Mantra Musik

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Sonntag, 12. November 2017

Über die Kunst des Faulseins


Auf dem Bild sieht man meine Tochter mit Isi, dem Hund meines besten Freundes.

Mein Titel: Über die Kunst des Faulseins, hat eigentlich nicht viel mit diesem Bild zu tun. Für mich jedoch ist das Bild als Einleitung genau Richtig, warum erfahrt ihr gleich.

Dieser Tag am Meer ist für uns zur Normalität geworden, wir genießen die Zeit mit Nichtstun, während unsere Tochter noch fröhlich herumspringt und mit den Wellen um die Wette rennt, sitzen wir oft wie zwei alte Damen auf der Bank und schauen ihr dabei zu ohne den Willen irgendwas zu machen.  Wir lassen die Zeit einfach verstreichen. Manchmal reden wir über Dinge die uns gerade beschäftigen, aber oft schweigen wir einfach, halten unsere Hände und schauen auf das Wasser.
Mein liebster Platz im Haus ist das Bett, ich genieße die Stille im Schlafzimmer, ich genieße die warme Decke, die kühle Luft die durchs gekippte Fenster hereinweht, oft sitze ich mit einer Mütze auf dem Kopf, angelehnt an viele Kissen und schreibe meine Gedanken nieder. Ich könnte mir nicht vorstellen, meinen Laptop mit ins Esszimmer zu nehmen und dort zu schreiben.  Für mich ist die gemütlichste Art zu schreiben im Bett. Vor dem Bett sieht es oft aus, als wäre ein Mülleimer umgefallen, oft sogar ist das der Fall, weil ich an meinem Papierkorb angestoßen bin und der wirklich umfiel und all das was  ich im laufe der Woche weggeworfen habe liegt neben meinem Bett und anstatt es sofort wegzuräumen lass ich es so lange liegen, bis ich keine Lust mehr habe auf Bonbonpapier und alten Zeitungen auszurutschen.

Vor meiner Bettseite herrscht wildes Chaos, vor der Bettseite meiner Frau ist es ordentlich aufgeräumt.
Ich bin ein Messie, ich horte gerne und irgendwann wenn sich genug Müll und Zeug angesammelt hat und ich nichts mehr finde, räume ich auf. Aus dem Grund darf auch niemand außer meiner Frau und meine Tochter das Schlafzimmer betreten.
Paradoxerweise liebe ich es ordentlich schön und gemütlich. Ich hätte gerne ein romantisches Schlafzimmer in dem alles seinen Platz hat - Aber ich schaff das nicht - spätestens einen Tag nachdem ich aufgeräumt habe und mir vorgenommen habe, das es jetzt so bleibt sieht es wieder so aus. Irgendwann hab ich mich damit angefreundet, das es eigentlich vollkommen egal ist, ob aufgeräumt ist oder nicht. Es ist mein Chaos, das ist auch eine Seite von mir. Die Seite die keinen Bock hat aufzustehen und das was ich benutzt habe wieder an seinen festen Platz zu stellen.

Meine Bettseite zeigt wer ich wirklich bin. Womit ich mich beschäftige, was wichtig für mich ist. Wichtig ist nicht Ordendlich zu sein. Wichtig ist mir meine unkonventionelle Unordnung, meine Faulheit, mein Chaos.

Ich kenne viele Menschen die  Ordnung brauchen, die Ordnung im Außen gibt ihnen Sicherheit. Die Sicherheit nach hause zu kommen und alles dort wieder zu finden, wo sie es hingelegt haben. Alles hat seinen Platz.

Und ich kenne Menschen die genauso Chaotisch sind wie ich und solche die Ordentlich in ihrem Chaos sind.

Die kreativsten unter meinen Freunden sind Chaoten. Die unkreativsten sind strukturierte Ordnungsfanatiker.
Für mich hat mein Chaos viel mit meiner Faulheit zu tun.
Dieses: "Ich hab kein Bock jetzt aufzustehen" ist für mich zur Kunst geworden.

Ich muss nicht aufstehen. Ich muss nichts tun, ich kann hier sitzen bleiben während sich der Müll bis zur Decke stapelt. Es ist mein Müll, es ist ok. Ich kann auch dort am Stand auf der Bank sitzen bleiben bis ich festgefroren bin, ich habe alle Zeit der Welt.

Meine Art Faul zu sein, ist Zeitlos. Ich habe begriffen, wenn ich Stress habe, dann liegt das nicht an anderen Menschen sondern an mir selbst. Ich setze mir ein Ziel und ich verfolge das Ziel in einer bestimmten Zeit. Das ist so als würde ich mit einer Stoppuhr neben mir stehen und mit mir um die Wette rennen, wer ist schneller ich oder ich?

Diesen Stress habe ich FAST vollständig abgeschafft. Und  auch meine Frau lebt nach einem ähnlichen Prinzip, seit dem sie Pensioniert ist, wobei  sie immer noch sagt: "Das muss ich tun und das muss ich tun und dafür hab ich so und soviel Zeit" Wäre sie nicht, ich wäre womöglich noch viel Fauler.
So aber sind ihre Ziele auch meine Ziele und auch wenn ich nicht mit der Stoppuhr neben mir stehe, ihr Wecker klingelt uns beide wach.
Ich lasse es zu, das sie die Zeit vorgibt. Das ist das einzige was mich dazu bringt aufzustehen und einen normalen Tagesablauf anzustreben. Sie, meine Tochter und die Tiere, ansonsten ist die Zeit mir egal. Oder genauer, sie kann mich mal.

Wäre ich alleine, ich würde womöglich nur das Haus verlassen um Essen einzukaufen. Ansonsten würde sich mein Leben im Bett am PC  abspielen.

Ich brauche relativ wenig um Zufrieden zu sein. Ein PC der funktioniert, hin und wieder Streicheleinheiten, ein Lachen das durch die Räume schallt. Hin und wieder Meeresrauschen und Menschen mit denen ich schreiben und reden kann.

Mein Faulsein hab ich bis zur Perfektion ausgefeilt. Es funktioniert hervorragend. Als wir heute Shayas Papa zur Bahn brachten unterhielten wir uns auf der Fahrt. Ich sagte:

"Manchmal würde ich gerne wissen wie andere Menschen leben?"  Meine Frau meinte: "Sie sind bestimmt aktiver als wir, sie haben einen Job, sind Dienstags und Donnerstags im Sport, Montags im Verein, haben noch ein Pferd das gepflegt werden muss und beritten werden muss und wenn sie Kinder haben sind sie dauernd unterwegs um die Kinder von einem Ort zum anderen zu bringen".
Darauf sagte ich: "Ich bin froh dass ich faul sein kann"

Und meine Frau: "Ich auch!".

Etwas tun zu müssen, spielt sich im Kopf ab.

Was müssen wir wirklich tun?

Ich schrieb vor ein paar Monaten über das Freisein in mir selbst. Frei von Zwängen, Zensuren, Frei zu arbeiten oder eben nicht.
Das hat einige Kritiker dazu gebracht mir zu erzählen, was sie alles tun und das sie solche Menschen wie ich es bin durchfüttern, wenn nicht per Nahrung dann durch ihre Steuern.
Ja einige Leute waren richtig Sauer.

Ich habe mich daraufhin gefragt, was sie denn wirklich wütend gemacht hat. Das ich berentet bin?  Weil  ich behindert bin und nicht mehr arbeiten kann - kann es ja wohl kaum sein. Zumindest konnten sie mir keine Antwort geben, sie waren einfach Sauer, weil sie glauben mir geht es besser als ihnen, weil ich mehr Zeit habe.
Ich denke es war meine Einstellung, aus meiner Rente das Beste zu machen, nämlich einfach so zu leben wie ich Bock drauf habe. Mal eine Weile rein gar nichts tun, noch nicht mal meine Bettseite aufräumen und mal eine Weile viel tun. Dieses: "Komme was will, mir egal!"
Dieses: "Ich fühle mich in meiner Faulheit befreit".

Die meisten Menschen wären auch mal gerne faul, aber der kleine Teufel in ihrem Kopf sagt: "Du darfst das nicht!"
Er schreibt ihnen vor was normal ist und was nicht.

Faul sein ist hier zu lande Asozial. Man muss etwas tun. "Von Nichts kommt auch Nichts".

Ich habe heute Bernie gefragt wie lange er noch arbeiten will. Er geht auf die 60 zu und arbeitet noch genauso viel wie vor 25 Jahren. Er pendelt von Ausland zu Ausland und lebt aus dem Koffer. Shaya ist das einzige Beständige in seinem Leben, ansonsten hat er schon die ganze Welt bereist, immer von einem Ort zum Anderen. Und das geht so weiter von Jahr zu Jahr.
Er zuckte die Schultern und sagte: "Das würde ich auch gerne wissen!"
Sein Traum ist, im Alter irgendwo in Asien zu leben. Ein Traum den er womöglich nur ein paar Jahre erleben wird, denn wenn er wirklich bis 68 arbeitet, bleibt nicht mehr viel um in Asien ein schönes Leben aufzubauen.

Alle Menschen haben Träume, meist höre ich: "Wenn ich alt bin, dann hab ich mir ein schönes Leben aufgebaut und dann...."
Wir unterhielten uns auch über das Alter, ich sagte: "Bevor ich ins Altersheim komme, bringe ich mich um!" und er sagte: "Das machen eher Männer, wenn sie merken sie können nicht mehr so wie vorher!"
Ich verstehe das man nicht mehr leben will, wenn man nicht mehr frei leben kann. Für mich gibt es nichts schlimmeres als vollständig von anderen Abhängig zu sein. Gruselige Vorstellung.

Frauen denken dann oft an die Familie, wenn  der/die PartnerIN gestorben ist, denken sie an die Kinder, wenn die Kinder groß und aus dem Haus sind, denken sie an die Enkel.
Irgendeinen gibt es immer an dem eine Frau denkt. Männer sind da egoistischer.
Ich glaube ich wäre wie ein Mann. Bevor ich meiner Familie eine Pflege zumute geh ich lieber aus dem Leben.

Auch das ist eine Art Freiheit im Geiste. Zu wissen, das man niemanden das zumuten möchte. Windeln und Dekubitus - Nein danke!

Faulsein hat für mich viel mit Freisein zu tun.
Sich selbst keinerlei Verpflichtungen aufzulegen. Einfach so in den Tag hinein leben.

Letztens sind wir mit einer Freundin am Strand gewesen. Ich konnte nicht lange laufen, weil ich Schmerzen hatte, also setzte ich mich auf die besagte Bank. Es waren an diesem Tag viele Leute am Strand. Kinder ließen ihre Drachen steigen, meine Familie und meine Freundin liefen am Strand entlang und ich saß dort auf dieser Bank und lies das Treiben einfach auf mich wirken.
An diesem Tag musste ich dagegen ankämpfen den dreien nicht einfach hinterher zu hinken, dass Alleinsein auf dieser Bank hat mir zuerst was ausgemacht, aber je länger ich dort saß, desto entspannter wurde ich. Ich sagte mir selbst: "Genieße es doch einfach!" Und so war das dann auch. Ich genoß es einfach dort zu sitzen, während alle Menschen um mich herum etwas taten. Sie redeten, liefen, spielten, stritten, diskutierten, fuhren Fahrrad, führten ihren Hund aus, saßen 5 Minuten neben mir um dann auf die Uhr zu schauen und weiter zu gehen.
Und ich saß dort und sah wie die Wolken vorbeizogen und machte rein gar nichts außer zu sitzen und den Wolken zuzuschauen. Ich hatte alle Zeit der Welt, denn ich wusste nicht wann meine Familie und und Freundin wieder kamen.

Ich hörte das Rauschen des Meeres, schloß meine Augen und gab mich einfach diesem Gefühl des Nichtstuns hin.
Solche Momente machen mich unglaublich glücklich.
Das Nichts tun macht mich Glücklich. Das Faulsein erfüllt mich mit Freude.
Keine Uhr zu haben, macht mich Happy.

Ich habe keine Zeit ergibt einen vollkommen anderen Sinn. Ich habe keine Zeit, weil ich keine Zeit brauche. Ich könnte jetzt auf der Stelle sterben und ich würde Zeitlos sterben. Gut sterben, weil ich hier sitze und nichts tue - das heißt wenn ich gleich meinen Satz beendet habe.

Denn nach diesem Satz beendet ich das Tun. Dann bin ich wieder Faul, weil ich Lust darauf habe.
Weil Faulsein mich erfüllt.

"Vielleicht ist das etwas das sich andere Menschen nicht vorstellen können" sagt meine Frau.
"Vielleicht brauchen sie das um nicht nachzudenken"
Sag ich.

Wenn man nichts tut, sind die Gedanken und Gefühle lauter. Sie klopfen an und machen sich bemerkbar.
Die Kunst des Faulseins ist - das einfach hinzunehmen. Zu lächeln und einfach weiter dort zu sitzen, wo man gerade sitzt.

Loriot hat einen wundervollen Sketch gemacht,  in dem Herrmann einfach dort saß, während seine Frau fragte, was er denn gerade tut. Da sagte er: "Ich sitze hier"

Genau das ist es,  so liebe ich es!
Ich bin Hermann :D

In diesem Sinne
Ein Hoch auf das Faulsein.

Genießt euer Sitzen.
Herzlichst eure Andarnil




Sonntag, 9. April 2017

Verzweifelnde Zeiten... Akustik.


Er hätte sich für Buddha Zeit nehmen sollen... das erklärt einiges.... nicht alles aber manches ...


Adel Tawil - Gott steh mir bei - Akustik Version


Namasté eure Andarnil 

Donnerstag, 19. November 2015

Sind Erwachte Menschen gute Menschen?



Letztens habe ich folgendes gelesen: "Erleuchtete sind bessere Menschen". Und da dachte ich, das ist ein schönes Thema für meinen Blog.

Was macht einen Menschen zum besseren Menschen?

Wir gehen natürlich immer davon aus, das Gut etwas ist, das der Allgemeinheit gut tut und schlecht etwas das der Allgemeinheit nicht gut tut.
Wenn man meinen Blog verfolgt hat, weiß man, dass ich im Laufe der letzten Monate einen anderen Blick zu dem was GUT und NICHT GUT ist bekommen habe.

Erst mal möchte ich die Titel Frage beantworten. NEIN Erwachte (Erleuchtete) sind  nicht automatisch bessere Menschen. Sie sind allgemein reflektierter und klarer in dem was sie tun oder nicht tun. Aber diese Klarheit kann auch genauso gut missbraucht werden um andere Menschen zu beeinflussen.
Ein Erwachter Mensch ist ein Mensch der die Wahrheit hinter den Spiegeln erkannt hat, er hat erkannt, wie diese Welt funktioniert. Diese Erkenntnis bringt Ruhe in den Strudel des Alltags, egal was passiert, aber diese Erkenntnis kann auch Gleichgültig und Arrogant machen, gegenüber denen die die Wahrheit noch nicht erkannt haben.

Das Problem am Erwachen ist nicht der Weg zum Erwachen, das Problem ist wie man mit der Erkenntnis der Ich-Illusion umgeht.

Jemand fragte mich letztens, ob auch Mörder und Vergewaltiger Erleuchtung erlangen können.
Warum sollten sie nicht.
Die Vergangenheit kann kein Mensch ändern, wir haben noch nicht die Möglichkeit zurück zu reisen, um unsere Taten auszuradieren. Aber jeder hat jetzt die Chance sein Leben neu zu überdenken, neu zu gestalten. Sich zu entscheiden.
Diese Chance ist das Stück Freiheit zu dem wir einen Zugang haben.
Sich bewusst zu machen, dass das Leben einer dauerhaften Veränderung unterliegt, heißt auch sich bewusst machen, dass man selbst dieser Veränderung unterliegt. Die Chance ein neues Karma zu schaffen, besteht im JETZT nicht im Gestern und erst recht nicht in der Zukunft. Dieses JETZT, diesen Moment können wir nur in uns beeinflussen. Wir haben immer Zugang zu unseren Gedanken und Taten.

Und hier liegt auch die Entscheidung ein besserer Mensch zu werden, indem man sich bewusst macht, was "besser" überhaupt bedeutet.

Besser heißt letztendlich nichts anderes als sich mit den positiven Energien dieser Welt auseinander zu setzen.

Auf dem Weg zu meinem eigenen Erwachen, habe ich verstanden was Karma bedeutet. Davor waren es nur Worte, Begriffe, Buchstaben.

Ich habe mich gerne mit Worten umgeben, vorallem schriftlichen Worten, die ich in Sätze formte. Zu denken man weiß etwas, heißt nicht, es wirklich im Bewusstsein zu verankern.
Eine Buddhistin fragte gestern in einem Forum:
Ist es möglich liebende Güte an die Terroristen zu senden und ich antwortete:

"Es ist möglich! Ich spreche da aus eigener Erfahrung, seit dem ich weiß wie diese Welt wirkt, wie Karma sich entwickelt, wie es weiter getragen wird - hab ich Mitgefühl mit allen Menschen. Das Schreckliche das wir wahrnehmen, ist für sie etwas anderes,eine treibende Kraft die sie als etwas wahrnehmen, dass sie in ihrer Entwicklung weiter bringt. Es ist ein Irrglaube, aber wenn man von Kind an mit diesem Glauben aufwächst, wird er zur eigenen Wahrheit.

Karma wirkt auch ohne unser Zutun und letztendlich wissen wir nicht wohin es unser TUN trägt. So hart und unglaublich schmerzhaft es ist, es hat seinen Sinn in dieser Welt, jedes Grauen, hat seinen Sinn. Das macht es nicht einfacher und schon gar nicht leichter. Aber wenn verstanden hat was Karma bedeutet und wie es weiter getragen wird, nimmt es ein Stückweit das eigene Leid. Mein Mitgefühl gilt allen Menschen in dieser Zeit... auch den Terroristen.".

Karma wirkt immer und überall.
Als Erwachter Mensch wird dieses Wissen mehr als zur eigenen Wahrheit. Es ist ein Zustand von SEIN, von Existenz.
Ein Sinn ist alles was passiert, egal was es ist.
Solange man es nicht erkannt hat, macht dieses Wissen angst. Es hinterlässt ein Gefühl von Hilflosigkeit.
So ging es mir früher, als ich verstanden habe, dass alles einen Sinn ergibt, auch meine eigene Geschichte. Bekam ich Angst vor der Zukunft, denn die Vergangenheit zeigte  mir, was möglich ist.

Erkennen bedeutet es zu Erfahren. Verstehen heißt nichts anderes, als den eigenen Gedanken und Gefühlen zu glauben, die dadurch entstehen, dass man etwas liest.

Erfahren heißt einzutauchen in das Wissen, es selbst zu überprüfen, darin aufzugehen, eins zu werden mit dieser Erkenntnis - von Wahrheit.
Für einen Erwachten wird dieses Wissen zum eigenen Handwerkszeug. Einmal verstanden kann man immer darauf zugreifen.

Aber es gibt auch Erwachte die damit Manipulieren, die das eigene Wissen missbräuchlich gegen andere Menschen einsetzen.

Es ist naiv zu denken, das jeder Erwachte immer liebende Güte, Freude, Glück und Frieden unter die Menschen bringen möchte. Das Erkennen der  ICH-Illusion schützt nicht vor dem eigenen Ego. Mit dem Erwachen hört es nicht auf.
Im Gegenteil.

Sich selbst bewusst zu werden, wie die Welt funktioniert kann unterschiedliche Motivationen in einem freisetzen. Für die einen ist es die Liebe , die ab da einen großen Anteil an ihrem Wirken einnimmt.
Für die anderen ist es die Macht zu manipulieren.

Für manch einen Guru war es anfangs die Motivation der Liebe, die ihm dazu motiviert hat zu helfen, doch für viele ist es nicht dabei geblieben.

Sich bewusst zu machen, das man selbst manipulieren kann, das man sich am Erfolg des Anderen bereichern kann, ist eine Gefahr in der Arbeit mit anderen Menschen.

Auch hier spreche ich aus Erfahrung. Es ist sehr leicht in den Rausch zu geraten, wenn man von anderen auf einen Sockel gestellt wird.
Ich habe so etwas wie ein natürliches Stoppschild, das mir genau sagt, wenn ich dieses Gefühl von Macht wahrnehme. Ich schau es mir genau an, drehe es von einer Seite zur anderen und werde mir bewusst, was geschieht, wenn ich diese Grenze durchbreche und mich dieser Macht hingebe. Das ist der Moment an dem ich mich gegen finanziellen Erfolg entscheide.

Ich glaube das jeder dieses Stoppschild in sich trägt, der mit Menschen arbeitet. Aber viele das Stopp ignorieren, weil man sich selbst vormacht, es wäre im Interesse des Anderen.
Geld spielt hier eine große Rolle.

Erfolg ist nur ein Synonym für Gier.

Gier ist das was wir alle in uns tragen, mehr als das haben zu wollen was wir haben. Gier ist auch das was Erwachte Menschen wahrnehmen, man wird sich seiner dunklen Seiten bewusst.

Schauen wir uns einfach mal die neuen Gurus dieser Welt an.
Die Wissensträger -  die Menschen die uns die Welt näher bringen.
Wir erkennen die guten Erwachten von denen die Macht in sich tragen, daran, wie sie sich unter das Volk mischen.

Es spielt dabei keine Rolle wie sehr sie einem Menschen helfen. Es spielt nur eine Rolle was sie dadurch gewinnen. Noch mehr Macht?
Noch mehr Ansehen?
Noch mehr überfüllte Regale ihrer Bücher, ihrer Worte, ihrer Sätze?

Und noch mehr Geld.
Vielleicht werdet ihr nun argumentieren: "Auch damit können sie gutes Tun!" und ja natürlich können sie das.

Aber darum geht es hier nicht. Es geht nicht darum, was sie tun können, es geht darum was sie tun und warum sie es tun.

Und glaubt mir, die meisten leben sehr gut von dem, was sie in Seminaren und Workshops verdienen. Und wenn sie 10 % von dem was man ihnen für ihr Wissen gab, in Projekte investieren, leben sie noch besser. Denn ihr Name wird dadurch nur noch berühmter.

Gier ist nicht immer offensichtlich. Es ist ein versteckter Antrieb, der sich weiter trägt. Gier ist eine Sucht nach Erfolg.

Was bewegt einen Menschen dazu das eigene Wissen zu verkaufen?
Was bewegt ihn dieses Wissen nur einer Elite zu präsentieren, die sich den Kauf leisten kann?

Angenommen du bist Arbeitslos, angenommen du bekommst Harz 4, aber du möchtest an einem Seminar eines Erwachten teilnehmen - du wirst es  nicht können, da du dir die Eintrittspreise nicht leisten kannst.

Ich kenne Erwachte die dann sagen: "Es gibt immer einen Weg, wer wirklich daran teilhaben will, schafft das auch!"

Bei solchen Sprüchen muss ich tief einatmen und wieder ausatmen (in solchen Momenten kann es vorkommen, dass ich die Luft anhalte :) ). Alleine das zeigt mir die Motivation hinter all dem.
Es zeigt die Gier.
Hier geht es nicht um den Menschen, um ein Einzelschicksal, es geht um Erfolg, um Macht und es geht darum eine bestimmte Gruppe zu erreichen, eine die ebenfalls Erfolg hat.

In unserer modernen zivilisierten Welt ist Erfolg das was - angeblich - zählt.
Die Wahrheit ist nicht schön, aber je Erfolgreicher ein Mensch ist, desto gieriger wird er, desto mehr Macht übt er aus.

Das Rezept gegen Gier ist  nicht - wie jetzt vielleicht einige glauben - Erfolglosigkeit, sondern das Verteilen des eigenen Erfolgs an andere.

Das sogenannte Glücksprinzip.
Wurde dir etwas Gutes getan - gib es weiter!
Und zwar nicht so, dass man dir etwas "vergleichbares" zurück geben muss.
Gib es Bedingungslos weiter!

Ein guter Erwachter Mensch wird dir sein Wissen unentgeltlich oder durch eine von dir selbst bestimmte Spende zur Verfügung stellen.
Das ist es was wirklich zählt. Dieses Wissen ist allen Menschen zugängig, es ist nichts, das man sich wirklich mit harter Arbeit erkämpft hat. Spiritualität kostet nichts. Erwachen ist kostenlos.
Buddhismus ist für jeden offen.
Die Vorstellung, dass man nur durch einen finanziellen Gegenwert etwas erhalten kann, ist eine Vorstellung von Gier und Anhaftung. Leider hält es sich wie Kaugummi an der Schuhsohle.  - Ein Gegenwert ist es auch, wenn durch mein Wissen, ein anderer ein neues Bewusstsein erlangt und dadurch der Samen von Liebe und Frieden weiter getragen wird.

Mir sagte einmal ein Buddhist: "Buddhismus kann man nicht im Supermarkt kaufen!" und ich sagte darauf hin:

"Stimmt Buddhismus sollte es im Supermarkt umsonst geben!"

Ich bin davon überzeugt, wenn die Seminare Erwachter Menschen umsonst wären, würde sich diese Welt verändern. Denn dann hätten wir alle ein offenes Bewusstsein für den Frieden.

Das ist meine Motivation und ich lade jeden dazu ein, es mir gleich zu tun.


In diesem Sinne...

Namasté

eure Andarnil



Mittwoch, 7. Oktober 2015

Grenzen - Matrix oder wie man den Buddhismus überwindet...



Vor einigen Jahren habe ich einen Text geschrieben: Grenzenlos, hier einige Zeilen davon...
Grenzenlos
Wenn ich über Grenzen nachdenke, sehe ich mehr als nur Zäune und Mauern. Ich sehe über mir diesen Stachelzaun den ich mir selbst gebaut habe.
Jenen der verhältnismässig unverhältnismässig abschirmt, von dem was mich erreichen könnte, wenn ich es wollte. Ich war oft dabei ihn zu erklimmen, habe mir mehr als einmal die Hose aufgerissen. Die Löcher gflickt und festgestellt, es ist so gut wie aussichtslos. Sowohl meine Flickarbeit, als auch den Blick nach oben und den Sprung nach unten. Ich komme einfach nicht weit genug um mich hinüber zu hangeln. Meine Hände reißen in Fetzen und meine Kraft hält die Anstrengung nicht aus. Ich bin darauf angewiesen mir meine Freiheit zu erträumen, denn die Realität ist eine andere. Eine die Stacheln zum Abendessen frisst.
Wäre nur nicht diese Unüberwindbare Abneigung gegen alles was Strukturen hat, Regeln hat, Formen und Normalitäten. Wäre es nur möglich die Freiheit als das zu sehen, was sie ist - ein Kosmos mit unendlicher Weite.
Wären Grenzen wirklich Grenzenlos, würde ich mich hoch erheben in die Lüfte um dann auf der anderen Seite meines Selbst sanft zu landen. Statt dessen mühe ich mich ab, den Stachelzaun zu erklimmen, voller Selbstzweifel und Mutlosigkeit. Denn er erscheint wie eine unbändige Barriere zu sein. Dieser Draht hat mich schon einige Male umwickelt und gehalten, während alles in mir sich danach sehnte - mehr als danach sehnte endlich Grenzenlos zu sein....

Es sind die Grenzen die wir uns selbst aufzwingen, die uns dazu bringen auf dem Boden zu bleiben, jenseits jeglicher Möglichkeiten. Unser Geist will fliegen, sich erheben aus unserem eigenen Sein. Sich weiter entwickeln fern jeglicher Vorstellungen und Illusionen.
Die Sehnsucht die ich damals fühlte, ist heute weg. Es gibt Momente da fliege ich wirklich, fern jeglicher Grenzen. Ich habe verstanden, das alles Möglich ist, solange wir keine Handschellen tragen. Es gibt Menschen die brauchen die Grenzen um sich herum, die Sicherheit gehalten zu werden. Ich war selbst einer dieser Menschen. Ich habe mir meinen eigenen Kokon geschaffen und ich gehe davon aus, das eine unsichtbare Schnurr immer noch vorhanden ist, die mich daran hindert mich noch weiter in die Lüfte tragen zu lassen, bis ich selbst nicht mehr da bin. Aus den Augen aus dem Sinn. Wäre es anders, gäbe es diesen Blog nicht.
Und auch nicht das Geltungsbedürfnis das mich dazu befähigt hier weiter zu schreiben, mich zu öffnen und mich mitzuteilen, auf das man mich lesen möge.

Es gibt Momente da fühle ich diese Schnur nicht mehr, da ist es als hätte jemand einfach losgelassen, der die Schnur für mich hielt. Es ist als würde ich über mich hinaus getragen werden. Und dann kommt der Moment an dem ich nach Unten schaue und mir bewusst wird, wie tief es ist, wenn ich falle. Und dann verlässt mich die Sicherheit und ich stürze.

Vor kurzem gab es ein Video auf Facebook, es zeigte eine Reihe von kindlichen Mönchen bei ihrer Morgendlichen Versammlung. Alle saßen brav in einer Reihe und hörten die Mantren des Lehrer, einige sprachen mit. Doch da gab es einen kleinen Jungen, der von seiner Müdigkeit mitgerissen wurde, etliche Male kämpfte er dagegen an. Mal fiel er nach vorne und erschrak, mal zur Seite, dann wieder nach hinten. Man sah ihm den Schrecken an.
Und man sah ihn an, das er wirklich nicht anders konnte, dass die Müdigkeit stärker war als er selbst. Ich habe gelacht als ich das Video sah, es war so unglaublich niedlich, der Junge hat mich so berührt wie nur Kinder und Tiere das schaffen, dieses tiefe Gefühl von: "Ach ich möcht dich so gerne in den Arm nehmen, du süsser!"

Diese kleine Video ist ein guter Vergleich zu dem was ich unter Fliegen und Fallen verstehe.

Ich glaube das wir die Grenzen die wir bauen brauchen um die Grenzen in uns zu erkennen. Es gibt Menschen denen die Grenzen genügen und dann gibt es Menschen die die eigenen Grenzen überwinden wollen um zu fliegen.
Ich will fliegen.

Ich habe nur eine Ahnung, was mich erwartet wenn ich wirklich frei Fliege ohne unsichtbare Schnur. Vielleicht steige ich höher und höher, vielleicht falle ich auch verdammt tief.

Ich diskutiere seit Gestern über die Grenzen innerhalb des Buddhismus. Ich habe die Vorstellung das der Buddhismus einem einzigen Zweck dient, ihn zu überwinden.
Dieser Gedanke ist auch für mich noch sehr neu, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto interessanter und spannender finde ich ihn.
Buddha gibt uns alles in die Hand, wir müssen nur loslassen.

Uns von dem befreien, was uns Grenzen auferlegt.

Der Buddhismus ist nur ein Synonym für all das was wir (angeblich) brauchen um frei zu sein. Man kann den Begriff beliebig für alles nutzen, was einem bremst oder festhält. Jede Religion, jedes Muster, jede Struktur, jede auferlegte Moral, jede Ethik. Ich weiß das ich mich gerade auf dünnen Eis bewege. Aber was wäre wenn der Buddhismus uns alle Möglichkeiten der Entfaltung, der Grenzenlosigkeit in die Hand gibt.
Und was wäre, wenn es nur darum geht das man wirklich Alles ist, man würde sich niemals schaden wollen, also kein Krieg, man würde nicht hassen wollen, keinen Hass. Man würde sich lieben und somit wäre auch Nächstenliebe, Mitgefühl nicht weiter wichtig. Denn man IST ALLES.
Wenn man ALLES ist, ist es nicht notwendig zu denken es gäbe mehr als man selbst. Weder mehr, noch weniger. Alles ist Alles.

Ich finde diese Vorstellung unglaublich schön. Unglaublich schön. Und ich denke das ist es worum es geht... ich denke also bin ICH.

sICH zu befreien ist ein Schritt. ABER was wäre, wenn wir bereits alle frei sind. All das was wir denken in Wahrheit - ganz vorsichtig ausgedrückt - die Pille ist, die Neo mit der Illusion verbindet und die er dann durch eine andere eingetauscht hat. Und die Wahrheit gar nicht existiert. Unwichtig, vollkommen egal. Alles Illusion, Anhaftung...

Was wäre.... wenn?

Es ist schwierig über die Begrenzungen unseres Geistes hinweg zu gehen, und die Zäune die uns Sicherheit geben zu verlassen. Ich merke selbst wie mein Herz eine Sekunde aufhört zu schlagen, bei dem was dann noch ist. Eine andere Dimension des Seins. Oder gar kein Sein. Ein Kosmos im Kosmos der sich weit öffnet indem man schwimmt ohne Grenzen.
In gewisser Hinsicht sehne ich mich danach, aber mein ICH hat auch Angst zu fallen, die Vorstellung der Vorstellung zu verlassen.
Das Menschliche hält mich fest im Hier und Jetzt und doch bin ich mitten in der Entwicklung.

Ich verstehe jetzt um so mehr... Aber ich kann mit diesen Gedanken nicht viel anfangen. Ich kann mich nicht einfach verabschieden wie Neo es tat als er die Illusion der Illusion verließ.
Matrix gehört übrigens zu meinen Lieblingsfilmen. Schon damals erkannte ich den wahren Kern hinter der Aussage von Morpheus an Neo:

“Ich versuche deinen Verstand zu befreien, Neo. Aber ich kann dir nur die Tür zeigen. Hindurchgehen musst du alleine.”

und:

“Das ist deine letzte Chance. Danach gibt es kein zurück. Nimm die blaue Pille — die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille — du bleibst hier im Wunderland und ich werde dir zeigen wie tief das Kaninchenloch reicht.”

Ich habe das Gefühl, ich bin gerade dabei die rote Pille zu schlucken... bis sie im Magen angekommen ist, dauert noch eine Weile (in Jahren gemessen vielleicht, nicht in Minuten)... wofür ich echt dankbar bin.....

Meine Frau sagte gerade, nachdem ich ihr diese Zeilen vorlas: "Wäre schön, wenn du da bleiben würdest!"
Und ich sagte:
"Wenn alle Dimensionen offen sind, keine Begrenzungen mehr vorhanden sind, kann ich kommen und gehen...."


In diesem Sinne

Namasté

Eure Andarnil


Quelle: Neo - Matrix der Film.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Erwachen der Kundalini



Vor einigen Tagen bekam ich meine Kundalini Reiki Fern Einweihung dritter Grad.
Seit dem fühle ich mich wie ein anderer Mensch. In mir schlummert noch das alte Wesen, das ich davor war. Ich fühle es, es macht sich bemerkbar, erzählt mir etwas und geht wieder, kommt, bleibt lässt sich nieder, ist da und geht wieder. Das vollkommen Neue in mir erlebt die Welt mit anderen Augen. Farben erscheinen mir intensiver, ich höre in der Nacht wundersame Klänge die aus meinem Kopf zu kommen scheinen, denn niemand sonst hört es. Manchmal ist es ein Flötenspieler, dann wieder sind es Klaviertöne und manchmal singt eine Stimme, sanft und zart. Da ich meine Innenpersonen kenne, weiß ich, diese Melodien sind neu und fremd.  Manchmal ist meine Aura ganz hell, dann wieder hellblau, dann wieder violett. Besonders an dem Handrücken kann ich die Farbe meiner Aura erkennen. Das konnte ich zwar früher auch schon, aber jetzt muss ich mich nicht mehr konzentrieren, ich sage Aura und ich sehe sie.

Mit der Kundalini Erwachung hat sich mein Leben verändert - intensiviert. 

Ich meditiere seit einigen Tagen intensiver und über den Tag verteilt bis zu drei Stunden - immer wieder mehrere Minuten, wenn es meine Zeit zulässt. Was dazu führt, das ich mittlerweile auf Knopfdruck ruhiger werde. Mein Atem geht tiefer, mein Herzschlag passt sich meinem Atem an. Mein ganzer Körper kribbelt, vom Scheitel bis zu den Fußsohlen. Meine Hände strahlen, ich denke nur an Energie und schon fühle ich mich wie ein Tunnel durch warmes weißes Licht hindurch fließt. Es ist angenehm, warm, geborgen. Ich spüre wie sich meine Aura weitet, meine Schmerzen in den Gelenken und der Muskulatur haben nachgelassen. Und seit gestern fühle ich einen Bewusstseinszustand den ich mit einem "Wusch" beschreiben möchte. Während ich in tiefer Meditation bin, rast ein Energiestrahl durch meinen Körper. Und genauso schnell wie er kam, verschwindet er auch wieder in den Boden unter mir. Ich fühle besonders drei Blockaden in mir. Die eine befindet sich im Kehlchakra, die zweite auf der Mentalen Materiellen Ebene und die dritte im Herzchakra. Die Blockade im Herzchakra löste sich recht schnell und ich fühlte wie dieser - für mich - sanfter Energiekanal sich noch weiter öffnete.
Besonders die Blockade im Kehlchakra hat mir erst einmal Probleme bereitet. Bereits nach der ersten Einweihung fühlte ich meinen Hals anschwellen, meine Kehle fing an zu pochen. Ein Gefühl als würde mir jemand den Hals zudrücken. Da ich vor der Einweihung schon einiges zum Thema Kundalini erfahren und gelesen hatte, war mir klar, woher dieses Gefühl kam, trotzdem hatte ich erst einmal Angst vor meinen Erinnerungen und Gefühlen. Ich fing an mich intensiver mit meinem Hals zu beschäftigen und ich fing an meine Chakren jeden Tag zu reinigen. Seit Gestern ist die Schwellung im Hals kaum mehr fühlbar.

Anfangs habe ich die Kundalini als Wild und Unbändig wahrgenommen, ich hatte während der ersten Einweihung eine innere Begegnung mit wilden Frauenwesen mit Tiergesichern, die vor mir tanzten und Messer schwangen. Ich fühle mich während dieser Begegnung wie hinter Glas, eine Beobachterin ihres eigenen Innenlebens. Es machte mir keine Angst, ich war nur gleichsam irritiert über diese Distanz und vorallem über diese Bilder. Gleichzeitig strömte es heiß in meiner Wirbelsäule, es fing am Steißbein an und zog sich weiter nach oben, bis es am Herzchakra ankam. Ich fühlte mich wie in einer wohlig warmen Badewanne. Meine Wirbelsäule pulsierte und die Schmerzen in meiner Wirbelsäule nahmen fast schlagartig ab und dann fühlte ich mein Herz. Ich weiß nicht ob ihr diese Gefühle kennt, wenn man sich bewusst wird, das man ein Herz besitzt. Ich fühlte das Blut durch meine Adern fließen und ich fühle das Pumpen meines Herzschlags, ich fühlte wie sich beide Kamern mit Blut fühlen und wie das Blut vom Herzen wieder weiter fließt durch mich hindurch. Auch wenn ich vorher noch relaxt war, das hat mich dann doch etwas aus der Ruhe gebracht. Mein erster Gedanke wahr. Ok jetzt bekomme ich gleich einen Herzstillstand.

Mir war das erste mal WIRKLICH bewusst, was mich am Leben hält.

Die zweite Einweihung war dagegen wie ein zarter Windhauch.

Die dritte Einweihung war wieder ganz anders, diesmal fühlte ich wie sich der Kanal in meinem ganzen Körper erweiterte und dann in einem immer größer werdenden Kopf endete - so habe ich es zumindest empfunden, mein Kopf dehnte sich aus. Durch meinen ganzer Körper durchliefen Schauer, von der Wirbelsäule aufwärts war es warm und vom Kopf abwärts wurde es kühl. In mir war ein einziges weißes Licht, intensiv hell und pulsierend. Ich hatte das Bedürfnis die Arme weit auszustrecken um zu wachsen, mit allem eins zu werden, in allem zu verschwinden. Es war ein merkwürdiges und gleichsam großartiges Gefühl, als würde ich über mich hinaus wachsen, aus mir hinaus treten. Ich sah mich selbst wie ich dort saß. Dieses Gefühl hielt zwei Tage und Nächte an. Nachts wachte ich auf, weil ich kein Bett mehr unter mir fühlte, es war so als wäre alles verschwunden, das Bett, der Boden, die Erde. Als würde ich im Nichts schweben.
Und dann höre ich diese Melodien. Ich höre sie jede Nacht, wenn es still wird. Ich glaube nicht an Engel, aber würde ich an Engel glauben, dann würden sie so singen und ihre Instrumente spielen. Es ist unglaublich schön. Seit dem ich diese Melodien höre, liebe ich es einzuschlafen. Es ist wie ein sanftes Schlaflied, das mich einlullt und mir Geborgenheit gibt.

Sei heute sind diese Begleiterscheinungen  stark gemildert, bis fast gänzlich verschwunden, bis auf die sanfte Melodie. Die Energie die durch meinen Kanal fließt fühle ich nur noch als sanftes zartes pochen in den Handflächen und die Kanal Öffnung in meinem Kopf als zarter Luftzug.

Besonders überraschend finde ich die Tatsache,  das ich weniger schmerzen habe. Die Schmerzen in meinem Fuß durch einen älteren Bänderriss und einem abgestorbenen Knochen, sind kaum noch fühlbar. Die Schmerzen in meiner Wirbelsäule sind fast verschwunden. Das ist für mich ein Wunder. Da ich durch die Skoliose,  Osteochondrose und der Spondylose eine degenerierte, in sich verformte Wirbelsäule habe. Schmerzen sind für mich Alltäglich. Alles was ich jetzt fühle ist eine sanfte pochende Wärme. Bei Bewegung knackt es (was normal ist für mich), aber der ziehende, sich ausdehnende Schmerz bleibt weg. 
Das nenne ich ein wirkliches Wunder und egal wie lange dieser Zustand bleibt, ich genieße es.

Ich weiß noch vor ca 25 Jahren habe ich das erste Mal über die Kundalini Energie gelesen und ich habe mich innerlich total dagegen gesperrt. Ich wollte damit nichts zu tun haben, es machte mir Angst, mir vorzustellen, dass in mir eine Schlange wütet. Ich verband diese Vorstellung mit einer Art der Vergewaltigung durch mich selbst.
Eine - wie ich heute finde - übertriebene Angst, die mit dem was die Kundalini wirklich ist, nichts zu tun hat.
Erst durch A. wurde ich wieder mit meiner Angst konfrontiert. Als sie davon sprach, fühlte ich erst die alte Angst in mir lodern, aber gleichzeitig eine Neugier, ein Gefühl von ankommen. Es war so als würde sich in mir eine fest verschlossene Tür öffnen. Normalerweise war ich sehr skeptisch was Reiki anbetraf. Ich hatte meine eigene Erfahrung mit Energien, das reichte mir voll und ganz. Reiki war für mich etwas fremdgesteuertes, ich konnte mir unter einem Kanal nicht viel vorstellen. Trotz meiner eigenen Erfahrung vor einigen Jahren (wie ich heute weiß, meine erste Erfahrung mit Kundalini), war mir die Vorstellung fremd, nur als Kanal zu dienen, damals dachte ich, die Energie bin ich sebst.

Durch meine Gespräche mit A. veränderte sich das Gefühl in mir. Ich fühlte Offenheit. Und eine Art Sog durch die Tür hindurch zu gehen. Aber es war nicht das Usui Reiki, es war sehr klar die Kundalini die sich in mir bemerkbar machte.

Und so ging ich hindurch. Und ich bin für diese Erfahrung sehr dankbar.
Seit dem ist diese Energie in mir von der ich mich geschützt fühle.
Wie als hätte die innere Weisheit einen Namen bekommen.

Ich empfinde die Kundaline als Ur-Kraft oder Ur-Energie und ich empfinde sie als sehr Weiblich, wild, zart, hingebungsvoll, vereinend und doch freiheitsliebend. Wenn ich mich mit ihr Verbinde, dann zwinkert sie mir zu oder streckt mir die Zunge heraus und ich bin gewillt es gleichfalls zu tun.
Dann wieder ist sie ernst und gibt mir auf meine Fragen Antworten. Ich fühle mich gefühlt und genährt.
Und geliebt.

Ich weiß das der Weg mit meiner Kundalini erst angefangen hat.
Durch einige Erfahrungsberichte, weiß ich dass das Erwachen der Kundalini sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, die einen beschreiben es als Heilig, den anderen macht es angst. Ich rate euch das, was auch mir geraten wurde: Lest euch gut durch, lest auch die Kritiken zu Kundalini Reiki. Und Wenn euch das nicht geheuer ist, dann last die Finger davon. Hört auf eure Intuition und vertraut darauf. Für mich ist dieser Weg wichtig und richtig, weil ich fühle das es mein Weg ist.

Dennoch ist meine Art zu lernen und zu erfahren, nichts was ich empfehlen würde. Ich gehe durch meine Angst, um sie kennen zu lernen, mit ihr zu arbeiten, mich mit ihr anzufreunden um sie dann wieder zu verabschieden. Das ist meine Art. Diese Art ist absolut Grenzüberschreitend. Das was ich tue, wird von den meisten Reikilehrern abgelehnt. Bevor die Kundalini geweckt wird, wird oft zu einer Ernährungsumstellung geraten, sanften Entspannungsübungen, Yoga, Meditation um sich auf das Erwachen vorzubereiten.
Von all dem habe ich die Meditation vorgezogen, das ist mein ganz persönlicher Zugang zu meiner Intuition und hier habe ich die Antwort erhalten, das es richtig ist den Weg zu gehen. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen - ich habe die Schlange lieben gelernt.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Erfahrung geben. Im Anhang habe ich einige gute (wie ich finde) Texte verlinkt.

Ich wünsche euch alles Liebe

Namasté 
eure Andarnil




Links zum Thema:
http://www.paranormal.de/ebooks/pdfVersionen/Kundalini.pdf
http://www.tantra-tradition.de/18.html
http://www.lightoasis.de/index.php?id=35
https://www.yoga-vidya.de/kundalini-yoga/was-ist-kundalini/kundalini-erwecken/

Donnerstag, 24. September 2015

Tagebuch - die Buddhamörderin




Die letzten Tage auf meiner Reise durch und in den Buddhismus haben mich so weit gebracht, das ich in Zweifel gerate ob diese Reise überhaupt weiter geht und wenn ja, wie....

Je mehr ich mich tiefer im Buddhismus bewege, desto mehr komme ich auf der Weltlichen Seite wieder raus.
Wie ein Tunnel, du gräbst dich durch eine schmale Öffnung hinein und dann kommt das Licht, du reißt verzückt die Augen auf und robbst wie eine blöde weiter. Und im nächsten Moment liegst du im Dreck, an dir klebt braunes Zeug von dem du nicht wissen willst was es ist und das Licht ist nichts anderes als eine kleine Glasscherbe die im Schlamm liegt.
Entweder du greifst dir die Glasscherbe die ab sofort dein Nirvana ist. Oder du trittst drauf und ärgerst dich über das braune Zeug das an dir klebt.
Beides hält sich 50/50.

Ich ärgere mich nicht, wenigstens etwas. Aber ich bin auch nicht bereit das illusorische Glasscherben Nirvana  in mein Haus zu lassen. Von mir aus kann die Scherbe da liegen bleiben... bis ein anderer sie entweder aufhebt oder drauf tritt.
"Triffst du Buddha töte ihn!"

Ich hätte eigentlich schon verstehen können, was damit gemeint ist, als ich mein Bild Entmystifizierung
gemalt habe. Rein intuitiv hab ich ein Stück weit in die Zukunft geblickt, als ich mich wie eine Besessene auf der Leinwand austobte. Genau da bin ich jetzt. Der ganze Buddhismus ist Entmystifiziert. Ich hab gerade eben meinen Buddha gekillt.

Entmystifizierung


Nachdem ich mich mit dem Themen: Erwartungen und Ansprüche heute herum geschlagen habe (wortwörtlich), musste ich feststellen, das sich zwar meine Erwartungen (nicht Ansprüche das gebe ich zu, da hab ich schon einige an meine Mitmenschen) an andere Menschen im minimalistischen Rahmen halten aber meine Erwartung und mein Anspruch an mich selbst sind geradezu übermäßig hoch.
Ich wurde immer unsicherer und wenn ich unsicher werde hinterfrage ich den Sinn und Zweck des Ganzen während ich mich eine Weile im Kreis drehe "Check mal deine Base! Alter!".

Irgendwie hat Britta mit ihren Worten dann heute Abend etwas in mir ausgelöst, oder besser erlöst.
Mir sind danach die Tränen gekommen...
sie sagte:

"Ich habe immer an dich und deine Gaben geglaubt. Weißt du, wir haben in den fast 18 Jahren so viel Wundersames erlebt und egal welche Probleme auf dich und uns zukamen, du hast sie gelöst, durch deine Gabe und deinen Zugang zu ihr. Aus irgendwelchen Gründen hast du dir selbst den Zugang blockiert. Aber ich habe immer an dich geglaubt und das wird sich auch nicht ändern. Ich weiß das du ein großes Wissen in dir trägst und ich hab keine Ahnung woher das kommt aber immer wieder beobachte ich verwundert, dass andere denken sie müssten dir noch was beibringen als wärst du ein Kind.  Du bist kein Kind und dir muss man auch nichts beibringen. Du brauchst keine Seminare und kein Studium und erst recht keine Zertifikate,  du trägst das alles schon in dir. Aktiviere dein Wissen und geh deinen Weg und hör auf dich irgendwo anbinden zu wollen. Es ist egal wie es heißt und ob es Buddhismus ist.  Du bist ein guter Mensch und tust gutes, du hältst dich an die Sila und nur das zählt".

Ich habe meine Frau Tränenüberströmt angestarrt. Sie hat in den fast 18 Jahren unserer Beziehung öfter mal so was gesagt, aber erst jetzt hab ich verstanden, dass sie es auch wirklich so meint. Es war gleichzeitig eine Ohrfeige und die schönste Liebeserklärung meines Lebens.

Die letzten zwei Tage verbrachte ich damit die Schülerin in mir wieder zu entthronten, mich zu entbinden. Ich lies es sehr eng werden - Freundschaftlich und öffnete nach und nach wieder den Knoten den ich mir selbst umgebunden hatte. Heute ist es dann aus meiner Sicht eskaliert. Ich hinterfragte auf einmal das Wissen meiner Lehrerin, ich hinterfragte unsere Beziehung und ich hinterfragte mich selbst. Und ich handelte gestern und heute ohne das mir bewusst war, warum es sich auf einmal so eng anfühlte und was das in mir auslöste. Ein subtiles Gefühl nur. Und ich reagiere darauf auf meine Art - Fragen und Hinterfragen, mich erklären und Flucht zur Seite, statt nach vorne oder nach hinten. Beobachten und Hinterfragen und Flucht nach vorne. Fragen und Stillstand.
Ich will diese Respektlosigkeit das Wissen meiner Lehrerin zu hinterfragen, gar nicht entschuldigen, ein anderer hätte es mit Sicherheit achtsamer gemacht. Aber leider geht mir die Achtsamkeit in der Direktheit unter.  Ich weiß jetzt woher es kommt, was es ausgelöst hat und warum ich so reagiere.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Lehrer als meinen Lehrer akzeptiert. Ich hab mich geweigert Schülerin zu sein, seit dem ich denken kann. Ich verstand dieses hingebungsvolle gesalbte: "Wenn der Lehrer das sagt, ist es richtig" nicht. Für mich war es noch lange nicht richtig, nur weil ein Lehrer es sagte. Gleichzeitig hab ich mich danach gesehnt Schüler zu sein. Absolut Ambivalent. Das Ergebnis war, das ich nur dann Arbeiten mit schrieb, wenn das Thema mich gefesselt hat, die restliche Zeit über schwänzte ich entweder den Unterricht und wenn ich da war starrte ich aus dem Fenster. Ich traute den Lehren der Lehrer nicht.

Als ich älter wurde, habe ich meine Lehrer geduzt um eine gleiche Ebene herzustellen.Ich wiedersetzte mich, wenn sich die Ebene veränderte - entweder gleich oder gar nicht. Ich kann es weder ertragen behimmelt zu werden, noch kann ich mich selbst ertragen wenn ich ins Schwärmen gerate. Ich hole mich dann sehr schnell wieder auf den Boden zurück.
Ein Lehrer/Schüler Verhältnis stand immer Ambivalent unter Spannung.
Hinzu kommt ich lerne anders, als die meisten Menschen. Ein Buch ist für mich nur ein Buch mit Buchstaben und Worten. Ich muss mit dem Gefühl hinein gehen können. Mich darin aufhalten, es schlucken und auskotzen, mich damit bekleckern, besuhlen, ich muss es schmecken und darin versinken bis es mich umschlingt. Dann erst verstehe ich es. Ich lerne durch Erfahrung und nicht durch auswendig lernen. Aus dem Grund war die Schule für mich der langweiligste Ort auf dieser Erde. Hätte es Erfahrungsunterricht im Wald gegeben, zwischen den Baumen die Welt erkennen, dann wäre alles anders gekommen.

Zurück zum gekillten Buddha.
Die Spannungen in mir fingen damit an, das meine Lehrerin mir Texte zum Lesen gab und mir sagte wie wichtig es sei, die Texte zu lesen um weiter zu kommen. Ich las und las und entfernte mich Stück für Stück von ihr und mir. Die Wahrheit in den Texten war nur die Wahrheit in den Texten und wurde nicht zu meiner Wahrheit.
Aber ich konnte es nicht in Worte transportieren. Diese Ebene blieb mir bis jetzt verschlossen.
Jetzt hab ich es verstanden. Es ist zum kotzen, ich muss mich erst entthronen und meinen wie ihren Respekt verlieren, damit ich es verstehe... und so paradox es ist, wahrscheinlich waren es die Texte mit denen ich mich nicht verband, die jetzt das Verstehen in mir angekurbelt haben.

Ich weiß nicht ob es mein Karma ist...
Auf jeden Fall ist es mein Thema und momentan denke ich muss man nicht alle Themen auflösen. Manches löst sich von selbst auf.
Ich hab nicht nur den Buddha gekillt, ich glaub ich habe heute die Schülerin in mir ebenfalls abgetötet.

Mir ist schon länger klar, warum mein Leben so abgelaufen ist, wie es abgelaufen ist. Ich schreibe meine eigene Geschichte um die Dinge um mich herum verstehen zu lernen. Weil mein Gehirn nur so funktioniert, indem ich hinein gehe und es erlebe.

Sei deine eigene Insel! Ein schöner Spruch und nicht so marzialisch wie Kill den Buddha...
Ich gehe Risiken ein, die mich dann bis in die Abgründe tragen wenn es sein muss, um die Risiken und die Abgründe zu verstehen.

Es hat viele Jahre gedauert bis mir bewusst war, das Worte einen Sinn haben, auch wenn man sie nicht anfassen kann. Ähnlich wie Helen Keller musste ich erst das Wasser fühlen, bevor das Wort Wasser einen Sinn ergab. Ich weiß noch wie lange ich  mich mit dem Wort: "Kühlschrank" beschäftigt habe. Denn meine Eltern bekamen erst einen Kühlschrank da war ich schon 7 oder 8 Jahre alt. Das Wort ergab einfach keinen Sinn, bis ich vor der geöffneten Kühlschranktür stand. Es war ein absolutes Wunder für mich, die Tür zu öffnen und die Kühle darin zu spüren. Das gleiche Problem hatte ich lange Zeit mit dem Wort Bad. Ich bin ohne Bad aufgewachsen, wir hatten nur ein WC. Erst als ich das erste Mal in einem Bad stand, konnte ich dazu eine Verbindung aufnehmen: Bad - Baden. Also darin steht eine Badewanne, darin kann man sitzen und wenn das Wasser reinläuft  nennt sich das baden. Später habe ich dann versucht mir vorzustellen das es in Baden-Baden mindestens zwei Badewannen gibt - ich habe einen etwas merkwürdigen Humor :). Wenn das Wort für mich keinen Sinn ergibt, fange ich an den Sinn zu suchen, das kann dazu führen, das ich so lange im Internet suche, bis ich den Wortstamm heraus gefunden habe und dann ergibt das ganze auch wieder einen Sinn.

Um etwas zu lernen, aufzunehmen, zu verinnerlichen brauche ich die nötige Erfahrung. Aus dem Grund sind Zahlen ab einer gewissen Größe auch irrational für mich. Ich habe diese Größe nicht gesehen und kann mir nichts darunter vorstellen. Eine Million Schafe kann man nicht überblicken. Für mich sind das "verdammt viele Schafe". Das ist meine Realität und da können mir Tausend Menschen erzählen das es eine Million Schafe sind, das ändert nichts daran, das ich die eine Million Schafe nicht sehe. Ich kann die Sicht anderer Menschen akzeptieren, weil ich gelernt habe, das das was sie sagen einer Wahrheit entspricht. Aber mein Zugang zu meiner Wahrheit ist ein anderer, ich sehe nur viele Schafe um das zu begreifen, brauche ich keine Zahlen. Ich muss auch nicht wissen, wie lange eine Zeit vergeht. Wenn sie vergeht, vergeht sie. Im Laufe der Zeit habe ich mich dazu trainiert überpünktlich zu sein, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich weiß das mein Gehirn komplett anders arbeitet als bei anderen Menschen. Das wurde in einer Klinik anhand etlicher Gehirn Untersuchungen festgestellt. Ich nehme die Dinge anders wahr, ich habe einen anderen Zugang zur Welt. Einerseits bin ich frei von vielen Dingen, wie Konventionen, Zeiten und Zahlen, andererseits isoliert es mich. Ich nenne es mein Alien sein. Erklären kann ich das anderen Menschen nur bedingt. Sie verstehen nicht das Zahlen für mich surreal sind und sie verstehen auch nicht das ich trotzdem Fraktale liebe und geometrische Figuren, denn für die meisten Menschen ist beides eng mit Zahlen verbunden. Ich sehe es vollkommen frei von Zahlen.
Viele Menschen aus meiner Vergangenheit dachten ich sei dumm oder zumindest nicht normal und viele haben mich auch so behandelt. Es gab Zeiten da dachte ich das auch. Doch Britta hat mir die Freiheit meines Denkens erst möglich gemacht, sie ist der erste Mensch der mich wirklich versteht, obwohl sie so ganz anders ist als ich. Sie steht dadurch zwischen den Welten, meiner und ihrer. Normalität hat viele Fassetten und da es mich gibt, gehöre ich dazu.

Ich bin unglaublich froh, über Brittas Worte. Das hat endlich eine Tür der Klarheit in mir geöffnet.

Wohin diese Tür nun führt... keine Ahnung.
Ich habe "meine Illusion" von  Buddhismus geliebt, ich muss lernen das es eben nur eine Illusion von vielen ist, das ist das einzige was ich jetzt noch weiß.

Namasté

eure Jo Andarnil 




Dienstag, 22. September 2015

Glühbirne an - Erkenntnis ein Aspekt der Nondualität



Heute morgen wachte ich gegen 4 Uhr auf. Zuerst war ich genervt, ich wollte so gerne mal länger schlafen, aber seit dem ich mich noch intensiver mit dem Buddhismus beschäftige ist 4 Uhr meine absolute Schlafgrenze, es gibt Zeiten, da gehe ich um 22:00 Uhr schlafen und bin um 1:30 hellwach.
Ich hatte eine Art Eingebung, ausgelöst durch einen Satz den ich in einer Buddhistischen Gruppe gelesen habe:

"Wir sind einfach Buddhisten. Wir sind nicht einmal Zen-Buddhisten. Wenn wir das verstehen, sind wir wahrhaft Buddhisten."
Zitat von Shunryu Suzuki

Und heute morgen hatte ich dann eine Art Eingebung zum WIR, zum NICHTS und somit zur Nondualität.
Ich setzte mein Monatsthema in die Gruppe die ich betreue. Ich schrieb:

"Wir sind einfach Buddhisten. Wir sind nicht einmal Zen-Buddhisten. Wenn wir das verstehen, sind wir wahrhaft Buddhisten."
Shunryu Suzuki
Wie einfach es ist...
Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer Freundin aus Frankreich, wir unterhielten uns über die buddhistischen Sila und sie meinte zu mir:
"Also wenn man sich an die Sila hält und auch an einige Buddhistische Inhalte, ohne zu wissen, dass es sie überhaupt gibt, ist man dann ein Buddhist ohne zu wissen, dass man ein Buddhist ist?"
Diese Frage hat mich nachhaltig beschäftigt. Ich sagte zu ihr:
"Ja könnte man sagen, aber da es vollkommen unerheblich ist, wie man das Ganze nennt, ist es auch unwichtig ob man sich Buddhist nennt.. "
Wir seht ihr das?

Ich bekam daraufhin einige Antworten die sich im Sinn gleichen:

"Wir sind nicht Buddhisten..." "Wir sind NICHTS..."

Daraufhin schrieb ich:

Auch NICHTS ist eine Anhaftung.

WIR heißt nicht ICH, heißt nicht Alles und Alles heißt nicht NICHTS. ... mal in meine Philosophiekiste gegriffen.
Der Aspekt das wir nichts sind, würde hier also nicht zutreffen, dazu müsste man wissen was WIR sind, bzw. wer WIR ist. Und ob WIR überhaupt existiert. Wenn WIR existiert ist es dann nicht NICHTS. Wenn WIR nicht existiert, gibt es das NICHS auch nicht. Weil NICHTS ein Bezug zu einer Sache hat. Sogesehen sprecht ihr nicht von WIR sondern von euch. Und somit - so Illusionsraubend es ist, sprecht ihr vom ICH.

Nachdem ich das geschrieben hatte, habe ich wieder überlegt ob ich es löschen soll.
Aber ich ließ es stehen.

Mir ist bewusst was man mir sagen wollte. Das alles Eins ist, entspringt ja einem tiefen Verständnis vom Miteinander. Doch der Begriff NICHTS ist mir zu Oberflächlich und in dem Fall nicht zutreffend (empfinde ich).


Oder anders - meine Sicht auf die Dinge.
Oben seht ihr eine Bank.
Die Bank verändert sich im Laufe der Zeit. In vielleicht 5 Jahren gibt es sie vielleicht nicht mehr, weil durch Schnee und Regen das Holz verrottet ist. Aber die Bank war trotzdem da. Auch wenn du in 5 Jahren an dieser Stelle vorbei gehst und gar nicht weißt das es diese Bank gab.

Genauso ist es mit dem ICH. Ein ICH Bewusstsein, ist das Wissen um die eigene Identität. Diese Identität ist Veränderbar, alleine durch unsere geistige und körperliche Entwicklung.
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, das ohne das ICH Bewusstsein keine Entwicklung statt finden kann, zumindest nicht beim Menschen.
Das ICH ist also ein wichtiger Bestandteil unserer Existenz. Das ICH ist aber auch ein sehr dominanter Bestandteil des Egoismus. Heißt:
Ein egoistisch veranlagter Mensch wird sich selbst immer im Mittelpunkt sehen im Vergleich zu anderen Menschen. Ein Stück Egoismus steckt in allen Menschen, denn bedingt durch unsere dauernde körperliche und geistige Entwicklung haben wir gelernt dass das was wir wollen, wichtiger ist als das was wir haben.
- wir lernen zielorientiert zu denken, damit wir das erreichen können, was andere Menschen bereits vor uns erreicht haben. Das fängt beim Kleinkind an und hört erst auf, wenn wir Tot sind.

Zurück zu dem Buddhismus und zur Bank.

Wenn wir Buddhisten (oder nicht Buddhisten) von uns behaupten NICHTs zu sein, verändern wir nur unseren Blick vom ICH zum WIR. Was letztendlich nichts daran ändert das wir immer noch im ICH anhaften.
Denn solange wir nur die Blickrichtung ändern, verändern wir nicht die Tatsache das wir trotzdem dual denken.

NICHTs ist Nondual.

Das beinhaltet das wir uns nicht mehr als eine Person wahrnehmen. Solange wir aber über das Nichts nachdenken, fühlen, uns daran orientieren. Es uns körperlich und geistig beschäftigt. Wir noch verwundert sind über unsere Empfindungen, stehen wir noch mitten im ICH, in der Dualität. Denn wir brauchen in diesem Moment noch die Empfindung und Bestätigung der anderen.
Auch wenn 10 Leute zusammen kommen und alle 10 sagen: wir sind Erleuchtet, weil alle 10 das gleiche fühlen, denken, aussprechen und danach handeln, leben sie noch den Dualismus, das ICH.
Auch wenn 100 Leute zusammen kommen, oder 1000 Leute leben sie noch das ICH. Zusammen erleben sie einen nondualen "Aspekt" ihrer Existenz. Sie fühlen sich in der Gruppe bestätigt und gehalten, geborgen. Dennoch ist jeder für sich ein Individuum.

Zurück zur Bank.

Das ICH ist wie diese Bank. Es ist da und es verändert sich. Wenn wir Glück haben und vielleicht ;) Buddhisten sind, lernen wir Mitgefühl für andere Wesen zu empfinden. Wir lernen auch Aspekte der Nondualität kennen. Wir fangen an zu begreifen, das unser ICH in Wahrheit ein WIR ist. Wenn wir in unserer Entwicklung angekommen sind, das unser WIR Gefühl sich noch weiter vom ICH entfernt, kommen wir an einem Punk der Distanz zu uns selbst und zu anderen Menschen. Wir erleben uns als schwimmendes Teilchen inmitten von anderen Teilchen und je distanzierter wir auf dieses Schwimmende Teilchenbild blicken desto mehr verschwimmt alles zu einem einzigen Teil die Distanz verschwindet, wir sind EINS. UND dann mit noch mehr Distanz wird das EINs immer kleiner und immer kleiner und es passiert NICHTS.

Stellt euch vor ihr steht auf einem riesengroßen Kran Platau und schaut von einer Höhe von 3 Meter auf ein Fußballfeld und irgendwo dort unten sitzt eure Tochter auf der Besucher Tribüne. Ihr könnt sie noch sehen und ihr winkt ihr zu. Am Anfang seht ihr noch lauter Menschen und ihr müsst euch richtig anstrengen das komplette Feld zu überblicken. Dann wird euch der Kran 10 Meter hoch bringen und ihr seht auf einmal das komplette Fußballfeld und eure Tochter ist irgendwo dort verschwunden.  Der Kran bringt euch noch weitere 10 Meter nach oben. Die Menschen sind alle nur noch Punkte, eure Tochter ist ein Punkt darin. Weitere 15 Meter, das Fußballfeld verschwindet inmitten anderer Gebäude, Menschen sind keine mehr zu sehen. Weitere 300 Meter und ihr seht nur noch Wolken. Menschen, Gebäude alles ist weg. 1000 Meter. Bei klarem Himmel sehen wir ein paar Lichter und die eine oder andere Gebirgskuppel, der Himmel erscheint uns unglaublich nah, denn wir werden,  je höher wir kommen, Teil des Himmels werden. Zur Erde haben wir eine Distanz aufgebaut. Obwohl wir immer noch Teil der Erde sind, alleine durch den Kran, mit dem wir verbunden sind.

Das Problem an dem Aspekt der Nondualität ist, dass man nicht lange darin verharren kann, ohne den Bezug zur - vielleicht illusorischen Realität - zu verlieren. Denn bevor es wirklich dazu kommt, das WIR verschwinden fragen wir uns automatisch: Ist das was ich erlebe Real oder das was ich vor meinem Erleben erlebt habe? UND in diesem Moment an dem wir uns das fragen, sind wir wieder genau am Anfang, nämlich dem ICH.


Ein großes Problem bei all dem steckt darin, dass viele Buddhisten sich in dem Zustand des Nondualen Aspekts immer weiter von anderen Menschen entfernen. Sie erleben sich jedoch selbst als Teil von allem. Für andere Menschen die diesen Zustand nicht kennen, werden (WIR) zu der Bank die nicht mehr vorhanden ist, weil Schnee und Regen sie haben verrotten lassen (vielleicht ein doofer Vergleich :) ).

Vieles wird auf einmal nicht mehr wichtig. Auf Fragen antworten WIR einseitig. Manch andere Gefühle werden belächelt oder gar ignoriert. Es entsteht eine greifbare Distanz zu anderen Menschen ohne das es uns bewusst ist. Und wenn es uns bewusst wird, reagieren wir auf eine Subtile Weise ablehnend: "Es ist deine Realität und jeder ist das was er glaubt zu sein..."

WIR merken oft nicht, dass das ICH in uns in diesem Moment wieder vollkommen die Oberhand hat. Wir schwelgen in der Erinnerung des Nondualen Aspekts.

Ich glaube - zumindest ist das mein Weg - es ist wichtig bei all dem Nie den Blick zu dem zu verlieren was wir einst hatten. Denn nur so bleiben wir mit anderen Menschen in Verbindung. Nur so erleben andere in unserem Handeln ein Gefühl von Verständnis, Achtsamkeit, Respekt und Mitgefühl.
Und das wiederum impliziert eine subtile Form von Dualität.
Wenn uns also bewusst ist, das wir Mitgefühl empfinden, ist das ein Teil unseres ICHs.
Die Erinnerung des Nondualen Aspekts verbleibt weiterhin in uns, genau wie die Erinnerung daran, das die Bank existiert hat, auch wenn sie jetzt nicht mehr vorhanden ist.

Die Verbindung zu anderen Menschen besteht nicht im NICHTS. Es ist das WIR und somit das ICH das uns alle miteinander verbindet.


Auch wenn das jetzt dem einen oder anderen nicht gefallen mag...

In diesem Sinne

Namasté

Eure Andarnil


Samstag, 19. September 2015

Ein Augenblick



Es ist wie dieser Augenblick als ich auf den Auslöser drückte und das rechte Auge meiner Tochter fotografierte.
Dieser winzige Augenblick ... in ihrem Auge spiegelt sich die Welt. Man sieht den Himmel und die Baumwipfel. Der Wind spielt mit ihren Rotblonden Haaren. Ich war so fasziniert und das bin ich immer noch, wenn diese Bild betrachte. Ihre großen wissenden Blaugrauen Augen in einem ganz jungen Gesicht.

Mein ICH:
Ich halte einen Moment inne und drücke auf den Auslöser, dieser Moment ist für diesen Moment einfach alles. Genau so ist das Leben, nicht anders, nicht schöner oder besser, oder schrecklicher. Es ist einfach da so wie es ist.
Das Bild habe ich gestern aufgenommen, heute ist sie einen Tag älter, dieser Moment wird nie wieder so sein. Wenn ich morgen ihr linkes Auge fotografiere werde ich neue Dinge darin sehen, neue Erkenntnisse, ein neues Wissen. Wenn ich in einem Jahr dieses Auge fotografiere, wird es wieder anders aussehen, in fünf Jahren... in 10 Jahren. Nie wieder wird sie so aussehen wie in diesem einen Moment.

Das Leben zeigt uns jeden Tag aufs Neue die Vergänglichkeit eines Moments. Die schönen Zeiten wollen wir festhalten wie diese Fotografie, wir wollen eintauchen und nie wieder erwachen, aus dem Glück das wir einst fühlten. Doch oft ist es bei dem Unglück das uns begleitet genauso, eintauchen, immer wieder aufs neue, immer wieder aufs neue den Schmerz fühlen.

Warum ist das so?

Thich Nhat Hanh hat es in diesem Hörbuch wundervoll erklärt.




Wie kann man einen Augenblick wirklich in seiner Gänze aufnehmen, verstehen, akzeptieren, annehmen?

Thich sagt: "Wir neigen zu der Ansicht das wir etwas sind, das länger andauert als unser Einatmen, doch das stimmt nicht ..."

"Der Buddha fragte einmal seine Schüler wie lange ein menschliches Leben dauert.
Eine Person sagte 100 Jahre, eine andere sagte 50 Jahre, wieder eine andere meinte, eine Nacht und einen Tag. Und dann sagte jemand: Es dauert einen Einatmem lang. Der Buddha wandte sich dieser Person zu und sagte: Ja du hast die Wirklichkeit des menschlichen Lebens gesehen. Es dauert nur einen Einatmem lang. Und es kann sogar noch kürzer sein, denn während wir einatmen werden wir schon zu einer anderen Person. Das ICH das vor dem Einatmen da war ist nicht mehr das gleiche ICH nachdem wir eingeatmet haben"


Mit jedem Atemzug vergeht die Zeit, jedes ausatmen ist wie ein Blick in die Vergangenheit.Wenn wir uns auf dem Atem konzentrieren, sind wir in der Gegenwart und wir bleiben in der Gegenwart, weil der Atem auf den wir uns konzentrieren fließt. Mit jedem Einatmen werden wir zu einer anderen Person.
Das ICH verändert sich. Die die jetzt schreibt ist beim Ende des Satzes eine andere, als die die den Satz anfing. Wenn du also am Ende meines Blogeintrags angekommen bist, haben wir beide uns zigmal verändert, immer wieder aufs neue.
Die Gegenwart ist immer nur der Buchstabe den du mit den Augen verfolgst. Dabei spielt es keine Rolle wo du im Satz anfängst. Du könntest auch das erste Wort meines Bogeintrag lesen und dann das letzte. Es ist vollkommen egal. Du wirst ein anderer Mensch sein, nachdem du von einem Buchstaben zum anderen gelangt bist. Nachdem du ein und wieder ausgeatmet hast.
Alles kann sich von einer Sekunde zur anderen verändern in dir.

So wie das Auge meiner Tochter,
das heute schon wieder ganz anders aussieht als Gestern...


Somit schicke ich euch bereits jetzt in diesem Moment, während ich hier schreibe, Grüße aus der Vergangenheit...

Namasté

Eure Andarnil


Fotos: (c) "meine Tochter" von Johanna Andarnil Schlitzkus


Donnerstag, 17. September 2015

Tagebuch - Entspricht das was wir wahrnehmen, wirklich der Wahrheit?




Meine Lehrerin hat mich vor eine Lernaufgabe gestellt, die mich wirklich sehr beschäftigt.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie lange ich mich in diesem Thema bewege, manchmal hab ich das Gefühl ich bin angekommen, mein Gehirn weitet sich aus und ich fühle mich für ein paar Sekunden total erleuchtet. Wie eine Glühbirne hell und klar und im nächsten Moment fliegt irgendwo die Sicherung raus und der Alltag hat mich wieder, mit den kleinen und großen Illusionen der Wahrheiten.

Manchmal wehre ich mich regelrecht dagegen, ich lehne mich auf: "Lass mich doch mit diesem ganzen Buddhakram in Ruhe" sag ich mir dann und gebe mich in Aufregung, lasse mich vom "Grr" in mir leiten (ich würde es nicht Zorn nennen, es ist ein aufflackern von Erregtheit, ein Mitfiebern, ein auf einen imaginären Sandsack eindreschen. Sei es nun weil ich mein Weltbild verteidige oder mich in einer Diskussion verfange, die mich keinen Schritt weiter bringt. Meine Persönlichkeiten fühlen dieses Grr in unserer Kehle nahen, zu unserem Kopf steigen und dann ist der Buddhismus mit all seinen kleinen wie großen Hürden vergessen. - Scheißdrauf- ).

Und wenn dann in genau diesem Momenten meine Lehrerin aus dem Nichts auftaucht und mir lächelnd den Spiegel vorhält: "Guck mal was du gerade machst?", frag ich mich für ein paar Minuten, ob der Buddhismus und sie als meine Begleiterin wirklich der richtige Weg für mich sind... Ich möchte "Tsss  tss"sagen, mit der Hand wedeln und sie wegscheuchen wie man eine nervige Fliege wegscheucht..
Was ich natürlich nicht mache, ich bleibe ruhig und sage das ich nachdenken muss. Was ich auch tue und im nächsten Moment taucht dann wieder für ein paar Sekunden die Glühbirne auf und verschwindet genauso schnell wieder.

Ein wichtiger Satz geht mir immer wieder durch den Kopf in solchen Glühenden Momenten, mit meinen Worten: "Ist das was du als Wahrheit empfindest wirklich wahr. Kannst du das mit Ja beantworten?

Und mit ihren Worten:

"Man hinterfragt immer die eigenen Wahrheiten. Denn auch die Wahrheiten anderer können wir nur insofern hinterfragen, wie wir sie im Rahmen unserer Möglichkeiten verstanden haben, welche wir aufgrund unserer Wahrheiten ihnen wiederum als deren Wahrheit zugesprochen haben. Dabei können unsere Wahrheiten über deren Wahrheiten äusserst unwahr sein"

Tss tss... scheuch weg..

Tja da bin ich nun in meiner ganzen Menschlichkeit mitten im Dharma angekommen. Ich kann nicht mehr zurück, das ist mir klar. Und doch wehrt sich hin und wieder so ein kleiner Mala (Sanskrit: मल) Teufel in mir, das alles an mich heran zu lassen.

Ich komme mir oft so dumm vor - nicht in ihren Augen - in meinen eigenen. Wenn sich wirklich mal die Glühbirne einschaltet dann sehe ich die Welt auf einmal anders. Mir wird klar, das es stimmt: Meine Wahrheit ist nur eine Illusion.
Dieses NICHTS das sich dann öffnet ist wie ein Schlag in die Magengrube - Bumm klarer Kopf! Bumm Licht an...

Es ist so als würde man die Erde von einer anderen Welt aus betrachten, ähnlich wie als würde man auf dem Mond stehen und zur Erde schauen. Es baut sich erst einmal Distanz auf und dann öffnet sich ein Loch in das man sinkt, die Distanz verschwindet, der Mond verschwindet, die Erde verschwindet. Sanft und zart und im nächsten Moment wacht man auf, weil man Angst hat zu fallen. Und man ist wieder zurück im Dasein von Dukkha.
Ich hab dann das Gefühl die bis dahin leuchtende Glühbirne ist gerade in Tausend Scherben geplatzt.

Ich habe keine Ahnung ob andere Buddhisten dieses hin und her genauso erleben. Ich weiß auch nicht ob es überhaupt ein Mensch (außer meiner ehrwürdigen Lehrerin und vielleicht noch einigen anderen Erwürdigen Lamas, oder wie immer man sie nennen mag) es geschafft haben, die Glühbirne im Dauerzustand brennen zu lassen.
Meine Lehrerin ist mir ein Mysterium und ich bin sehr dankbar und glücklich (die meiste Zeit), das sie mich als Schülerin begleitet aber gleichzeitig gibt es Momente da wird mir bewusst, wie groß die Verantwortung ist, ich denke dann immer... himmel ich bin ein Kleinkind, das dauernd plärrt und sich dagegen wehrt eine neue Windel zu tragen.

Ich habe meine Illusion vom "lieben Buddhismus" verloren, das hat sich letztens in einem Gemälde von mir manifestiert, meinen "entmystifizierter Buddha".



Sich wirklich in der Tiefe mit dem Buddhismus zu beschäftigen ist ein 24 Stunden Job. Nix mit Pause machen. Wenn man sich einmal in den Tiefen bewegt geht kein Weg mehr zurück, zumindest für mich nicht. Ich tauch ab und tauch auf. Wenn ich aufgetaucht bin, bin ich eine kleine Weile wieder die Jo mit ihrer Schnodderschnauze und wenn ich abgetaucht bin... bin ich Andarnil, die Schülerin von Prajna Karma (eine praktizierende weltliche Yogini) und noch vieles andere. Sie ist in so vielen Dingen bewandert, das ich manchmal dazu neige mich zu zwingen sie als Weltlich zu betrachten, hin und wieder möchte ich mich vor ihr verneigen. Aber alles was ich raus bringe ist ein gekrächztes: "Namasté" und ein tiefes Danke.

Dabei ist sie meine Freundin... wobei sich das gerade in mir verändert. Ich schaffe es nicht mehr so richtig mich in meiner flappsigen Art ihr zu nähern. Dieses "Jo hat gerade Bock auf... dich aufzuziehen, dich zu kitzeln, dir die Zunge raus zu strecken, dich zu ärgern, dich zu umarmen, mit dir kuscheln, gerade mal so richtig angepisst zu sein, dir zu sagen, das sie dich lieb hat und dich braucht!"

Dieses Kindliche in mir fängt gerade an Erwachsen zu werden. Ich weiß nicht ob ich mich ihr jemals wieder so zeigen kann, wie ich es anfangs tat. Manchmal kommt es noch rüber, wenn wir Facebook Bildchen austauschen, ein Herz das leuchtet und verbindet. Zwei Füchse die sich "give me five" geben. Ein kurzer Moment an dem sich zwei Freundinnen ihre Zuneigung zeigen. Er vergeht wieder, wenn ich Schülerin bin und sie Lehrerin.

Ich finde den Zustand im Wechsel der Gefühl (Projektion) nicht schlimm - ich nehme es wahr.

Ich nehme wahr das meine Weltbilder ins Wanken geraten. Ein großes Weltbild ist der Blick in meine Vergangenheit, ich fange gerade an meine Ursprungsfamilie mit anderen Augen zu betrachten. Anfangs hab ich sie für das was sie mit antaten gehasst. Irgendwann sah ich das was ich erlebt habe als Qualität für das was ich heute bin. Jetzt fang ich an Dankbar jedem einzelnen zu sein, für das was er ist und getan hat und immer noch tut. Denn dadurch hatte ich die Chance ein anderer Mensch zu werden. Ich konnte mich frei dagegen entscheiden.
Hätte mir Jemand vor einem Jahr gesagt, ich werde eines Tages meinem Vater dankbar sein, für das was er tat, (unter anderem auch das er mich missbraucht hat und mir fast das Leben genommen hat...hm), hätte ich einen Ausraster bekommen und der Jemand wäre im hohen Bogen aus meinem Leben geflogen. 
Dieses Erfahren kann man nicht an andere weiter geben, das würde niemand verstehen, vielleicht erst recht nicht jemand der ähnliches erlebt hat wie ich.
Oft bekam ich leidvolle Kommentare wenn ich Texte über Missbrauch schrieb und die Psychologische Täter und Opferprofile austauschte. Ich versuchte bewusst zu machen, das es nicht um Schuld geht. Aber so richtig konnte ich es nie begreiflich machen, worum es mir in meinem Text wirklich ging. Jetzt ist mir klar, das es keinen Sinn macht, über mein Erleben zu schreiben - nicht in dem Kontext - weil es eben nur mein Erleben ist. Die Erwartung ein anderer könnte es genauso verstehen wie ich, ist absolut unsinnig. Vorallem weil auch mein Erleben rein Subjekt ist und keinesfalls der Wahrheit anderer entsprechen muss - noch nicht mal meiner eigenen Wahrheit.

Es ist wie ein Karma-Karussell in meinem  Kopf das sich dreht und dreht. Ein Kreis, eine surreale Spirale, deren Anfang mit dem Ende verbunden ist. Der Ouroboros - Eine Schlange die sich in den eigenen Schwanz beißt. Vom Ich-Bewusstsein zum...? Ich weiß es nicht wohin es mich führt.
Vielleicht steck ich auch mitten in einer Regression und komme wieder neu zur Welt.

Ich lass mich überraschen....

Und halte euch auf dem Laufenden (sollte ich im Krabbelalter ankommen, ihr werdet es merken :) )

Euch allen alles liebe von eurer Andarnil 



Freitag, 28. August 2015

Jahres Erkenntnisse - meine Zeit als Schülerin beginnt!


Meiner Lehrerin gewidmet.

Heute ist mein letzter Tag meiner selbst auferlegten friedvollen Woche auf Facebook und überhaupt. Welche Erkenntnisse habe ich gesammelt:
Unglaubliche Erkenntnisse, unglaubliche Sichten in unglaubliche Welten.
Ich musste erkennen, das mein komplettes Selbstbild veränderbar ist, das sich jedes Konstrukt hinterfragen lässt, eigene Gedanken, Gefühle können Wahrheiten sein, müssen es aber nicht. Ich habe endlich eine Lehrerin gefunden die mir ein guter Spiegel ist, sie reizt mich manchmal mich zurück zu ziehen, weil sie mich mit mir selbst konfrontiert und ich bin dankbar zu bleiben, es auszuhalten mich selbst zu sehen in allen Widersprüchen. Ich begreife so langsam das Frieden und Krieg, Gewalt und Liebe nur zwei Seiten einer Medaille sind und somit zur Medaille selbst gehören. Ich begreife das alles vorhanden ist und somit auch auslebbar in alle Richtungen. Das wir alle unseren eigenen Vorstellungen unterliegen und das die Wahrheiten die wir denken,  in Wahrheit nur eine Wahrheit von vielen ist. Mir scheint diese Art der Sicht ist schon immer in mir gewesen. Es ist nur unglaublich schwierig es umzusetzen, anzunehmen und zu leben. Ich bin mitten im Prozess des Zulassens und des Loslösens.

Heute morgen noch war ich ganz angespannt, wegen unserer Tierhof Situation, jetzt wird mir bewusst, das ich die Anspannung gehen lassen kann. Das was passieren wird, wird passieren, wir haben nur begrenzt Zugriff in die Realität weil sie von unserschiedlichen Faktoren abhängig ist, die wir gar nicht alle überblicken können. Ich begreife gerade was Loslassen wirklich bedeutet. Früher dachte ich es ist ein erzwungenes Abschied nehmen von Dingen von denen andere denken, man bräuchte sie nicht, oder von Dingen von denen man selbst denkt, man braucht sie nicht unbedingt. Ein Konstrukt durch Esoterik und asiatischer Philosophie um den Menschen zur Genügsamkeit zu bringen. Auch das ist nur eine Wahrheit von vielen und ich fange gerade an, diese Wahrheit zu überdenken.
Das Loslassen hat viel mit einem selbst zu tun und weniger mit Materiellen Gefäßen. Ich halte oft an Gefühlen fest, weil sie meine Identität erklären und bewusst machen, was ich will und was nicht.
Momentan übe ich mich darin mir bewusst zu machen, das es nicht wichtig ist was ich will und was nicht. Wenn es geschehen soll, wird es geschehen. Wenn es nicht geschehen wird, wird es auch nicht geschehen.
Loslassen ist nichts anderes als Zulassen das es geschieht. Zu handeln durch nicht handeln. Ich wollte mich nie einreihen in die Buddhisten die sich mit ihren Lehrern schmücken, ich wollte keinen Lehrer, mich keiner Schule unterwerfen, ich wollte frei sein. Und während ich noch mit mir kämpfte, was ich überhaupt für eine merkwürdige Buddhistin bin, begegnete mir eine gehörlose Frau mit einer wundervollen Bildsprache. Sie ist in der Schule des tibetisch tantrischen Buddhismus aufgewachsen und doch wurde sie von ihren Eltern sehr frei erzogen. Sie ist deutsche und doch durch ihre Kindheit von Anfang an mit den Wurzeln des Buddhismus verbunden. Sie lebt Religion wirklich frei und ich glaube, dass genau dass die Voraussetzung ist, damit sie meine Lehrerin wurde und ich ihre Schülerin.

Eines Tages fragte ich sie ganz offen ob sie sich vorstellen kann, meine Lehrerin zu sein. Sie lächelte nur und schwieg.
Und doch war ich sehr im Zwiespalt, weil sich Freundschaft mit Respekt ihrer Person als Yogini gepaart hatte. Ich dachte beides geht nicht. Nicht mit meiner Schnodderschnauze und meinem unkonventionellen Wesen. Aber je mehr wir miteinander sprachen über Buddhismus, Dukkha, die Welt allgemein und je mehr sie mich wieder auf den Boden hob wenn ich mal wieder grenzenlos in Selbstmitleid und Panik verfiel, desto mehr wurde mir bewusst, das ich meinem eigenen Konzept von Ablehnung einer Meisterin, einer Lehrkraft, eines Gurus - oder wie immer man den spirituellen Lehrer nennen mag (wir haben da keine festen Regeln, vielleicht noch nicht, vielleicht nie) misstraute. Etwas veränderte sich. Ich hinterfragte diese Gefühle, ich wollte davor weglaufen, denn ein Lehrer bedeutete für mich ein Stück Unfreiheit - auch ein Konzept.
Gestern kam ich dann an einem Punkt an dem es wirklich für mich darum ging, mich dafür zu entscheiden ihre Schülerin zu sein. Ich habe die Nacht darüber nachgedacht, mich mit dem Gedanken angefreundet, das ich immer alles bin, Schülerin wie Lehrerin und das ich mir nichts wegnehme wenn ich einen Menschen in mein Leben lasse, der mir wirklich den Buddhismus näher bringen kann. Ich gestand mir auch ein, in einem Engpass zu stecken, ich dachte zu diesem Zeitpunkt ich müsse daran verzweifeln denn Gewalt geschieht und ich habe nicht die Macht es zu ändern. DIE MACHT, das war und ist mein Thema. Freiheit bedeutet für mich die Macht über mich selbst.

Unser Leben verändert sich gerade rapide seit diesem Jahr. Die Veränderung macht Angst. Sie macht mich Unsicher und diese Unsicherheit spiegelte sich wieder in meinen öffentlichen Updates über unseren Tierhof. Mir war das alles bewusst, aber ich konnte es nicht ändern. Es war wie ein Sog der mich unaufhaltsam mit sich trug. Ich steckte fest.
Heute morgen habe ich lange mit meiner Lehrerin darüber gesprochen und sie hat dazu ein wundervolles Beispiel genannt, dass mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnete:


"Ein Bäcker hat noch fünf Brötchen als du den Laden betrittst. Die Kunden vor dir kaufen sie auf. Es sind keine mehr da. Es ist einfach so und es bringt nichts sich zu ärgern oder mit den Kunden um die Brötchen zu streiten oder zu befürchten das du verhungerst. Würdest du das tun, würdest du dem Leben (verstehe Leben als einen Weg, der so gebaut ist, wie er eben ist) deinen Willen aufzwingen. Das funktioniert allerdings nie, denn das Leben ist nicht mit Komponenten ausgestattet, die das möglich machen bzw. vereinbaren. Es sind erdachte Komponenten. Sie existieren nur in unseren Gedanken, sind eine Illusion, Maya.. . Du würdest es also kontrollieren wollen. Und bist dann in stresshaften Gedanken und Emotionen verhaftet. Du leidest dann. So, wie Frieden nicht etwas ist, was man sich wünscht, sondern es macht. Machen, indem man sich mit den Gedanken auseinander setzt und Frieden findet, Frieden vorlebt, Frieden schenkt etc... Jedem. Erst dir. Dann kannst du es der Britta geben. Und den Tieren. Und Shaya. Und allen anderen. Denn dann bist du Frieden. Was man nicht hat, kann man nicht geben. "


Alleine dieses Beispiel hat so viel in mir berührt, das ich hätte weinen können vor Glück, vor Trauer. Etwas zu verstehen heißt nicht, das man es schön finden muss, es heißt nur das es Klarheit in einem selbst bringt.

Diese Woche hat mich durch alle Instanzen geführt und mich sehr berührt. Nachdem ich Ende letzten Jahres feststellte, das meine ganzen Gedanken sich nur darum drehten, wie schlecht es der Welt geht. Wie schlecht es den Tieren geht, den Menschen, mir selbst und je mehr ich es mitbekam, je schlechter ging es mir, war es nur klar für mich, mich dem zu stellen. Diesen Gefühlen in mir. Mir war klar, ich muss etwas tun. Ich habe nach und nach mein Inneres nach Außen gekehrt, mich sichtbar gemacht. Oder anders den Menschen um mich herum die Jenige gezeigt die ich denke zu sein.
Mein Multiple sein, mein Asperger Sein, meine Kreativität, meine Musikalität, Empahtie, das Grauen meiner Kindheit, mein Einsatz für Tiere und für die Welt, mein Einsatz für andere Menschen.
Es war mir wichtig, mich zu zeigen wie ich mich selbst sehe.
Manchmal sind die Blicke auf mich wie Spiegel gewesen.


Im Laufe der letzten Tage wurde mir bewusst, das ich mir nur das gestatte in mir zu sehen, was andere sehen sollen. Mutter sein war und ist ein großes Thema. Meine Tochter hat zwei Mütter, wer bin ich? Die Frage meines Therapeuten ob ich denn finde ob ich eine gute Mutter bin, hat dieses Bewusstsein ausgelöst. Ich möchte das andere mich als gute Mutter wahrnehmen. Das war meine erste Antwort. Sehr ehrlich. Aber er hörte nicht auf zu fragen: "Aber Jo empfinden sie das auch so?" Und ich sagte nein und musste anfangen zu weinen. Ich weinte die ganze Stunde über, weil mir klar wurde, das ich meinem eigenen Idealbild einer guten Mutter nie gerecht werden kann. Es ist keine Realität, sondern eine Illusion. Da ich selbst keine gute Mutter hatte,  musste ich wenigstens das Idealbild einer guten Mutter sein. Da ich dem nicht gerecht werde, muss ich nur rein logisch eine schlechte Mutter sein.
Das war hart. Und an dem Punkt sind wir immer noch, herauszufinden was für eine Mutter ich in Wahrheit bin.

Sei dem stelle ich mein Muttersein in Verbindung mit dem wie meine Tochter sich fühlt. Sie ist mein ganz persönlicher Spiegel. Je wohler sie sich fühlt in meiner Gegenwart, desto leichter kann ich mir mein gutes Mutterbild vorstellen.
Meine Lehrerin fragte mich, woher mein Mutterbild rührt. Ich musste etwas nachdenken. Vor meinem vierten Lebensjahr bin ich oft mit meinem Großvater in die katholische Kirche gegangen. Ich liebte es die Marienbilder anzusehen und sie zu berühren. Wenn ich an die perfekte Mutter in meinem Idealbild denke, dann ist sie heilig, unberührbar, rein. Als vergewaltigtes Kind fühlt man sich nicht mehr rein. Ich fühlte mich niemals mehr rein. Und diese Reinheit konnte ich natürlich auch nicht auf mein eigenes Muttersein übertragen.

Ich bin anderen Müttern gegenüber immer sehr unnachgiebig gewesen, ich verstehe jetzt warum es so ist. Und ich denke das sich nun vieles verändern wird.

Je mehr ich die Welt verstehe, desto weniger kann ich für oder gegen sie kämpfen. Diese Autonomie machte sich letztes Jahr schon bewusst in mir, je mehr Kräfte zum Kampf aktiviert wurden (gerade auf Facebook) je mehr zog ich mich davon zurück. Ich fühlte mich wie eine neutrale Insel. Während ich damals rein intuitiv handelte, weiß ich jetzt was mich wirklich dazu bewogen hat.

Autonom sein, heißt erst einmal bewusst einsame Wege beschreiten, erst während man läuft wird klar, dass man gar nicht einsam ist. Die Einsamkeit der man sich selbst unterwirft ist auch nur ein Teil der Illusion. Oder anders: Ein Teil von Dukkha. Ich war nie Einsam und werde es nie sein. Mir kam es aber oft so vor, das ich altes Alien so anders bin als der Rest der Welt. Aber vielleicht ist die Welt auch einfach nur anders als ich.
Wenn man anfängt sich bewusst zu machen, das man bislang nur Teil einer großen Illusion war, tut es weh, aber es befreit auch gleichzeitig.

Ich weiß noch wie ich hier auf diesen Blog anfing. Wie mein Blogtitel entstanden ist: Wie es ist als Buddhistin das ICH zu genießen. Damals wollte ich aufbegehren gegen die Tradition des Loslassens, so wie es hier im Westen zelebriert wird.
Ich habe nie angefangen mein ICH wirklich zu genießen, weder als Mensch, noch als Buddhistin. Dazu gab und gibt es immer noch zu viele Baustellen in meinem Leben. Als Buddhistin musste ich erkennen, das meine Intelligenz mich keinen Schritt weiter bringt wenn mein Herz auf der Strecke bleibt. Ich musste erkennen, das es nur möglich ist diese Religion zu leben, wenn ich sie in den Alltag integriere. Mich haben die alten Schriften nur insoweit interessiert, wie sie noch lebbar waren. Die Geschichten in Palikanon waren und sind nie mehr als Märchen für mich gewesen. Natürlich hab ich mich gefragt, ob ich mich überhaupt Buddhisten nennen kann, mit dieser westlich fremden Einstellung zum Buddhismus. Ich musste erkennen, das ich selbst auch festhielt an Traditionen, nämlich meiner Tradition gegen den Strom zu schwimmen. Als ich einmal darüber schrieb: Das ich den Pratyekka Weg gehe und von meiner Lehrerin die Antwort bekam: "Nein tust du nicht, du gehst den Weg von Buddha" und ich verwirrt sagte: "Das meine ich doch!" Und ein Lächeln zurück bekam mit dem Hinweis: "In deiner Sangha ist Britta und Shaya und viele andere!" - dauerte es eine Weile, aber dann verstand ich auf einmal, das ich mich an etwas festgehalten habe -  das viele Buddhisten ablehnten -  eben aus diesem Grund um mich aus der Reihe der "normalen Buddhisten" hervor zu heben.
Wie ärgerlich :)

Ich fühlte mich noch nie normal. Ich war immer schon anders. Mein ganzer Werdegang ist anormal. Anders. Das Alien das bin ich. So habe ich mich gesehen und dieses Weltbild ist jetzt ordentlich ins Wanken geraten.

Heute war der Punkt erreicht an dem mir bewusst wurde, das ich genauso so wie ich bin,  bin wie ich bin. Es ist gut. Da gibt es keine Abstufungen in Anders, normal, Anormal, Alienartig. Es ist egal.
Mit dieser Erkenntnis bin ich an einem Wendepunkt in meinem Leben gelangt. Hier kann ich nun ganz von vorne Anfangen mich der Lehre von Buddha zu widmen. Als ich JO, ohne irgendwelche Schubladen die ich mir im Laufe meines Lebens selbst gezimmert habe.

Das wird nicht einfach werden, das weiß ich. Die Schubladen: Asperger, Multiple Persönlichkeit, Pratyekka usw. gaben mir Sicherheit.
Ich fühle mich ziemlich nackt und daran können die Klamotten nichts ändern die ich trage.

Und ich fühle mich ein klein wenig erleuchtet.
Sehr klar.

Wie es nun weiter geht, keine Ahnung. Ich lass es auf mich zukommen, mein Studium hat eben erst angefangen.
Heute sagte ich zu meiner Lehrerin, dass ich sie mit vollem Herzen als meine Lehrerin annehme.
Ich die ich Lehrer abgelehnt habe, die ich den Tantrisch Tibetischen Buddhismus als zu klassisch hinduistisch angesehen habe, ich habe vor mich allem zu öffnen. Ich denke ich bin nun dort angekommen, wo ich nie hinwollte.  :)

Das Leben trägt merkwürdige Spuren. Ich habe nun ein paar Aufgaben zu lösen.
Was gibt es schöneres als das ICH zu genießen.

In diesem Sinne:

Genießt den Tag, euer Ich, euren Weg!!!
Namasté

Euch alles liebe von der Jo die bald ihren 50 Geburtstag feiert.