewusst, dass wir womöglich nicht anders können. Das es eine Schuld in dem Sinne nicht gibt. Wir haben wahrscheinlich gar keine Wahl.
Die einzige Chance um an diesem Leid der Tierwelt etwas zu verändern, ist wohl das menschliche in einem Selbst abzulegen.

Die Buddhistin in mir sagt: Wir müssen erkennen, dass es kein ICH gibt.
Der Mensch in mir sagt: Wir müssen erkennen, das wir nicht gut sind.
Das wir von Grund auf die Monster auf diesem Planeten sind.

Ich muss es wohl akzeptieren, das ich meiner Bella leid angetan habe, um Leid zu verhindern. Ein ewiger Kreislauf, aus dem es kein Entrinnen gibt, solange ich das menschliche in mir trage.

Während ich das hier schreibe fühle ich eine tiefe Verbundenheit zu Monster und Tier.
Während ich das hier schreibe habe ich eine Entscheidung gefasst.
Sollte der Krebs noch einmal ausbrechen, werde ich ihr das nicht noch einmal antun. Ich liebe sie zu sehr. Noch haben wir etwas Zeit.
Das (wenn auch ICH-lose ) Monster in mir akzeptiert.

In diesem Sinne...
Leben und Tot liegen so nah beieinander das es unmöglich ist, beides voneinander zu trennen. Am Ende müssen wir akzeptieren, dass jedes Lebewesen sterben wird. Mit unserem Zutun oder ohne unser Zutun. Es tut immer weh.


Namasté eure Andarnil








Dienstag, 31. Mai 2016

Organspende?



Ein Thema das mich immer wieder beschäftigt.
Ich Teile die Ansicht, das ein Gehirntod nicht gleichbedeutend sein muss mit dem Tod des Menschen. Ich denke vielmehr das wir viel zu wenig über die Seelenprozesse wissen, um wirklich sicher zu sein, das der Stillstand des Gehirns alles Leben auslicht.

Für mich ist es klar ersichtlich, das es zwei Bereiche gibt die abgeklärt werden müssen, bevor ich einer Organspende zustimme. Das eine ist die Seele - wann wird sie geboren, wann stirbt sie. Ich habe selbst ein Nahtoderlebnis und war im Sterbeprozess mehrerer Menschen wie Tiere dabei, was ich immer wieder beobachten konnte, war das wenn das Lebewesen  gestorben war, seine Präsens noch fühlbar war. Erst Stunden oder Tage später war diese Präsens verschwunden.

Anfangs dachte ich, ich spinne. Doch bei einem Erlebnis wurde mir klar, das ich nicht alleine so fühle. Eine Frau starb vor Jahren in meinen Armen, sie nahm sich das Leben.  Als sie gestorben war, fühlte ich immer noch ihre Anwesenheit. Auch als ihr Leichnam abgeholt wurde, fühlte ich diese Anwesenheit in der Umgebung an dem sie gelegen hatte. Meine Freunde hielten mich für durchgeknallt, sie dachten ich stünde unter Schock,denn ich hatte ja ihr Ableben mitbekommen und es war sehr gewaltvoll für alle beteiligten, denn sie sprang vom siebten Stock und kam direkt vor meinem Wohnzimmer Fenster auf.

Am Anfang dachte ich sogar das sie recht haben. Aber dann passierte etwas, dass mich vom Gegenteil überzeugte. Es gingen viele Leute mit ihren Hunden dort spazieren und ich konnte beobachten wie die Hunde einen großen Bogen um ihren Sterbeort machten, während die Leute einfach darüber liefen. Das passierte nicht nur bei einem Hund, sondern bei vielen. Die Hunde zogen an der Leine um den Platz nicht betreten zu müssen. Das war so überraschend und gleichzeitig erleichternd für mich. Diese Präsens blieb mehrere Tage an diesem Platz und irgendwann war sie verschwunden. 

Natürlich könnte man jetzt sagen, dieser seelische Prozess hat ja nichts mit dem Körper zu tun, aber auch hier sehe ich es anders. Wir sind im Inneren genauso vernetzt wie im Außen, damit meine ich, alles was in uns ist, gehört auch dort hin, es hat seine Berechtigung sonst wäre es nicht dort. Wenn uns ein Teil während unseres Lebens fehlt, geht es uns nicht gut, dann müssen wir Medikamente nehmen, um einen Ausgleich herzustellen.

Warum sollte es im Tod anders sein?

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Organspende, ich habe darüber gelesen, darüber diskutiert, man wollte mich überzeugen, manipulieren, man hat mich beleidigt weil ich - in meinem Fall - dagegen  bin. Bislang kann ich spenden, nicht weil ich anderen nicht helfen will, im Gegenteil, wenn ich wieder einen Bericht lese mit einem Kind das eine Organspende oder eine Zellspende braucht, dann denke wieder darüber nach und wieder. Es lässt mich nicht kalt, es verfolgt mich gerade zu, denn auch ich bin Mutter.

Und dennoch habe ich bisher kein für mich schlüssiges Argument gefunden, das meine Meinung ändert.

Ich habe auch darüber nachgedacht ob ich Egoistisch bin, das wurde mir oft vorgeworfen. Aber ich kenne mich sehr gut und ich weiß, das ich bei manchen Dingen Egoistisch sein kann, wenn es z.B. darum geht meine Meinung zu äussern, oder etwas zu tun, was mir gut tut - aber eben anderen nicht schadet.
Aber in diesem Fall ist es kein Egoismus. Ich denke da viel darüber nach und ich stelle meine Meinung immer wieder in Frage. Das ist kein leichtes Thema für mich, vorallem weil ich auch ein Kind habe das ich natürlich schützen möchte, da verfolgen mich die Bilder von Kinder die eine Spende brauchen im Schlaf. Aber ich stell mir auch die Frage, das vieles Heutzutage sehr leichtsinnig und schnell umgesetzt werden muss um den Menschen mit aller Gewalt am Leben zu halten. Der Tod ist nicht mehr Natürlich und Sterbeprozesse gibt es nur noch wenige. In unserer technisierten Welt hat das Sterben keinen Platz.
Und das Altern, Wechseljahre, Hormone usw. sowieso nicht. Alles muss möglichst lange am Leben gehalten werden. Und ich finde so eine Herangehensweise macht den Missbrauch zur Normalität. Ich wurde oft verurteilt weil ich nicht einfach einen Wisch ausfüllen kann, der garantiert das meine Organe entnommen werden dürfen.

Ich finde es merkwürdig darüber entscheiden zu dürfen, das man mich ausnimmt wenn mein Hirn seine Aktivität eingestellt hat, aber nicht selbst entscheiden kan wie und wann ich sterben darf wenn mein Gehirn noch aktiv ist - das ist für mich nicht logisch.
Und genau das macht es für mich zum legalen Handel mit Organen, nämlich das es hier immer nur um die Lebenserhaltung geht aber nicht um die freie Entscheidung sterben zu können, wenn man noch die Möglichkeit hat den Tod selbst zu bestimmen.

Oft wurde ich gefragt, wie ich denn handeln würde, wenn mein eigenes Kind ein Organ bräuchte. Ich antwortete jedesmal, das ich es nicht weiß. Im Leid erlicht jegliche Moral und Ethik, Menschen sind bereit zu töten um andere zu schützen. Diese Frage kann man also gar nicht ehrlich beantworten, wenn man noch nicht in der Situation ist. Ob ich selbst ein Organ annehmen würde, ich denke nicht, aber auch hier weiß ich es nicht wirklich. Momentan erhoffe ich mir einen selbstbewussten und selbstgewollten Sterbeprozess. Ein bewusstes Abschiednehmen von den Menschen die ich liebe. Das wünsche ich mir. Was ich auf keinen Fall will ist eine Lebensverlängerung.

Ich will nicht an Apparaten dahinvegetieren. Ich möchte sterben dürfen, wenn meine Zeit gekommen ist.
Aber womöglich ist das so ein ungewöhnlicher Wunsch in unserer heutigen Zeit das auch dieser ignoriert wird...
Mir ist bewusst das ich hier Grenzen anspreche.
Aber das ist ja nichts Neues :)

In diesem Sinne meine Divise:
Genieße das Leben solange du es noch frei und in eigen Verantwortung genießen kannst!

Namasté
und alles liebe eure Andarnil 



Den obigen NICHT Organausweis kann man hier herunterladen, ausdrucken, laminieren und mit sich führen.
http://www.transplantation-information.de/download/organspendeausweis_widerspruch.pdf

Montag, 22. Februar 2016

Ein buntes Land



Ein buntes Land

wo ist dein Herz geblieben
du deutsches Vaterland
bist im braunen Dialog mit deiner Vergangenheit
Ohne Verstand
Flankierst im Gleichschritt
Geradeaus und willst den Weißen die Füße küssen
und wieder zum Krieg aufrüsten.

Ich sehe sie die Bürger mit ihren besorgten Blicken
und den Fahnen die sie hissen
Die Wut und den Hass hinaus brüllend
Und die Fäuste in die Luft gerissen.
Und die Angst in den Augen von denen die "anders" gemacht werden
Es sind nicht die "anderen", es sind die Herden
die Deutschland ins Verderben stürzen.
Die die sich Volk nennen, sind die die das Land in braune Gülle versenken
So wie einst vor vielen Jahren
wir die Deutschen verpestet waren
In jedem Land dieser Erde spuckte man uns an
Wegen einer Volksmacht die "gott sei dank" entmächtet worden ist - und wieder kann.

So hoffe ich
Denn ich bin die Andere
Nicht weiß und nicht Arisch im Blut
Mit einem Herzen voller Liebe, statt voller Wut
Ich will euch nicht in meinem Leben
Ihr habt uns Menschen nichts zu geben
Ihr wollt nur nehmen, das Leben
Und bringt Leid in unsere Gassen
Auf das es wieder so weit kommt
Das uns andere Länder werden hassen.

Dann geht doch verdammt und macht eure eigene Insel
Auf das ihr uns nicht weiter bepinselt mit eurer scheiß Ideologie
Eurer Idiotie
Eurer "Vaterlandsliebe" die besteht aus dem Trieb zu vernichten
statt zu Verbinden.
Wir Verbünden uns gegen euch  und werden den Frieden finden
den ihr versucht zu verhindern.
Oh Nein das werdet ihr nicht schaffen
Nicht mit eurem Wutgebrüll und auch nicht mit euren Waffen.

Denn ein Herz schlägt immer lauter als der lauteste "Heilschrei"
Damit uns die Geschichte nicht überholt
Denn was einst gewesen darf nie wieder sein.

Lasst uns UNS finden
Damit wir Verbinden
Uns zu einem Land das mit Herzen regiert
Statt das es uns die Seele einfriert.
Lasst uns auf kahlen braunen Ackern Blumen pflanzen
Aus Ländern und Nationen
Auf das nicht das Braune regiert
Sondern das Bunte, die Vielfalt miteinander harmoniert.

Das ist es was ich für unsere Kinder will
Ein buntes Land und keinen Drill.


Namasté
Eure Andarnil





Bild:
“Das Leben ist bunt” von (c) Anette Göke
Text
(c) Johanna Andarnil Schlitzkus

Samstag, 9. Januar 2016

Tagebuch - Heute 9.1


Es ist nicht einfach über etwas zu schreiben, über das man "direkt" nicht schreiben darf, wer mich kennt, weiß ja wie ich Dinge aufarbeite, verarbeite, kläre.  
Wer denkt dass das Erkennen der ICH-Illusion vor Leid und Schmerz schützt, dem ich muss ich leider sagen, du denkst falsch.

Leid ist da immer da und zur Zeit ist bei uns Land unter. Unser Leben und Erleben verändert sich rapide und ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Jeder Schritt, jede Zeit die vergeht, ist ein Schritt und eine Zeit in eine Richtung die absolut unbekannt ist. 
Die große Unbekannte zeigt uns das man nichts kontrollieren kann, auch wenn ich es vorher schon gefühlt und verstanden habe, so ist es jetzt tief in meinem Inneren angekommen. Dieses Nichts Tun können und dürfen legt mich vollkommen lahm und das erste mal seit dem ich denken kann, merke ich wie meine Zuversicht, mein Gefühl für Optimismus schwindet.
Gestern war eine Nacht, da fühlte ich mich so hilflos wie noch nie in meinem Leben - oder anders, noch nie seit dem ich Erwachsen bin.
Bislang war es immer so, das ich dachte ich kann mit jeder depressiven Phase gut umgehen, ich bin so dermaßen gut ausgebildet, mein Geist ist geschult.
Aber ich habe heute Nacht gemerkt, das es auch für mich Grenzen gibt. Der Gedanke einfach loszulassen war so intensiv da. Ich fühlte mich so unglaublich hilflos, so allein. - Nicht einsam, denn das bin ich nicht. Wir haben so viele liebevolle Menschen um uns, die da sind und neben uns, an denen wir uns anlehnen können und doch ist da diese dunkle Wolke in mir. 

Das NICHT Schreiben dürfen über das was gerade passiert, hat so viel in mir in Gang gesetzt, ich hatte das Gefühl - wenn ich nicht das kann, dreh ich durch. Das hat sich in mir verselbstständigt. Ich war unglaublich traurig, deprimiert, ich fühlte mich wie lahm gelegt. Das Ventil das ich schon immer genutzt habe, um die Dinge zu klären die in mir unklar waren, brach auf einmal weg. Und ich fühlte wie alles in mir zusammenbrach.
Ein Leid das so anders ist, als das was ich bislang kannte. So kannte ich MICH nicht.

Während alle um mich herum die starke Frau sahen, brach ich heute Nacht in tausend Scherben. Ich fühlte mich alles andere als Stark und so geht es mir auch heute morgen. Ich habe überlegt einen vollkommen neuen Blog einzurichten, mit einer falschen Identität, vollkommen neu und absolut offen, damit ich zumindest ansatzweise über das schreiben kann, was mich bewegt - die Wahrheit, die Ungerechtigkeit und den Schmerz geballt offen legen kann. Aber ich habe mich entschlossen, dass nicht zu tun. Bislang war dieser Blog wie eine Ruheinsel, die mich trägt, wann immer ich es brauche. Ein Schild das mich schützt. Eine kleine budddhistische Welt meiner Gedanken und das will ich nicht einfach her geben. Nicht das Gefühl das mich trägt, sobald ich die letzten Worte geschrieben habe. Die Sicherheit einer Klarheit die  mich umgibt, das Wissen, dass meine Intelligenz, mein Wesen Mensch mich nicht im Stich lässt.

Der Buddhismus hat mir bislang immer geholfen klar zu sehen, ich brauchte nicht viel um ihn sichtbar in mir werden zu lassen. Am Ende eines Satzes stand nur noch der Moment und ich konnte danach meinen Alltag leben und leben lassen. Nur dieser Moment zählte.

In den letzten Monaten wurde der Moment zu einem immer größer werdenden Realismus. Das Ich das mich anfangs des Blog so dermaßen bewegt hat, verkümmerte zu einem kleinen Spiegel der Vergangenheit. Ich sah hin und wieder rein, winkte meinem Spiegelbild zu und ging wieder in den Moment der mich trug. Das brach gestern Nacht zusammen und auch wenn ich auf all - was mich das Erkennen der Ich Illusion lehre - zurück greifen kann, fühle ich mich nicht im Stande darauf einzugehen. Es ist so, als wäre ich die Beobachterin die sieht wie die Frau in mir zusammen bricht und das ganze ganz klar analysiert unter: "Nun ja das ist eben Leid"
Da gibt es kein: " es wird besser" , oder ein: "komm schon du bist stark, du schaffst das".
So schwächlich es klingt, gerade schaffe ich es nicht und ich gehe in genau dieses Gefühl hinein und sehe es klar vor mir. 

Und ich erkenne es an. 

Bislang waren diese Gefühle einer anderen Person in mir zugehörig, einer die noch viel jünger ist als ich. Aber mit dem Wegbrechen meiner Multiplen Persönlichkeit brach auch die Zuversicht weg, zu zwitschen, wenn es einer von uns nicht gut ging. Ich kann nicht mehr einfach in die Dunkelheit meines Schutzraumes zurück und ein anderer Erwachsener übernimmt die Situation. Auch das ist mir Gestern Nacht bewusst geworden. Früher war es einfacher, da drehte die Außenperson durch und die Innenperson übernahm die Situation. Jetzt muss ich all das erleben.

Das ist eine heftige Erfahrung mit der ich ganz ehrlich nicht gerechnet habe. Ehrlich gesagt dachte ich das Leid ist allgegenwärtig - es belastet mich nicht mehr - PUNKT!

Trotz Tränen muss ich lächeln, man weiß wie die Wirklichkeit ist, wenn man sie fühlt.
Ich drehe mich im Kreis und schau mir alle Seiten an ohne die Seiten zu erkennen -  ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Momentan weiß  ich nicht weiter. Alles was ich weiß ist, was passieren könnte. Da ist meine Phantasie unglaublich aktiv. Sie malt die schlimmsten Dinge an die Wand, Dinge von denen ich gehört und gelesen habe, Dinge die ich selbst erlebt habe. Das ganze Repertoire an Schreckensszenarien.  Von Schuld und Sühne und Wut und Trauer. All das was man boxen möchte und zerbomben, weil man es im eigenen Leben nicht haben will. Die ganze Gülle eines Daseins. Absolut irrational spielt mein Gehirn alle Widrigkeiten durch, bis ins kleinste Detail.

Und dann sucht es eine Lösung das genau das nicht eintrifft. Es ist so als würde es einen Plan für eine Zukunft schaffen die weit vor einer Zukunft liegt - die weit vor einer Zukunft liegt....
Und dabei sehe ich hin, ich erkenne es... aber ich lass es laufen. Ich gebe den Tränen und Gedanken und Gefühle die Erlaubnis zu fließen. Meine Tochter meinte vorhin:

"Mami du weinst ja wie Regen".

Und genau das fühle ich in mir, Regen. Ich lass ihn einfach laufen, setze alles unter Wasser, ohne es aufhalten zu wollen, ohne irgendwas gegen die Gedanken und Gefühl tun zu können die mit aller Wucht da sind.
Diese Erkenntnis und das Anerkennen dieser Traurigkeit hilft mir. Ich weiß nicht wie lange es andauert, bis es vorbei ist und ich wieder die Starke bin, die ich immer war. Jetzt gerade bin ich es nicht. Jetzt gerade möchte ich mir die Decke über den Kopf ziehen und mich einfach gehen lassen, mich hingeben in diesen Schmerz der in mir reisst und mich regnen lässt. 
Etwas tief in mir weiß das gehört dazu, zu der Erkenntnis der Illusion des Ichs.
Tief in mir ist etwas das mir sanft über den Kopf streichelt und sagt: "Jetzt bist du wieder ein Stückchen weiter. Das hast du nicht gewusst, jetzt weißt du es. Komm lass einfach los ..."

Und ich lass los und der Regen überschwemmt meine Laken, überschwemmt mein Shirt, meinen Hals, meine Wangen...

Und auch wenn ich "Scheiße Scheiße Scheiße" brüllen will, lächelt doch irgendwas ganz still vor sich hin...

Es ist wie es ist... 


Namasté 

eure Andarnil  





Dienstag, 17. November 2015

Imagine




Es gibt Tage da ist meine Gabe in mir integriert, als Teil von mir. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ich lebe einfach damit. Genau wie ich früher mit meinem Viele-Sein gelebt habe. Heute Nacht habe ich in einer Vision dieses Lied Imagine von John Lennon gehört, immer wieder. Und als ich wieder aus der Vision erwachte, erklang es immer noch in meinem Unterbewusstsein. Also hab ich heute morgen danach gegoogelt und so erfahren, das ich nicht die einzige bin. In Paris wurde es öffentlich gespielt. Viele Menschen teilen zur Zeit den Song auf unterschiedlichen sozialen Seiten.
Es ist also ein kollektives Empfinden, dass ich in meiner Vision aufgeschnappt habe.
Mein Zugriff zu einem kollektiven Bewusstsein ist für mich selbst oft überraschend. Momentan ist es sehr intensiv. Und ich bin sehr froh, dass es dieses Lied ist und nicht eines das Kriegstreibend und voller Hass ist. 

In mir ist eine Melancholie seit zwei Tagen. Ich fühle mich sehr involviert und ich denke an die Familie meines Onkels, die in der Nähe von Paris lebte. Ich habe ihn seit meinen Kindertagen nicht mehr gesehen, wahrscheinlich ist er schon lange tot. Aber sein Sohn lebt sicherlich noch. Er war ein schüchterner Junge der mir damals, als ich fünfzehn war, eine Rose überreichte. Der erste Junge überhaupt der mir Blumen schenkte. Er dürfte jetzt um die 51/52 Jahre alt sein. Ich hoffe es geht ihm gut... 









Stell dir vor, es gibt den Himmel nicht,
Es ist ganz einfach, wenn du's nur versuchst.
Keine Hölle unter uns,
Über uns nur das Firmament.

Stell dir all die Menschen vor
Leben nur für den Tag.

Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
Das ist nicht so schwer.
Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte
Und auch keine Religion.

Stell dir vor, all die Leute
Lebten ihr Leben in Frieden.

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Habgier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.

Stell dir vor, all die Menschen,
Sie teilten sich die Welt, einfach so!

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.

John Lennon



Namasté eure Andarnil

Montag, 16. November 2015

Bewusstsein, Unterbewusstsein und kollektives Bewusstsein

Infomaterial aus meinem Workshop

Bewusstsein, Unterbewusstsein und kollektives Bewusstsein





Aus psychologischer Sicht


Im Mittelpunkt des menschlichen Bewusstseins steht das ICH. Der Mensch spricht von sich selbst als ICH. Alles was ein Mensch als nicht zu sich gehörig empfindet, bezeichnet er als „Du“ und „Umwelt“. Unser Unterbewusstsein steuert ca. 90 % unseres Lebens. Ca 10 % werden durch unseren Willen beeinflusst.
Das ICH beinhaltet alle bewussten Informationen, dabei wird nur das wahrgenommen, was im direkten Kontakt mit dem ICH steht. Also Gedanken, Gefühle die man gerade hat, die man im Moment wahrnimmt.

Gedanken, Gefühle, Empfindungen und Wahrnehmungen bezeichnet man als psychische Inhalte. Und die Beziehung dieser Inhalte zum ICH stellt das Bewusstsein dar. Bewusstsein und ICH stehen somit in einer Symbiose, sie bedingen sich gegenseitig. Alles was wir wahrnehmen wird erst dann bewusst, wenn es mit dem ICH in Kontakt steht. Fehlt die Beziehung zum ICH, ist es eine unbewusste Wahrnehmung.

Im Unterbewusstsein werden alle Informationen gespeichert die nicht im direkten Kontakt mit dem ICH stehen. Unbewusst ist:

1. Das Wissen, das vergessen wurde,

2. Alles was von den Sinnen wahrgenommen wird, aber nicht beachtet wird.

3. Alles was man absichtslos und aufmerksamkeitslos – also unbewusst fühlt, denkt, erinnert, tut und wahrnimmt.


All das gehört ebenfalls zu den Menschen, genau wie die bewussten Gefühle und Gedanken, nur wird das nicht vom ICH wahrgenommen.

Die Inhalte des Unterbewusstseins können, z.B. durch Erinnerungen an Ereignisse, zu einem bestimmten Zeitpunkt entweder bewusst gemacht werden oder nicht. Doch das meiste wird vom Bewusstsein verdrängt.
Jeder Mensch wird von seinem Unterbewusstsein beeinflusst, egal ob er davon weiß oder nicht. Dieser Einfluss, kann sowohl als angenehm, als auch als unangenehm empfunden werden.

Das Kollektive Unterbewusstsein, ist das Bewusstsein allen Lebens.
Egal in welcher Zeit, Sprache oder Kultur begegnen uns gesellschaftliche und religiöse Inhalte, Muster, Rituale und Verhaltensstrukturen, sowie Gedanken und Wissen. Das kollektive Bewusstsein verbindet alle Lebewesen miteinander.

Das Erkennen der ICH-Illusion ermöglicht den Blick zu erweitern und somit das Unbewusste sichtbar zu machen.

Man erkennt dadurch die Dinge die im Verborgenen liegen. Auch wenn man keinen direkten Einfluss darauf hat, hat man dennoch die Möglichkeit das Leben bewusster wahrzunehmen.
Wenn man bewusst wahrnimmt neutralisieren sich unangenehme Gedanken und Gefühle. Man erkennt, dass der Wille nur durch Gedanken und Gefühle entstanden ist.

Aus buddhistischer Sicht


Erklärungen über die Täuschung bei Objekt und Bewusstsein gibt es auch in anderen Weltanschauungen und Religionen. Die vollständigen Erklärungen zur restlosen Beseitigung fehlerhafter Wahrnehmung werden jedoch “nur” im Buddhismus gegeben. Buddha lehrt, dass die Illusion einer unabhängigen Existenz aus zwei Aspekten besteht: aus der Ich-Illusion und der Illusion in Bezug auf die äußere Welt. Löst man die Ich-Illusion auf, so bedeutet dies die Befreiung von allem Leid. Beseitigt man die Illusion in Bezug auf die äußere Welt, so erlangt man die volle Erleuchtung, den Zustand der Allwissenheit eines Buddhas ( Sanskrit: Männlich बुद्ध, wörtlich „Erwachter“ – Boddhi: „ erwachen“).

Zunächst werden die Objekte der Wahrnehmung definiert: Ein Objekt ist das, was vom Geist erkannt wird. Diese Definition beinhaltet, dass es keine vom erlebenden Geist unabhängig existente äußere Welt geben kann, denn niemand wüsste davon.

Weiter unterscheidet man Objekte in echte und unechte Wahrnehmungsobjekte. Echte Wahrnehmungsobjekte sind immer konkrete Phänomene, die eine Funktion erfüllen. Diese konkreten Phänomene momentan wahrzunehmen, bedeutet, frei von Täuschung zu sein. Unechte Wahrnehmungsobjekte sind nicht-existente Dinge, die aber klar erscheinen, d.h. alle Arten von Abstraktionen oder geistigen Bildern, die keine konkrete Funktion erfüllen. Etwas Nicht-Existentes wird fälschlicherweise für existent gehalten.

Bewusstsein ist der Zustand des Geistes, wenn er auf ein Objekt ausgerichtet ist. Dies beinhaltet die Trennung in Subjekt und Objekt. Sich etwas bewusst zu sein, ist eine begrenzte Funktion, denn außer dem jeweiligen Objekt wird alles andere ausgeschlossen.

Bewusstheit ist der Erleber, der in einem Wahrnehmungsprozess erfährt. Die innere Facette des Geistes besitzt die Fähigkeit zu wissen, zu verstehen und bewusst zu sein, ohne sich unbedingt etwas - "einer Sache" - bewusst sein zu müssen. Dass ein Erleben stattgefunden hat, kann man daran erkennen, dass danach eine Erinnerung an das Erlebnis möglich ist.


Wahrnehmung teilt sich in zwei Aspekte: begriffsfreies und begriffliches Erkennen:

Begriffsfreies Erkennen kann fehlerfrei oder getäuscht sein. Das fehlerfreie begriffsfreie Erkennen hat immer ein konkretes Wahrnehmungsobjekt, mit dem eine direkte Interaktion stattfinden kann. Umgekehrt erlebt das getäuschte begriffsfreie Erkennen eine fehlerhafte Wahrnehmung des Objektes, und es kann keine direkte Interaktion stattfinden.

Fehlerfreies begriffsfreies Erkennen kann von einer gewöhnlichen oder auch geistig verwirklichten Person erlangt werden. Diese direkte, klare Wahrnehmung hat zwei Aspekte:

Direkt bedeutet, dass das Objekt begriffsfrei und konkret erlebt wird, damit durch den Erleber ein unmittelbarer Bezug dazu hergestellt werden kann. Etwas, das vorher noch nicht erkannt wurde, wird neu erkannt.

Klar bedeutet, dass das Erkennen ungetäuscht, fehlerfrei ist, d.h. dass z.B. kein Fehler des Sinnesorgans beteiligt ist.

Wenn diese beiden Aspekte zusammenkommen - frisches und ungetäuschtes Erkennen - dann ist dies das richtige, authentische Erkennen eines Buddhas. Aber auch schon auf dem Weg dorthin nimmt man frei von Dualität wahr und besitzt auf dieser Grundlage besondere Fähigkeiten. Die Bewusstheit dehnt sich immer weiter aus, bis sie zur Allwissenheit eines Buddhas wird.

Begriffliches Erkennen wird ebenfalls danach unterschieden, ob ein Geisteszustand sein Objekt richtig erfasst oder nicht. Ersteres ist richtiges schlussfolgerndes Erkennen, das zweite ist fehlerhaftes schlussfolgerndes Erkennen. Beim ersten wird man in der Anwendung von Logik erfolgreich sein, weil man die entsprechenden Zusammenhänge versteht und zu einer Interaktion mit dem konkreten Objekt gelangt. Beim zweiten ist die Logik fehlerhaft, und es kommt nicht zu einer solchen Interaktion mit dem konkreten Objekt.

Die drei Arten von Leid

Aus der Sicht des Buddhismus

Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Zustände von Leid, in denen wir uns solange befinden, bis wir das einzige dauerhafte Glück – Boddhi Sanskrit: Erwachen – erfahren. Die buddhistische Lehre unterteilt die verschiedenen leidvollen Zustände, in denen man sich befinden kann, in drei Arten.

  • - Zunächst gibt es das so genannte Leid des Leidens. Dies ist die gröbste, offensichtlichste Form: wenn nichts mehr richtig funktioniert, wenn man krank ist, Freunde oder Familienangehörige sterben oder man aus anderen Gründen unangenehme Zustände und Schmerzen erlebt. Stets präzise in seinen Aussagen, hat Buddha dieses Leid weiter aufgeschlüsselt. So beinhaltet es das Leid der Geburt, des Alterns, der Krankheit und des Sterbens; das Leid, von Geliebten getrennt zu sein, Ungeliebtem zu begegnen, Gewünschtes nicht zu erhalten und Erlangtes beschützen zu müssen. Darüber hinaus gibt es eine zweite Form des Leids, die häufig mit Glück verwechselt wird
  • - das Leid der Veränderung. Manchmal empfindet man die sich ständig ändernden Lebenslagen als interessant und abwechslungsreich, oder man erfreut sich an einem bestehenden Zustand. Doch in dem Augenblick, in dem wir versuchen, an angenehmen Eindrücken festzuhalten, ist Leiden schon programmiert. So sehr wir es auch wünschen – nichts kann dauerhaft bleiben, jede Situation und jeder Zustand löst sich wieder auf, und letztendlich zerrinnt alles zwischen den Fingern. Daher machen die Erklärungen über das Leid der Veränderung darauf aufmerksam, wie leidvoll es sein kann, von veränderlichen Dingen andauerndes Glück zu erwarten.
  • - Die dritte Form des Leidens wird von den meisten Menschen nie entdeckt, da man mit den beiden ersten zu beschäftigt ist. Es ist die Tatsache, dass der Geist fast immer verschleiert ist und wir daher keinerlei Kontrolle über unser Leben haben. Dieses Leid der Bedingtheit bedeutet, dass im Kreislauf der bedingten (abhängigen) Existenz in der einen oder anderen Form immer nur Leid erfahren wird und dass im Vergleich zu unserem wahren Wesen, der Buddha-Natur, selbst die angenehmsten Zustände, die wir kennen, leidvoll sind. Die Freude des Erwachens (Das Erkennen der Ich-Illusion) reicht weit über alle bedingten Glückszustände hinaus.

Richtig verstanden geht es bei diesen Darstellungen über das Leid eigentlich darum dauerhaftes Glück zu erlangen. Buddha macht darauf aufmerksam, dass wir sogar den angenehmsten Zuständen, die wir jetzt erleben, nicht vertrauen können. Denn da sie sich wieder auflösen werden, ist letztendlich nur auf dauerhafte Werte wirklich Verlass. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass man bedingte Freuden vermeiden müsse; es geht vielmehr um eine Veränderung der inneren Haltung gegenüber den vergänglichen Zuständen des relativen Glücks. Statt von dem Extrem der Anhaftung in das andere Extrem der Entsagung zu wechseln, wählt man den mittleren Weg und genießt, ohne an dem bedingten Glück innerlich zu haften.

Damit ist gemeint:
Alles ist voneinander Abhängig. Der Wille ist nur ein Ausdruck unseres Begehrens und das Begehren nur ein Ausdruck unserer Gedanken und Gefühle. Unsere Gedanken und Gefühle sind ein Ausdruck unserer Ich-Illusion.

Unter den Zwölf Gliedern des Abhängigen Entstehens versteht man eine Kausalkette, die beschreibt, wie das Leid aus Unwissenheit entsteht, und wie dieses Nichtwissen weiter auf unser Denken und Handeln einwirkt. Die Kausalkette umfasst sowohl Körperliches als auch Geistiges, das sich gegenseitig durchdringt. Wir gestalten damit die Qualität unseres Bewusstseins und legen die Spuren karmischer Tendenzen.

Das bedingte Entstehen – Das Abhängige Entstehen

Die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens in ihrer Abfolge:


1. Unwissenheit: Das Bewusstsein erkennt sich selbst nicht, was die Grundlage für Störgefühle ist. Es gibt zwei Arten: Unwissenheit in Verbindung mit störenden Gefühlen und subtile Unwissenheit, das Haften an Vorstellungen und Konzepten.

2. Tendenzen oder Gewohnheitsmuster: Positive, negative oder neutrale Tendenzen werden angesammelt.

3. Dualistisches Bewusstsein: 1. das Basisbewusstsein und die Tendenzen darin, die durch Handlungen entstehen; 2. der herangereifte Aspekt dieses Bewusstseins, der die Dinge entstehen lässt.

4. Name und Form: "Form" bezieht sich auf die Entwicklung des physischen Körpers und ist eine der fünf Ansammlungen (skt.: Skandhas, Ansammlungen). "Name" steht für die vier anderen Skandhas: Gefühl, Unterscheidung, Geistesfaktoren und Bewusstsein. Schließlich drückt sich ein Körperbewusstsein über die fünf Sinne aus.

5. Sinnesorgane und Sinnesfähigkeiten: Aus dem Tibetischen wörtlich übersetzt, heißt es "Öffnung für die Wahrnehmung".

6. Kontakt oder Berührung: Die Sinnesfähigkeit trifft über das Sinnesorgan auf das Objekt. Das Zusammentreffen dieser drei ist Berührung. Durch die Wahrnehmung von Objekten entsteht das nächste Glied, nämlich

7. Gefühl: Man unterscheidet angenehm und unangenehm, gut und schlecht usw.

8. Verlangen: Auf Grundlage dieser Gefühle entsteht Verlangen, und man erlebt, je nach Art des Gefühls, einen starken, schwachen oder neutralen Bezug zu etwas.

9. Ergreifen: entsteht aus dem Verlangen und bedeutet, dass man sich bemüht, etwas zu bekommen (z.B. Nahrung oder Kleidung usw.) die so entstandene Illusion der Trennung zwischen einem selbst und anderen führt zum

10. Werden: Dies ist die Kraft des Karmas, das zur Wiedergeburt führt.

11. Geburt: Wir werden Stunde um Stunde älter.

12. Aus der kontinuierlichen Veränderung der Skandhas (Sanskrit: pañca upādānaskandhāḥ, Pāli: khandha, Deutsch: Anhäufung) entsteht das letzte Glied: Alter und Tod.

Auf diese Weise schließt sich der Kreislauf, und die Glieder des abhängigen Entstehens wirken endlos weiter, bis schließlich irgendwann Befreiung vom Kreislauf der Existenz erreicht wird.

Karma – das kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung

Jede Ursache hat eine Wirkung - Jede Wirkung hat eine Ursache. Jede Aktion erzeugt eine bestimmte Energie, die mit gleicher Intensität zum Ausgangspunkt /zum Erzeuger zurückkehrt. Die Wirkung entspricht der Ursache in Qualität und Quantität. Gleiches muss Gleiches erzeugen. Aktion = Reaktion.
Dabei kann die Ursache auf vielen Ebenen liegen. Alles geschieht in Übereinstimmung mit der Gesetzmäßigkeit. Jeder Mensch ist Schöpfer, Träger und Überwinder seines Schicksals. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Tat ist eine Ursache, die eine Wirkung hat. Es gibt also keine Sünde, keine Schuld, kein Zufall und kein Glück, sondern nur Ursache und Wirkung, die viele Jahrhunderte und Existenzen auseinanderliegen können. "Glück" und "Zufall" sind nur Bezeichnungen für das noch nicht erkannte Gesetz.

Auf den Buddhismus bezogen bedeutet das:
Buddha begriff, dass es Dinge gibt, die dem Sein unterworfen sind und somit nicht unter unserem Einfluss stehen. Der Mensch wird gezeugt, er wird geboren, er wird alt, er stirbt.
Das ist ein Fluß der immer gleich abläuft. Er hat begriffen, das Faktoren von außen diesen Fluß verändern können - Alter, Krankheit, Siechtum. Die Art des Todes, die Art der Geburt. Er begriff auch, das nicht nur Menschen diesem Prozess unterzogen sind, sondern auch Tiere, Blumen, Gräser, Bäume. Alles kommt, verändert sich und geht. Ein Kreislauf.

Diesen Kreislauf allen Seins nannte er Karma (Sanskrit: कर्म karman, Pali: kamma „Wirken, Tat“). Auch verstand er, dass es außerhalb von Tod und Leben noch etwas anderes gibt.
Eine Seele so wie wir sie im Westen bezeichnen gibt es im Buddhistischen nicht. Aber es gibt den Gedanken, dass eine Handlung immer eine Folge hat von Reaktionen, die irgendwann nicht mehr an dem Jenigen gebunden sind, der diese Handlung vollbracht hat.

Ein etwas drastisches Beispiel:

Ich werfe einen Stein, dreh mich um und weiß dadurch nicht wohin der Stein geflogen ist.
ICH HABE DEN STEIN GEWORFEN!
Dann geh ich.
Der Stein landet durch ein Fenster und trifft einen kleinen Jungen an der Stirn.
Er fällt ins Koma und stirbt.
DER JUNGE STIRBT!
Die Mutter des Jungen kann diesen Tod nicht verarbeiten und rennt nach Draußen direkt vor ein Auto.
DIE MUTTER HAT DEN UNFALL AUSGELÖST.
Der Autofahrer ist ein Notarzt auf den Weg zu einem Notfall. Dadurch das er Verletzt ist und Traumatisiert schafft er es nicht zum Notfall zu kommen.
DER ARZT KANN NICHT HELFEN.
Der Notfall ist eine Frau die einen Asthmaanfall hat, auch sie stirbt daran.
ICH BIN DIE FRAU MIT DEM ASTHMA.

Nun kommt die obligatorische Frage, wenn ich den Stein nicht geworfen hätte, hätte ich dann meinen Asthmaanfall überlebt?
Diese Frage kann kein Mensch beantworten. Aber der Ablauf meiner Handlung hat immer Konsequenzen, die müssen natürlich nicht so dramatisch sein, wie mein Beispiel zeigt. Aber sie KÖNNEN dramatisch sein.

Buddha wurde bewusst, dass das Leben einer Folge von Handlungen ausgeliefert ist, die sich verändern lassen, wenn man sich dessen bewusst ist, das alles eine Folge von dem sein kann, was man tut.

Eine Aktion kann eine Kettenreaktion auslösen. Sie löst auf jeden Fall eine Reaktion aus.

Karma bedeutet also nichts anderes als das jede noch so kleine Aktion (verheerende) Folgen nach sich ziehen wird. Eine Aktion kann eine Tat bedeuten, es kann aber auch sein, das das NICHTS TUN eine Reaktion auslöst.

Die Befreiung von der Ich-Illusion

Das Erwachen (westlich wird hier gerne der Begriff: „Erleuchtung“ genutzt. Ich selbst mag diesen Begriff nicht, da er suggestiv versucht all die Menschen mit Ich-Illusion herabzusetzen. Der Sanskrit Begriff: Boddhi bedeutet richtig übersetzt: „Erwachen“) ist die Erfahrung, dass Körper, Gedanken und Gefühle kein wirkliches "Ich" sind und störende Gefühle nicht mehr vorhanden sind Die Buddha-Natur (das vollständige Erwachen) des eigenen Geistes jenseits von Hoffnung und Furcht und falschen Vorstellungen erfahren zu können, nennt man „volles Erwachen“.

Mit dem vollen Erwachen erlangt man eine Erweiterung des Bewusstseins, das Unterbewusste, wie das kollektive Bewusstsein wird ins Bewusste transportiert.
Der Buddhismus kennt zwei Ebenen des Erwachens. Die Erkenntnis, dass Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind und deswegen kein wirkliches "Ich" bilden können. Indem man die zwanghaften Vorstellungen einer festen Identität aufgibt, erlebt der Geist einen zutiefst entspannten Zustand inneren Friedens. Diese Erfahrung wird zum eigenen Nutzen. Mit dieser Erfahrung hört es oft nicht auf, hat man erst einmal den eigenen Geist als Raum-Offenheit verstanden, wird man völlig furchtlos und erlebt sich nicht mehr als Zielscheibe von Angriffen. Denn man begreift, dass ein Ich-Illusionierter Mensch nicht anders handeln kann, als er handelt. Weil er bestimmten Mustern und Abhängigkeiten (Bedingten Entstehen) unterworfen ist. Und somit keine wirkliche Verantwortung über sein Handeln hat. Dieses Erkennen nennt man dann vollständiges Erwachen

Meditation

Tun im Nichts Tun
Achtsames Atmen – Meditation für Anfänger

Wir bereiten uns vor. Wir sitzen oder liegen. Es ist ruhig um uns herum. Unsere Augen sind geschlossen. Wir lockern unsere Muskeln, wo immer es gerade jetzt weh tut, wir ändern die Position, bis es um uns herum schön warm und weich ist. Nichts drückt, nichts tut weh, es ist ruhig und wir fühlen uns wohl.
Wir atmen ein und atmen aus.
Wir konzentrieren uns nur auf unseren Atem – wir lassen ihn fließen. Ein und Ausatmen. Es atmet in uns – Die Gedanken die kommen kommen – Die Gedanken die gehen gehen. Wir lassen sie mit unserem Einatmen kommen und mit unserem Ausatmen gehen. Wir fühlen unseren Atem in uns. Wir sind der Atem.

Wer ein Stopp braucht darf sich gerne einen Wecker stellen. Am Anfang reichen auch schon 10 Minuten. Wenn du während der Arbeit in deiner Pause diese kleine Meditation anwenden möchtest, dann reichen auch 5 Minuten. Schließe die Tür deines Büros, wenn du die Möglichkeit hast einen "Bitte nicht stören" Zettel anzuheften, dann tue das.
Setz dich nun auf deinen Bürostuhl und gib 6 (1. Minute zur Vorbereitung) Minuten in deinen Wecker/PC ein.
Nun versuche dich so zu entspannen, das nichts drückt, nichts zwickt. stelle deine Füße auf den Boden, lege deine Hände in den Schoß, kipp den Kopf ganz leicht nach hinten. So das deine Position angenehm ist. Schließe nun die Augen.
Und atme!

Nach der Meditation trinke einen schluck Wasser. Komm wieder an und versuche es langsam angehen zu lassen, stürze dich nicht sofort wieder in die Arbeit, sondern gehe erst ein paar Schritte, öffne das Fenster, atme noch einmal tief durch. Du bist da wo du bist, im Hier und Jetzt.


Weitere Informationen:

5 Minuten Meditation Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=3YsOMorbzlw


Namasté eure Andarnil

Samstag, 14. November 2015

Tagebuch - Das Leben und der Tod




Heute hat mir Britta vom Attentat in Paris vorgelesen. Ich erfahre solche Nachrichten entweder durch Visionen die ich habe, oder erst Tage nachdem es passiert ist. Es lässt mich nicht kalt. Ich habe großes Mitgefühl mit den Menschen. Mit allen Menschen, auch denen die direkt am Attentat beteiligt waren.
Gewalt hinterlässt immer Gewalt. Es ist ein ewig langer Kreislauf von Leid.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Vision, es war in der Nacht vom 3 zum 4 September 2001. In dieser Vision sah ich zwei Flugzeuge hintereinander in zwei Türme fliegen, ich sah Menschen auf der Flucht vor den Trümmern, ich sah Menschen aus den brennenden Türmen springen. In meiner Vision ging ich durch die Stadt, ohne zu wissen wo ich war. Ich lief an schreienden und verletzten Menschen vorbei, zwischen brennenden Trümmern und Rauchschwaden. Eine blutende Frau bat mich um eine Jacke, ich gab sie ihr, dann ging ich weiter. Ein Mann mit einer Kamera stolperte fast über mich. Während alles um mich herum in Entsetzen getaucht war, war ich ruhig. Ich war die Beobachterin.

Am nächsten Tag war meine Ruhe weg, ich konnte die Vision nicht aus meinem Kopf bekommen, ich wusste es war noch nicht passiert. Ich stand so sehr unter Strom, dass ich darüber reden musste. Mein Glück.

Ich hatte Geburtstag und einige Freunde kamen. Die meisten meiner Freunde wussten um diese Gabe. Als ich ihnen davon erzählte versuchten sie mich zu trösten.

Tage vergingen, ich nutzte das Internet um die Nachrichten zu studieren, denn ich hatte keine Ahnung wo dieses Unglück stattfinden sollte. In meinen Visionen sprechen wir alle die gleiche Sprache. Ich war noch nie in New York und die großen Gebäude lagen nicht in einem Interesse. Somit wusste ich nichts über die Zwillingstürme.
Am 11 September fuhr Britta mich mit unserem Helix Roller zu einem Handyladen nach Darmstadt. Mein Geburtstagsgeschenk. In dem Laden hing ein großer Bildschirm an der Wand und der Verkäufer starrte wie gebannt auf die Nachrichten die gerade liefen. Und so folgte auch unser Blick auf das Geschehen. Es war meine Vision die dort detailgetreu wieder gegeben wurde. Wir wurden beide blass. Britta starrte mich an und sagte nur leise: "Jo das ist..." Und ich sagte: "Ich weiß".
Mir war furchtbar schlecht.  An diesem Tag hörte mein Telefon nicht auf zu klingeln, meine Freunde wollten wissen wie es mir ging, sie wollten reden, Erklärung für etwas das man nicht erklären kann. Irgendwann ging ich nicht mehr ran.

Die darauffolgenden Tage verbrachte ich damit mir immer wieder die Bilder anzusehen,  ich suchte nach zwei Personen, eine fand ich - den Fotografen, die zweite Person, die Frau mit der Jacke fand ich in den Bildern nicht.
Ich wusste sie war tot.

Ich schlief viele Nächte nicht, ich verbrachte Tage vor dem PC, immer wieder diese Bilder im Kopf - gebannt auf dem Bildschirm. Ich konnte es nicht fassen, nicht verstehen, nicht ertragen. Ich machte mir Vorwürfe, ach hätte ich nur genauer aufgepasst, hätte ich nur gewusst, welcher Ort es ist, hätte ich nur irgendetwas tun können. Ich wollte so gerne mit dem Mann mit der Kamera reden, ihn trösten und mich entschuldigen, dafür das er gestolpert war. Real stolperte er über ein Trümmerteil, in meiner Vision war ich ihm sehr nah. Ich habe nie erfahren wer dieser Mann war, wie es ihm nach diesen Anschlag ergangen war.

Später habe ich immer wieder versucht mir während einer Vision Straßenschilder oder Autonummern zu merken. Aber aus irgendwelchen Gründen funktioniert das nicht, ich habe keine Kontrolle über das was ich wahrnehme.

Den gestrigen Anschlag hab ich nicht gesehen. Meine Gabe ist nicht ein oder abschaltbar, sie kommt oder sie kommt nicht. Ich habe mir früher oft Gedanken darüber gemacht, warum ich das eine sehe und das andere nicht. Wo ist die Verbindung? Im Laufe meines Lebens hatte ich viele Visionen, manchmal war ich an Orten die ich real noch nie besucht habe. Mir begegneten Schicksale die weit außerhalb meines Lebens stattfanden. Manche Visionen kommen immer wieder wie eine Endlosschleife, es verändern sich nur Kleinigkeiten in der Intensität, wie eine Geschichte erlebe ich ein Leben, das nicht meines ist. Eine Vision begleitet mich mein ganzes Leben und ich habe keine Ahnung, ob es wirklich irgendwann passiert ist, oder passieren wird.

Heute morgen hab ich darüber nachgedacht, warum ich den Anschlag in Paris nicht vorher gesehen habe, es hätte nichts verändert, dass weiß ich.
Wenn ich eine Vision von einem solchen Ausmaß habe, findet es auch statt. Ich weiß nur nicht wann.

Ich habe schon versucht Visionen zu verändern, das Schicksal aufzuhalten. Eine gute Freundin von mir starb während eines Autounfalls, den ich vorraus sah.
Händeringend hab ich versucht sie davon abzuhalten mit ihrem Geliebten Auto zu fahren. Ich habe ihr meine Vision erzählt, Tage bevor es passiert ist. Ich hab geweint und gebettelt und sie war es die mich tröstete. Jedesmal wenn wir uns sahen, fragte sie  mich, ob meine Vision sich verändert hätte. Ich schüttelte nur traurig den Kopf. Damals war es für mich als würde ich sie jeden Moment verlieren, ein unendlicher Schmerz.
Sie kam und ging und eines Tages kam sie nicht mehr.

Sie ist genauso gestorben wie in meiner Vision. Zwei Autos fuhren frontal aufeinander zu, in einem saß sie. Sie flog durch die Scheibe und starb noch am Unfallort. Ihr Geliebter starb im Notarztwagen. Niemand überlebte. Auch die Jugendlichen im anderen Wagen starben an den Unfallfolgen. 6 Menschen sind gestorben. Ich sah nur ihren Tod und den ihres Geliebten.

Am Tag ihres Unfalls rief mich ihr Freund an, er sagte: "Saskia ist heute gestorben und ich soll dir sagen, dass sie wusste das sie sterben wird und das du nichts hättest tun können. Sie ist dir Dankbar"
Einen Tag vor ihrem Tod hat sie noch gefeiert, eine Art Abschiedsfeier mit den Menschen die sie liebte. Ich war nicht darunter und ich bin froh das ich Zuhause blieb.

Sie hat ihren Freunden von meiner Vision erzählt, und sie gebeten, sie mögen mich anrufen, mich trösten. Mir sagen, das ich hätte nichts tun können, sollte sie wirklich sterben.

Ich bin auch heute noch dankbar für diese Gnade.

Damals war ich entsetzt, verwirrt, voller Angst.
Ich hasste mich für diese Gabe. Ich fühlte mich schuldig an ihrem Tod.

Es hat lange gedauert, bis ich über ihren Tod hinweg kam, ich habe sie geliebt. Eine heimliche Liebe, sie hat nie von meinen Gefühlen erfahren.

Warum erzähle ich euch das?

Der Tod ist etwas, das wir nicht kontrollieren können. Und auch wenn uns das Attentat in New York und Paris sinnlos, brutal, grausam und ungerecht erscheint, ist es dennoch Teil einer Globalen Entwicklung dieser Welt. Es spiegelt das wieder, was bereits gelebt wird.
Es ist Krieg, eine Art Krieg wie wir es nicht kennen. Der Terror dahinter ist nur ein Symbol für einen Gewaltakt der schon lange begonnen hat. Die Art wie darüber berichtet wird, lässt es zum Einzelfall werden. Aber es ist kein Einzelfall. Ich lese seit Jahren - genauer gesagt seit  September 2001 keine Zeitung mehr, weil ich weiß, das noch nicht einmal die Hälfte von dem was in den Artikeln steht, die Realität wieder gibt. Das meiste liegt im Dunkeln und das meiste erfahren wir nicht. Alle Zeitungen unterliegen einer Zensur.
Damals bat mich Britta meine Vision für mich zu behalten, aus Angst um mich.  Als ich das erste mal darüber schrieb, waren Jahre vergangen und doch wird der 11 September heute wieder lebendig. Eine Art Mahnmal für den Beginn eines Krieges, von dem wir nur dann erfahren, wenn wieder ein Attentat geschieht.

Diese Art von Sicherheit ist trügerisch, denn es kann überall stattfinden. Noch sind es die großen Städte, die betroffen sind.
Wir sind mitten im dritten Weltkrieg, schon eine ganze Weile. Nur werden Menschen nicht mit Bomben getötet, auch fahren keine Panzer durch die Straßen, es ist vielschichtiger und undurchsichtiger. Die Welt hält den Atem für Sekunden an, wenn ein Attentat geschieht und dann legt sich der Alltag wie eine sichere Decke über die Gemüter. Weil man es nur durch die Medien verfolgt, man selbst fühlt sich sicher.

Doch wir waren nie sicher und werden es nicht sein.

Krieg ist Bestandteil dieser Erde, dabei spielt es keine Rolle ob wir direkt daran beteiligt sind oder nicht. Ja ihr werdet jetzt sagen, für die die dabei sterben spielt es eine Rolle. Tut es das wirklich?
Tot ist tot. Es ist ein Ende von dem was wir Leben nennen.
Wenn man die Welt wie ich Global betrachtet, ist der Tot nur ein Teil von allem, von einer Beobachtungsposition aus, ist er nicht schlimmer, als das Leben selbst. Es ist ein ewiges Werden und Vergehen. Wir trauern um unsere Toten, weil wir sie vermissen, weil sie nicht mehr da sind. Nicht mehr erreichbar für uns. Auch die Trauer gehört zum Leben dazu. Diese Gefühlsebene die bewusst macht, wie sehr unsere Seele leidet, wenn ein Mensch der vorher noch neben uns stand nicht mehr erreichbar ist. Eine sehr wichtige Erfahrung unserer Menschlichkeit.

Heute morgen hatte ich einen kurzen Moment, da dachte ich darüber nach, was sein wird, wenn Britta oder Shaya eines Tages eines solchen Attentats zum Opfer fallen. Ein dummer Moment die Vergänglichkeit anhand von Fiktiven Vorstellungen bewusst zu machen.
Ich war überrascht, dass es  nicht weh tat, doch dann wurde mir klar warum es nicht weh tut.

Es waren nur Gedanken. Britta liegt neben mir und Shaya ist in der Küche.
Es ist das JETZT der Moment mit meinen Lieben, der mehr zählt. Als die Vorstellung sie zu verlieren.

Während ich das hier schreibe, sind die Grausamkeiten von Paris in den Hintergrund getreten, ich atme ein und atme aus.
Gestern war ein anderer Tag als heute.
Ich wünsche den Angehörigen des Anschlags von Paris, dass sie in Ruhe um ihre Lieben trauern können. Die Zeit danach wird hart für sie sein.
Die Medien werden sich auf die Überlebenden stürzen, denn sie sind es letztendlich die wirklich wissen wie es ist fast zu sterben, zu verlieren, vor Angst zu vergehen. Sie haben mein volles Mitgefühl!

Mein Tag geht weiter, nachher fange ich meinen ersten Workshop an: "Wie werde ich das ICH los?"

Wie passend!

Ab Morgen muss ich einige Gemälde malen, denn im Januar werde ich meine erste Ausstellung machen.
Und eben gerade rief meine liebste Freundin weinend und total verzweifelt an, auch sie kommt heute her. Es wird stressig werden, zwischen Workshop und weinenden Lieblingsmenschen. Aber ich bin da, solange ich da bin...

Das Leben geht weiter, bis es endet...

Mein Lieblingsgedicht von Hermann Hesse beschreibt es so schön:



Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse


In Gedenken an die Menschen die gestorben sind, gerade sterben und sterben werden...
In Gedenken an die Mensche die Trauern ...
In Gedenken an Saskia.

Namasté

Eure Jo Andarnil


Montag, 9. November 2015

Tagebuch - Flocke ist tot...



Ein Zustand von Herbst.

Das Blatt das eben noch am Baum gehangen,
nun vor meinen Füße fällt.
Fällt auch das Leben welches eben noch gelebt
Das Herz welches eben noch geschlagen.
Die Augen welche eben noch gefunkelt haben.

So viele kleine Leben sind gegangen.
Ein ewiges Abschied nehmen
Ein ewiges Willkommen heißen
Ich gedenke heute deinen Namen.


Vorgestern ist unser ältester Kater gestorben, er hieß Flocke und war gehörlos.
Er war viele Jahre Teil unseres Lebens.

Dieses Jahr war kein einfaches Jahr für uns, es gab viele Veränderungen, viele kleine Tode.
Meine Trauer ist nun bewusster und kürzer.
Der Schmerz in meiner Brust ist kurz und präsent.
Das Vermissen ist wie ein kleiner Schleier der sich über mein Leben gelegt hat, ein kurzes Aufflackern einer Präsens die es nicht mehr gibt.
Wir haben ihn beerdigt, während die Sonne unterging und sein Grab in ein goldrotes Licht tauchte.
Shaya sang schief: Gate Gate Paragate Parasamgate bodhi svaha.
Dann sprachen wir das Sutra gemeinsam. Sie legte noch einige Blätter zu ihm ins Grab.
Es war so schön ruhig, genauso ruhig wie er gestorben war.
Er fiel einfach um und war tot.
Ich habe noch versucht durch Mund zu Mund Beatmung und Herzmassage sein Herzchen zum schlagen zu bewegen. Aber er wollte gehen und so lies ich ihn gehen.

Es ist ein anderer Tod, wenn er unvorbereitet kommt. Schnell, unaufhaltsam. Es reißt einem mit, wo immer man gerade ist. Ein Schock, den man erst einmal verarbeiten muss. Nachdem ich versucht hatte, ihm zum Leben zu bringen, standen wir drei eine Weile in der Küche und sahen auf ihn hinab, wie er dort leblos lag. Mein Gehirn konnte es nicht fassen. Er war nicht mehr da.
Gestern habe ich mir die Zeit genommen um zu trauern. Es war ein anderes Trauern. Es war ruhig um mich herum, in mir. Eine wohlige Ruhe ohne nachhallenden Schmerz. Ich hatte alles an Schmerz ausgelebt, danach kam nichts mehr. Wenn ich mich jetzt erinnere, taucht ein Flocke kurz auf und geht wieder. Eine ruhige Erinnerung, eine schöne Zeit mit ihm.

Es geht weiter, jeden Tag ein Stück weiter.
ohne ihn....


Wo immer du bist, vielleicht kannst du jetzt die Vögel singen hören... sei Frei!!!



Namasté

Eure Adarnil






Sonntag, 27. September 2015

Sinnfindung



Das ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buch, das ich vor der Geburt meiner Tochter angefangen habe zu schreiben und das 2010 endete. Ich habe fast 4  Jahre an diesem Buch geschrieben und letztendlich könnte ich heute weiter schreiben, es ist die Geschichte meines Lebens, geschrieben für meine Tochter, damit sie, wenn sie alt genug ist, lesen kann wie ich aufgewachsen bin, welches Leid und welches Glück ich empfunden habe und das ihre Geburt für mich - bis heute - das schönste ist, das ich je erlebt habe.
Anfangen habe ich dieses Buch, weil ich mehrere Visionen hatte, die ich aufschreiben musste. Daraus ist dann eine Art Tagebuch geworden mit Rückblicken. Das was ich vor 4  Jahren während einen Visionen erfahren habe, habe ich erst heute richtig verstanden.

Viel Freude beim Lesen und Nachdenken

Namasté

Eure Andarnil


Energie

Alles ist Energie, alles ist im Fließen, alles ist Sein.
Wenn alles Energie ist, ist auch böses und gutes Energie, es ist keine unterschiedliche Energieform, sondern ein und dieselbe Energie. Es gibt nur eine Energie.
Die Entscheidung liegt an uns, wir können uns sowohl für das eine als auch für das andere entscheiden, doch was ist Gut, was ist Böse?

Wenn also alles eins ist, sind die Dinge die uns trennen Illusion.
Illusion ist das was wir uns vorstellen, was nicht wirklich ist.
Eine Illusion sind Träume und Wünsche die aus einem Impuls des „Haben Wollen!“ entstehen. Wenn wir aufwachen, sieht die Welt anders aus, nichts lässt sich festhalten, alles hat seine eigene Wirklichkeit und alles ist Frei, frei zu bleiben und frei zu gehen.
Der Zustand nach dem Aufwachen nennt sich Realität.

Doch gibt es überhaupt den Zustand der Realität?
Wenn alles Illusion ist, ist auch unsere Realität Illusion.
Alles ist Energie, so auch die Illusion der Realität.

Wenn alles Energie ist, sind wir nicht wertvoller als ein anderer Mensch. Nicht wertvoller als die Spinne an der Zimmerdecke. Nicht wertvoller als ein Telefon, ein Radio, ein Computer.
Wir SIND – wenn alles eine Energie ist, dann darf auch alles nebeneinander stehen, alles darf sein. Jede Widersprüchlichkeit ist nur ein Teil dessen was ist.

Ich glaube, um zu begreifen, dass man im Grunde genommen den gleichen Wert hat wie alles andere auf diesem Planeten, das Universum, inklusive aller Planetensysteme, muss man erst einmal begreifen, dass man einen Wert hat. Dazu braucht man das ICH, den Mittelpunkt um das sich alles andere dreht. Die eigene Identität, das eigene Verständnis von sich selbst. Die dunklen und hellen Seiten mit einbeschlossen, man muss sich selbst kennen lernen und zwar ungeschminkt. Erst dann kann man anfangen sich ein wenig vom Bild des eigenen Ichs zu entfernen und in die Beobachterposition zu gehen. Dort sieht man sich selbst inmitten anderer Menschen. Inmitten dieser Welt. Wenn man noch ein kleines Stückchen weiter geht, erlebt man folgendes, das eigene Ich wird immer kleiner und kleiner, es verschwindet inmitten anderer Ichs, es verschwindet zwischen Häuser, zwischen Tier und Menschenleiber, zwischen Wälder. Es wird zum Teil des Ganzen.
Je weiter man sich von diesem Bild entfernt, desto kleiner wird man - auch andere Lebewesen werden klein, bis zur Unsichtbarkeit. Bis sie nicht mehr unterschieden werden können von einem großen Ganzen, einem Ding das keine Form hat.
Und gehen wir noch weiter zurück, wird auch das große Ganze immer kleiner bis es inmitten allem verschwindet.

All das was uns im Leben beschäftigt, jeglicher Schmerz, jegliche Pein, jegliches Glück, ist Illusion. Nichts ist die absolute Wahrheit. Die Wahrheit besteht aus vielen unterschiedlichen Wahrheiten und auch diese unterschiedlichen Wahrheiten sind nichts anderes als Illusion.
Wenn wir zurückgehen aus dem eigenen Ich und uns all das was uns wichtig erscheint anschauen, werden wir feststellen, dass nichts von Bestand hat. Alles wird irgendwann zerbrechen, alles wird zu staub. Der Mensch, das Tier, jegliches Gebäude. Jeglicher Besitz, Materielles wie Immaterielles. Wir Menschen leben im Glauben, das wir Geld anhorten müssen, um Glücklich und Zufrieden zu sein. Wenn wir uns aber mit der Illusion beschäftigen, wird schnell klar, dass dieses Horten Unnötig wird, denn auch Geld ist Illusion.

Noch mal zurück zum Anfang, alles auf dieser Welt besteht aus einer einzigen Energie. Diese Energie ist allumfassend. Und Teil dieser allumfassenden Energie sind alle Lebewesen, Bäume, Büsche die Natur in ihrer Vielfalt, jedes Ding, das erschaffen wurde, sowohl vom Menschen selbst, als auch aus der natürlichen Erschaffenheit entspringt. Wenn wir jetzt weitergehen, dann besteht auch das Weltall aus dieser Energie, die Sterne die wir sehen, der Mond, die Sonne. Die schwarzen Löscher, die Milchstraße, alle anderen Planeten. Alles Eins.

Um zu verstehen was ich meine, gibt es einige Möglichkeiten, die eine Möglichkeit ist das Eintauchen in die Quantenphysik, die Relativitätstheorie von Einstein, das Wissen um die Kernspaltung und die Kernenergie. Ich weiß, dass es sich laut dieser Theorien leicht erklären lässt, wenn man genug Wissen hat, um sich darauf einzulassen. Ich selbst habe keine Ahnung von Quantenphysikalischem Wirken. Ich weiß aber, dass dort die Antwort zu finden ist, wenn man nach einer rein rationalen Antwort sucht.

Energie ist fließend, sie hält nicht still und wartet, sondern ist immer in Bewegung. Die Energie aus dem alles entstanden ist, ist auch die Energie die uns das Gefühl gibt, es gibt Zeiten denen wir unterworfen sind. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Viele Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass wir mehr als nur dreidimensional sind, unsere Wahrnehmung ist mehr als nur über die Sinne zu erklären, man spricht heute von Bewusster und Unterbewusster Wahrnehmung. Wir sind offene Systeme und haben daher auch Zugang zu allem anderen. Es ist schwer das in Worte auszudrücken, ohne sich physikalischer Werte und die dazu passenden Worte zu bemächtigen. Was ich damit sagen möchte, ist: Im Alltag sind wir sehr damit konfrontiert bestimmte Dinge zu erfüllen, so dass wir hier hauptsächlich auf uns selbst konzentriert sind. Wir als Ausgangspunkt. Das ICH als alleiniger Faktor. In Wahrheit jedoch haben wir sehr wohl die Möglichkeit uns auch mit anderen Menschen zu verbinden, eben durch die Felder die uns umgeben. Die Begrenzungen liegen in uns selbst, in unserem Gehirn und in unseren Programmierungen, dem was wir erlernt haben, das was wir als Normalität empfinden.

All das ist jedoch ist nicht Real, es existiert weit mehr als nur das was wir augenscheinlich zu wissen glauben. Unsere Wissenschaft geht heute davon aus, dass es definitiv mehrere Varianten der Vergangenheit und der Zukunft gibt. Ein Zitat aus dem Film: (R)Evolution 2012: „die Gegenwart jedoch ist der Moment der persönlichen Entscheidung“ möchte ich hier übernehmen, denn ich kann es nicht treffender ausdrücken. Wenn wir uns also entscheiden, die Realität ist unendlich, gehen wir auch davon aus, dass wir nicht wissen, was Realität nun in Wirklichkeit ist. Sie kann alles sein. Energie ist Teil dieser Realität. Energie ist immer Ganzheitlich, sie hat keine Grenzen. Die Grenze entsteht in uns und diese Grenze ist wiederum eine Illusion.

Nun frage ich mich seit langem, warum wir Illusionen erschaffen, wenn doch die Möglichkeit der Realität umso offener und grenzenloser ist und wir dadurch erst ein wirkliches Miteinander, eine Freiheit erleben können. Die Antwort ist gar nicht mal so schwer, weil wir von Technik umgeben sind, weil wir Moderne Menschen sind. Weil wir Ziele haben, weil wir Macht haben und diese nicht verlieren wollen. Wir wollen das was wir haben behalten, wir wollen, das was wir nicht haben besitzen.

Ich glaube das dieses Denken auch aus einem Massendenken herrührt. Ein System zu schaffen indem jeder von jedem Abhängig ist und die Freiheit, der eigene Wille willkürlich unterdrückt wird, bedeutete wohl in den Anfängen ein Miteinander zu schaffen, dem Göttlichen immer ähnlicher zu werden und ihm immer näher zu kommen. Ähnlich wie der Turm zu Babel, der dann aber irgendwann zerbrochen ist und genau das passierte auch hier. Aus dem Anfänglichen Miteinander ist eine Trennung entstanden die nur deshalb da ist, weil jeder an dem festhalten möchte, welches er seinen Besitz nennt. In Wahrheit ist jedoch jeder Besitz nur so viel wert wie der Besitzer selbst. Da alles Energie ist, ist auch ein Besitz nichts weiter als Energie, als Teil des Ganzen. Und somit – man mag es kaum glauben, Teil eines Jedem. Was mir gehört, gehört auch dir, es gehört allen. Gott den man während des Turmbaus erreichen wollte, ist in Wirklichkeit in einem selbst, Teil eines selbst.

Und so unmöglich es sich liest, auch dieser Gedanke, ist nichts als Illusion.

Ab jetzt wissen wir alles ist Illusion, behaltet das im Hinterkopf wenn ihr nun weiter lest.



Die Globale Menschheitsentwicklung


Ich denke es ist wirklich ganz einfach, wenn man einmal das Prinzip erkannt hat. Ein Embryo (Embryonalphase dauert bis zur 10 Schwangerschaftswoche. Fetalphase beginnt ab der 11 Schwangerschaftswoche) ist ab der Befruchtung, bis zur Geburt eng mit der Mutter verbunden und zwar physisch wie psychisch. Diese Verbindung läuft sowohl über die körperliche Ebene ab, als auch über die geistige. Oft wissen Mütter genau wie es dem Kind in ihrem Leib geht. Sie sind mit ihren ganzen Sinnen mit der Schwangerschaft verbunden. Heute weiß man, dass Babys bereits im Mutterleib bestimmte Stimmungssituationen der Mutter fühlen können. Beide sind mit den jeweiligen Sinnen des Anderen verbunden. Diese Sinne haben nichts mit den normalen Sinnen wie Hören, oder Sehen zu tun. Durch die Verbindung zwischen Mutter und Kind, laufen die Sinne beider Personen ineinander, sie verschmelzen solange bis das Kind geboren wird, dann erst trennt sich diese Sinnesverbindung.

Wenn man sich dieses Bild näher betrachtet und es dann auf unser Menschsein hier auf Erden und die damit verbundene Entwicklung bis heute projiziert, merkt man schnell, das etwas sehr subtiles geschehen ist. Am Anfang des Menschseins waren auch wir Verbunden mit der Natur und mit unserer Herde. Unser Instinkt warnte uns vor Gefahr und unsere Sinne arbeiteten eng mit diesem Instinkten zusammen.
Ich nehme an, dass wir als Herdenmenschen über eine Art Vernetzung verfügten, die uns auch in Notzeiten zusammenhielt. Fest steht für mich, dass diese Vernetzung wichtig war und dafür sorgte, dass die Jäger ausziehen konnten, um Nahrung zu besorgen, und die Frauen und Kinder zurückließen. Sie überließen sie nicht ihrem Schicksal, denn das würde ja bedeuten, dass sie Gefahr liefen, ihre komplette Verwandtschaft zu verlieren, wenn ein fremder Stamm oder jagende Tiere in die Nähe der Behausung der Verwandtschaft eindrangen.

Ich nehme vielmehr an, dass die Menschen zu dieser Zeit in einer geistigen Verbindung standen und über eine geistige Kommunikation verfügten. Die Kommunikation funktionierte hauptsächlich immer dann, wenn Gefahr drohte und hauptsächlich über den Instinkt.

Man muss sich das so vorstellen, wenn einem Tier Gefahr droht, reagieren von einer Sekunde zur nächsten die anderen Tiere in der Umgebung ebenfalls verstärkt mit ihren Sinnen. Sie riechen und schmecken Gefahr. Da wir Menschen Teil der Natur und ihren Vorgängen sind und da wir als Urmenschen noch ähnliche Instinkte wie die Tiere besaßen, ist es für mich nahezu logisch, dass unsere Sinne genauso fein auf Gefahr eingerichtet waren. Wir besaßen einen sechsten Sinn, der immer dann zum Tragen kam, wenn unsere Verwandtschaft, unsere Herde in Gefahr war.

Zurück zur Mutter/Kind Beziehung. Das Baby wird geboren und durchläuft den Kreislauf des Wachsens. Zuerst ist es voll und ganz auf seine Bedürfnisse angewiesen, es muss gefüttert werden, es braucht Geborgenheit, in Form von Elterlicher Zuwendung. Aus dem Eins-Sein wird ein Wir-Sein, aus dem Wir-Sein wird ein ICH-Sein.

Wir zivilisierten Menschen gehen alle den gleichen Weg, doch auch Völker, oder Stämme gehen diesen Weg.
Generationen gehen den Weg vom Eins-Sein, zum Wir-Sein und dann zum ICH –Sein. Aus dem Bund des Stammes entstammt der Einzelkämpfer.

Durch die Technisierung verloren wir nach und nach den Bezug zur Natur und deren Bedürfnisse. Wir handelten irgendwann aus rein Egoistischen Motiven. Zur Zeit unserer Ur-Verbindung zum Menschsein, gab es keine Egoistischen Bedürfnisse, diese hatten in dieser Epoche unserer Entwicklung keine Wichtigkeit. Unser ganzes Sein war auf die Gemeinschaft und dem Miteinander, der Sicherheit eingestellt.

Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich das Gehirn der Ur-Menschen und sie kamen wie Kleinkinder in die Trotzphase, sie erkannten dass sie im Stande waren, Dinge alleine zu entscheiden. Sie entdecken ihre Begabungen und entwickeln eigene Ideen und Werkzeuge.

Mit dieser Errungenschaft von Wert und Ansehen entstanden auch die ersten Kämpfe um die Herrschaft der Sippe. Diese Kämpfe findet man auch in der Tierwelt wieder. Revierkämpfe unter Wölfen und Hirschen. Raubkatzen die den Bestand der Junge anderer Raubkatzen minimierten, um ihr eigenes Revier dadurch zu vergrößern.
So in etwa stell ich mir die ersten Kämpfe des Menschen vor. Es ging nicht um Besitz im Eigentlichen Sinne, sondern um das Bewusstwerden des Ichs, welches ab da getrennt vom Wir wurde.
Diese Trennung war für unsere Evolution wichtig, nur so konnten wir Einzel- Begabungen entwickeln und unser Gehirn für Neuerungen schulen.

Genau diese Entwicklung ist auch für ein Kind wichtig, es lernt sich durch zusetzten und eigene Entscheidungen zu fällen. Es lernt aber auch dem was es tut einen Wert zu geben.

Das Kind möchte die Kontrolle über Dinge erhalten, man nennt diese Phase auch ödipale Phase, es kann sich aber nicht über die Macht des Erwachsenen hinwegsetzten. Es kommt zu einem Wettbewerb zwischen dem Willen des Kindes, und dem des Erwachsenen. Ab da beginnt für das Kind ein innerer Zwiespalt zwischen der Suche nach Geborgenheit und Halt bei den Eltern und eigenständigen Handeln. Das Kleinkind entdeckt  Schuldgefühle, die immer dann entstehen, wenn das eigene egoistische Handeln, vom Handeln im Sinne der Allgemeinheit überwiegt.

Die nächste Phase nennt man auch Latenzperiode, diese geht in die Entdeckung der eigenen Identität ein. das Kind lernt. Es geht in die Schule, begreift soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge. Er versucht sich durch Anpassung an andere Menschen zu binden. Doch das Egozentrierte Ich hemmt diese Verbindung. Es entstehen Freundschaften und Feindschaften. In dieser Phase entwickelt sich das Kind zum Jugendlichen.

In der nächsten Phase erkennen die Jugendlichen ihre eigene Sexualität. Ein weiterer wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden.

Die siebte Phase wird gekrönt durch die Sehnsucht nach Familie. Viele Junge Erwachsene verbleiben dennoch Kinderlos oder ohne Partner, aber die Sehnsucht nach einer familiären Bindung ist tragend und wird durch die Suche nach einem Partner integriert.

Die nächste und letzte Phase ist die Ich-Integration. Das erkennen wer man ist und was man kann. Man hat eine Form der Integrität angenommen und wird somit zu einem Teil des Ganzen.


4 Millionen Jahre der Menschheitsgeschichte sind mittlerweile vergangen. Und ich behaupte, diese Entwicklung hat sich Global genauso vollzogen wie die Entwicklung eines einzelnen Menschen.

Wie viele Jahre wird es dauern bis wir endlich angekommen - wieder im Eins mit uns allen.



Was ist Gottes Plan

- während ich schlief erhielt ich die innere Antwort nach der Frage ob es Gott gibt. Als ich aufwachte fing ich an die Antwort aufzuschreiben.


"Die einen sagen Gott und denken an einen alten Mann mit weißem Bart, der mit geöffneten Armen auf einer Wolke steht. Die anderen nennen es Kosmos und sehen, wenn sie an Gott denken mit einem Teleskop ins Universum. Es gibt viele Bezeichnungen, viele Vorstellungen, viele Ideen. Seit Anbeginn unseres Daseins brauchen Menschen etwas größeres Allumfassendes das weit über ihnen steht und ihnen dadurch Kraft und Hoffnung schenkt, ein ETWAS das mehr als der Mensch weiß und dessen Entscheidungen der Mensch nicht anzweifeln darf, denn wenn es über dem Menschen steht, und alles weiß (eben mehr als es Menschen wissen können), dann hat es auch eine Macht die weit über ihren Horizont reicht. Gott ist Allmächtig. Gott ist unangreifbar und das Bildnis Gottes gilt es zu schützen und zu ehren.

Sie bauen Kirchen und knien auf Bänken, sie berühren und trinken sein Blut in Form des heiligen Wassers und essen seinen Leib in Form des heiligen Brotes. Sie beten abends vor dem Schlafengehen und manche Menschen beten bevor und nachdem sie Nahrung zu sich nehmen.  Menschen sind seine Untertanen, sein gefügsames Volk und er ist der Retter, der Vater und der Sohn.
Gott macht das schon!

NEIN, Gott ist nicht das was Menschen in ihm sehen!

Sehe in den Spiegel, wenn du ein menschliches Abbild brauchst,  morgens, mit Knitterfalten im Gesicht und geschwollenen Augenliedern.
Mache dir täglich bewusst, dass alles was du tust, jede Handlung etwas verändert. Jede Reaktion bringt eine Gegenreaktion. Und für all das muss du selbst die Verantwortung übernehmen.
Dein Gott ist ein gehörloser Kater der dir die Nächte raubt mit seinem Geschrei. Dein Gott ist deine Tochter, die dir ihre Welt zeigt. Dein Gott ist der Moment, im Augenblick eines Menschen der stirbt, genauso wie der Moment im Augenblick eines Menschen der gerade geboren wird. Dein Gott ist die Sekunde die stehenbleibt wenn man sich küsst, liebt oder versöhnt.
Dein Gott ist das klingeln des Weckers welches dir sagt: Aufwachen, es beginnt ein neuer Tag. Und das klick deiner Nachttischleuchte, wenn das Zimmer in Dunkelheit gehüllt wird und die die Augen zufallen.

Gott ist in allem und jedem von euch. Und Gott ist das was du tust und das was du lässt.
Gott ist ein Gedanke und eine Idee. Ein lebensrettender Anruf, oder eine Hand, die einer alten Frau über die Straße hilft.
Gott ist ein Teil des großen Planes, für den Menschen gemacht und Gott ist Teil des großen Planes der Natur und der Tiere. Gott ist alles und Gott ist nichts, kein Wort kann Gott sein, genauso wenig wie ein Bild in einer Kirche. Und je mehr Menschen versuchen die Verantwortung dieser Welt in die Hände Gottes zu geben, desto mehr werden sie erleben, wie sie selbst Teil dieser Verantwortung werden.

Keine Bibel kann dir mit ihren Schriften das Leben erleichtern, kein Tot lässt sich aufhalten und keine Geburt kann rückgängig gemacht werden. Das Leben ist Vielfalt und Gott teilt diese Vielfalt nicht auf in kleine Häppchen. Das Göttliche in uns hat die Möglichkeit alles wahrzunehmen, alles zu erkennen und alles zu sehen. Es hat die Möglichkeit sich mit allem zu verbinden.

Ich deine Antwort bin Gott! Du bist Gott! Jedes Tier ist Gott! Jede Pflanze ist Gott! Unter jedem Stein ist Gott zu finden! Wir alle als Teil des Ganzen und Gott ist eine Illusion.

Strecke die Hände weit aus und berühre all jene die kommen und alle jene die gehen. Und all jede die in den Zwischenwelten warten und jene die in den Gezeiten des Universums schwimmen. Gott gibt die die Möglichkeit die Arme weit zu öffen. Das ist es was Gott aus dir macht.
Und das ist es was der Gott in dir will. Gott will nicht auf der Leiter dort oben stehen, Gott will in dir sein und das kann Gott nur, wenn Gott DU bist.

Schau in den Spiegel, frühmorgens wenn der Tau auf den Blättern liegt, berühre dein Gesicht und dann lächle dir zu, du bist der erste den du siehst. Du bist das erste Lächeln an diesem Tag. Der erste Moment gehört ganz alleine dir.
Und eines Tages, irgendwann wirst du wissen wer Gott wirklich ist. Und dann wirst du aufstehen und die Verantwortung übernehmen für all das was du tust. Das ist Gottes Plan."