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Freitag, 18. Dezember 2015

Die Perfekte Beziehung ...


Zur Zeit begeistert folgender Artikel das Internet:
"Ich will mit dir Single sein"

Eine Freundin hat diesen Artikel geteilt, ich habe ihn gelesen und mir dann überlegt, was für mich so unstimmig daran ist, obwohl er gut geschrieben ist, lässt er keinen Freiraum zu..
Ich habe länger darüber nachgedacht, es mit meiner Beziehung verglichen, mich gefragt, was ist das Geheimnis zwischen dem wie ich Beziehung und Liebe lebe und definiere und dem was in diesem Artikel steht.
Und ich kam zu folgendem Schluss:
Britta und ich haben keinerlei Vorgaben, wir haben keine Vorstellungen, kein: "So musst du sein, damit ich dich liebe!" Kein: "Ich erwarte von dir!" Und ich glaube das Geheimnis einer tiefen Partnerschaft liegt genau darin, dass man keine Vorstellungen hat, das alles sein kann und darf. Und dass beide jederzeit den Moment miteinander genießen.

Nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht habe, habe ich den Artikel kommentiert:

Es sieht nur so aus als wären es keine Fesseln, das "Will" impliziert, das sie genau die Erwartungen an ihren Freund, Mann oder wie auch immer hat und Erwartungen sind immer mit Fesseln verbunden, lassen keinen Spielraum auf Veränderung, auf Nähe, bis hin zur Symbiose zu, sie stellen von vorne herein klar wo die Grenzen sind und das ergibt statt Nähe Distanz. So was nenne ich offene Beziehung... das mag auf kurze Zeit nett sein, aber wehe der Partner möchte es kuschelig, dann ist diese Beziehung zum Scheitern verurteilt.

Eine Partnerschaft hat Bestand wenn sie bereit ist, die Veränderungen des anderen wahr zu nehmen, mitzugehen, gemeinsam erkunden was Nähe bedeutet, der Artikel hat mit Nähe nur in so weit zu tun, das es von vorne herein klar begrenzt ist - nämlich in dem was sie will und erwartet...
nur beschränken diese Bedürfnisse die Beziehung. Wenn man seine Vorstellungen über eine Beziehung stellt, werden diese Vorstellungen immer an erster Stelle stehen. Und das bedeutet im Klartext, das der Partner sich den Vorstellungen anpassen muss, jede kleinste Abweichung könnte das Ende der Beziehung bedeuten. Es gibt somit keinen Spielraum für Veränderung. Jemand der so stark die Situation kontrollieren möchte, wird eine Beziehung lösen, sobald die Veränderungen des Partners nicht mehr ins eigene Konzept passen.

Ich verstehe den Reiz darin dem anderen Freiheit zu gewähren, um selbst Freiheit zu erhalten. Aber ein Quit pro Quo ist eine Abmachung, klare Grenzen, klare Verhaltensmuster und so hart es klingt, keine Garantie für eine gut funktionierende Beziehung aber eine Garantie für Leid und gegebenenfalls Trennung. Eine Liebesbeziehung die funktioniert bassiert darauf das beide sich Verändern dürfen und es dabei zu neuen Erkenntnissen kommt. Dass man sich immer wieder neu begegnet, dass sich Nähe und Distanz abwechseln dürfen, man sich gegenseitig hält, bis hin zu einer kurzzeitigen Symbiose. Man zusammen im Spiel bleibt und die Bedürfnisse und Veränderungen des anderen wahrnimmt und akzeptiert.
Und vor allem erst nimmt.
Dann sind auch Freiheiten Normalität.

Ein "Will" in einer Beziehung wie oben erwähnt bassiert auf Angst und der Erfahrung von Leid. Angst beengt zu werden, Angst sich selbst zu verlieren. Angst vor Enttäuschungen. Aber vor allem Angst zu kurz zu kommen. Man gibt dem anderen Frei, damit es erst gar nicht erst zu einer Tiefe kommt die einem die eigene Kontrolle entzieht. Es ist die Angst vor einer Symbiose, Angst vor Abhängigkeit.

Aber genau das passiert in einer tiefen Beziehung  man wird zum Teil des Partners und durch diese Tiefe wird man auch "Abhängig" und das vollkommen freiwillig. Sobald man loslässt von den eigenen Vorstellungen wie eine Beziehung sein soll - darf alles kommen, ohne das man sich verliert. Diese Art von Abhängigkeit ist weder gesteuert noch kontrolliert, sie bassiert einzig und allein auf dem Gefühl von Liebe, Tiefe und Verlässlichkeit.

Natürlich tut es weh, wenn beide sich trennen. Aber der Partner wird in einer Beziehung, indem es  um das "Wir" geht, das Glück des anderen im Blick behalten.

Die meisten Beziehungen gehen auseinander
- weil die Veränderungen des einem dem anderen entweder Angst machen oder sich dadurch die Tiefe der Gefühle verändern
- weil der Partner sich nicht kontrollieren lässt
- weil äußere Einflüsse den Alltag der Beziehung stören und/oder verändern
- durch Krankheit und Tod
- weil man den Partner einschränken möchte (Besitzanspruch) und dadurch Enge in die Beziehung kommt
- und weil ein oder beide Partner die Tiefe der Beziehung kontrollieren wollen
- Weil einer oder beide Partner Angst vor der Tiefe der Liebe haben
- Weil beide klare Vorstellungen haben die keinen Spielraum erlauben

Es ist eine schöne Vorstellung alles klar zu definieren, wie man sich seine Traumbeziehung vorstellt. Aber die Realität ist so, dass alle Vorstellungen, eben nur Illusionen sind. Man kann nichts in dieser Welt kontrollieren. Weder eine Liebesbeziehung, noch die eigenen Entwicklungen.

Bevor ich Britta kennen lernte, fühlte ich mich sehr verloren. Auch mir ging es so, dass ich mir Freiheit gewünscht habe, den meine Beziehungen waren sehr mit Enge verbunden. Als "Ehefrau" mit Verpflichtungen und als "Geliebte" ohne Verpflichtungen.
Beides war für mich nicht lebbar, ohne schmerz. Ich wünschte mir jemanden der mich so nahm wie ich bin, ohne Einschränkungen.

Ich weiß  noch, als ich mich sowohl von meinem Partner als auch von meiner Geliebten trennte, ging ich in den Wald und schrieb dort einen Brief, ich schrieb all meinen Kummer heraus und dann verbrannte ich ihn. Ich stand dort, sah in den Himmel und sagte: "Alles was ich will ist, dass man mich so liebt wie ich bin, dass ich mich verändern darf und das ich trotz meiner Fehler geliebt und geschätzt. Alles andere ist mir egal"
Sehr Theatralisch wie ich da stand, mit den Händen Richtung Himmel, vielen Tränen die ich davor vergossen habe, verschmierten Kajal und Rotznase.
Wenn ich darüber nachdenke muss ich heute lächeln. Ich mags manchmal Theatralisch.

Etwas später kam Britta in mein Leben, so vollkommen anders als ich, in fast jeder Hinsicht - Äusserlich und oberflächlich betrachtet. Kennt man uns näher, wird bewusst, wie sehr wir uns ähneln. Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind - kommen wir uns näher. Wir sprechen darüber, legen unsere Gedanken und Gefühle offen. Wir streiten auch manchmal, vorallem wenn eine von uns, oder wir beide überfordert sind. Aber wir respektieren unsere Gefühle immer. Und wenn sich einer Verändert nimmt er den anderen mit auf diesen Weg, als Begleitung, als Betreuung, als Stütze. Als ich die Illusion des ICHs durchschaute war es für Britta nicht so einfach, zu verstehen was in mir vorging. Das brachte Unsicherheit in ihr Empfinden. Die Sicherheit die wir in unserer Beziehung aufgebaut haben, steht immer auf wackelnden Boden, der jedoch tief verankert ist, verwurzelt. Meine Aufgabe in unserer Beziehung ist es, das Wackeln auszugleichen, mit einer großen Portion Optimismus. Ihre Aufgabe ist es, in der Stärke die sie ausstrahlt, Schwäche zuzulassen und somit das Wackeln immer ein wenig zu forcieren.

Wir tauschen oft mal die Positionen, mal ist sie die Starke und dann ich. Sie darf schwach sein und ich auch. Nichts hat Bestand und das wissen wir beide.

Unsere Liebe ist etwas, das einer dauerhaften Veränderung unterzogen ist. Ich vergleiche es oft und gerne mit dem Meer, mal sind die Wellen hoch und Temperamentvoll, mal leise und ruhig.

Wenn man weiß, dass alles Veränderung ist, das es nur um den Moment geht. Lebt man auch den Moment bewusst aus.
Was wir beide nicht machen ist Erwartungen an den anderen stellen.
Erwartungen zerstören auf Dauer jede Beziehung, weil sie mit der Vorstellung verbunden sind, das der andere so sein muss, wie man ihn sich vorstellt. Das geht nie gut.

Wenn wir etwas von dem anderen wollen, bitten wir ihn darum und wenn er es nicht erfüllen kann, dann ist das eben so.
Dann hat es seinen Grund.

Die Perfekte Beziehung ist alles andere als Perfekt - sie ist voller Unwegbarkeiten - man weiß nie was auf einem zukommt. Das Haus kann über einem zusammenbrechen, man kann den Job verlieren, oder krank werden und vorallem kann man sterben und nie wieder da sein.

Die Perfekte Beziehung bassiert auf den Moment in dem man sich begegnet, nicht auf Zukünftiges oder Vergangenes. Es ist immer nur dieser eine Moment. Und wenn beide das wissen, tun sie alles um diesen Moment in Liebe zu verbringen, egal was passiert.

Und wenn ich einen Anspruch habe, dann das ich genau diesen Moment nie aus den Augen verliere... mit meiner Frau, Partnerin und besten Freundin.

In diesem Sinne

Lasst einfach los von euren Vorstellungen und genießt das Miteinander jetzt in diesem Moment... alles andere ist vollkommen egal.

Namasté

eure Jo



Samstag, 30. Mai 2015

Ehe für alle!


Facebook hat eine Veranstaltung eröffnet um auf eine Petition aufmerksam zu machen:
https://www.openpetition.de/petition/online/endgueltige-gleichstellung-der-homo-ehe

Dabei gab es natürlich wieder eine Endlosdiskussion, viele Gegner kamen von der Christlichen Ecke, die Idee die Bibel zu zitieren wurde dazu genutzt einen Shitstorm auszulösen, was zur Folge hat, dass das Eigentlich - darum worum es vielen von uns Homosexuellen geht, mal wieder verschüttet wurde.
Nämlich das die Ehe im Grundgesetz verankert ist und somit losgelöst ist vom Glauben und von der Kirche. Wäre das nicht der Fall, hätten wir keine Chance, so aber liegt hier eindeutig ein Verfahrensfehler vor. Da im Grundgesetz auch verankert ist, das es keine Ungleichbehandlung geben darf.
Wenn man sich alleine an diesen Punkt hält der meiner Meinung nach über allem steht, müssten wir schon längst heiraten dürfen. Dieses Problem ist also Menschgemacht.

Die CDU/CSU bekommt ihre meisten Spendengelder (wie auch die SPD) aus christlich orientierten Reihen. Man verliert also eine Menge Kohle wenn man uns per Gesetz für Gleichwertig hält, es ist also einfacher die Wertigkeit herunterzuschrauben und Homosexuelle immer noch als Bürger zweiter Klasse bezeichnet. Das man dann gegen die eigenen Gesetze verstößt nimmt man einfach mal so hin.
So was nenne ich eine verlogene Demokratie!!

Die Wahrheit sieht einfach aus und das sollte wirklich jedem klar sein: Wenn wir unsere Gesetze wirklich für ernst nehmen, dann muss sich hier etwas grundlegendes ändern. Wir können nicht für die einen (die Mehrheit) ein Gesetz fabrizieren und die anderen (die sogenannte Minderheit) aus diesem Gesetz ausschließen.
Damit öffnen wir ein Kastensystem in dem nur bestimmte Kasten in der Wertigkeit nach oben rücken, während andere im Keller bleiben.
Das ist keine Demokratie sondern ein religiös abgestürztes soziales System.

Zu meinem Profilbild und neuem Blogbild:

Noch mal ganz klar für alle:
Warum muss das eigentlich immer alles Exklusive sein? Das ist meine Frage an alle Seiten. Ihr wollt alles nur für euch, statt zu teilen. Zum Thema Religion:
Es ist vollkommen egal welchen Glauben man vertritt, die Liebe sollte frei davon sein, ihr streitet hier über Exklusivrechte, den Begriff Ehe. Es ist doch vollkommen egal. Die Ehe ist in unserem Recht verankert und somit frei von kirchlichen Belangen. Religion hat im Gesetzbuch nichts verloren und das heißt im Klartext, was für den einen gilt, muss auch für den anderen gelten, dabei spielt es keine Rolle ob er Homosexuell, Ausländer oder einem anderen Glauben angehört. So einfach ist das. Von meiner Seite aus, können Christen ja den Begriff der Ehe für sich anders benennen: Christliche Ehe z.B. Damit wäre das Problem gelöst, aber die Wahrheit ist sehr einfach, die Ehe hat keinen Bezug zum Glauben, was in der Kirche passiert spielt hier bei dieser Diskussion absolut keine Rolle. Es geht um Rechtliche Gleichstellung und alles andere ist Irrelevant!

Also haltet doch einfach mal den Glauben aus dieser Diskussion heraus und konzentriert euch auf den Kernpunkt der Aussage:
Was sind die Nachteile von Heterosexuellen Menschen, wenn Homosexuelle heiraten dürfen (von mir aus nur im Standesamt und nicht in der Kirche!!!)? Diese Frage ist wirklich relevant, alles andere ist eine Glaubensfrage und diese ist hier absolut nicht von Belang. Denn das bringt uns auf keinen gemeinsamen Nenner.

Also:


In diesem Sinne:
Demokratie bezeichnet eine Rechtsform die vom Volk ausgehen muss. Und das Volk sagt eindeutig Ja zur Gleichstellung (würde es das nicht tun, würde es gegen die Gesetze sein, hier müssten dann eindeutig die Gesetze verändert werden!!!).

Wenn wir also für eine Demokratie sind, müssen wir uns an unser Grundgesetz halten, das besagt das die Würde des Menschen nicht angreifbar.
 ius respicit aequitatem - Das Recht achtet auf Gleichheit

Dieses Recht ist im Verfassungsrecht verankert. Und somit ist eine Ehe für alle längst überfällig.

Wer mehr zur buddhistischen Einstellung (Mahayana Tradition) wissen möchte, dem ich lege ich dieses Video nahe, eine wirklich sehr schöne Rede des Mönchs Ajahn Brahmavamso Mahathera (Ajahn Brahm).


Namasté

Grüße von der Jo





Montag, 3. Februar 2014

(christliche?) Werte





Ich und meine Familie gehören zu einer Minderheit (auch wenn ich das anders sehe, für die Gesellschaft sind wir eine Minderheit), wir sind keine Christen, wir sind Homosexuell und wir drei Elternteile haben eine Tochter.
Letztens gingen wir zum Informations-Elternabend der Schule in die unsere Tochter im Sommer gehen wird.
Es kam auch das Thema Religionsunterricht auf, ich fragte, ob auch alternativ das Unterrichtsfach: Ethik angeboten wird.
Natürlich wird es nicht angeboten. Shaya wird wie ihre anderen andersgläubigen Schulkameraden Deutschunterricht haben, während christliche Kinder Religionsunterricht haben. Ich finde das weniger gut - vielleicht wird das ein Grund sein, mich doch noch näher mit dieser Thema auseinander zu setzten, denke ich...
Kurz nach diesem Info Abend habe ich einige unschöne Artikel gelesen zum Thema Homosexualität und Kirche (ich habe hier auf meinem Blog berichtet) oder auch Homosexualität und Christliche Werte.
Da ich schon lange mal einen Blogeintrag zum Thema "Werte" schreiben wollte, habe ich heute noch mal intensiv recherchiert und bin auf folgende Seite gekommen:

Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft

Ich habe mich auf dieser Seite eingelesen und erschreckt musste ich feststellen, das ich meine Sicht auf das Christentum noch einmal überdenken muss. Eine Frage die zwingend gestellt werden müsste:

Was unterscheidet das Christentum vom Christentum?

Denn mittlerweile scheint es unglaublich viele Gruppierungen zu geben, die alle von sich das eine behaupten: Wir sind Christen.

Aber zurück zur Webseite.

Dieses deutsche Institut für Jugend und Familie beschäftigt sich intensiv mit der Frage wie die "Minderheit der Minderheit", nämlich diejenigen die unter ihrer homosexuellen Neigung leiden, zu therapieren ist.

Oberflächlich betrachtet wird Homosexualität durch die Beiträge nicht in Frage gestellt, doch schaut man sich die Webseite mal genauer an, gruselt es einen...

Ich zitiere: "Seit über dreißig Jahren setzt sich das DIJG für jene Minderheit innerhalb der Minderheit homosexuell empfindender Menschen ein, die sich mit einem homosexuellen Lebensstil nicht identifizieren kann oder will.
Diese Menschen sind überzeugt, dass Sex mit Menschen des eigenen Geschlechts ihre tiefste Identität als geschlechtliche Person, als Frau oder Mann, nicht widerspiegeln kann. Sie suchen konstruktive Wege zur Veränderung ihres Verhaltens, zur Abnahme ihrer homosexuellen Empfindungen und – soweit es ihnen möglich ist – auch zur Entwicklung ihres heterosexuellen Potentials."

Artikel wie: http://www.dijg.de/homosexualitaet/kirche/warum-ich-als-christ-nicht-homosexuell-leben-kann/

Sehr interessant hier beschreibt ein ehemals homosexueller das man als Christ nicht Homosexuell leben kann, denn es widerspricht sich mit den christlichen Werten.

oder:
http://www.dijg.de/homosexualitaet/lebensberichte/mein-weg-heraus/

setzen das schreckliche Leben homosexueller Menschen gut in Szene.

Christl Ruth Vonhold, die Betreiberin der Webseite, scheint davon überzeugt zu sein Homosexuelle therapeutisch behandeln zu können, so dass sie sich für ein heterosexuelles Leben entscheiden können. Zwar behauptet sie auf ihrer Seite, dass eine Umpolung nicht möglich sei, sie beschreibt jedoch "Therapien" die sie und ihre Kollegen anbieten, wie z.B. Reorientierungstherapie, Reparativtheorie und Gay-affirmative Therapien.

Desweiteren verlinkt sie auf diese Seite:
http://www.homosexualitaet-veraenderung.de/ 

Hier wird  Homosexualität als "nicht angeboren" bezeichnet, man spricht auf dieser Webseite von: "Homosexueller Anziehung" und davon das mit Hilfe geeigneter Therapien die unerwünschte homosexuelle Anziehung verringert werden kann und ein heterosexuelles Potential entwickelt werden kann.

Erschreckend für  mich - Diese sogenannten "Therapeuten" arbeiten bei uns im Odenwald, in meiner Nähe sogar.

Es ist wissenschaftlich bewiesen (1993 das erste mal vom Humangenetiker: Dean Hammer, später konnten das William Rice und seine Kollegen durch eine Studie noch bekräftigen) dass Homosexualität angeboren ist. Diese Therapeuten sind jedoch in ihrem  "Christlichen" Verständnis so dermaßen verhärtet, das sie solche Wissenschaftlich fundierte Studien ignorieren und immer noch junge Leute therapieren. Das ist für mich unverständlich und geradezu grotesk.

Erschreckend ist auch, dass Vonhold diese Therapien unter dem Deckmantel der Christlichen Nächstenliebe gibt, die Ratschläge an betroffenen Eltern homosexuell orientierter "Kinder"  von  Dr. Socarides:
http://www.homosexualitaet-veraenderung.de/rat-fuer-eltern/was-eltern-tun-koennen

Zitat:
(Dr. Socarides): "Ich sage ihnen dasselbe, das ich auch Eltern sage, deren Kinder Drogen nehmen. Ich sage ihnen: Sie haben als Eltern nicht versagt, Sie sind jetzt nicht hilflos und Sie sind auch nicht allein."

Auf die Frage ob man kleinen Jungen Puppen zum Spielen geben darf:

Zitat:
"Auf keinen Fall. Ich weiß nicht, woher der Gedanke stammt, aber diese modische Idee, kleine Jungen sollten mit Puppen spielen, ist dumm und gefährlich. Empfindsamkeit, Sensibilität lernen Jungen normalerweise von ihren Schwestern. Oder von ihren weiblichen Spielkameraden oder später von Klassenkameradinnen. Sie brauchen keine Puppen. Was sie am dringendsten in diesem Alter brauchen, ist ein Gefühl für ihre Identität als kleine Männer, die später Väter werden wollen"

Natürlich durchleuchtet diese Webseite auch den Wunsch nach Ehe und Familie homosexueller Paare - diesen Bereich habe ich jedoch bewusst nicht gelesen (ich kenne mich, wenn es um DAS Thema geht, geht mein Blutdruck schnell mal nach oben), daher kann ich nichts darüber sagen.

Was mich jedoch wirklich interessiert:

Symbolisiert diese Seite wirklich das Christliche Gedankengut?


Meine persönlichen Gedanken hierzu: Das ganze passiert hier um die Ecke, was mich echt erschreckt hat... dachte ich doch, solche Gruppierungen gibt es nur in Großstädten und nicht gleich neben an...
Der Odenwald ist ein Multi-Kulti Bereich, gerade hier bei uns leben viele Nicht Christen zusammen mit Christen unter einem Dach. Wir sind zwar eine Minderheit als Buddhisten, aber nicht als Nicht-Christen.
Es betrifft ja nicht nur uns, sondern auch andere Eltern und Andersgläubige. 
Das Wörtchen Toleranz wird in dem Zusammenhang mit einem großen Fragezeichen versehen.


Wenn ja, können sich Christen überhaupt erlauben Tolerant zu sein?


Wie denkt ihr darüber?

Nachdenkliche Grüße und ein Namasté

von eurer Jo



Bildquelle: Martina Schradi
http://www.achsoistdas.com/
Biografische Comic Reportagen, unter anderem auch mit uns als Familie:

Ach , so ist das?!

Das obige Bild ist von mir ein klein wenig verändert:  All You need is Love ;)

Freitag, 31. Januar 2014

Heilig Unhei(m)lig angepisst!



In den letzten Tagen habe ich vermehrte Diskussionen mitverfolgt zum Thema Heilig. Dabei spielten Religionen erst mal eine untergeordnete Rolle.
Es ging um Heilige, Gurus, Menschen allesamt, die allesamt von anderen Menschen heilig gesprochen wurden. Die letzte Diskussion handelte von Kamala Reddy (Mutter Meera, ich schrieb bereits schon einmal von ihr).

Ich reagiere mittlerweile gereizt wenn ich damit konfrontiert werde und möchte hier in aller Form offen legen, das ich mich davon distanzieren möchte, was als "Heilig" oder "Göttlich" bezeichnet wird. Ich finde menschliche Taten als absolut Unheilig. Es gibt nichts und niemanden der "Sünden" bereinigen kann, kein Gebet hilft wenn du Scheiße gebaut hast. Die einzige Möglichkeit die man hat, ist dazu stehen und sich dem Stellen, manchmal hilft es sich zu entschuldigen. Aber meistens ist es zu spät.

Der Mensch erhofft sich mit einem Vater Unser den Qualen der Hölle zu ergehen, auch eine tolle Erfindung um dem Schuldprinzip immer gegenüber zu stehen und sich selbst als ewiger Sünder zu bekennen.
Interessanterweise sind einige westliche Buddhisten der gleichen Meinung.

In einem Video der Shamadi Sangha Berlin zum Thema Himmel und Hölle heißt es z.B. Zitat: " wir sollten versuchen nicht in die niederen Bereiche hinabzusteigen, sozusagen in den niederen Bereich wiedergeboren zu werden..."
Und dann:
"Der Buddha erklärt ganz klar, dass diese Bereiche tatsächliche Orte sind. ... das sind tatsächliche Orte wo man wiedergeboren wird, nach dem Tode..."
(Der Link zum Video setze ich am Ende des Textes.)

Die Interpretation von buddhistischen Texten hinterlässt bei mir so etwas wie ein leichtes kitzeln im Hals, wie beginnende Halsschmerzen oder ein leichtes Würgegefühl. Christliche, Esoterische und Buddhistische Werte werden mal kurz zusammengewürfelt und in cool inszenierten Videos wieder rausgehauen - Buddhismus in 10 Minuten!
Für den Westlich geprägten Buddhist natürlich. Bei solchen Texten weiß ich warum ich in keiner Sangha bin.

Wir haben es uns super einfach gemacht Gurus auf eine Höhe weit über unseren Köpfen zu heben, das Knien fällt den wenigsten schwer, sie knien nieder um Buße zu tun, oder um nach Heilung zu flehen.
Kritik, egal ob Sachlich oder (wie man mir im Falle von meinem Blogeintrag zu Kamala Reddy vorwarf) unsachlich - also Gefühlvoll, werden nicht geduldet.
Die Hölle ist überall und könnte an die nächste Tür klopfen, daher schnell den Kopf einziehen (nur nicht größer werden) und am besten Augen zu und Knien nicht vergessen.
Mich kotzt dieses Unheilige "Heiligmachen" von Menschen die doch nur ihr Ego aufpolieren, heftigst an.
Mir ist bewusst, das ich mich jetzt ins Fadenkreuz derer setze die nur auf so einer lesbischen "Höllenfürstin" wie mich gewartet haben.
Jemanden der all das was von Kirche, Esoterischen Gruppierungen und Sektierern aufgebaut wurde, niedermetzelt und in Frage stellt.
Ich schrieb unter meiner Kritik zu meiner Kritik ( ;) ) wer mit meiner unbequemen Art nicht umgehen kann, sollte mich meiden und das meine ich Wörtlich.

Offiziell bekenne ich mich hiemit zu KEINER Heiligkeit, egal ob sie nun Papst oder Dalai Lama heißt,
Die Welt braucht nicht noch mehr Gurus, die Welt hat bereits genug von diesen Menschgemachten Unsterblichen.
Genauso wenig bekenne ich mich zu Sanktionierern (sollte es das Wort noch nicht geben, sollte man es schnellst möglich in die Duden setzen), die nichts besseres zu tun haben, als "alte Werte" aufrecht zu erhalten. So wie z.B. in einem Artikel,  ein Bischof meinte: "Homos müssten wie Kinder gezüchtigt werden!"

Hallo in welcher Welt leben wir? Dürfen sich Bischöfe über das Gesetz stellen und Kinder schlagen? Allein das Wort: "Züchtigen" treibt mir die Spucke aus dem Mund.
Interessanterweise ist diese Betrachtung wohl nicht neu, der nächste Artikel ist auch nicht viel besser:
"Kinder schlagen im Namen Gottes".
Wir schreiben das Jahr 2014, gut der letztere Artikel ist von 2011 - ich wiederhole: zweitausendelf!!!

Nein es handelt sich hier nicht um eine Sekte, die Kindesmisshandlung betreibt, sondern um Christen. Leute die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihre Schäfchen zu zählen.
Und Nein ich bin jetzt nicht polemisch, die Artikel kann man beide nachlesen. Man kann sich sogar Bücher zu diesem Tränentreibenden Thema bestellen.
Bücher mit dem Titel: "Eltern Hirten der Herzen" oder "Kinderherzen lehren"
Mal ganz im Ernst mit der größten Schnodderschnauze die ich gerade aufbieten kann:
Leute seid ihr noch ganz dicht?

Gurus die so viel gutes tun - ja was denn um alles in der Welt? Was tun sie denn schon, außer Menschen manipulieren und sie knien lassen und ihnen erzählen wie die Welt funktioniert, dabei die Hände aufhalten und Shirts mit dem eigenen Namen verkaufen.
Und Bischöfe die meinen sie müssten zur Gewalt aufrufen, gegen Homosexuelle und Kinder.
Es erschreckt mich zu tiefst. Ich finde das ganze so was von widerlich und pervers. Ich distanziere  mich von all dem und ja... ich bin gerade so was von geladen.

Mensch wach endlich auf...

Ach und weil wir gerade dabei sind:
Ich habe keinen Bock auf Leute die mich anrufen und fragen wie es  mir geht und dann wieder auflegen, weil sie keine Zeit haben die Antwort zu hören!!

Freude, Friede und Kuchen ohne Ei ist heut nicht!
Es kotzt mich an und wenn das wo weiter geht, hat Facebook und Co mich von hinten gesehen!!

Grüße von einer die gerade Unheimelig drauf ist!
Jo -  ohne Namasté, da müsste ich mich nämlich verneigen und darauf habe ich gerade keinen Bock!!



Quellen
Video Shamadi Sangha Berlin:
http://www.youtube.com/watch?v=od1J7nkDAt4

http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Sanktion
Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=20934
Artikel: http://www.ndr.de/regional/zucht101.html
Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilig von mir etwas abgeändert. Wer ein Problem damit hat, kann sich ja melden ;)

Sonntag, 2. Juni 2013

So viel passiert...

Wie es ist Vegan zu leben...

Seit einem Monat leben wir vegan.
Anfangs war es nicht einfach, Shaya fehlte der Käse und die Milchschokolade. Mir ging dauernd durch den Kopf, dass ich früher andere Veganer eher belächelt habe. Früher konnte ich mir ein Leben ohne Milchprodukte nicht vorstellen.

Früher ist gar nicht mal so lange her.

Seit dem wir hier wohnen ist viel passiert, wir bekamen Schafe, die Schafe bekamen Lämmer. Einige Hühner starben... wir mussten feststellen, dass die Arbeiten am Haus warten müssen, anderes nahm unsere Zeit in Anspruch, die Tiere gingen vor. Mittlerweile leben auf unserem Hof 12 Tiere, 5 Schafe, 2 Hühner, drei Katzen und Hunde.

Zu den Schafen kam auch noch unsere kleine Bebbles dazu, ein blindes Kätzchen. Vieles trat in den Hintergrund, andere Dinge hatten auf einmal mehr Präsenz. Unsere Welt drehte sich anders... intensiver und natürlicher als all die Jahre davor.
Das was mir früher immer wichtig war, trat in den Hintergrund, hatte keine Wichtigkeit mehr. So laufe ich mittlerweile am liebsten in Gummistiefeln durch die Gegend. Sie sind für mein Landleben ideal. Gummis oder Crocs. Super bequem und für Stallarbeiten geeignet.
Mein Leben spielt sich nun zwischen Mutter-Sein und Stall ausmisten ab und ich merke am Besten lässt es sich beim Stall ausmisten meditieren. Hätte man mir früher gesagt das ich manchmal Wadenhoch in der Scheiße stehe, hätte ich den Leuten den Vogel gezeigt. Gerade jetzt wo es im Dauerregen kaum noch einen trocken Platz finden lässt, ist wadenhoch noch nicht mal übertrieben.

Dafür bleiben andere Dinge liegen, dieser Blog zum Beispiel, der anfangs sehr wichtig war, hat nun im Grunde genommen ausgedient. Natürlich werde ich weiter schreiben. Aber letztendlich ist mein neuer Blog wichtiger, denn der Buddhismus ist nun wirklich Alltag geworden, ich lebe ihn ohne großes Tamtam, im Stillen. All das was mich jetzt begleitet, meine vegane Ernährung, die Tiere, meine Einstellung zu Geld, Güter, Designer Kleidung, Freunde und Familie, Lesbisches Leben allgemein - all das ist Teil des Buddhismus und somit auch Teil einer Entwicklung die sehr schnell fortschreitet.
So hat die Entscheidung keine Milchprodukte mehr zu konsumieren, weitere Entscheidungen mit sich gebracht. Wir haben unsere Ernährung umgestellt, kaufen weniger Süsses, kochen viel mehr als Früher und machen auch solche Sachen wie Soja,Hafer und Mandelmilch selbst. Ich merke dieses Leben ist viel erfüllter als meine erfüllten Jahre davor.

Aber auch andere Dinge sind hinzu gekommen, ich habe nicht mehr so viel Zeit für Freunde und Bekanntschaften. Das Landleben ist wichtiger. Auch die Trauer ist wichtig geworden, die Trauer die sich jetzt einstellt, wenn ich Kühe betrachte. Diese Sichtweise auf andere Tiere ist nun intensiver und nicht mehr durch Unwichtigkeiten zu unterdrücken. Ich weiß jetzt was sie erlebt haben, wenn ich ihre großen sanften Köpfe ohne Hörner betrachte und ich weiß viele dieser sanften Riesen, werden das nächste Jahr nicht mehr leben. Jedes mal wenn ich spazieren gehe und dabei Kühen begegne erlebe ich ein unendliches Leid, das ich nicht mehr so einfach wegkicken kann.

Auch schöne erhabene Dinge sind hinzu gekommen, unsere Schafe haben zwei Lämmer geboren. Es gab und gibt Momente da sitze ich einfach neben dem Schafsstall und sehe den Tieren beim Weiden zu und dabei verliere ich die Zeit. Meine Gedanken verschwinden nach und nach und eine unendliche Stille berührt meine Seele. Das ist der Moment an dem ich merke wer ich bin, was ich bin und wo ich bin. Die Laute der Umgebung werden von der Stille in mir übertönt.

Ich fühle mich eins mit allem um mich herum. Teil davon von einem großen Ganzen, von dem ich früher nur sprach, welches ich aber nicht fühlte. Mein Herz schlägt langsamer und achtsamer. Oft genug bin ich aus der Versenkung erwacht weil ich gerufen wurde, oder weil mein Hund Besucher anbellte und merkte zu meinem Erstaunen das ich weinte. Trauer und Glück vereinen sich auf einer Ebene. Die Trauer weil alles vergeht und das Glück weil ich dieses Vergehen erleben kann.

Welch glücklicher Mensch ich doch bin.

Dieser Blog wird nur noch selten beschrieben. Wenn ihr mir folgen wollt, dann kommt zu uns auf den Tierhof Amoa.
Das ist Maxi, eines unserer Schafe.



Dort bin ich ab sofort immer zu finden. Ich werde über Vegane Ernährung schreiben und vor allem auch über unsere Tiere, das Landleben allgemein. Hin und wieder werde ich Videos einfügen die meine Entscheidung zur veganen Ernährung erklären.

Das Leben geht weiter, jeder Tag ist ein neuer Tag, ein endender Tag, eine Gegenwart in einer unendlichen Zeit.

Bevor ich es vergesse, wir werden NIE so Vegan leben, wie wir es gerne wollten. Das ist auch nicht notwendig, wenn jeder seinen Fleischkonsum und Milchprodukte Konsum drosselt, dann ist den Tieren schon geholfen...

Ich habe noch Hoffnung... und wie diese aussieht, erfahrt ihr auf meinem neuen Blog...

Ich wünsche euch alles Gute.

Eure Yen, alias Jobrisha, alias Jo...usw.

Juni 2013