Mantra Musik

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Mittwoch, 9. November 2016

Erkenntnisse 5





Das letzte Mal hab ich vor etwas mehr als einem Jahr über meine ICH Losigkeit geschrieben.
Ein Jahr ist vergangen.

Wie geht es mir jetzt nach all dieser Zeit, nach den vielen Umbrüchen, dem Ausziehen und Umziehen von einem alten in einem neuen Leben -  nach meiner Entscheidung, zurück zum obligatorischen Ich?

Die wichtigste Erkenntnis die ich in diesem Jahr gesammelt habe ist:

"Je höher ich bin, desto kleiner sind andere.
Je kleiner fühlen sich andere, desto kühler ist es dort oben"

Das Eintauchen in eine andere völlig neue Dimension vom Sein hat mich durch viele verschiedene Erkenntnisse geführt, angefangen dahin dass ich die Illusion des ICHs erkannt habe, bis zur Auflösund des ICHs und zurück zur Erkenntnis das die Illusion ICH notwendig ist, wenn man inmitten dieser Illusionären Welt leben will - statt außen vor.
Ich habe mich in diesem Jahr mit vielen Leuten unterhalten, solchen die ganz gut mit der Illusion leben können, als auch solchen die die Illusion wohl vollkommen überwunden haben und nun andere auf deren Weg zum Tor begleiten.
Ich muss dazu sagen, ich wollte nie mein ICH verlieren, wer den Anfang meines Blogs mitverfolgt hat, weiß das ich sehr gerne ICH war, ich hatte gar nicht vor zu Erleuchten, oder besser - für mich stimmiger - zu erwachen.
Damals nahm ich an, all das ist esoterischer Unsinn, erfunden von Gurus die sich mit der Erleuchtung schmücken wie andere im Winter mit einem Mantel.

Mittlerweile weiß ich, es ist die Wahrheit und je näher wir dieser Wahrheit kommen, desto dramatischer brechen die Kommoden zusammen und all die Schubladen die wir im Laufe der Zeit sorgsam gefüllt haben mit all den kleinen und großen Dingen die das ICH nun mal ausmachen, purzeln unbeholfen auf den Boden umher und all die Dinge die wir gesammelt haben verschmelzen wie Wachs in der Sonne zu einem undefinierbaren Brei. Die Wahrheit - so musste ich erfahren tut weh.
Noch immer schaue ich mit Verwunderung darauf und hin und wieder nach einer schlaflosen Nacht wünsche ich mir meine Innenpersonen zurück, auf das wenigstens einer schlafen kann, während der andere den Mond beobachtet.
Aber auch nach über einem Jahr bin ich in mir alleine. Ich bin nicht mehr Multiple, seit einem Jahr gibt es nur  noch Jo Andarnil.
Mittlerweile hab ich mich sogar an mein Alter gewöhnt, an die Falten und die Wechseljahrsbeschwerden. Ich jammere nicht mehr wie ein junges Küken, das aus versehen das Aussehen einer alternden Henne bekommen hat.
Ich fühle mich so wie ich bin -  in Ordnung, auch wenn mich mein Rücken ziemlich plagt.

Mit dem Erwachen kamen viele Erkenntnisse, viele Wahrheiten zu Tage, die ich mittlerweile für mich behalte, ich spreche nicht mehr darüber. Warum auch. Der Alltag hat mich wieder zurück erobert und ich bin wieder Frau einer Frau, Mutter einer neunjährigen, Dosenöffner von einer Horde Katzen. Das Leben inmitten von Leben, das Leben will.

Mit dem Eintauchen in das Erwachen, mit dem Verschmelzen von Raum und Zeit, mit dem verstehen, dass ich Erwachte für meine Frau zum Alien wurde - gab es nur zwei Möglichkeiten, ich bleibe wach, oder ich bleibe ich.
Ich entschied mich für die zweite Möglichkeit, und damit auch für das Erkennen, das es sehr wohl eine Entscheidung gibt für das ein und ausschalten der Illusion.
Mit dem Einschalten bin ich wieder ein Molekül von vielen Molekülen, mit dem Ausschalten bin ich wieder im Alltag und schmier meiner Tochter ein Frühstücksbrot, während ich mit meiner Frau über Alltäglichkeiten diskutiere. Oberflächlich gesehen bin ich die alte Jo, mit ihren Flausen im Kopf.
Tiefer betrachtet sehe ich die Welt in Abhängigkeit von vielen Planeten, gehe ich noch tiefer, wird mir bewusst was EINS sein bedeutet.
Ohne oben kein Unten, Wie Innen so Außen, wie der Geist so der Körper usw.
Ich habe das Kybalion hier kurz erläutert ohne weiter darauf einzugehen.
Es ist nicht einfach sich als rationaler Mensch auf esoterische Schriften einzulassen.
Aber als ich das Kybalion verstand, verstand ich auch die Angst davor. Und die Wichtigkeit es nicht weiter zu erörtern, genau wie die Wichtigkeit keinen Menschen zur ICH Auflösung zu drängen.
Die Illusion des ICHs ist genauso wichtig wie die Erkenntnis, dass es kein ICH gibt.
Beides steht unmittelbar miteinander in Verbindung. Beides darf sein. Beides ist.

Nicht durch das Kybalion bin ich Erwacht, sondern durch das Erwachen hab ich das Kybalion verstanden.  Wirklich verstanden.
Es ist etwas anderes wenn man ein Buch liest und fasziniert davon ist, oder ob das Buch plötzlich zum Leben erwacht, während man es liest.

In vielen Büchern, unabhängig der Zeit, der Sprache und der Religion wurde über das Erwachen geschrieben, auch das wird einem Bewusst, wenn man selbst erwacht. Die Welt zeigt sich von einer anderen Seite.
All das was vorher vor einem stand, dass die Augen zwar sahen, aber der Geist als Normal zur Seite schob, wird lebendig. Mit dem Erwachen bekommt es Füße und läuft neben dir her, während du Kartoffeln schälst.
Es streckt dir die Zunge heraus, während du einen Film schaust. Auf einmal beginnt die Welt rückwärts zu laufen, während dir deine Vergangenheit bewusst wird, bist du im Hier und Jetzt und weißt genau, das was du wahrnimmst ist nur eine Zeitschleife ist die dich kurz berührt, aber nicht real ist.
Und auch jetzt noch, während ich wieder voll im ICH bin, mich über Trump und co aufrege und lautstark meckere wenn meine Tochter ihre Klamotten auf den Boden wirft, statt sie zurück in den Schrank zu hängen - dieser große Teil in mir, dieses Wesen das denkt und fühlt ist ICH-Los.
Und immer noch sind meine Hände und meine Tastatur eins.
Immer noch sehe ich Energie in Form von milchigen Nebenschwaden, pulsierend, sich bewegend, schillernd in allen Farben der Aura.
Dieses Eintauchen wann immer ich will gibt mir eine Art Geborgenheit die ich davor nie kannte. Dieses "Alles wird gut", ist mehr als nur ein leiser Aufschrei einer die nicht ertrinken will. Es ist ein Erkennen, das es nichts schlechtes gibt.
Das all das was passiert nur eine Folge von Dingen ist die davor passiert sind. Und das was jetzt ist, ist auch nur ein Teil von dem was sein wird. Alles steht nebeneinander. Es gibt nichts was getrennt von einander ist. Alles hat seinen Platz in dieser Welt, jedes Ding, jedes Tier, jeder Mensch, jedes Leben, jeder Tod.

Es gibt Nächte da stehe ich draußen auf dem Hof und schau in die Sterne. Dort oben zur Milchstraße hinauf. Die Nächte hier im Norden sind einfach wundervoll klar und unendlich. Ich schaue und schaue, ohne das ein Berg mir die Sicht versperrt. Ich bin Angekommen in mir.

Es gibt noch so vieles was ich über die ICH-Losigkeit, über das Erwachen schreiben könnte. So viele Erkenntnisse, so viele Klarheiten, so viele Wahrheiten.
Aber im Grunde genommen hab ich alles darüber geschrieben. Ich würde mich nur in Einzelheiten verlieren, das Ganze noch weiter ausschmücken und dann irgendwann merken. Achje, jetzt schauen sie mich wieder so an, mit diesem Blick, ein wenig ungläubig, ein wenig bemitleidend, ein wenig neugierig, ein wenig bewundernd.
Also belasse ich es dabei.

Jeder kann die Pille zur Wahrheit schlucken und ich denke es werden  noch viele folgen. Die einen die erwachen und erkennen wer sie sind und die die erwachen und erkennen wer andere sind. Die Welt ist bereits überschwemmt von selbsternannten Gurus.

Wie sagte der Dalai Lama:




Genau das ist es - der Planet braucht auch keine Gurus mehr, davon gibt es wirklich genug. Ich wollte nie und werde nie ein solcher sein. Durch das Erwachen habe ich die Möglichkeit alles andere zu sein, in erster Linie bin ich Liebende und vielleicht Friedensstifter, vielleicht auch ein wenig Heilerin, Erneuerin und Geschichtenerzählerin... einfach Frau und Mama.

Mein Blog ist voll davon, von Geschichten über mein Leben...

In diesem Sinne, lebe dein Leben, erlebe dein ICH und dann, wenn die Zeit dafür da ist, erlebe die Welt wie sie wirklich ist... wenn du magst.

Ich wünsche euch eine gute Nacht.
Schlaft gut und träumt schön... aber davor, schaut euch die Sterne an, vielleicht seht ihr die Milchstraße, sie ist wundervoll...

Namasté eure Jo Andarnil




Montag, 26. Oktober 2015

Erkenntnisse 2


Kleine Wunder


Während der letzten Monate habe ich unglaublich viel Erfahrung sammeln können, über die Wahrheit, die eigenen Schubladen, über die ICH-Illusion und was Erleuchtung wirklich bedeutet.
Es war wie eine Spirale, ich bin von außen immer weiter ins Innere gelaufen um dann im Außen wieder anzukommen.

Bei all dem ist mir vieles bewusst geworden. Doch eines ist Existentiell - ich fühle mich immer weniger wie ein Alien. Ich verstehe endlich, was uns alle verbindet.

Wir Menschen halten uns an der Vergangenheit fest, wir hören Nachrichten über Dinge die geschehen sind und wir fühlen mit, als wäre es eben erst passiert. Wir sind wütend, oder traurig, wir kämpfen, wir rechtfertigen uns, wir drehen uns im Kreis um uns selbst.
Statt in der Gegenwart zu leben, lassen wir uns von Erinnerungen treiben. Wir erleben immer und immer wieder das Leid das uns irgendwann in unserem Leben begegnet ist und wenn wir uns an unser eigenes Leid nicht Erinnern, dann holen wir es uns von anderen, oder  aus den Zeitungen und dem Fernseher. Wir holen es hervor und tragen es wie einen Mantel. Das ist das was wir tun, unser Leben lang - bis uns durch irgendwas bewusst wird, was wir uns damit eigentlich in Wahrheit antun. Dieser lebenslange Schmerz ist unglaublich.

Leid ist Menschlich.
Kein Lebewesen hält so an Leid fest wie wir.

Wenn wir begriffen haben, dass das Leid unserer Vergangenheit nicht existiert, dann verändert sich alles. So geht es mir. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch. Vollkommen klar und ich erlebe jeden Tag wie einen frischen Tag, neu, ohne Altlasten. Und wenn dieser Tag ein Leidthema enthält, dann gehört es nur diesem Moment, der nächste Tag fängt wieder frisch und neu an. Die Freiheit zu fühlen das Leid nichts ist was man festhalten muss, ist unbeschreiblich.

Es ist wirklich so, das nur der Moment zählt. Alles andere spielt keine Rolle. Die Zukunft ist genauso unwichtig wie die Vergangenheit. Es ist nur dieser eine Moment und sonst nichts.  Dieser Moment ist ein Universum der Möglichkeiten. Und da wir nichts kontrollieren können, ist er unglaublich spannend.

Das ganze Universum in diesem Moment.

Alles um uns herum ist voll mit Wundern. Eben habe ich meine Hand betrachtet, kleine Trockenheitsfältchen auf dem Handrücken. Ich fahre darüber und meine Hände versinken ineinander. Es ist ein perfekter Moment. Und dieser Moment macht mich sehr glücklich.

Ich verstehe um so mehr die Motivation, alle Menschen vom Leid zu befreien aber ich erkenne auch an, dass es Menschen gibt, die sich nicht befreien lassen wollen. Leid verbindet Leidende.
Wenn Leid zur Normalität geworden ist, macht es Angst sich Glück vorzustellen.
Der Gedanke man könne Glücklich sein, wird sofort von dem Gedanken verdrängt, dass es nicht gut ist, an Glück zu denken, denn wenn man es nicht ist, tut es um so mehr weh.
Wie Paradox, statt die Hoffnung zuzulassen, es könne sich etwas verändern, holt man sich erneut das Leid ins Haus, weil man Angst hat vor Leid.

Glück wird somit zum NEIN Thema und Leid zum JA Thema des eigenen Lebens.

Wir verbinden uns durch das was möglich ist, meist sind die Nachrichten über die unterschiedlichen Medien, darin erkennen wir uns wieder. Wie Tragisch wenn nur diese eine Seite genutzt wird, um mitzufühlen. Dabei gibt hat der Mensch so unglaublich viele Potentiale um sich mit anderen Lebewesen zu verbinden, in Glück nicht in Trauer.

Ich lese weder Zeitung, noch schaue ich Fernsehen, keine Nachrichten, kein Radio. Denn alles was in diesen Medien vorkommt, ist Vergangenheit. Die Ereignisse die beschrieben werden, sind bereits geschehen und es ist ein Trugschluss Dingen glauben zu schenken die nicht mehr existieren, sich an "Fakten und Ideologien" festzuklammern, weil ein Radiosprecher, oder ein Moderator seine Wahrheit kund tat. Wir erleben somit immer nur das was andere uns an Wahrheit vermitteln.
Und immer nur das was bereits vergangen ist.

Es sind die Spinnweben an denen wir uns entlang unseres Lebens hangeln.  

Wenn wir anfangen die Realität zu betrachten, müssen wir uns eingestehen, das alles in einer dauernden Veränderung ist, und jede Nachricht aus der Vergangenheit sich im JETZT bereits in einem anderen Stadium des Seins befindet.
Wenn ein Mensch sich sein ganzes Leben in diesem Strom der Vergangenheit bewegt, fällt es schwer, sich mit der Realität auseinander zu setzen. Die Realität ist das was IST und nicht das was WAR.

Ein Ausbrechen aus dieser Spirale ermöglicht eine andere Betrachtung.

Durch diese Betrachtung wird dir bewusst, wer du wirklich bist.
Bist du Unglücklich?

Dann hast du jetzt die Möglichkeit das zu ändern.
Indem du JETZT dafür sorgst, dass es dir besser geht.
Damit meine ich, es macht keinen Sinn sich vorzustellen, was in zwei Jahren sein wird.
Das ist vergleichbar mit dem Brot das man sich schmiert um es in zwei Jahren zu essen.

Da sich alles einer dauernden Veränderung unterzieht, sind Ziele etwas das wir überhaupt nicht vorraussehen können, außer wir sind Zeitwandler und an keine Zeit gebunden, dann können wir uns kurz mal in der Zukunft umschauen, ob wir unsere Ziele dort erreicht haben. Paradoxum, sich selbst in der Zukunft zu begegnen... nun es könnte auch sein, dass man auf seiner Beerdigung landet...

Unsere Zukunft ist Unsicher, wir wissen nichts darüber. Doch die meisten Menschen bewegen sich in Gedanken entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Fixiert darauf, dass alles was sie sich vorstellen auch wirklich eintritt.
Die Wahrheit sieht meist anders aus. Statt auf dem Fest landet man im Krankenhaus. Statt den tollen Job zu erhalten, muss man zum Arbeitsamt. Statt der Wohnung im Erdgeschoss mit Garten, bekommt man eine im dritten Stock ohne Balkon.

ABER vielleicht lernt man im Krankenhaus endlich mal die Ruhe zu schätzen die man sonst im Alltag nicht hatte.
Vielleicht ist es gar nicht der tolle Job den man annahm, vielleicht steckt ja ein Grund dahinter, dass man ihn nicht bekam.
Vielleicht ist die Wohnung im dritten Stock einfach kuscheliger, als die im Erdgeschoss.

Man kann aus allem etwas Gutes gewinnen, wenn man sich traut flexibel zu sein.
Positives Denken ist der Anfang von allem.
Sich bewusst zu machen, das hinter allem was man erlebt auch etwas Positives steckt, das es einen Grund gibt, warum man das erlebt was man erlebt.
Damit habe ich vor 30 Jahren angefangen. Ich habe mein komplettes Denken verändert. Ich habe mir immer wieder bewusst gemacht, dass es seinen Grund hat und dann habe ich das Beste aus der Situation gemacht.

Glück  ist etwas, das immer da ist, genau wie Leid. 
Es hält sich absolut die Waage, nur leider ist das Leid der Faktor dem WIR mehr Gewicht zu messen.
Wenn wir anfangen Leid als etwas Menschliches anzuerkennen, haben wir den erste Sprung geschafft.
Leid ist da ob wir wollen oder nicht. Aber mit einer gehörigen Portion Optimismus können wir die andere Seite aktivieren, das Glück. Optimismus bedeutet nicht, das wir anfangen uns in Phantasien zu flüchten, sondern das wir anfangen das was da ist positiv zu betrachten.

Ich habe im Laufe meines Lebens kleine für  mich wichtige Dinge erkannt, vielleicht können sie auch helfen, Leid in Glück umzuwandeln:


1) Ich habe damit angefangen, das ich im Bad vor dem Spiegel stand und mich selbst angelächelt habe, jeden Tag und so bin ich dann aus der Haustür, so erschien ich bei meiner Arbeit. So habe ich meinen Tag angefangen und so habe ich ihn beendet. Ganz egal wie es mir ging. Ich sagte mir, es wird Serotonin ausgeschüttet wenn ich lächle. Serotonin macht  mich Glücklich also lächle ich.
Wenn man das eine ganze Weile macht, stellt man fest, es verändert nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben anderer.
Meine Arbeitskollegen lächelten zurück. Aus dem Lächeln wurden machmal Scherze. Die Atmosphäre veränderte sich. Es wurde entspannter.
Versucht es mal, ich kann es nur empfehlen. Fangt an mit eurem Spiegelbild, jeden Tag. Klebt euch dazu einen Notizzettel an den Spiegel LÄCHELN. 
2) nie im Streit ins Bett. Wir verarbeiten unseren Alltag in der Nacht. Wenn wir also Tagsüber mit jemanden streiten, dann ist dieser Streit Teil der Nacht. Das ist absolut nicht erholsam, weder für uns noch für den Jenigen mit dem wir uns gestritten haben.
Wichtig ist, den Streit beenden bevor man Schlafen geht.
Ist man so richtig wütend, hilft ein inneres STOP. Tief durchatmen. Kurz mitteilen, dass man sich erst mal beruhigen muss, notfalls den Partner stehen lassen und nach Draußen gehen, möglichst so, dass der Partner einem nicht folgt. Eine Runde um den Block hat sich bei mir bewährt... aber auch einfach mal auf die Terrasse, ordentlich weinen und fluchen und durchgefroren wieder rein kommen, ruhiger.
Ein Streit lässt sich nicht lösen, wenn beide Streitenden nur noch brüllen. In der Ruhe lassen sich Lösungen und Kompromisse finden. Und wenn gar nichts geht, klar und deutlich sagen: "Schatz (absolut notwendig !!! :) ) wir kommen momentan zu keinem Ergebnis, lass uns morgen in Ruhe darüber reden."
Und wenn der andere nicht will, dann hilft es ganz klar zu sagen, dass man nicht mehr streiten will.
Ein Streit zu schlichten, ist dann einfach, wenn keiner der beiden streiten will und schwierig wen es einen gibt, der unbedingt weiter machen will. In einem solchen Fall hilft nur Distanz in die Situation bringen. Beharrt hier nicht auf eurer Meinung, sondern zieht euch aus der Situation zurück. Tür zu und den anderen ausbrüllen lassen.
Ich mag es nicht zu streiten und daher ist das ein Erfahrungswert den ich seit vielen Jahren anwende, wenn ich merke meine Partnerin ist gerade kurz vorm Platzen, bitte ich entweder darum das wir uns erst mal alle beruhigen und wenn dann Ruhe eingekehrt ist, reden wir darüber. Wir haben uns angewöhnt unsere Gefühle ernst zu nehmen. Und uns zu entschuldigen. Denn bei all dem ist es gleichgültig wer Recht hatte, ein Streit ist immer entstanden, weil ein Partner sich verletzt fühlte. Manchmal sind es nur banale Dinge die zu einem Streit führen, dahinter steckt jedoch immer ein Leid Thema.  
Also 3) sich immer entschuldigen, denn Streit entsteht nur durch Verletzungen.
Dabei spielt es keine Rolle ob man selbst verletzt hat. Durch eine Entschuldigung signalisiert man, dass man die Gefühle des anderen nicht verletzen wollte. Es gibt Menschen die haben ein Problem damit sich zu entschuldigen. Nun dann rate dazu sich das Problem mal genauer anzusehen. Denn meist steckt ein Stück Narzissmus dahinter, man möchte immer Recht behalten, man möchte nicht Klein bei geben, man ist zu stolz... usw. Das kann auf Dauer nur in die Hose gehen. Ein Partner der einen Narzissten aushält, hält leider alles aus, aber Glücklich ist er mit Sicherheit nicht.  
4) den Alltag durchbrechen. Wenn ihr jeden Tag das gleiche macht, dann schiebt zwischendurch kleine Wunder in  euren Alltag. Ein ganz ungeplantes drei Gänge Menü selbst kochen, oder sich bekochen lassen. Ein Blumenstrauß schenken oder sich selbst kaufen. Ein Wochenende ohne Verpflichtungen. Eine Kissenschlacht, oder ein Bad im Kerzenschein. Lasst euch was einfallen. Durchbrecht den Alltag mit dem was da ist. Das muss nichts aufregendes sein, manchmal reicht es schon den ganzen Tag Musik zu hören. Oder mit den Kindern auf dem Boden zu essen.
Es ist nur wichtig, das es spontan passiert, ungeplant. Seit verrückt und dabei spielt es keine Rolle wie alt ihr seid. Zu zweit oder alleine - egal lasst den Tag aus den Angeln laufen :) 
5) glaubt an Wunder. Glaubt daran Glücklich werden zu können. Gestattet euch zu lachen, oder im Regen zu tanzen. Fangt an die Wunder dieser Welt wieder wahr zu nehmen. Seid wieder Kinder die darüber lachen durch eine Pfütze zu laufen. Steht mitten in der Nacht auf um den Mond zu beobachten. Trefft euch zu einem Date im Auto, statt im Restaurant und beobachtet die Sterne am Himmel.
Glück ist immer da, schreibt es euch auf den Spiegel neben der LÄCHLE Notiz.
Jeder Mensch kann Glück wahrnehmen, egal wie alt er ist, egal ob er Reich oder Arm ist. Erkennt das was da ist. 

Mit diesen fünf Regeln habt ihr die erste Hürde geschafft - zum glücklichen Menschen zu werden.

Manche Menschen glauben nur mit einem finanziellen Polster könnte man Glücklich sein. Ich kann euch sagen, das ist ein Irrglaube.
Geld schenkt euch kein Glück.
Es ist nur eine weitere Illusion von Sicherheit.

Aber darüber werde ich einen extra Eintrag schreiben.

Ich wünsche euch einen glücklichen Tag
Namasté

Eure Andarnil



Freitag, 23. Oktober 2015

Erkenntnisse 1




Heute war ein sehr interessanter Vormittag, leider werde ich wahrscheinlich meine Erfahrungen und Erkenntnisse nicht so wieder geben können wie vorhin als ich mit Britta im Auto saß.

Sie hatte einen Traum und als sie heute Morgen aufwachte, fragte sie mich was er wohl zu bedeuten hat. Alles woran sie sich erinnern konnte war eine Gedanken Münze. Mir fiel ein, das eine Münze zwei Seiten hat - Immer, egal ob die Münze nun bedruckt ist oder nicht. Sie hat zwei Seiten.
Wir haben nicht die Möglichkeit eine der Seiten einfach wegzunehmen, so das die Münze nur noch eine Seite hat. Wenn man das auf Gegensätzlichkeiten bezieht, dann wird bewusst, das alles einen Ursprung (die Münze als Objekt) hat.
Gut und Böse sind Teile dieser Münze. Genau wie Arm und Reich.

Ich erklärte Britta, anhand Beispielen, dass wir keine Kontrolle haben. Sie hatte Durst und ich fragte: "Hast du Kontrolle über deine Durst"
Sie hatte Hunger. Und ich fragte: "Kannst du den Hunger kontrollieren?" Shaya musste auf Toilette und ich fragte: "Britta kannst du Shayas Blase kontrollieren?" Und zu Shaya: "Kannst du jetzt sagen, das du  nicht auf Toilette musst?"

Dieses Spiel spielten wir den kompletten Vormittag über. Irgendwann kamen wir an den Punkt ICH-Illusion und Britta fragte: "Ja aber wir haben doch trotzdem eine Verantwortung über unser Handeln".
Daraufhin zeigte ich auf ein Auto das vor uns fuhr:
"Was ist wenn dieses Auto mitten auf der Straße anhält, schaffst du es das Auto zur gleichen Zeit anhält und schafft es unser Hintermann, das Auto zur gleichen Zeit anzuhalten, auf das es keinen Unfall gibt?"

Britta fragte darauf hin: "Ja aber wenn es einen Unfall gibt, haben wir doch die Verantwortung etwas zu tun"
Ich sagte: "Haben wir das wirklich oder gehören wir einfach zu einem Fluß von dem was ein anderer als Impuls vorgab. Damit meine ich, wenn du losrennst um zu helfen, ist das wirklich aus einem freiem Willen, oder bist du einfach nur ein Teil der Verkettung?""

"Angenommen du rauchst, willst dir eine Zigarette anzünden, der Anzünder fällt dir aus der Hand, landet im Fußraum und steckt deine Fußmatte in Brand. Angenommen du trittst vor Schrecke auf die Bremse, hinter dir tritt auch jemand auf die Bremse, der dahinter schafft es nicht und fährt volle Kanne rein, weil er gerade Telefoniert. Du stirbst bei diesem ganzen Verkettungen. Welches ICH hat hier die Verantwortung?
Wem kann man nun die Schuld geben?"

Ich sagte

"Alles was passiert hat einen Impulsgeber, dass es passiert. Und wenn du handelst bist du der Impulsgeber eines anderen. Somit ist jede Handlung von einer anderen Handlung abhängig. und genau das bringt den Fluß zum Fließen"

Britta sagte darauf hin: "aber ich kann mich doch entscheiden, etwas nicht zu tun."
Und ich sagte:

"Kannst du das wirklich? Was macht dich so sicher, dass du die Entscheidung hast?"

Und dann sagte ich:

Irgendwo im Universum gab es einen Moment, da unsere Welt entstanden ist. Durch eine Bewegung innerhalb unseres Universums (das wiederrum durch eine Bewegung außerhalb unseres Universum entstanden ist) hat sie sich selbst in Bewegung gesetzt und hat Leben damit möglich gemacht. Und dieses Leben ist mit dem Fluß der Bewegung geschwommen, es hat sich durch den Fluß der Bewegung weiterentwickelt - immer weiter und weiter im Fluß der Bewegung. Alles ist in Bewegung und alles gehört zusammen. Ohne das eine würde es das andere nicht geben. Oder eine Verkettungen von Umständen, hätte es unsere Welt nicht gegeben und ohne eine Verkettungen von Umständen, gäbe es keine Gravitation, kein fließendes Gewässer und  kein Leben.
Ohne die ersten Lebewesen gäbe es dich und mich nicht. So gesehen sind wir Teil des ersten Lebewesens auf dieser Welt. Es ist Teil von uns. Jede Handlung hat etwas neues hervorgebracht. Und wenn einem bewusst wird, das wir alle Teil eines Flusses von Handlungen sind, wird einem auch bewusst, das es keine eigene Kontrolle geben kann und wenn es keinen Kontrolle gibt, gibt es auch keine Verantwortung und wenn es keine Verantwortung gibt, dann gibt es auch kein ICH.

Alles muss sich in der Waage halten, damit unsere Welt sich weiterhin dreht."

Britta sagte: "hm, ja aber wir haben doch die Entscheidung ob wir Vegan leben oder nicht?"

Ich sagte:
"War es ein ICH das entschieden hat das du Vegan lebst?"
Sie sagte:
"Heißt das, dass ich gar nicht bestimmt habe, dass ich Vegan lebe. Heißt das, dass ich Vegan lebe, weil zum Fluß gehört?"
Und ich sagte:
"Genau so ist es"

Ihre nächste Frage: "Ja aber wie kann jemand erleuchtet sein, der nicht Vegan lebt"
Meine Antwort:
" Angenommen unsere Welt wird nur deshalb in Gang gesetzt, weil es Menschen gibt die Gewalt auslösen und solche die es nicht tun.  Solche die Gewalt ablehnen und solche die Gewalt ausüben. Angenommen diese Welt braucht für ihre Existenz einen Ausgleich in allem, damit sie sich weiter bewegen kann. Ähnlich zweier Magnete die sich eigentlich abstoßen und trotzdem etwas in Gang setzen. Beide Magnete sind nicht von einander zu unterscheiden und trotzdem tun sie etwas Gegensätzliches. Wenn es also Vegane Erwachte Menschen gibt, braucht es den Gegenpol, also fleischessende Erwachte, damit ein Gleichgewicht hergestellt wird.  Wenn es Pflanzenfressende Tiere gibt, braucht es einen Gegenpol , nämlich Fleischfressende Tiere um ein Gleichgewicht herzustellen. Jede Farbe hat ein Gegengewicht. Weiß hat Schwarz, Rot hat Grün, Gelb hat Lila, Blau hat Orange. Usw.  Unsere Welt, andere Planeten, das komplette Universum ist eins in Bewegung. Und nichts existiert ohne das andere. Und somit ist alles EINS im Prozess"

Ich habe dann im Auto bereits darüber nachgedacht, ob sich meine Erkenntnisse durch irgendetwas stärken lassen. Damit Britta noch mehr in der Hand hat und so bin ich Zuhause auf ein interessantes Video gestoßen, ein Gespräch zwischen Richard David Precht und Thomas Metzinger, zwei bekannte Philosophen.



Leider reicht es nicht, dass alles rein intellektuell zu verstehen, man muss es fühlen, damit es nicht mehr weh tut, man sich nicht mehr rechtfertigen muss, man niemanden Leid zufügen möchte, kein Streit, kein Zorn, kein Hass, keine Verachtung. Niemand ist mehr  gemein, es gibt keinen Sünder und auch keinen Schuldigen... - im Kopf können viele Welten entstehen, erst wenn man eine davon anfassen kann, werden sie Realität...

Dies ist der Anfang einer Reihe von Erkenntnissen, die ich im Laufe der nächsten Woche und Monate hier einfügen möchte...

Ich wünsche euch viel Freude beim ausprobieren... und falls ihr jetzt pinkeln müsst - habt ihr wirklich die Kontrolle über eure Blase?

:)

In diesem Sinne
Namasté
Eure Andarnil




Ein Konzept ist ein Konzept...ist ein Konzept...




Es ist nicht so, dass ich das ganze Konzept jetzt über den Haufen werfe, weil ich erkannt habe, das es nach der Ich-Illusion darum geht, alles was vorher getrennt war, zusammenzufügen - ähnlich wie das Zusammenfügen meiner Innies (wobei diese vom Gefühle her eher verschwunden sind). Um das überhaupt zu erkennen, bedarf es eines Stromeintritts, oder besser, um es zu erkennen, muss man auch erkannt haben, das es das ICH nie gegeben hat.

Das Zusammenfügen, das EINS sein ist der Schritt der danach entsteht.
Die Bedingungslosigkeit zu fühlen, dass alles Liebe ist, ist das was nach dem Einssein geschieht. Wenn man mich jetzt fragt nach dem DANACH, kann ich nur sagen: Keine Ahnung.

Meine Freundin Christiane denkt das nach den 10 Fesseln (siehe Link) nur noch die Buddhaschaft kommt.
Mir ist das ehrlich gesagt ziemlich egal.
Ich war eben auf einem Esoterischen Forum, dort hat jemand versucht zu erklären wie es funktioniert, dass man die ICH Illusion durchschaut, er ist kläglich gescheitert. Die Leute nahmen ihn nicht ernst und haben sich über ihn Lustig gemacht, dabei hat er sich wirklich Mühe gegeben, es in Worte zu packen. Aber das ist das Gemeine an der Sache, es ist nahezu unmöglich es zu erklären. Man kann noch so gute Sätze finden, man versteht es wirklich erst, wenn man es erlebt. Es ist wie ein Eintauchen in das eigene Wesen.

Dieses: "Fühlst du ein ICH beim Essen?"
Man schaut hin, nimmt einem Bissen nach dem anderen. Wartet auf dieses ICH wie auf einen Zug der nie ankommt und dann macht es Plobb und die Überraschung ist überall gleich. HUCH das kann doch nicht sein, oder?
Wie kann so was möglich sein?
Bin ich jetzt Irre?
Nein nicht ICH, einfach nur Irre!
Wieso schreibe ich noch ICH?
Wieso sag ich: ICH hab keins gesehen?
Das ist Paradox, so Paradox.

Jemand der mir erzählt er hätte den Stromeintritt, cool durchlebt, der schwindelt. Es ist einfach ein kleines Wunder, wenn man begreift, dass ICH ist gar  nicht da, es war nie da.

Es ist mir noch mal wichtig, das hier zu erwähnen. Ich habe mich jetzt nicht zum Kritiker erhoben (obwohl ich das ja bisweilen gerne mache), LU macht eine gute Sache. Aber alles andere ist genauso gut.

Nur darum ging es in meinem letzten Blogeintrag - zu zeigen, dass ich Freiheit anders wahrnehme und das hier noch viel zu machen ist, bevor der Mensch kapiert, das eine Organisation mit einem festen Konzept immer mit einer Machtposition verbunden ist.

So nun geh ich aber Schlafen.
Heute morgen wollte ich eigentlich um sieben aufstehen, aber ein Blick auf die Uhr sagt mir, das es nahezu unmöglich sein wird, mich zu wecken...

In diesem Sinne
Ich verschlafe jetzt die Zeit.

Namasté eure Andarnil



http://www.buddha-dhamma.de/fesseln.htm

Sonntag, 18. Oktober 2015

Sturm im Wasserglas - Beobachtungen



Mein Herz pocht schneller
auf einem Teller 
voller Toastbrotscheiben
fein aufgeschichtet und mit Schokoüberguss
Zum Frühstück:
Weil Herz sich mal beruhigen muss.

Da war so jemand der es besser wusste
und mir das Zitronig teilen musste
und auch wenn mein Gefühl
geschlossen blieb
mein Herz hats notiert
registriert
und pocht nun mit dem 
Sturm im Wasserglas
ohne Maß.

Ich lächel still 
und lass es pochen
Eine Stunde lang. 
mein Magen will:
lass uns ne Suppe kochen.
Der Gedanke kommt und schaut sichs an.
Dann kommt das Gefühl um die Ecke
Lass mich doch auch mal dran. 
Nun gucken sie und könnens nicht fassen
Das Herz ist ruhig geworden
hat aufgehört zu rasen. 



Ich habe eine Beobachtung gemacht. Ich war seit langem mal wieder etwas mehr aktiv im Internet. Und habe mich in eine Diskussion eingeschaltet. Es ging um Gedanken und Gefühle. Ich schrieb, das man Gefühle und Gedanken nicht kontrollieren kann und bekam sogleich eine Antwort von einem Mann, dem mein Kommentar nicht gefiel, er schrieb das wäre Blödsinn mit den Gedanken und ich soll das doch mal einer Frau erzählen die "geschändet wurde und im Krieg ist". hm?
Ich hab nicht auf mein Gefühl gehört und habe - oh Dussel - geantwortet, das ich sehr wohl weiß was es bedeutet "geschändet zu sein" und ob er uns - der Comunity - sagen will wie sich eine Frau fühlt. Eindeutig ICH Korrespondenz - Gedanke, denkt: "was will er damit sagen?", Hand auf Tastatur schreibt. Es war so klar, was danach passiert. Was für ein Käse ;)

Die Antwort kam sogleich, ein schöner Spiegel: "...So was schreibt eine weise Buddhistin nicht". Ich musste lächeln... er hat Recht und dann hat mein Herz auf diese Rüge mit einem lauten intensiven Pochen reagiert.

Ich habe es registriert. Nun ist mein Herz wieder so ruhig wie vorher. 
Mein Herz reagiert also auf eine ICH-Illusion, sehr spannend. 

Das kann ja noch Lustig werden ;)

In diesem Sinne

Ich hatte gerade meinen Sturm im Wasserglas, seht ihr, so was passiert mir immer noch hin und wieder :)

Euch alles liebe
Namasté

Eure Andarnil 



Fotoquelle: (c) Heinz Ueter - Sturm im Wasserglas
Gedicht: ICH :)

Zur meiner Seite: Gegen Gewalt



Ich liebe die Bilder von Julia Rohwedder, da sie einfach Emotionen einfangen kann. Ich sehe mich in einigen Bildern von ihr. Sie geben wieder was ich fühle im Moment. Momentan fühle ich mich etwas auf - gelöst, melancholisch, emotional ruhig.

Ich habe mich entschieden eine Seite auf meinem Blog wieder freizuschalten, den ich vor einiger Zeit zur Ansicht blockiert habe.
Mir ist bewusst geworden, das für meine Leser der Zusammenhang schwierig nachvollziehbar ist, wenn ich über Multiple und Erwachen (Ich-Los) schreibe.
Beides scheint untrennbar miteinander vereinbar zu sein. Und doch ist es das -  was ist.

Und aus dem Grund ist die Seite auch wieder sichtbar. Vor einigen Monaten, als die Veränderung in mir fühlbar war, wollte ich dass das Kapitel wieder im Erdboden versinkt. Ich fand mich wie ich heute bin, zu sehr mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht, und das war für mich nicht mehr stimmig.
Dennoch haben einige Leser den Link wohl weitergereicht und sind so auf meine Seite gekommen, obwohl sie Blockiert war. Wie sie das gemacht haben, weiß ich nicht. Ich nehme an das die Seite im Cache auf dem Server des Providers gespeichert ist. Ich sah es nur anhand meiner Statistik, dass die Seite immer noch aufgerufen wurde. Vor allem in den letzten Monaten.

Mein ICH-Loses Sein zeigt, dass man Dinge nicht kontrollieren kann, ändern kann. Es fließt von sich aus. Somit konnte ich auch nicht ändern, das meine Vergangenheit gesehen werden wollte.
Ich hätte die Seite löschen können, aber auch das wäre nur ein Versuch einer Kontrolle gewesen.
Aus diesem Grund habe ich sie jetzt wieder freigeschaltet.
Ich würde mich freuen, wenn beim Lesen im Hinterkopf der Gedanke aufspringt: Sie lebt in der Gegenwart und ist eine Glückliche Frau :)

Aber auch das entzieht sich meiner Kontrolle.

Ich bitte euch nur auf euch zu achten. Ich bin bewusst nicht so sehr ins Detail meiner Geschichte eingetaucht, dennoch kann sie Triggern (Erinnerungen auslösen) oder Gefühle entfachen, die unangenehm sind.

Ich wünsche euch alles liebe

Eure Andarnil






Bildquelle: (c) Julia Rohwedder
http://juliarohwedder.daportfolio.com/

Samstag, 17. Oktober 2015

Wenn das ICH weg ist, was ist dann noch?




Dieses Bild malte vor zwei Jahren eine liebe Freundin für mich, die zeitweise sogar wie eine Mutter für mich war. Wir hatten viele Höhen und Tiefen und mittlerweile begegnen wir uns in Achtsamkeit und in einer Ruhe die ich früher nie empfunden habe.
Das ist die Ausgangsbasis die unsere Freundschaft braucht, Ruhe und Achtsamkeit.
Das ist die Ausgangsbasis die jedes Miteinander braucht.

Durch mein Erwachen, meine Ich-Losigkeit geht es mir so gut wie noch nie zuvor. Da ich ein sehr emotionaler und temperamentvoller Mensch war, war mein Leben ein einziges Hoch und Tief, ich nahm die Welt wie einen Wirbelsturm wahr. Und ich fühlte mich sehr verletzlich. Wie dieses kleine Vögelchen saß ich auf meinem Zweig. Ich traute mich nicht zu fliegen, ich hatte einfach Angst in die Höhen zu steigen. Ich hatte Angst vorm Fallen.

Ich war verletzlich, angespannt und im Grunde genommen immer auf der Flucht. Aus heutiger Sicht war meine Vergangenheit der Antrieb dieser Flucht. Wann immer ich Menschen näher an mich heran ließ, konnten sie mich auch verletzen und oft reichte nur ein einziges Wort.

Was ist nun anders?

Ich kann nicht sagen, dass ich meine Emotionalität oder mein Temperament vollständig verloren habe, nach Außen mag ich mich kaum verändert haben, zumindest sagt das meine Frau. Ich sehe noch so aus wie vorher, ich wirke Ruhiger und Gelassener, aber auch diese Phasen hatte ich schon öfter in meinem Leben. In der Begegnung mit anderen Menschen bin ich immer noch die Jo die ich davor war. Und wenn niemand wusste, das es in dieser Jo auch eine Johanna im Außen gab und im Inneren viele andere Persönlichkeiten, dann fällt es auch nicht auf, das ich nicht mehr zwitsche zwischen Jo und Johanna. Ich bin noch die die die ich war und doch auch nicht.
Die Veränderungen der Ich-Losigkeit spielen sich in meinem Inneren ab.
Die Stürme sind vorüber und das Meer ist nun geglättet.
Die Stimmen die mich seit meiner Kindheit begleiten, diese Diskussionen in meinem Kopf, das Lachen, wenn jemand in mir lachte. Das Weinen, wenn jemand in mir weinte. Die Verzweiflung, wenn jemand in mir in eine Erinnerung eintauchte die ich im Außen nachfühlte. All das ist weg.
Meine Erinnerungen an meine Kindheit ist wie in Nebel getaucht, da ist nicht das Nachhallen, von Schmerz, Trauer und ... Angst
Da gibt es kein Leid mehr, keine Wut, keine Angst.
Ich bin ein experimenteller Mensch, natürlich habe ich versucht wieder einzutauchen, ich hab mir die Bilder meiner Vergangenheit angesehen, um mich selbst zu überprüfen, ist es wirklich wahr?

Ich tauchte durch den Nebel und fühlte: Nebel. Ich kann an keiner einzigen Trauerquelle anhalten, es ist so als wäre ich niemals traurig gewesen, als hätte ich niemals Schmerz erlitten, als wäre all das was war, einem anderen widerfahren und ich war nur die stille Beobachterin der Gewalt die man mir selbst antat.
Noch vor einigen Monaten hab ich im Bett gelegen, von einem Traum erschreckt, der mir das spiegelte was vor 41 Jahren passiert ist. Ich fühlte noch die Hände an meiner Kehle. Mein Herz raste und mein Kopfkissen war nass von meinen Tränen. Ich machte das Licht an und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Solche und andere Albträume meiner Vergangenheit waren normal für mich. Ich setzte mich an den PC, sah mir einen Film an oder schrieb einen Artikel oder Blogeintrag und der Albtraum verschwand. Was blieb war die lebhafte Erinnerung daran. 

Ich erinnere mich an alles. Das was vorher wie ein Puzzel geteilt war, ist nun ganz. Mein ganzes Leben liegt vor mir, aber es ist nicht mehr mein Leben. Es ist das Erleben einer Vergangenheit.

Ich erkläre es mir so, durch die ICH-Auflösung verloren die Persönlichkeitsanteile in mir ihre Aufgabe. Sie entstanden um den Schmerz den ich als Kind und Jugendliche erlebte aufzunehmen und mir so die Chance zu geben, all das zu verarbeiten. Mein Multisein ist eine große Gnade gewesen, die mir geschenkt wurde. Um nicht an dem zu zerbrechen, was ich erlebt habe.

Das schönste Geschenk das jemand empfangen kann, der Leid erfährt. Das was für die Medizin immer noch nicht erklärbar ist, hat sich geklärt. Ich verstehe es nun viel besser.

Ich denke das ich im Laufe meines Lebens oft das unsichtbare Tor durchschritten habe, nur war mir das nicht bewusst und aus dem Grund bin ich immer wieder zum ICH zurück gelangt.
Heute bin ich dankbar für das Leid das ich gefühlt habe.
Diese Intensität an Schmerz hat mir geholfen, den Schmerz zu verstehen.

Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass man die Welt nur versteht, wenn man sie erlebt. Man kann über Leid lesen, aber man erlebt das Leid nicht am eigenen Körper. Es ist so als wenn man liest was Liebe ist, wenn man sie nicht erlebt hat, sind es nur schön klingende Worte.
Für meine Spiritualität ist mein Erleben wichtig gewesen, auch das Eintauchen in das Leid. Die Grausamkeit meiner Kindheit hat mir geholfen zu erkennen, das es keine Grenzen gibt. Die letzten Zaunpfähle die ich mir durch mein Multiple sein aufgebaut habe, sind nun mit der ICH-Illusion verschwunden.

Natürlich kann man denken, auch das ist nur vorübergehend.
Ich kann hier weder Ja noch Nein sagen, es wird sich zeigen.

Ich kann mir vorstellen das ich immer mal wieder Kontakt zu dieser Illusion haben werde, alleine weil ich unter Menschen bin, die noch immer im ICH leben. Aber ich weiß nun wie es sich anfühlt, was Illusion ist und JETZT, SEIN.
Und dieses Wissen geht nicht wieder weg.

Eine Freundin fragte mich, ob ich meine Innies nicht vermisse?

Nein tue ich nicht, warum sollte ich etwas vermissen, das nie existiert hat.

Ich bin nun frei und der kleine Vogel dort oben auf seinem Ast, hat sich in die Lüfte erhoben. Und ich kann euch sagen, von dort oben sind mir die Menschen und Tiere näher als je zuvor.

In diesem Sinne...

Keine Angst ich fliege nicht davon, ich dreh nur eine kleine Runde. Wenn man frei ist, muss man keine langen Reisen machen, denn alles was ist, ist da.

Namasté
Eure Andarnil



Bildquelle: (c) Ingrid Honig


Dienstag, 13. Oktober 2015

Unterschied zwischen mir und anderen - im Einssein


Man sieht auf dem Bild zwei Vögel auf einem Zweig sitzen. Während das Bild aufgenommen wurde, saßen sie dort. Die Kamera hält diesen Moment fest. In Wahrheit sind sie Sekunden später womöglich weggeflogen. Nur diesen Prozess bekommen wir nicht zu sehen.
Ähnlich verhält es sich mit Bilder in Zeitungen oder Nachrichten.
Die meisten Menschen die das lesen, verbinden sich mit dem was sie lesen. Für sie ist das was sie im Bild sehen oder im Text lesen real.

Dieses obige Bild ist für mich ein Foto mit zwei Vögeln und einem Halbmond. Es berührt mich, wegen der Komposition, dem Zusammenspiel, zwischen Dunkelheit und dem hellen Mond hinter der 
Silhouette der Vögel.  Nicht mehr und nicht weniger. 

Für mich ist alles was Vergangen ist, geschehen. Ich kann mich nicht mehr an Dinge binden, die in der Vergangenheit liegen. Ein Zeitungsausschnitt gibt nur das wieder, was der Journalist fühlt, es zeigt nur seine Wahrheit im Moment des Gefühls. Ein Zeitungsbild gibt nur das aus, was der Fotograf gesehen hat, nur dieser eine Moment wurde aufgenommen. Was danach passiert ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wenn ich also einen Zeitungsausschnitt lese, ist mir bewusst, das er nur einem Moment einer Wahrheit zeigt. Er zeigt nicht die komplette Wahrheit und der Moment der Wahrheit ist ein Teil der Wahrheit eines anderen und nicht meine Wahrheit.
Ich lese also das was war und nicht das was ist.

Wen ein Menschen vor mir steht, der sich fürchterlich über einen Zeitungsausschnitt aufregt, erlebe ich nur den Menschen der sich aufregt, ich sehe seine Emotionen, seine Trauer, seine Wut. Das ist es was ich wahrnehme. Denn das ist was ist. Wenn der Mensch nun versucht mit mir zu diskutieren, wird er vielleicht hören, das es mir leid tut, das er sich so aufregt, ich sag ihm das es mir leid tut das er so wütend ist. Vielleicht gehe ich auch näher darauf ein und sage: "Versuch mal tief durchzuatmen!" aber ich kann mich nicht mit dem Zeitungsausschnitt verbinden, in mir ist nicht die gleiche Wut und Trauer wie bei dem anderen.
Und genau das kann von meinem Gegenüber als Trennung wahrgenommen werden, während ich im EINS mit ihm bin. 

Beispiel:

Unser Auto ist kaputt und wird gerade repariert. Als wir am Sonntag mit dem Auto fuhren, hat es die komplette Fahrt über gequitscht. Meine Frau versuchte durch leichtes Gegenlenken, das Quitschen zu Lokalisieren. Irgendwann war sie so genervt, dass sie wütend wurde. Auch ich fand das Quitschen unangenehm, aber niemand von uns konnte es ändern, also warum über etwas aufregen, das a) passiert ist und b) man es nicht ändern kann. Ich blieb gelassen.
Meine Frau war den Rest des Tages übellaunig, während ich ihre Laune zwar registrierte, aber nichts dagegen tun konnte, ich wusste ja woran es lag.
Also hab ich sie einfach machen lassen. Hab ihren Arm liebevoll berührt, oder gesagt: "Versuch dich zu entspannen" Ihre Laune wurde irgendwann gegen Abend etwas besser und damit war es gut.

Ein anderes Beispiel:

Wenn ihr meinen Blog in den letzten Monaten verfolgt habt, wisst ihr das ich mich mit Dingen wie: Rechtfertigung und Rückzug (meine Insel) beschäftigt habe.
Was ich damals wahrgenommen habe - als Prozess zu dem was ich heute bin - war das ich mich nicht mehr auf Diskussionen einlassen konnte, die mit Themen zusammenhingen, die a) in der Vergangenheit lagen und b) sich nicht ändern ließen.

Zum Beispiel gab es da das Thema: "Rechts/Links Problematik in den einzelnen Facebook Gruppen". Einige Freunde erwarteten eine Stellungnahme von mir, ich sollte mich Positionieren. Was ich in ihren Augen nicht tat, da ich mich weigerte mit zu diskutieren, oder Leute aus meiner Freundesliste zu werfen, die angeblich rechts aufhielten.
Ich versuchte durch Rechtfertigungen meinen Standpunkt zu klären. Aber das konnte ich nicht, weil es nichts zu erklären gab. Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht klar für mich, dass ich weder auf Vergangenes reagieren kann, noch auf Dinge die ich nicht ändern kann. Ich fühlte mich oft in einer sehr unangenehmen unverstandenen Position.
In diese Situation werde ich jetzt nicht mehr kommen, weil ich mich nicht mehr an solchen Diskussionen beteiligen werde.

Es ist nicht so das ich es nicht verstehe, wenn Menschen sich an Dingen binden. Ich kann ihnen mit meinem Mitgefühl zur Seite stehen, wenn sie durch diese Bindung unglücklich sind, oder traurig, aufgewühlt. Und an meiner Zuneigung ändert das auch nichts, aber ich bin ungebunden von dem was sie traurig macht. Vergangene Themen sind für mich vergangen und das sind sie bereits wenn sie auch nur Minuten zurück liegen.

In den Augen des Anderen baue ich eine Distanz auf. In meinen Augen verändert das nichts an meiner Zuneigung ihm gegenüber. Aber ich trenne ihn von dem was er will, oder von dem womit er sich gedanklich beschäftigt. Das was er will, oder womit er sich beschäftigt, sind Dinge die nichts mit mir zu tun haben, meine Beziehung zu ihm ist frei.

Als A. mir genau das versuchte zu erklären, habe ich mit Abwehr reagiert. Noch vor Wochen, habe ich nicht verstanden, was damit gemeint ist, wenn A. mir sagte: "Es ist egal ob du dich für Multiple oder Asperger hältst, das sind deine Schubladen"
Heute verstehe ich es.

Um wirklich zu begreifen, was Erwachen bedeutet, muss man selbst erwacht sein. Das ist das Problem und da liegt die Trennung.

Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich anderen Menschen begegne, wie ich ihnen mein Mitgefühl und mein Interesse an ihrer Person näher bringen kann, wie ich mich an Gesprächen beteilige, an deren Empfinden, Wahrheiten, Erleben.
Zur Zeit ist meine Sprache noch hölzern, was vielleicht auch an meinem Kehlchakra liegt, aber es wird einfacher mit der Zeit...

Ich werde einen Weg finden, das weiß ich. Und wenn es auch nur bedeutet das ich schweigend daneben stehe und einfach nur da bin, während andere über etwas diskutieren, das vergangen ist.

In diesem Sinne

Versucht den Moment zu genießen, denn er wird nie wieder so sein wie JETZT.

Alles liebe und
Namasté

Eure Andarnil





Montag, 12. Oktober 2015

Das war - das ist...



"Nimm deine Hand und lege sie auf die Tischplatte, was fühlst du?"

Das ist eine der Fragen die mir mein Guide stellte.
Bevor das große Erwachen kam, hätte ich so geantwortet: "na den Tisch"

Ich habe meine Hand auf den Nachttisch gelegt und die Augen geschlossen und habe das Gefühl auf mich einwirken lassen. Was hab ich gefühlt?  Ich fand es merkwürdig zu begreifen, dass es nicht meine Hand ist die fühle, es war auch nicht der Tisch, den ich fühlte. Alles was ich fühlte war kühle, ein leichter Druck und je länger ich mich auf meine Gefühle konzentrierte, desto klarer wurde die Tatsache das ich nicht mehr unterscheiden konnte, wo der Tisch anfängt und meine Hand aufhört. Meine Hand wurde zum Tisch und der Tisch zur Hand.
Damit verschwanden die Grenzen die die ICH Illusion vorgibt.

Im Buddhismus gibt es das Konzept der 8 Winde:


(1) Das Konzept der Acht Winde stammt aus dem Anguttara-Nikaya, der “Sammlung der Angliederungen”, und gehört zum Palikanon des Theravada-Buddhismus, dem Tipitaka.

Pathama-lokadhamma-Sutra im Anguttara-Nikaya:

Acht Weltgesetze, ihr Mönche, folgen dem Weltlauf, und der Weltlauf folgt diesen acht Weltgesetzen. Welches sind sie?
Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid.

Gewinn, Verlust, Verehrung und Verachtung,
auch Lob und Tadel, Freude sowie Leid,
gar wandelbar sind diese Weltgesetze,
voll Unbestand, dem Wechsel unterworfen.

Der Weise, der Besonnene durchschaut sie,
erkennt sie als dem Wechsel unterworfen.
Erwünschte Dinge quälen ihn nicht mehr
und auch bei unerwünschten kommt ihm kein Verdruß.

In ihm sind Hingeneigtsein und auch Widerwille
zerstört, vergangen, nicht mehr da.
Die sorgenfreie, laut’re Stätte kennend,
ist zu des Daseins anderem Ufer er gelangt.


Dieses Konzept bedeutet, das alles was ist, einem Wandel der Vergänglichkeit unterzogen ist. Das Gefühl nach einem Lob bleibt nie gleich, es verändert sich mit der Zeit. Zuerst erfreut man sich daran, aber am nächsten Tag ist die Freude vergessen. Das gleiche gilt für die oben genannten Begrifflichkeiten: Gewinn, Verlust, Verehrung, Verachtung, Tadel, Freude und Leid.

Durch die ICH-Losigkeit erkenne ich, das alles vergeht. Es gibt nichts festzuhalten, nichts hinzuzufügen, nichts das ich bewahren kann. Jeder Erinnerung vergilbt, ein Gefühl das gestern war, wird heute niemals wieder so sein. Mein Körper wird geboren, er wird älter, er wird altern und sterben. Das ist der Lauf des Daseins, daran kann ich nichts ändern. Das Altern lässt sich nicht aufhalten, weder durch eine Medizin noch durch ein Sorgenfreies Leben, eines Tages werde ich sterben.
Und da es kein ICH gibt, ist Leben, Altern und Sterben eins.
Die Vorstellung es gäbe irgendwo einen Jungbrunnen ist eine Illusion, genau wie die Vorstellung alles tun zu müssen, um die Jahre die man hat zu verlängern. Da es kein ICH gibt, gibt es auch keinen freien Willen, keine Kontrolle oder Ziel. Dinge geschehen, dieses ist keiner Zeit unterworfen, die wir bestimmen können. Es Ist einfach nur IST, Leben.

Die Vorbereitung zu all dem was ich heute fühlte, begann schon vor Jahren, als ich begriff, das ich keine Wünsche mehr hatte und das ich an die Ziele die ich mir selbst steckte nicht mehr glaubte. Ich fing an alles was ich tat zu hinterfragen. Meine tollen Klamotten blieben im Schrank hängen, denn es lohnte sich nicht sie anzuziehen, wenn man die Tiere füttert oder den Stall mistet.
Es war nahezu unsinnig mit einem teuren  Kleid von Nook oder Sulu (diese Markenkleidung habe ich früher geliebt) mit den Hunden spazieren zu gehen, oder meine kleine Tochter zu füttern. Oder mit ihr zu spielen. Also lies ich meine Kleidung im Schrank hängen und besorgte mir Sekond Hand Kleidung, die so lange auftrug bis sie mir vom Leib fielen. Mit der Geburt meiner Tochter veränderte sich mein Leben. Sie war mein letzter Wunsch an diese Welt. Der größte Wunsch überhaupt, nach ihrer Geburt gab es nichts mehr was mich hätte noch Glücklicher machen können.

Meine Tochter hat etwas in mir in Gang gesetzt, das niemand hätte erreichen können, sie hat nicht umsonst die  Namen Shaya Lee Amoa Jolie bekommen (Shaya - altpersisch Würde, Lee - irisch Pfirsischblüte, Amoa - Sanskrit Klarheit und Jolie - französisch Schönheit)  Amoa abgeleitet von Amoha, eines der drei Gegenstücke zu den Wurzeln der unheilsamen Handlungen (2) (drei Geistesgifte) - Verblendung (Moha), das Gegenstück ist Unverblendung / Klarheit (Amoha).

Durch sie habe ich Demut dem Leben gegenüber empfunden, durch sie habe ich Ahimsa, die Bereitschaft Gewalt abzulegen begriffen und praktiziert. Mit ihr begann mein Weg zum Buddhismus. Meine Tochter war und ist mir der beste Lehrmeister den man als Mensch nur haben kann. 

Durch die Anfangszeiten meines Blogs ist sichtbar, dass ich damals vor drei Jahren und drei Monaten, mit dem Begriff: Erleuchtung absolut nichts zu tun haben wollte. Ich beschloss irgendwann ganz bewusst, das Ich als Buddhistin zu genießen. Und ich tat es auch, mit allem was dazu gehörte. Dem Leid, dem Frust, der Wut und der Liebe als Gegenpol.
Wenn man den Buddhistischen Weg so folgt wie ich ihn gefolgt bin, erlebt man alles hautnah, die Welt mit ihren Veränderungen und die Erkenntnisse, dass man nichts tun kann, weder Politisch noch Gesellschaftlich lässt sich irgendwas aufhalten oder verändern, was seinen Gang bereits genommen hat. Zuletzt war es Facebook mit seinen Polarisierenden Texten zum Tierschutz, der Veganen Lebensweise und zuletzt zur Rechts/Links Thematik zu der ich überhaupt nichts mehr zusteuern konnte. Denn alles was ich las, war bereits passiert. Jeder Text war Vergangenheit. Ich konnte nichts für etwas empfinden, das nicht mehr rational erfahrbar war.  Das hat mich selbst oft irritiert und ich hatte hin und wieder das Gefühl ich bin nicht normal.

Ich konnte mit Mal zu Mal weniger aktiv werden, ich fühlte mich mehr wie eine Beobachterin die den Ablauf der ganzen Geschichte schon kennt und trotzdem ließ ich mich einwickeln in Rechtfertigungen und Verteidigungen zu unterschiedlichen Themen, eben weil ich mich nicht verstricken ließ.

Ich verstand mich selbst nicht, warum ich nicht kämpfen konnte, für unterschiedliche gute Sachen, die mich auch interessierten. Ich fühlte mich immer mehr und mehr wie eine Insel, getrennt von anderen. Diese Trennung bewirkte letztendlich den nächsten Schritt, ich wurde Schülerin  einer Yogini. Sie schenkte mir den Namen Andarnil. Dieser Name symbolisiert Schutz, Weisheit, Wissen, Mitgefühl (Helfen) und dadurch ist er auch Medial (Sehend), er ist Ganzheitlich. EINS mit allem.

Das war der Impuls den ich noch brauchte. Der Punkt auf dem i. Ich erkannte das ich alleine meinen Weg gehen musste. Ich musste die Welt erfahren, es reichte mir nicht sie rein Intellektuell wahrzunehmen, ich musste es fühlen, es erleben. Ich beschloss mich in Kundalini einweihen zu lassen und die Schlange setzte weitere Impulse frei. Ich fühlte wie all meine Vorstellungen, Konstrukte, meine Sehnsüchte, Empfindungen und Gefühle immer mehr in den Hintergrund traten. Damals noch dachte ich es sei ein Aspekt von Nondualität. Das schien mir die einzig vernünftige Erklärung zu sein. Noch immer wehrte ich mich gegen das Wort Erleuchtung und auch heute noch nenne ich meinen ICH-Losen Zustand lieber WACH sein, statt Erleuchtet sein. 


Durch meine Erfahrung erkannte ich, das dieser Weg von damals zu heute nicht aufhaltbar war. Etwas das mir bereits seit meiner Kindheit bewusst ist, man kann nichts gegen einen Fluß tun, der fließen will. ICH Mensch, Andarnil mit den vielen Namen, musste es erleben. Daran ging kein Weg vorbei.
Um meinen 50 Geburtstag herum hatte ich die ersten Erleuchtungsmomente, die aber genauso schnell wieder gingen. Aber da da hörte ich auf zu kämpfen. Auch Politische Themen die für mich bis dahin noch wichtig waren, verloren ihre Macht. Hinzu kam, der Buddhismus der bis dahin zu meinen wichtigsten Lebensinhalten gehörte, verlor seine Heiligkeit. Ich nahm ihn genauso wahr, wie ich das Christentum wahr nehme, den Islam, den Hinduismus usw.
Mit meinem Blogeintrag: Die Buddhamörderin  war der Zweifel sichtbar, ich war mir nicht bewusst, ob der Buddhismus überhaupt noch die richtige Religion für mich ist, das war noch mal ein richtiger Schockmoment, zu begreifen, das der Buddhismus nur eine kurze Begleitung ist - wenn man es zulässt - und den Rest des Weges muss man alleine gehen. Ohne Anhaftung und ohne ICH.

Was blieb war ein Gefühl von Frieden. Und mit diesem Gefühl ging ich zum Tor (3) und durch das Tor hindurch.
Ich hatte wirklich viel Glück, ich habe einen wundervollen Guide, der mich unterstützt. Und nun bin ich im NICHTS angekommen.
Ich bin sehr rational gerade, sehr ruhig und Gelassen. All das ist noch neu und auch wieder nicht. Ich rede nicht viel, weil es momentan noch nicht so klar ist wie ich was ausdrücken kann. Mein Alltag läuft ganz normal weiter, als hätte es das Gate nicht gegeben. Aber ich schlafe weniger. Und ich träume intensiv, in meinen Träumen erlebe ich das was ich Tags über erkannt habe noch einmal. Heute morgen träumte ich von Palikanontexten und jetzt verstehe ich das Palikanon anders. Die Texte ergeben einen Sinn. 

Im Liberationunleashed findet ihr eine App, wenn ihr mehr über die ICH-Losigkeit wissen wollt, dann empfehle ich die App herunter zu laden und sich in aller Ruhe einzulesen. Diese App gibt es auch in Deutsch. Und wenn ihr dann das Gate betreten wollt, registriert euch im Forum, ihr werdet dann von eurem Guide eingeladen. Und er begleitet euch dann weiter durch eure Reise der Erfahrung. 

Solltet ihr Multis sein, dann empfehle ich absolute Stabilität. Die gedankliche Ruhe ist umwerfend und kann einen erst mal überfordern. 
Wenn man einmal diesen Weg gegangen ist, gibt es kein Zurück. Es erfordert Mut und die Bereitschaft Anzuerkennen, das danach nichts mehr so ist, wie es einst war.

Ich denke darüber nach selbst Guide zu werden, aber erst mal lass ich mir die Zeit die ich brauche, nichts läuft weg. Ich muss nie wieder um mein Leben rennen, noch muss ich um etwas kämpfen. Es gibt keine Ziele mehr, keine Grenzen.

Das Leben fließt, ich fließe... es geht weiter mit meinem Blog.. immer weiter ...

In diesem Sinne

wünsche ich euch eine gute Nacht
träumt schön

Namasté
Eure Andarnil










Quelle:
(1) http://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii5
(2) http://www.palikanon.de/khuddaka/it/it050t059.html
(3) http://liberationunleashed.com/

Das unsichtbare Tor - EINSSEIN





Das ist nun mein erster richtiger Blogbeitrag seit dem ich durch das Tor hindurchgegangen bin.
Es ist nicht einfach, wenn das ICH aufgelöst ist, vorallem wenn man so viel schreibt wie ich, wird es erst einmal etwas skurril. Man sucht automatisch nach einem Ersatz für die Worte: ICH, mich, selbst, mein. Aber auch für die Worte: dich, dein, du...

Die Sätze ergeben beim schreiben und selbst lesen erst einmal keinen Sinn und man muss sich durch das was IST hinweg bewegen um wieder einen Kontext zu dem zu erlangen, an dem man vorher schriftlich angeknöpft hat. Auch im Miteinander können sich im Dialog Sinnfragen ergeben, die damit anfangen und enden, zu erkennen das es für einem selbst keine Trennung mehr gibt, man aber den IST Zustand anerkennen muss, das es für den anderen eben nicht so ist. Ich hab mir geholfen indem ich mir immer wieder sagte: Es ist wie es ist" hier ist die Erfahrung wichtiger, als der Verstand. Denn der Verstand kann das was ich erlebe nicht erfassen.

Die ICH Auflösung oder auch Erleuchtung ist nicht einfach nur durch reines Wissen erfahrbar, man muss den Weg gehen um zu begreifen, das alle Begrenzungen im ICH zu finden sind.
ICH ist kein Zustand der einer Wahrheit entspricht, ICH ist nur ein Konstrukt einer Illusion der wir Menschen uns irgendwann unterworfen haben, um zu Erklären, dass wir anders aussehen und uns anders benehmen als die anderen.
Diese Illusion findet irgendwann in der Kindheit statt und wir halten solange daran fest, bis wir erkennen das es ein ICH nicht gibt.
In meinem Fall gab es nicht nur ein ICH. In mir waren viele ICHs aktiv und somit waren die ersten Tage meiner ICHlosigkeit damit verbunden die unendliche Ruhe in mir zu verarbeiten. Ich muss erst wieder zu einer Sprache finden und zu einem Schriftbild. Alles ist neu und ich bewege mich auch so als wäre ich ein Kind das die Realität das erste mal wahrnimmt. In mir gibt es Freude, Glück, Überraschung, Verwirrung, ICH-Erinnerungen. Mein Verstand versucht das was ich wahrnehme zu analysieren, es mit dem zu verbinden, was ich aus meiner spirituellen Praxis und meinen Psychologischen Studium weiß. Dabei bedient er sich weiteren Konstrukten von dem was ihm an Erkenntnis zur Verfügung steht und muss erkennen, das all das nicht erklärbar ist. Danach folgt wieder Ruhe. Ich erlebe mich wie ein Motor der aufgezogen wird und ordentlich rattert und wieder absäuft. Wellenartig erkenne ich die Welt wie sie ist.

Überraschend fand ich die Tatsache das ich auf einmal Kōans mag, ich liebe es das Rätzel zu lösen, ich vertiefe mich täglich darin und es fällt es mir sehr leicht das Paradoxe zu entschlüsseln. Ich und ZEN war früher genauso absurd wie ICH und das Christentum.
Jetzt ist der Unterschied von dem zu dem nahezu egal.

Die Vorstellung das wir begrenzt sind, fängt beim Leben an und hört auf beim Tod, zu erkennen das alles Energie ist die fließt, lässt die Grenzen Grenzenlos sein. Leben und Tod wird eins.

Es gibt einen Kōan der mir früher die Lust am ZEN geraubt hat, ich dachte wenn die ZEN Leute alle mit solchen Phrasen kommen, lohnt eine nähere Betrachtung nicht:

„Stirb solange du lebst, und sei völlig erloschen, dann tu, was du willst, und alles ist gut“

Zen-Meister Ta-hui, 11. Jh.

Jetzt ergibt der Kōan einen Sinn, da ich die Bedeutung dahinter erfasst und erfahren habe.

Nicht nur Kōans ergeben einen Sinn, auch Palikanontexte sind auf einmal nicht nur Märchen. Gestern Nacht habe ich mich in den Mūlapariyāya Sutta vertieft und es ergab das erste mal einen Sinn, davor waren es nur Worte, die Gedanken formten, die sich auf dem ICH niederließen, das es nicht gab. Rein mit dem Verstand verbleiben es Worte, man muss erfahren, um daraus eine Erkenntnis wachsen zu lassen.

Es ist eigentlich ganz einfach, wenn man es erfahren hat. :)

Wir oft habe ich mir gewünscht die Grenzen des Denkens zu durchbrechen um zu fliegen um mich zu verbinden. Ich war oft nah dran, aber ich verbot mir selbst, mich näher mit dem Begriff Erleuchtung auseinander zu setzen, ich sah nur was andere Menschen damit taten und das gefiel mir nicht.
Erleuchtung war nie frei, ich hab diesem Wort genauso viele Schubladen gegeben wie mir selbst.

Die letzten Tage waren davon geprägt, das ich den Frieden in mir die Ruhe gab die er benötigte. Die Stille meines Geistes, die Erkenntnis das ich nicht festhalten muss, oder loslassen muss, das alles alleine seinen Gang geht. Es passiert ohne das ich etwas tun muss.
Dieses Erkennen hat erst einmal dazu gefühlt das ich einfach sitzen blieb. Ich habe nichts anderes getan, als auf Fragen geantwortet und die Dinge angeschaut die da sind. Meine Hand auf der Tastatur, das Gefühl meiner Hand auf der Tastatur, das Gefühl der Tastatur in meiner Hand - Handtastatur. Das war ein unglaubliches AHA Erlebnis. Meine Frau hat mein Verhalten verunsichert. Am ersten Tag sagte sie: "Bitte Jo verlass mich nicht!"
Das hat mich ein wenig aus diesem Zustand des Erfühlens und Erkennens herausgerissen. Ich war sehr irritiert wie sie überhaupt auf diese Idee kommen könnte. Nachdem ich sie in den Arm genommen hatte und meine Hand mit ihrer Schulter verschmolz verstehe ich es. Alles in mir ist Veränderung für das Außen. Während ich selbst die Veränderung als Illusion wahrnehme. Denn es gab nie ein ICH in mir, daher bin ich immer noch die die ich vorher war, nur eben ohne Illusion.

Meine Tochter machte die Erfahrung, das ich Gelassener bin. Es gab das Thema Hausaufgaben, dem ich immer negativ entgegen sah. Ich hatte ein Problem mit der Schule und somit auch ein Problem mit allem was mit der Schule einherging. Ich habe ihre Hausaufgaben mehr gehasst als sie selbst, das hat sich natürlich auf ihre Beziehung zu den Hausaufgaben übertragen. Und es war jedesmal ein kleiner Kampf in mir und in ihr. Wenn ich schon hörte: "Mami ich hab Hausaufgaben auf!" war mein Gefühl dazu: "Oh scheiße, schmeiß das Heft in den Müll!"
Gestern haben wir ganz anders Hausaufgaben gemacht, Shaya hat auf ihren Fehler bestanden und während Britta leicht rot anlief, hab ich nur gesagt: "Ist ok Schatz, dann mach die Erfahrung Fehler machen zu dürfen!" Meine zwei Frauen sahen mich irritiert an. Dann nickte Shaya und ging mit ihrem Heft in ihr Zimmer. Ich war früher kein geduldiger Mensch, die Hausaufgaben meiner Tochter überforderten meine geistige Unterforderung.

Diesmal war in mir Gelassenheit mit einer großen Spur Ruhe und Frieden.
Ich erlebe die Beständigkeit in meinem Alltag als vorbeihuschend. Die Zeit vergeht jetzt noch viel schneller als vorher und ich war schon immer ein schnellerlebender Mensch. Zwar war Zeit nie ein Faktor der sich festhalten oder kontrollieren lies, aber dennoch fühlte ich mich durch mein Multisein der Zeit unterworfen, allein da mir oft die Zeit als "andere Multipersönlichkeit" fehlte.  Jetzt erlebe ich überhaupt keine Kontrolle mehr in mir.
Da es kein ICH gibt, gibt es auch keine Kontrolle, oder Vorstellung einer solchen.

Mein Körpererleben ist etwas durcheinander, Übelkeit, Herzklopfen, leichter Schwindel. Meine Augen erkennen wie bei einer optischen Täuschung den IST Zustand als flimmernde Energie und den Illusionszustand als feste Masse. Sie versuchen gar nicht das eine vom anderen zu unterscheiden und so sehe ich das was ist und das was mein Gehirn zu denken glaubt fast gleichzeitig.

Ich bin sehr froh, das mir bei all dem das Forum, die geheime deutsche Facebookgruppe und mein Guide zur Verfügung steht.
Was jetzt passiert ist einfach nur erleben, sich einlassen und sich fallen lassen.

Ich werde in den nächsten Tagen versuchen näher auf das Tor einzugehen, um euch sozusagen mit auf die Reise nehmen... wenn ihr mögt.

In diesem Sinne (Yeah bin wieder da)

Alles Liebe und Namasté

Eure Andarnil





Bild Quelle: Dieses Bild hat ein befreundeter Künstler gemalt. Axel von Studnitz.

Samstag, 10. Oktober 2015

Tagebuch - 10.10.15 Depersonalisation


Ich bin gerade sehr froh, dass es dieses Tagebuch gibt.
Ich hatte einen wundervollen und innigen Morgen mit meiner Frau. Es ist wie ein Eintauchen, ein verschmolzen sein und mit dem Auftauchen kam dann der - ich weiß nicht wie ich es sagen soll, es ist kein Zusammenbruch, nicht das was man darunter versteht. Es war nur eine Frage, die ein großes Fragezeichen hinterlassen hat und dann kamen Tränen und ich sitze hier und weine immer noch, während ich schreibe.

"Wer bist du?" fragte meine Frau. Ich sah in mich hinein, ich hörte in mich hinein. Und ich antwortete irritiert:
"Ich weiß es nicht!"

In der Psychologie nennt man diesen Zustand Depersonalisation.
Danach kamen die Tränen weil mir auf einmal Schlagartig etwas klar wurde, seit drei Tagen gibt es meine Innies und Außenpersonen nicht mehr. Seit drei Tagen ist es ruhig in mir.
Wie einige von euch wissen, bin ich oder war ich eine Multiple Persönlichkeit. Es gab Jo und Johanna im Außen und der Rest meiner Vielen lebte im Innen. Diese Persönlichkeiten begleiten mich nun mein ganzes Leben und nun ist da wo so viele Sprachen und unterschiedliche Gedanken und Gespräche waren NICHTS.
Ich lag in den Armen meiner Frau und fühlte weder Jo noch Johanna, weder Yen, noch Grid, noch Rechts oder Lings, Kein Moon NICHTS. Ich fühlte nur diese Ruhe und den Frieden und dann fing ich an zu weinen und jetzt weine ich. Ich kann noch nicht mal sagen, das ich traurig bin, ich weiß nur nicht wer ich bin.
Mir ist bewusst, das ich diesen Zustand der Depersonalisation, den ganzen gestrigen Tag hatte. Und im Grunde genommen, rechne ich schon etwas länger damit, das es passiert.
Aber es ist etwas anderes, es Intellektuell zu erfassen, als es zu erfahren.
Ich stellte mir selbst die Frage: Wer bin ich?
Ich hörte in mich hinein und da ist kein Echo, nicht dieses Vertraute: "Du bist Jo" "Du bist Johanna". Mein Verstand will auf das zurückgreifen, was er kennt. Ich erinnere mich wie an einen Traum...

Ich sagte: "Was ist wenn ich jetzt nicht mehr malen kann oder schreiben?"
Meine Frau nahm mich fest in den Arm und lachte.
"Schatz du bist eins, das Malen und das Schreiben gehört zu dir"

Ich bin mir da ehrlich gesagt nicht sicher. Wobei ich auch hier weiß, es sind Gedanken, Unsicherheiten in Form eines nichts Wissens, Entstanden aus dem Zustand in dem ich mich befinde. Es ist ganz neu, ich kann hier nicht auf Erinnerungen oder alte Muster zurückgreifen, ich muss es erfahren. Ich kann also erst wissen, ob ich das was die Malerin konnte, kann, wenn ich anfange wieder zu malen. Was ich heute tun werde.

Das ist eine unglaubliche Reise an einen Ort den es nicht gibt.
Sie fragte:
"Da ist doch dieser Raum, in dem alle sind. Ist der Raum noch da?"
Einen kurzen Moment wünschte ich, sie hätte nicht gefragt. Ich kuschelte mich noch enger an sie:
"Da ist nichts" Ich fing nun richtig an zu weinen.
Es tat gut, die Nähe zu ihr, die Geborgenheit. Das Gefühl ihr bin ich nicht zuviel in diesem Moment. Ich kann mich fallen lassen, einfach so. Unter Tränen sagte ich:

"Kannst du damit leben, das ich jetzt Andarnil bin?" Ich musste ja irgendwie heißen... oder nicht. Müssen, nicht müssen.. ok das ist kompliziert.

Wieder lachte meine Frau und ihre Umarmung wurde noch inniger, zärtlicher.

"Ich lebe seit fast 18 Jahren damit, das du alle Möglichen Persönlichkeiten bist. Ich kann auch damit leben, wenn du jetzt Andarnil bist!"

Sie sagte, das es eine logische Konsequenz sei, wenn das ICH verschwindet. Diesmal musste ich lachen. Gestern noch schwirrte ihr der Kopf, ich versuchte mit ihr über diese Betrachtung des ICH-Losen Zustandes zu sprechen, aber sie verstand es nicht, sagte sie. "Sei mir  nicht böse Schatz, ich glaub dir das es so ist, aber ich versteh nicht was du meinst."

Es ist nur eine logische Konsequenz, sie hat recht.
Aber mein Verstand kann es noch nicht glauben.
Er sagt: "Vielleicht hat sie recht" und das ist so.
Ich lass dieses Vielleicht einfach stehen. Wenn es so ist, dann ist es so. Ich registriere es.

Ich kann mich noch an ein Gespräch mit meinem Therapeuten erinnern. Dieses Gespräch liegt schon einige Wochen zurück, ich denke es war März oder Juni. Da fragte er, ob ich mir vorstellen kann, eins zu sein. Und ich schüttelte vehement den Kopf. Das war unmöglich, ohne die quirlige Jo, ohne die intellektuelle Buddhistin Johanna, ohne die erotische Yen, ohne Mooni, diesen wundervollen süssen Jungen... nein ich konnte es mir nicht vorstellen. Ich wollte es mir nicht vorstellen. Sie alle gehörten zu MIR. Tommi war mein Schutz, der Retter unseres Systems. Und jetzt ist da nichts. Ich frage mich ob es ein Verlust ist. Aber das ist es nicht. Ich frage mich ob sie tot sind, aber das sind sie nicht.
Vielleicht war es nur eine Illusion, oder es ist eine Illusion.

Eine Existentielle Frage: Wenn ich nicht ICH bin wer bin ich dann? Formte sich in meinem Geist und strömte als Gedanke hervor.

Das Du ist genau wie das ICH eine Illusion
Mein Geist formte den Gedanken: Was ist es dann?
Leben ALLES

Ich habe damit gerechnet das ist schlimmer wird, wenn meine Persönlichkeiten zu einer werden - sollte es dazu kommen. Ein Stückchen weit dachte ich, es tut verdammt weh.
Jetzt weiß ich, es ist im Grunde genommen genauso unspektakulär wie die Erleuchtung selbst. Es ist ein Zustand von allem und nichts. Wenn Illusionen Abschied nehmen, hinterlassen sie erst mal eine Reihe von Gedanken und Gefühlen. Ich bin so dermaßen geschult, Gefühle als das zu erkennen was sie sind und ich weiß genau was ich tun muss, um dennoch die Ruhe zu bewahren. Und so war es auch diesmal:

"Schatz ich muss schreiben!"
Britta kennt mich so gut, sie weiß das Schreiben für mich eine Art Stressabbau ist. Ich schreibe meine Gefühle auf und normalisiere sie damit. Es ist meine Art zu verarbeiten, was in mir vorgeht.

Sie lächelte und gab mich aus ihrer Umarmung frei.

Und ich fing an mit diesem Blogeintrag. Nun sind die Tränen getrocknet. Mir ist jetzt bewusst woher diese zarte Traurigkeit gestern kam.
Auch Christiane fragte mich vor einigen Tagen: "Was sagen eigentlich deine Innenpersonen dazu?"
Da sagte ich wahrheitsgemäß: "Ich weiß es nicht, sie sind noch da aber..." Vielleicht hab ich es da schon gefühlt, aber noch nicht erfahren. Diese Erfahrung hab ich erst jetzt.

Christiane ist eine mir wirklich lieb gewordene Freundin. Wir lernten uns in einer Buddhistischen Gruppe kennen und sie schreibt genau wie ich an einem Blog. Bei ihr passierte es im August, ihr ICH verschwand. Sie fiel, verschmolz mit dem Boden und konnte auf einmal nicht mehr lokalisieren wo innen und außen ist.
Christiane schrieb darüber und damals noch dachte ich, es ist nur ein Aspekt von Nondualität. Wir sprachen nicht viel darüber, sie verschwand eine Weile ganz aus meinem Blickfeld. Ich ließ mich in Kundalini 1, 2 und 3 Einweihen und dann passierte es in mir... langsam aber unaufhaltsam. Ich hatte eine Tür geöffnet, die sich nicht mehr schließen lies. Christiane war es dann die mir die Adresse vom Gate gab.

http://liberationunleashed.com/

Ich ließ mir die Seite von Google übersetzen und verstand am Anfang nur Bahnhof. Absolut merkwürdig. Ich registrierte mich im Forum, das - unglaublich umfassend groß sein muss. Dieses Forum gibt es in vielen Sprachen und ist anders als das was ich unter einem normalen Forum verstehe.
Man registriert sich dort und wird danach eingeladen. Ein Guide steht einem ab da zur Verfügung und mit dem Guide geht man durchs (nicht vorhandene ) Tor - das Gate.

Hätte man mir vor Wochen von dieser Seite und dem Forum erzählt, hätte ich das Ganze unter: "Gruselig" verbucht.
Mein Guide heißt "Okay" und er begleitet mich im Grunde genommen immer noch. Ich kann euch das Prozedere nicht erklären, dazu fehlen mir einfach die Worte. Ich kann nur sagen, mein Guide hat mich gefühlt durch das unsichtbare Tor, in eine Welt voller Ruhe und Gelassenheit.
Frieden ist etwas das vorher nur als Wort  existiert hat.
Jetzt fühle ich es in mir. Ich muss nichts mehr tun. Ich kann sein lassen, laufen lassen. Es ist ein unglaublich beruhigendes, entspanntes und gelassenes Gefühl.

Ich kann nun alles sein, ich kann mich weiterhin Jo nennen (das wird auch am einfachsten sein, weil die meisten Menschen mich unter diesem Namen kennen), auch wenn ich sie jetzt nicht fühle.
Ich bin froh, dass A. mir damals diesen Namen Andarnil gab.
Jetzt verstehe ich es erst :)

Namen waren früher immer sehr wichtig für mich, da sie die Existenz unterstreichen. Jetzt gehört das alles zur Vergangenheit... Jetzt ist anders...