Mantra Musik

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Montag, 21. September 2015

Zu: Stell dir vor...

... es ist Krieg ... 

Mein vorheriges Bild ist sozusagen die Vorbereitung zu diesen Blogeintrag.

Stellt dir vor es ist Krieg...

Ein Krieg kann unterschiedlich aussehen, es kann ein Krieg mit Waffen sein, der den Konflikt unterschiedlicher Länder zeigt und in die Geschichte der Länder eingeht. Sowohl karmisch als auch Psychologisch hinterlässt ein solcher Krieg großes Leid.
Ein Krieg kann auch ganz persönlich sein, ein Krieg der mit Missbrauch, Vergewaltigung und Folter anfängt und vielleicht nie endet.
Ein Krieg der sich in der Seele eines Menschen verhakt wie ein Beil.

Jeder Krieg ist schmerzvoll, leidvoll und bringt neue Qualen mit sich. Die Opfer sind zahlreich auf beiden Seiten. Am Ende eines Krieges gibt es keine Täter mehr nur noch Trümmer, Verzweiflung, Angst, Hass, Blut und Tod.


Mein obiges Bild mag verstörend sein, es ist ein kleines Mädchen mit einem Band um die Augen, stoppt Folter. Es hätte auch ein anderes Band mit einer anderen Aufschrift sein können: Stoppt Krieg! Stoppt Gewalt!

Dieses kleine Mädchen bin ich im Alter von vier Jahren. Einen Tag bevor das Bild (ohne Band) aufgenommen wurde, war meine Welt noch in Ordnung.
Ich hatte Menschen um mich herum die ich Mama und Opa nannte, ich bekam genug zu Essen, einmal in der Woche wurde ich in eine große Zinkbadewanne gesteckt, die Mama dafür von Draußen herein holte, es war mollig warm in der Küche, dabei lief das Radio und meine Mama sang während sie mit mir im Wasser plantschte.
Ich weiß noch es gab Sonntags immer Sauergraut mit Szegediner Gulasch und Opa holte einen Streuselkuchen, den wir dann gemeinsam Nachmittags aßen, dazu gab es Muckefuck, eine Art Kaffee aus Pflanzenteilen, den ich mit viel Milch und Zucker trinken durfte.
Ich fing gerade an zu lesen, denn Opa las jeden Tag mit mir in der Zeitung. Und hin und wieder bauten wir Sachen auseinander und wieder zusammen. Ich lernte wie man einen Wecker auseinander baut und wieder zusammen. Ich liebte es die vielen kleinen Rädchen zu berühren. Es gab auch Dinge die ich nicht verstand, so durfte ich nicht nach Draußen, weil es "Draußen gefährlich" war. Ich durfte auch nicht mit dem Kindern spielen, die im gleichen Haus lebten wie wir: "Weil es gefährlich war". Ich bin also die ersten vier Jahre meines Leben sehr isoliert aufgewachsen, nur mit diesen zwei Menschen die für mich die Welt bedeuteten. Ich verließ nicht die kleine Wohnung in der wir lebten und meine Notdurft verrichtete ich in einem Eimer der von Mama jeden Tag ausgeleert wurde.

Mein persönlicher Krieg fängt ganz anders an als andere Kriege und doch ähneln sie sich sehr. Es war wie eine Bombe die eines Abends in unserer Küche einschlug. Wenn ich zurück blicke, dann gab es eine Art Vorbereitung. Mama hatte alle Türen verriegelt und vor die Küchentür unseren Esstisch geschoben, Opa war morgens schon mit dem Motorrad weggefahren, beide hatten sich gestritten und im ganzen Haus war es laut. Wenn es laut wurde, hielt mir meine Mama die Ohren zu, sie stellte das Radio auf volle Lautstärke um das Gebrüll von Draußen zu übertönen, manchmal sang sie auch ganz schief und je lauter es von Draußen brüllte, desto lauter sang meine Mama.
An diesem Abend kam das Gebrüll in unsere Wohnung.

Ich weiß noch welche Angst ich den ganzen Tag über hatte. Mama hatte ihre Arme um mich geschlungen und wiegte mich hin und her, dabei weinte sie die komplette Zeit über. Es wurde Abend als irgendjemand von Draußen gegen die Küchentür schlug und laut brüllte man solle die Tür aufmachen. Der Tisch vor der Tür vibrierte und Mama hielt mich fest an sich gedrückt. Dann wurde es im Nebenzimmer laut und meine Mama lies mich los und rannte durch die kleine Wohnung um die zweite Tür im Nebenzimmer zu verbarrikadieren. Sie schaffte es nicht. Ich hörte wie die Tür eingetreten wurde und dann sah ich Männer in Uniformen die in unser kleines Zimmer kamen, es waren viele Männer und sie hatten Pistolen die sie auf Mama richteten. Ich schrie und dann warf sich Mama auf mich und die Männer warfen sich auf Mama. Ich weiß noch das ich das Gefühl hatte erdrückt zu werden, ich bekam keine Luft aber ich schrie mir die Seele aus dem Leib.

Die Männer in Uniform hielten Mama fest, einer bedrohte sie mit einer Waffe und dann wurde ich einer mir völlig fremden Milchkaffeefarbenen Frau übergeben und Mama wurde weggebracht. Ich weiß noch wie ich meine Hände nach ihr ausstreckte und nach ihr brüllte, um mich schlug und tritt und ich weiß noch wie Mama ihre Hände nach mir ausstreckte, Hände die sich nie wieder so berührten sollten wie davor. Ab da veränderte sich alles in meinem Leben, meine Mama und mein Opa kamen eine kurze Zeit ins Gefängnis und ich kam zu einer anderen Familie. Zu einer Frau die behauptete meine richtige Mutter zu sein und einem Mann der sagte er sei mein richtiger Vater. Da waren Kinder die sagten sie seien meine Geschwister ...

Das war der Anfang meines ganz persönlichen Krieges der 16 Jahre meines Lebens andauerte. Ich habe all das erlebt was Kinder und Frauen in anderen Kriegen auch erleben. Vergewaltigung, Missbrauch, Gewalt und Folter, Angst und Tod. Und es gibt Momente in meinem Leben, wie jetzt zum Beispiel, da sind diese Bilder sehr real.  Ich bin dem Grauen in diesen 16 Jahren mehrmals begegnet in unterschiedlichen Formen. Ein Kind wurde abgetrieben und ich war dabei, ein Mädchen wurde getötet, Kinder weinten und schrien, Blut floss... dann sollte ich sterben.
Wenn ich über den Tod nachdenke sehe ich Hände die meine Kehle zudrücken, bis ich sterbe. Ich erinnere mich an meinen Tod. Ich sehe mich von oben, sehe die Gestalt die über mir liegt und mich würgt. Dann wird es dunkel, ich sehe einen Tunnel, dann ein gleisendes pulsierendes helles Licht, es wird warm um mich herum und der Schmerz hört auf.
In meiner Erinnerung bin ich 9 Jahre alt als ich sterben sollte. Wieder verändert sich die Welt.

Vor dem Tod habe ich keine Angst. Nach dem Licht habe ich mein ganzes Leben gesucht und ich suche immer noch und ich weiß heute, wenn ich sterbe, wird es nicht schlimmer sein, als damals als die Hände mir die Kehle zudrückten.

Warum erzähle ich euch von diesem Grauen?

Ich erzähle euch davon, weil die Menschheit sich gerade spaltet, statt Mitgefühl mit dem Opfern eines Krieges zu haben, werden sie verurteilt. Statt sie aufzunehmen, werden die Grenzzäune noch höher gebaut.

Bei mit war das genauso. Es gab Momente da war ich auf der Flucht. Ich rannte mit dem am Leib was ich gerade anhatte, manchmal war es nur ein dünnes Hemdchen. Ich rannte um mein Leben. Ich rannte blutend und Barfuß durch den Schnee in den Wald um mich zu verstecken.  Ich rannte zu den Nachbarn und hämmerte gegen ihre Türen. Manchmal war es eine Gardine die sich bewegte, aber die Türen blieben die meiste Zeit verschlossen.
Man wollte sich nicht einmischen, man hatte Angst. Angst vor dem was im Haus am Wald geschah.
Es hat viele Jahrzehnte gedauert bis ich diese Angst in den Augen der Nachbarn verstehen konnte.

Es wird viel gemutmaßt warum Flüchtlinge flüchten. Oft wird angenommen sie seien Wirtschaftsflüchtlinge die sich hier in Deutschland wie in anderen reichen Ländern niederlassen und sich bereichern wollen.
Die Gedanken sind vielfältig, aber alle entspringen einer Illusion. Denn gerade die Leute die sich am meisten darüber aufregen, über die Flut der Menschen die versuchen über die Grenzen zu kommen, haben keine Ahnung von Krieg.
Sie wissen nicht was diese Leute bewegt. Sie wissen nichts von dem Grauen, dass sie erlebt haben.

In den letzten Monaten wurde ich oft über Facebook angegriffen, weil ich so wenig Position bezog, keine Solidarität zeigte für Linksradikale Aktionen.
Ich habe oft versucht es damit zu erklären, dass ich die Gewalt auf beiden Seiten sehe und ich Gewalt ablehne.
Jemand der einen Krieg erlebt hat, denkt nur noch an eines. Wenn es Krieg gibt - musst du Überleben!

Als es in Facebook anfing -  die Menschen Positionen bezogen und statt mit Waffen mit Worten schoßen.
Ab da hielt ich mich im Hintergrund. Ich wurde nach und nach zurückhaltender mit persönlichen Artikeln und jetzt poste ich wenn überhaupt nur noch Buddhistische Inhalte oder Verlinkungen zu anderen Artikeln mit klaren Aussagen zu unterschiedlichen Themen. Wenn mich Nachbarn zu dieser Thematik ansprechen, nicke ich und schweige. Mit mir über diese Themen zu diskutieren wird schnell langweilig. Ich meditiere sehr viel und ich arbeite fast Rund um die Uhr an unterschiedlichen buddhistischen Inhalten.
Ich bereite mich auf meine Art vor. Es gibt Momente da mag ich Flüchten oder mir selbst die Ohren zuhalten vor dem lauten Gebrüll der Pegida Menschen.
Aber ich halte mir nicht die Ohren zu, ich beobachte leise mit Herzklopfen. Ich schätze ab und ich versuche aus dieser Position heraus neutral zu bleiben, damit ich neutral helfen kann, wenn die Fahnen gegen richtige Waffen ausgetauscht werden. Ein Krieg kann so unterschiedlich sein. Wir stehen kurz davor. Das ist die Realität.

Ich bin kein aufbrüllender Möchtegern Soldat. Ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Pazifisten die versuchen sich im Hintergrund zu halten, um die verletzten Menschen zu verpflegen, wenn es soweit ist.  Es gibt jetzt schon Opfer die sich mir anvertrauen und die ich berate und tröste. Das ist meine Aufgabe in diesen Anfangszeiten eines großen Krieges.
Als Kind hätte ich mir einen Pazifisten gewünscht, der mich getröstet, mich umarmte, der mir etwas zu essen gab, als ich vor Hunger zusammenbrach. Der meine blutenden Wunden versorgte und meine Seele beruhigte: Alles wird gut!

Mein Krieg hat tiefe Narben hinterlassen, Wunden die vielleicht nie wieder vollständig abheilen werden. Auch nach 34 Jahren die vergangen sind, sind die Bilder aus meiner Erinnerung noch sehr real. Es gibt Momente da hoffe ich sehr, dass ich nicht Dement werde und wieder eintauche in die Zeit vor meinem 16 Lebensjahr. Wieder das Kind bin, dass sich das eigene Blut vom Körper schrubbt um wieder rein zu sein, mit dem Wissen das es nie wieder rein sein wird.

Ich will keinen Krieg, für nichts auf der Welt. Ich weiß, dass ich zu den Menschen gehören werde, die sich überlegen werden sich selbst zu töten, wenn es so weit ist. Einmal Krieg erleben reicht voll und ganz um zu begreifen, das Gewalt keinen Frieden bringen kann.

Das es nur möglich ist Flüchtlinge aufzuhalten, die um ihr Leben rennen, indem man sie tötet. Unsere Grenzen werden nie hoch genug sein, unsere Mauern nie stark genug sein.  Wenn ein Mensch um sein Leben rennt dann ist er bereit zu fliegen über alle Hürden hinweg.
Krieg ist wie ein Kannibale der sich selbst auffrisst. 

Ich kann euch keinen Tipp geben, wie ihr vorgehen sollt. Ich kann nicht sagen: Reißt die Mauern nieder, öffnet die Grenzen um den Kriegsleidenden hier ein Leben zu ermöglichen. Was immer ihr macht, ich habe darauf keinen Einfluss und ich will keinen Einfluss darauf haben.

Ich kann nur eines sagen: Habt Mitgefühl für alle Beteiligten.
Mitgefühl für die Unwissenden mit ihren Fahnen und ihrem Hassgebrüll und Mitgefühl für die Flüchtenden mit ihren Narben und Wunden. Habt Mitgefühl für die Opfer und Täter auf allen Seiten. Denn am Ende spielt es keine Rolle mehr wer was gebrüllt hat oder wer auf welcher Seite gekämpft hat. Am Ende zählen nur die Toten und die Überlebenden.

Hier endet nun mein Artikel.
Wenn man mich früher fragte ob ich mich als Opfer sehe, sagte ich "NEIN, ich sehe mich als Überlebende".

Überleben bedeutet man hat den Tod besiegt.
In Wahrheit lässt sich der Tod nicht besiegen, er ist Teil vom Leben.
Wenn man mich heute Fragt so zucke ich die Schulter und schweige. Denn eigentlich gibt es nur einen Satz für das was ich erlebt und überlebt habe: Ich lebe! Nur das zählt.

Es sind nicht meine Tränen und der Schmerz meiner Erinnerungen, die meine Kindheit in die Gegenwart transportieren. Es ist Mitgefühl, Metta, Ahimsa.

Es sind die Menschen denen ich begegne, die Momente in denen sich unsere Blicke kreuzen, das Erkennen auf beiden Seiten. Es sind die Schwestern und Brüder (die die Kriege dieser Erde überlebt haben), deren Seelen sich mit meiner Seele verbinden. Dabei spielt es keine Rolle welche Nationalität, Sprache oder Hautfarbe sie haben. Wenn wir uns alle an den Händen fassen umringen wir hunderte um hunderte male die Welt.

Das sind die Menschen die mich an meine Vergangenheit erinnern und ihnen sind meine Worte gewidmet mit denen ich hier Enden werde:

"Ihr seid nicht alleine!"


In diesem Sinne

Namasté
Eure Andarnil






Stell dir vor...


Link zum Urheber des Bildes: Facebook Foto
(c) Falk Bräcklein

Sonntag, 2. August 2015

Wahre Argumente gegen Veganismus




In vielen buddhistischen Communities wird das Thema: Vegan vollkommen ausgeblendet. Das ist ein Grund warum ich nur eine Buddhistische Gruppe in Facebook administriere, nämlich meine und mich ansonsten aus dem Gruppen distanziere.

Die Argumentation geht vielfältige Wege, man wirft gerne einseitige Kommentare in den Raum, wie z.B. "du hältst noch zu sehr an deiner Ernährung fest!" und vergisst dabei, das man diesen Kommentar auch gerne zurück geben kann.

Das Festhalten ist ein Bestandteil der zu Stande kommt, dass man etwas nicht verändern will. Da Vegan lebende Menschen bereits ihre Ernährung umgestellt haben, trifft das nicht mehr auf sie zu, wobei Menschen die nicht vor haben sich mit dem Thema auseinander zu setzten, sich sehr wohl an alten Strukturen festklammern, daran ändert auch nichts, wenn sie an sich gute Erklärungen vorbringen, wie z.B. "Dogmatischer Veganismus führt zu einer prinzipiellen Stigmatisierung von tierischen Erzeugnissen"*

Wobei man auch hier sehr klar abgrenzen sollte, wo der dogmatische Veganismus anfängt, leider hat der Blogschreiber meine Frage nie beantwortet, also nehme ich an, dass er Veganismus von sich aus schon als Dogmatisch empfindet. Was wiederum ein Indiz dafür ist, das auch er an Meinungen, Vorstellungen und Gedanken Strukturen festhält.
Wer das Loslassen fordert muss mit guten Beispiel voran gehen. Die meisten Menschen heben gerne den Zeigefinger empor, ändern jedoch nichts an ihrem eigenen Leben.

Im Buddhismus ist es Notwendig sein Leben zu verändern, man kann sich davor nicht schützen, sobald man tief in diese Religion eingetaucht ist, ist man bereits mitten in der Entwicklung. Die eigene Sicht geht tiefer und hervor kommen unglaublich vielfältige alte Muster, die durch noch ältere Muster entstanden sind. Gedanken und Gefühle klammern sich wie Klettband an den Mustern fest und wer sich wirklich kennen will, stell fest, wie festgefahren diese Strukturen sind und wie mühsam es ist sie von einander zu lösen um etwas neues freies wachsen zu sehen.

Wir alle haben diese festgefahrenen Muster in uns, wir handeln oft aus einem fremdbestimmten Vorbild heraus, das uns einmal so dermaßen manipuliert hat, das wir denken, es ist unser eigenes Weltbild das wir verteidigen müssen. In Wahrheit wissen viele Menschen nicht um ihrer eigenen Meinung. Sie plappern vielmehr das weiter, was sie in mühsamer Kleinarbeit von Kindheit an gelernt haben. Es ist wie eine Sprache die man erlernt hat, das Aufgeben dieser Sprache erfordert unglaublichen Mut, das aufgeben unterschiedlicher festgefrorener Vorstellungen ebenso.

Wir lernen anhand von Vorbildern, war es einst ein Metzger der unser großes Vorbild war, wird es nur schwerlich sein, das Schlachten als etwas negatives zu betrachten.
Denn wir bringen automatisch die Handlung des Jenigen mit seinem Menschsein in Verbindung und war der Mensch ein liebenswerter Mensch, versuchen wir auch all seine Handlungen mitein zu beziehen.
Der Gedanke dieser liebenswerte Mensch könne einen Fehler begehen, wird sofort von einem noch tieferen Gefühl in uns beiseite geschoben. Der Liebe zu diesem Menschen.
Während vielleicht ein anderer Metzger in unser negatives Sichtfeld gerät, weil über Facebook und Co. Bilder auftauchen die Negative Symbole enthalten.

Unsere Sicht ist sehr geprägt von dem was wir als Gut oder Böse empfinden. Diese zwei Elemente prägen unser komplettes Leben. Wir sehen die Welt also nicht Neutral, sondern immer in Bewertung zu dem was wir an Entwicklung in uns tragen.

Wenn wir einen Veganer als unangenehm empfinden liegt es nicht daran, das er ein unangenehmer Zeitgenosse ist, sondern vielmehr daran, das wir selbst ein inneres Thema mit dem Begriff Vegan haben. Vielleicht auch daran, das wir selbst noch zu sehr an alt hergebrachten Traditionen festhalten. Wenn der Schweinebraten mit der liebenden Großmutter verbunden wird, und immer dann die Erinnerung an sie geweckt wird, wenn es Schweinebraten gibt, wird es schwer sein, vom Schweinebraten Abschied zu nehmen, weil man dann gleichzeitig auch die Erinnerung an die Oma verabschiedet. Das gleiche gilt bei meinem Beispiel mit dem Metzger, wird die Erinnerung an ihn nur dadurch wachgehalten, das man Leberwurst aus eigener Schlachtung isst, wird es schwierig sein, aufs Leberwurstbrot zu verzichten.

Nahrung wird oft mit Gefühlen verbunden, bestimmte Geschmacksrichtungen können tatsächlich Erinnerungen an bestimmte angenehme oder unangenehme Situationen hervorrufen. Wenn diese Situationen unangenehm waren, werden wir die Nahrung zukünftig verweigern, ist die Situation jedoch angenehm, werden wir an genau dieser Nahrung festhalten, um immer wieder in diese auslösenden angenehmen Gefühle einzutauchen.

Auch das könnte ein Grund hierfür sein an bestimmten Nahrungsmitteln festzuhalten. Ich hatte z.B. das Szegediner Gulasch, das meine Großmutter einmal im Monat an einen Sonntag für mich und meinen Opa gemacht hat. Als ich Vegetarierin wurde, habe ich genau dieses Gulasch vermisst. Ich habe dann später das Fleisch durch Soja ersetzt und kann mich heute wieder an dieser schönen Erinnerung an meine Großeltern erfreuen.

Ein anderer Grund um festgefahrene Muster nicht aufgeben zu müssen, ist das Anpassen an bestimmte Gruppierungen.
Wenn wir in einer Gruppe von Menschen sind, die sich allabendlich zu einem Bier treffen, um den Tag damit zu beenden, dann wird es schwierig sein, Alkohol aufzugeben, denn damit gibt man auch ein Stück dieser Gemeinschaft auf.

Wenn sich Menschen von anderen Menschen und Gruppierungen unterscheiden geraten sie sehr schnell ins Außen. Niemand will gerne Aussenseiter sein. Die Angst plötzlich nicht mehr gemocht zu werden, weil man sich Verändert hat, ist sehr groß.

Oft ist diese Angst mit dem Gefühl von Einsamkeit verknüpft, Einsamkeit ist gleichsam Leiden.

Wenn man sich gerne in Gruppen aufhält versucht man natürlich die Gruppe für sich zu gewinnen, die den eigenen Interessen am nächsten kommt um eben diese eigenen Interessen zu stärken.
Es ist einfacher sich in einer Gruppe von Fleischessern zu behaupten, als in einer Gruppe von Veganern - weil hier die Ansprüche noch größer sind.
In einer Gruppe von Fleischessern interessiert es niemanden ob du während des Grillens: Steak, oder Bratwürstchen magst.
In einer Gruppe von Veganern kann es vorkommen, dass heftig diskutiert wird, wenn du erzählst das du am liebsten Sojawürstchen von einem bestimmten Hersteller isst.

Die Vorstellung das dich eine bestimmte Gruppe auffängt, ist genauso irrational wie die Vorstellung das man nur die Meinung der Masse teilen muss, um geschützt zu sein. Und doch ist das der Hauptgrund warum wir uns in Gruppen aufhalten.
Die wenigsten Menschen halten sich gerne in Minderheiten Gruppen auf. Minderheit wird gesellschaftlich als Negativ betrachtet und ist somit Aussenseiter der Mehrheit.

Wenn man sich das Ganze anhand eines Kreises vorstellt, so ist die Mehrheit in der Mitte und die Minderheit außerhalb des Kreises anzutreffen.
Eine Minderheit kann niemals so stark vertreten sein wie die Mehrheit.
Die wenigsten Menschen entscheiden sich daher bewusst für die Außenrandlage, die meisten Menschen möchten im Kreis sein. Dort finden sie dann auch Familienangehörige und co.
Sich dort einer Meinung anzuschließen, ist sehr einfach. Man kann sagen: "die meisten denken genauso wie ich" Und schon ist die Welt wieder in Ordnung.

Die Vorstellung das die Meisten falsch liegen, ist nahezu ausgeschlossen.
Auch das ist ein Grund warum die Vegane Ernährung sogar in Buddhistischen Kreisen abelehnt wird.
Man gleicht sich gerne der Meinung der Mehrheit an, und wenn diese besagt: wenn Buddhas Rede für Bikhsus gilt, gilt es auch für die Allgemeinheit. Dann ist es eben so.

Es ist sehr einfach sich anzugleichen. Sogar einem Buddhisten wird es sehr einfach gemacht, man zitiert sehr gerne aus dem Palikanon, statt auf eigene Erfahrungen hinzuweisen. Man bindet sich an die Meinung der Lamas oder Lehrer an, weil man alleine aus Respekt Ihnen gegenüber keine andere Meinung geltend machen möchte. Interessant ist, wie schnell sich die Meinung doch wieder ändert, wenn man den Lehrer wechselt.
Anpassung ist überall ein Thema. Und oft wird Anpassung als etwas sehr positives gesehen.

Anpassung bedeutet jedoch auch, das man an alten Mustern festhält die oft sogar weit ausserhalb der gegenwärtigen Menschlichen Entwicklung liegen.
Gesellschaftliche Veränderungen werden hier gerne mal ignoriert. Es wird auf Traditionelles hingewiesen, der Satz: "So war es schon immer!" ist dann oft zu lesen.
Aber auch Religiöse Lehrsätze werden hierfür gerne missbraucht, um eine fortschrittliche Entwicklung aufzuhalten.

Menschen benutzen sehr gerne das Wort: "Zielsetzung", dieses hat jedoch nichts mit dem Begriff Entwicklung gemein.
Bei der Zielsetzung entsteht ein Willensentwurf einer Sache die man kurzzeitig erreichen will. Beim Begriff Entwicklung geht es nicht darum eine bestimmte Sache innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, sondern vielmehr um eine vollständige Formatierung der eigenen Person.

Eine Entwicklung bedingt immer das eigene Erleben in Verbindung mit äußeren Einflüssen.
Wenn wir ein postives Erlebnis mit z.B. Veganern haben, kann das sehr gut dazu führen, dass wir die Vegane Ernährung in Erwägung ziehen. Ist das Erleben jedoch negativ wird oft an Althergebrachten festgehalten.

Entwicklung beginnt nie an einem Nullpunkt, heißt von heute auf morgen entscheiden wir uns zu etwas das vorher nie dagewesen ist. Irgendjemand hat einen Ansatz gegeben, der uns faszinierte und daraus folgerte das wir uns zu dieser Richtung hingezogen fühlen.

Der Mensch entwickelt sich am laufenden Band, die Frage ist nur in welche Richtung.
Gesellschaftlich steuern wir seit Jahren auf einen Abgrund zu, der darauf hinweist, das die Menschheit sich regrediert.
Statt auf die Umweltprobleme einzugehen, werden Methoden entwickelt um noch bessere Ergebnisse hervorzubringen, den Schaden an der Umwelt wird vorsorglich mit Pflaster und Verbandszeug abgeholfen. Genmutationen werden von Staatlicher Seite befürwortet, das Wasser wird privatisiert.
Unsere Mitlebewesen werden in weiterführender Technik noch effektiver ausgebeutet und die Art des Tötens wird als "human" bezeichnet.
Die Kindheit unserer Kinder wird nach und nach durch die Zielsetzung der Eltern verkürzt um noch schnellere Ergebnisse in ihrer Entwicklung zum anpassenden Menschen zu fördern. Der Satz: "Von nichts kommt nichts" wird zum Leitsatz der Erziehung.
Statt Mitgefühl für Menschen zu fördern, die Hilfe in den reichen Industriestaaten suchen, werden die Menschen systematisch aus diesen Ländern vertrieben. Teilweise mit Hassparolen und mit körperlicher Gewalt.
Ausgrenzung findet in allen Bereichen statt, egal um welches Thema es handelt.

Sich einer Masse anzupassen bedeutet letztendlich, sein individuelles Denken und Handeln aufzugeben, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen und sich seiner mitfühlenden Menschlichkeit zu entledigen.

Wir haben nicht mehr viel Gelegenheit um unseren Planeten vor einer Katastrophe zu schützen.
Wenn wir so weiter machen, haben unsere Enkel die Auswirkungen zu tragen, die dadurch entstehen, das wir selbst uns gegen jegliche positive Entwicklung sperren.
Sich vegan zu ernähren, um die Massenausbeutung der Tiere aufzuhalten, wäre nur ein Weg, er wird vielleicht unseren Mitlebewesen helfen, sich neu zu generieren. Aber damit alleine ist es nicht getan. Wir müssen anfangen Global zu denken. Die Massenbewegung kann uns hier helfen, nicht nur auf uns zu achten, sondern auch auf die Menschen in unseren Gruppen in denen wir uns bewegen.

Die Verantwortung kann nicht nur über unser Ego laufen, damit zerstören wir auf Dauer die Welt auf der wir leben.
Die wahren Argumente gegen Veganismus liegen jedoch genau darin begründet. Die Wahrheit ist sehr einfach und leider auch schmerzhaft. Wir halten an Alten Traditionen fest, um sie nicht zu verlieren. Wir haben Angst vor Veränderung und jede Entwicklung ist gleichsam eine Veränderung.
Wir gehen sogar in Regression um eine Entwicklung nach vorne aufzuhalten.

Wir Menschen sind die wahre Geisel unserer Erde.

Warum ist das so?

Ich habe eine wage Vorstellung hiervon, wobei ich noch keine ausreichende Erklärung gefunden habe.

Ich denke unser Dasein ist damit gekoppelt das wir als Individuen die Möglichkeit haben weitreichende Umwelt Veränderungen zu manipulieren. Wir dienen dennoch dem Fressen und Gefressen werden wie alle anderen Tiere auch. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit uns an die jeweiligen Klimazonen anzupassen, das hat unser Überleben sehr vereinfacht.
Unsere anfänglichen Fähigkeiten um zu Überleben haben sich im Laufe der Millionen zu einem wahren Egozentrum aufgetürmt. Die Macht die wir über andere Lebewesen haben, hat uns letztendlich keinen Ruhm beschert. Wir haben uns überentwickelt zu einem Lebewesen, das denkt ihm würde die Welt gehören. Aus diesem Grund sind wir heute nicht mehr in der Lage zu begreifen, dass wir mit diesem Denken die Welt auf der wir leben gänzlich zerstören.
Der Mensch lebt nicht mehr in und mit der Natur, sondern hat sich daraus erhoben und denkt er könne ohne Natur und Umwelt überleben. Er ist geistig aus dem System herausgetreten, obwohl er genau wie alle anderen Mitlebewesen Teil aller natürlichen Vorgänge ist. Er hat sich somit ein Trugbild erschaffen.

Man könnte auch sagen, die Menschheit ist Größenwahnsinnig geworden. Der Gedanke, dass wir das was wir zerstören wieder Kitten können, hält sich wie Marmelade auf dem Toastbrot.

Wir sind keine Retter in der Not, das waren wir noch nie. Wir sind Zerstörer. Mittlerweile ist es so, dass unsere Erde sich darurch nicht mehr von alleine regenerieren kann, außer der Mensch stirbt aus. Eine neue Eiszeit wäre hier eine Möglichkeit von vielen.

Wir könnten unsere Umwelt retten, aber dazu müssen wir bewusst hinsehen was wir tun. Es hilft nicht aus der Bequemzone einen Blick auf das Chaos zu werfen und sich damit zu begnügen über Facebook und Co. sich aufzuregen wenn ein Jäger einen Löwen tötet. Wir müssen anfangen uns unserer Verantwortung bewusst zu werden. Wer es nicht schafft beruflich hier eine Veränderung herbeizuführen, kann  es privat tun. Alleine durch ein besseres Verständnis für unsere Ernährung schaffen wir einen kleinen Schritt in Richtung positiver Entwicklung. Ähnlich wie: "es ist Krieg und keiner geht hin" wäre es hier: "Es gibt Fleisch und keiner isst es"

Die Veränderung kann nur von jedem einzelnen Individuum ausgehen, sowohl in positiver als auch in negativer Richtung. indem es sich seiner Verantwortung seines eigenen Handelns bewusst wird.
Unsere geknechteten Mitlebewesen sind aller Macht beraubt und unsere Erde hat bereits zu viel an Kraft eingebüßt.

Es liegt also an jedem einzelnen Menschen.

In dem Sinne,

überdenkt eure Ressentiments gegen die vegane Ernährung. Ich will nicht behaupten das es das Non plus Ultra ist, um unsere Welt zu retten, aber es kann durchaus dazu führen, das sich unsere Natur (zu der auch alle Lebewesen gehören) wieder regeneriert. Allerdings dazu bedarf es eine Massenbewegung in diese Richtung.

So gesehen befürworte ich in diesem Fall mal ausnahmsweise wenn sich Veganer in Zukunft Richtung Mehrheit bewegen.

Wie eine Bekannte einmal sagte: "Wir befinden uns im veganen Zeitalter"
Ich hoffe sie hat Recht.

Namasté
Eure Jo

Ah und wer immer noch nach den wahren Argumenten sucht: Es ist der Egoismus... :)


Linkseiten:
http://www.freiheit-und-bewusstsein.de/gefahren-der-veganen-ideologie/ von Andreas Frickinger

Bild:
http://www.regenbogenkreis.de/vegane-ernaehrung.html

Mittwoch, 1. Juli 2015

Ehe für Alle Nr. 2




Es geht weiter und lauter, demütigender, irrationaler, dümmer und ignoranter,  intoleranter.

Die CDU wird diesen Monat ihre Parteimitglieder in Berlin zur Abstimmung aufrufen.
Und zur Zeit versucht sie in einem offenen Brief dahingehend zu manipulieren, die Ehe für alle mit einem NEIN abzustimmen.

Ihre Reden sind wie auswendig gelernt.
Sie argumentieren, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stelle die Werteordnung der Gesellschaft in einem grundlegenden Punkt in Frage. Die Ehe unterscheide sich von homosexuellen Bindungen zwar nicht in der Wertigkeit der Beziehung oder ihrer Verlässlichkeit, aber in ihrer prinzipiellen Ausrichtung. "Die Ehe ist die lebenslang angelegte Gemeinschaft von Mann und Frau zur Gründung einer Familie, in deren Geborgenheit Kinder aufwachsen sollen." Sie sei nicht mit anderen Lebensformen gleichzusetzen. Eine Gleichstellung von homosexuellen Paaren sei auch in Form der eingetragenen Lebenspartnerschaft und damit ohne Ehe möglich.

Zudem habe die CDU in ihrem Grundsatzprogramm von 2007 ausdrücklich klargestellt, dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann. "Daran halten wir fest."

Ja meine Güte bindet euch doch ein rosa Schleifchen um das Grundsatzprogramm!

So langsam bin ich genervt von all diesen gottesfürchtigen Menschen, die statt Nächstenliebe nur das Trennen von menschlichen Bedürfnissen im Sinn haben. Natürlich machen sie Dampf, denn so langsam dürfte es sogar im hintersten Bayern angekommen sein, das sich unsere deutsche Weltordnung modernisiert zeigt und die meisten Menschen die Ehe für alle Unterstützenswert finden. Was mich bei all diesen Dagegen Argumenten wahnsinnig stört, ist die Tatsache das unsere Kinder damit zu Kindern zweiter Klasse werden, ihnen wird das Recht auf Familie abgesprochen und uns das Recht auf Elternschaft.

Während immer wieder das Argument auftaucht die Ehe sei zur Gründung einer Familie da, sind gerade die, die am lautesten dagegen protestieren Kinderlos. Viele sind geschieden. Wenn sich wirklich mal ein Politiker vom "unserem Ufer" traut laut zu sagen: "Und warum hat Merkel keine Kinder?" wird er abgemahnt und kann womöglich gleich sein Handtuch vom Haken nehmen.
Was soll denn das Ganze? Es ist doch zu offensichtich, das diese Argumente schon lange out of order sind. Wer soll das denn noch ernst nehmen. Hören sich die alten C-Politiker eigentlich selbst zu?

Ich versuche mich trotz dieser offen gezeigten Homophobie noch in Toleranz zu üben. Die Politiker die das C am höchsten halten sind wahrscheinlich so alt, dass sie sowieso bald sterben. Es kann sich nur noch um eine kurze Zeit handeln, dann ist diese ganze Diskussion nur noch ein  Eintrag in den Sozialkunde Bücher meiner Enkelkinder, zum Thema Homophobie.

Ich denke ich werde nur im kleinen Kreis heiraten, denn ich vermute mal, das die eingetragene Partnerschaft nicht einfach so umgewandelt wird. Wenn es soweit ist, lass ich es euch wissen... vielleicht nächstes Jahr oder so :)

In diesem Sinne

Es ist egal wen du liebst, genieße es!!!

Ganz liebe Grüße von eurer Jo 



Linktipps zur Ehe für alle:

https://www.fes.de/de/gutachten-verfassungsmaessigkeit-der-oeffnung-der-ehe/

http://www.tagesspiegel.de/downloads/11992176/1/Offener%20Brief

http://justizministerium-bw.de/pb/site/jum2/get/documents/jum1/JuM/Justizministerium%20NEU/JuMiKo/Beschl%C3%BCsse/2015%20Fr%C3%BChjahr/TOP%20I.18%20-%20Ehe%20f%C3%BCr%20alle%20(oA).pdf

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/07/Ehe-fuer-alle-CDU-Berlin-Offener-Brief-Nein.html
https://www.facebook.com/tagesschau/videos/10153297898594407/
https://www.campact.de/gleichstellung/appell/teilnehmen/?gclid=Cj0KEQjwn86sBRDroPiR0LrSzNYBEiQAzOaSYH6UGDcHwzWlKl2JwtweydubxDMSuo88k_vkMvTjEFEaAkN58P8HAQ

https://www.openpetition.de/petition/online/endgueltige-gleichstellung-der-homo-ehe

https://www.freitag.de/autoren/benjamin-immanuel-hoff/grundgesetzaenderung-zur-ehe-fuer-alle

https://yougov.de/news/2015/05/29/mehrheit-der-deutschen-fur-ehe-fur-alle/


Samstag, 13. Juni 2015

Murphys Gesetz und die Tatsache das wir alle nur Menschen sind...




Murphys Gesetz (Edward Aloysius Murphy Jr.): alles was schief geht, wird auch schief gehen.

Was ist damit gemeint:

Unsere Welt besteht aus unzähligen Puzzlesteinen die letztendlich ein Ganzes ergeben. Vergleichbar mit den Ländern dieser Erde, dem Meer dazwischen, zusammengesetzt ergibt es die Weltkugel. Unterschiedliche Individuen die uns Menschen ausmachen, unterschiedliche Tier Arten, Pflanzen, Gebirge, Seen - all das ergibt letztendlich ein großes Ganzes auf dem wir Leben.

Nimmt man einen Teil weg, wie z. B. das Meer, so verändert sich das komplette Umfeld, wir Menschen und viele Tierarten haben nie existiert - nicht so wie wir heute existieren. Um die Welt so zu gestalten wie sie ist, braucht es das Rundumpaket.

In diesem Rundumpaket sind weitere Puzzlesteine wie z.B. Menschen unterschiedlicher Kultur, Hautfarbe, Vorstellungen, Ideen, Gedanken, Religionen. Der Grundbegriff Mensch setzt sich somit aus vielen Unterschiedlichen Arten von menschlichen Wesen zusammen. Wird ein Teil von diesem Planeten verschwinden, wird sich das auf alle anderen Menschen auswirken.

Murphy sagte: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“

Damit meinte er im Kontext, so etwas wie eine absolute Perfektion gibt es nicht. Fehler sind vorprogrammiert, wenn Fehler möglich sind.

Durch unsere selektiven Wahrnehmung nehmen wir die negativen Faktoren bei dieser Gesetzmäßigkeit eher wahr, als die Positiven.

Dadurch wirkt Murphys Gesetz erst mal dadurch, das wir Menschen den Fehler als Fehler wahrnehmen und nicht als Positive Erfahrung. Eine positive Erfahrung wäre, wenn wir uns den Umkehrschluss erlauben, zu sagen: "Alles was passieren kann, wird auch passieren!"

Das heißt es kann positiv oder negativ sein, aber egal was es ist, es ist normal. Eben gesetzmäßig.

Normal ist, dass es unterschiedliche menschliche Individuen gibt, die sich aber alle durch das Menschliche in ihnen verbinden. Dabei spielt es keine Rolle welche Kultur, Hautfarbe, Sexualität oder Religion ein Mensch hat, uns verbindet das Menschliche.

Laut Murphy wäre hier ein Fehler zu denken, das nur ein Individuum Normal ist. Da es alle gibt, sind auch alle gleichwertig normale Menschen, unabhängig davon was sie tun oder denken.

Das gleiche Beispiel kann man mit Tieren machen, es spielt keine Rolle was für ein Tier es ist, es ist ein Tier oder eben nicht. Mit Pflanzen, egal wie eine Pflanze aussieht, sie ist eine Pflanze, oder eben nicht
Einen wichtigen Fehler den Murphy mit seinem Gesetz aufgedeckt hat, ist somit begründet im menschlichen Denken, sich selbst oder eine ethische Zugehörigkeit als Menschlicher zu bezeichnen als alle anderen.

Nur leider sagt Murphy auch, wenn die Möglichkeit vorhanden ist, sich selbst als besseren Menschen wahr zu nehmen, dann wird das auch passieren, so mit ist auch das im menschlichen Sinne eine Mögichkeit die wir haben. Man kann es auch so sagen: "Es ist normal, das Menschen so sind wie sie sind, mit all ihren Fehlern"

Gehen wir einen Schritt weiter, dann wird bewusst, dass wir uns selbst mit dem Gedankengang - der bessere Mensch zu sein - torpedieren. Denn alles ergibt ein großes Ganzes, wenn alle Teile vorhanden sind. Und wenn man einen Teil davon herausnimmt, wird eben dieser winzige Teil einen Einfluss auf den Rest haben. So ist es Unsinnig einen Gedanken damit zu verschwenden, einen Teil den man nicht so toll findet auszugrenzen, bzw aus dem ganzen herauszunehmen. Denn das wiederum würde als Konsequenz haben, dass sich dadurch die komplette Welt verändert und man selbst nicht mehr existiert. Das Besondere an einem selbst, wird somit verschwinden. Paradox nicht wahr? :)

Noch einfacher ausgedrückt, durch Murphys Gesetz wird bewusst, das es vollkommen natürlich ist, das es Heterosexuelle und Homosexuelle Menschen gibt. Vollkommen Natürlich ist es, dass Menschen unterschiedliche Hautfarben haben, das sie unterschiedliche Kulturen leben, Religionen, Gedanken, Vorstellungen. All das gehört zum Gesamtpaket Mensch dazu. Ohne eines von diesen Teilchen, wären wir nicht die Menschen die wir sind.

Wenn man einen dieser Individuen herausnimmt, verändert sich der Rest. Denn wenn es das eine gibt (Murphys Gesetz):

"Alles was schief gehen kann, wird auch schief gehen!"

Gibt es auch die Umkehrung (Yhprums Gesetz)

Denn was funktionieren kann, wird auch funktionieren!

Und da es funktioniert - denn würde es das nicht, würde es auch nicht existieren - sollten wir unser menschliches Dasein einfach akzeptieren, mit all seinen Fassetten, denn all das gehört nun einmal zu diesem großen Ganzen das wir Welt nennen dazu.

In diesem Sinne von mir unbedingt ein JA für die Ehe für alle. Denn das es funktioniert haben die vielen Paare die darauf warten endlich heiraten zu dürfen, bereits durch die eingetragene Lebenspartnerschaft bewiesen, das wir in der Lage sind für die Arterhaltung dieser Welt mit die Verantwortung zu übernehmen, haben wir durch die vielen Kinder in unseren Familien gezeigt. Es geht nicht darum die Ehe in ihrem Wert zu schmälern, es geht einfach nur darum Möglich zu machen, das wir als Menschen so wie wir sind akzeptiert werden.


Es gibt so viele Gesetze die wir akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Ist für mich eines der schönsten Gesetze, das leider (Murphys Gesetz) viel zu oft ignoriert wird.

In diesem Sinne:

Der Fehler liegt nicht darin, das wir Homosexuell sind, der Fehler liegt darin, das der Mensch nur seine Hautfarbe, seine Religion, seine Sexualität und seine Kultur als Richtig und besonders hervorhebend empfindet. Der Christliche Glaube ist jedoch nicht der Herrscher über unseren Planeten, es ist nur einer von vielen Glaubensrichtungen. Und der weiße Mann ist auch nicht in der Mehrzahl auf diesem Planeten, es ist eben nur eine Hautfarbe von vielen.

Ihr Menschen da draußen, erweitert euren Horizont und akzeptiert das es viele unterschiedliche Individuen in eurer Mitte gibt, die alle eines gemeinsam haben - das Mensch sein! (Laut Murphy habt ihr sowieso keine Chance, wir sind bereits Teil dieser Welt. Der Begriff: "Minderheit ändert daran überhaupt nichts, er ist nur ein weiterer Engpass in unserer Gesellschaft.)

Und das ist schon besonders genug, findet ihr nicht auch...

Eure Jo

Samstag, 30. Mai 2015

Ehe für alle!


Facebook hat eine Veranstaltung eröffnet um auf eine Petition aufmerksam zu machen:
https://www.openpetition.de/petition/online/endgueltige-gleichstellung-der-homo-ehe

Dabei gab es natürlich wieder eine Endlosdiskussion, viele Gegner kamen von der Christlichen Ecke, die Idee die Bibel zu zitieren wurde dazu genutzt einen Shitstorm auszulösen, was zur Folge hat, dass das Eigentlich - darum worum es vielen von uns Homosexuellen geht, mal wieder verschüttet wurde.
Nämlich das die Ehe im Grundgesetz verankert ist und somit losgelöst ist vom Glauben und von der Kirche. Wäre das nicht der Fall, hätten wir keine Chance, so aber liegt hier eindeutig ein Verfahrensfehler vor. Da im Grundgesetz auch verankert ist, das es keine Ungleichbehandlung geben darf.
Wenn man sich alleine an diesen Punkt hält der meiner Meinung nach über allem steht, müssten wir schon längst heiraten dürfen. Dieses Problem ist also Menschgemacht.

Die CDU/CSU bekommt ihre meisten Spendengelder (wie auch die SPD) aus christlich orientierten Reihen. Man verliert also eine Menge Kohle wenn man uns per Gesetz für Gleichwertig hält, es ist also einfacher die Wertigkeit herunterzuschrauben und Homosexuelle immer noch als Bürger zweiter Klasse bezeichnet. Das man dann gegen die eigenen Gesetze verstößt nimmt man einfach mal so hin.
So was nenne ich eine verlogene Demokratie!!

Die Wahrheit sieht einfach aus und das sollte wirklich jedem klar sein: Wenn wir unsere Gesetze wirklich für ernst nehmen, dann muss sich hier etwas grundlegendes ändern. Wir können nicht für die einen (die Mehrheit) ein Gesetz fabrizieren und die anderen (die sogenannte Minderheit) aus diesem Gesetz ausschließen.
Damit öffnen wir ein Kastensystem in dem nur bestimmte Kasten in der Wertigkeit nach oben rücken, während andere im Keller bleiben.
Das ist keine Demokratie sondern ein religiös abgestürztes soziales System.

Zu meinem Profilbild und neuem Blogbild:

Noch mal ganz klar für alle:
Warum muss das eigentlich immer alles Exklusive sein? Das ist meine Frage an alle Seiten. Ihr wollt alles nur für euch, statt zu teilen. Zum Thema Religion:
Es ist vollkommen egal welchen Glauben man vertritt, die Liebe sollte frei davon sein, ihr streitet hier über Exklusivrechte, den Begriff Ehe. Es ist doch vollkommen egal. Die Ehe ist in unserem Recht verankert und somit frei von kirchlichen Belangen. Religion hat im Gesetzbuch nichts verloren und das heißt im Klartext, was für den einen gilt, muss auch für den anderen gelten, dabei spielt es keine Rolle ob er Homosexuell, Ausländer oder einem anderen Glauben angehört. So einfach ist das. Von meiner Seite aus, können Christen ja den Begriff der Ehe für sich anders benennen: Christliche Ehe z.B. Damit wäre das Problem gelöst, aber die Wahrheit ist sehr einfach, die Ehe hat keinen Bezug zum Glauben, was in der Kirche passiert spielt hier bei dieser Diskussion absolut keine Rolle. Es geht um Rechtliche Gleichstellung und alles andere ist Irrelevant!

Also haltet doch einfach mal den Glauben aus dieser Diskussion heraus und konzentriert euch auf den Kernpunkt der Aussage:
Was sind die Nachteile von Heterosexuellen Menschen, wenn Homosexuelle heiraten dürfen (von mir aus nur im Standesamt und nicht in der Kirche!!!)? Diese Frage ist wirklich relevant, alles andere ist eine Glaubensfrage und diese ist hier absolut nicht von Belang. Denn das bringt uns auf keinen gemeinsamen Nenner.

Also:


In diesem Sinne:
Demokratie bezeichnet eine Rechtsform die vom Volk ausgehen muss. Und das Volk sagt eindeutig Ja zur Gleichstellung (würde es das nicht tun, würde es gegen die Gesetze sein, hier müssten dann eindeutig die Gesetze verändert werden!!!).

Wenn wir also für eine Demokratie sind, müssen wir uns an unser Grundgesetz halten, das besagt das die Würde des Menschen nicht angreifbar.
 ius respicit aequitatem - Das Recht achtet auf Gleichheit

Dieses Recht ist im Verfassungsrecht verankert. Und somit ist eine Ehe für alle längst überfällig.

Wer mehr zur buddhistischen Einstellung (Mahayana Tradition) wissen möchte, dem ich lege ich dieses Video nahe, eine wirklich sehr schöne Rede des Mönchs Ajahn Brahmavamso Mahathera (Ajahn Brahm).


Namasté

Grüße von der Jo





Mittwoch, 27. Mai 2015

Tagebuch - immer wieder die selben Diskussionen mit den selben Menschen...


Kennt ihr das, man begegnet sich im Internet oder im real live und sofort fängt der andere an über "alte Kamellen" zu diskutieren und dann kommt man aus diesem Mist nicht mehr raus. Man sitzt fest, weil der andere einfach nicht kapiert das man die eigene  Meinung nicht ändert, nur weil er es will.

Ich fühle mich dann immer in der Zeitschleife gefangen: "Ich hab ne andere Meinung als du, akzeptier das Ich hab ne andere Meinung als du, akzeptier das Ich hab ne andere Meinung als du, akzeptier das ..."
Man leiert immer wieder das gleiche runter und verheddert sich am Ende in Rechtfertigungsphrasen. Dann kommt dieses berühmte Aber vom Gegenüber und alles fängt von vorne an. 

Ich habe mir zur Aufgabe gemacht kein Aber mehr gelten zu lassen, bis dahin und dann nix wie weg  - denke ich, die Realität ist aber oft eine andere, vorallem wenn ich die Leute mag ....
Sobald das Aber kommt sag ich: "Ok und hier ende ich jetzt, wir müssen akzeptieren, dass wir unterschiedlicher Meinung sind!"

Nur juckt das mein Gegenüber nicht, der ist so dermaßen in seinem Aber verstrickt, dass das "Aber..." mehr wiegt als die komplette Diskussion. Das ist so als würde er sich selbst bestärken wollen, dass er Recht hat. - Wie mich das nervt. Ich bin in diesem Moment eigentlich schon gar nicht mehr da. Ich höre nur "blubblubblub" Oder lese nur noch: Blubblubblub..." und eigentlich will ich ihm / ihr sagen, das es so dermaßen nervig ist, das er / sie mich mal kann. Ich möchte mal gerne Brüllen: "Halt endlich deine Klappe und lass mich in Ruhe du Depp!" - aber ich tue es nicht. Ich bleibe Freundlich und bestimmt und das macht mein Gegenüber rasend.

Ich erlebe mich oft als die Jenige die überzeugt werden soll. Mir ist die Meinung des anderen vollkommen egal, es ist seine Meinung. Aber er kann mit meiner Meinung nicht umgehen. Ich erlebe mein Gegenüber als Rastlos und er/sie tut mir spätestens beim "Aber" auch leid, weil ich verstehe das da jemand mich an seiner Seite haben will. Ich soll dabei sein und nicht Abseits stehen, denn Abseits stehen nur die Bösen. Er möchte mich bei den Guten.

Eigentlich ist es ganz einfach, warum es Menschen gibt, die die Meinung anderer nicht akzeptieren können - einfach - wenn man ein wenig in Distanz geht und sich das Schauspiel aus einer anderen Perspektive betrachtet. Das mach ich dann oft, wenn ich nur noch "Blubs" abbekomme. Ich trete dann einfach mal aus der Mitte aus und schau mir an, was da passiert. Ich sehe  mich selbst genervt und in der Position der Stärkeren, denn ich steh zu meiner Meinung und falle  nicht um und ich sehe den anderen Rotgesichtig in der schwächeren Postion, denn er möchte unbedingt etwas von mir, von dem er oft noch nicht mal weiß was es ist. Denn wenn ich sage: "Ok du hast recht und jetzt?" reagiert er noch aggressiver.
Ich erlebe meinen Gesprächspartner als übertrieben fordernd Missionarisch. 
Die Erwartung geht dahin, das ich JETZT sagen soll: "Ich überdenke das ganze nochmal, vielleicht ist das was du sagst ja richtig!"

Damit würde dann Ruhe einkehren, mein Gegenüber wäre dann befriedigt, er würde zwar immer noch auf mich einreden, aber die Stimmlage würde sich verändern, die Sätze die er schreiben würde wären mir zugewandter.

Doch obwohl ich das weiß, kann ich diesen Part nicht erfüllen. Dieser kleine Satz würde unsere Diskussion verändern, doch ich wäre nicht mehr ich. 

Solltet ihr einen Rat parat haben, wie man solchen Diskussionen aus dem Weg geht, nur her damit. Ich habe noch kein Rezept für mich gefunden. Mir ist nur mal wieder bewusst geworden, dass ich immer wieder in so eine Situation komme, in der mein Gegenüber von mir erwartet das ich meinen Standpunkt ändere, mich ihm zuwende. - Er versteht einfach nicht, das ich gar nicht abgewandt bin, denn spätestens beim Aber trennt sich die Spreu vom Weizen. Leute die mir egal sind, werden mich danach nie wieder sehen (Ein Lob auf die Blockier Funktion).

Ich bin so unglaublich froh, das ich solche Diskussionen nicht in meiner Familie führen muss, hier akzeptiert man meine Meinung, auch wenn diese eine komplett andere ist.
Auch Freunde haben im Laufe der Zeit verstanden das man mich nicht umpolen kann, es sind meistens die Leute die mich nicht so gut kennen, die sich verbunden fühlen wollen mit mir und die nicht verstehen, das man sich auch verbunden fühlen kann, wenn man eine gänzlich andere Meinung vertritt.

Ich glaube das Geheimnis einer guten Beziehung liegt darin, Gemeinsamkeiten zu suchen, statt Unterschiede hervorzuheben. Ach würde das nur bei diesem Meinungsduell auch funktionieren. Dann könnt ich einfach nur sagen: "Ich mag dich ganz doll!" Und der Andere würde antworten: "Ich dich auch!" Man würde sich real oder virtuell umarmen und alles wäre gut... aber so ist es leider nicht. Seufz....

In diesem Sinne:

Love and Peace!!!

Namasté eure Jo