Mantra Musik

Montag, 19. August 2013

Tagebuch ... Auf der Suche nach Glück ... Ein ganz persönlicher Brief



Guten Morgen liebe Freunde,

ich kam Vorgestern von CSD ziemlich müde nachhause, gestern war ich sowieso kaum zu gebrauchen, solche Kopfschmerzen hatte ich, also wollte ich heute nach den News in Facebook schauen. Ich las von Männer die aus Spaß einen Hund abschlachteten, ich las von einer Frau die einen Hund misshandelt hat. Ich las davon das Ziegen und Schafe geschlachtet werden sollen, ich las von misshandelten Kinder... Ich kann einfach nicht mehr!!! Mir reicht es gerade... die Welt scheint nur noch Pervers zu sein, grausam, angeekelt klicke ich meine Mails weg. Geht es nur mir so, oder macht ihr ähnliche Erfahrungen?

Das ist die eine Seite, natürlich drehen sich meine Interessen ja nicht nur um Tierschutz und Co, nein ich lese auch von Veganern die anderen Veganern die Hölle wünschen, weil diese nicht Vegan genug leben, ich lese von Fleischessern, die mir "Gutmensch" hinterher brüllen, weil ich an die Tiere denke. Ich lese über unsere Wahl und die "Neuigkeit" das wohl bei der nächsten Bundestagswahl alles beim alten bleibt und die Gleichstellung* weitere Jahre auf sich warten lässt. Diese Woche habe ich auch die Erfahrung gemacht, das man mir zwar Fragen stellt, aber eigentlich keine Antwort will, weder was Kindererziehung, noch was das Leben eines Legebatteriehuhns betrifft.

Ich komme mir mal wieder vor, als wäre ich auf einem Planeten,  ein Planet der mir gänzlich fremd ist. Da schlagen sich die Leute gegenseitig die Köpfe ein, weil eine Lebensart nicht dominant genug betrachtet wird (Vegan - Großes Thema die einen sind Veganerer als die anderen und machen den Anderen das Leben schwer... seufz...), Menschen killen Tiere aus Freude am Leid, Politiker erzählen Dünnkack von Kühen die Laktosefreie Milch produzieren und ein Blick in die Nachrichten zeigt mir das genau diese Politiker auch noch gewählt werden (siehe Bundestagswahl, siehe Gleichstellung... seufz). Buddhisten reden was das Zeug hält und tun - genau das Gegenteil. Es ist einfach nur erschreckend und ich frage mich, ob es außer mir Alien noch andere Aliens gibt, oder ob die Welt gerade versinkt in ihrer Ignoranz, ihrer Intoleranz, ihrem Dogmatismus, ihrer Überheblichkeit.

Ich habe gerade mal wieder so die Schnauze voll von Facebook, Google Nachrichten, und Co. Ich möchte einmal was schönes lesen, einfach mal was tolles, überraschendes, was zum mitfreuen. Eine Geschichte mit Happy End, eine Liebe auf den ersten Blick die bis zum Nirvana reicht, ein Tier das noch nie Qualen erlebt hat, noch nie Leid. Existiert das hier überhaupt noch?
Oder sind wir Menschen nur noch verroht und auf uns fixiert?

Wo verdammt noch mal ist eigentlich unser ach so tolles Mitgefühl geblieben? Wo ist unsere Zivielcourage hin? Wo steckt unsere Menschlichkeit?

Ich lese von Menschen die die gleichen Nachrichten lesen und dann Kommentare darunter schreiben:

"Man sollte ihn kastrieren!"
"Man sollte dieses Miststück bei lebendigen Leib verbrennen!"
"Ich würde ... Man sollte ... "
Ich höre die Massen nach Vergeltung schreien. Für etwas das bereits passiert ist, das Vergangenheit ist. Bei solchen Kommentaren sehe ich Scheiterhaufen entzünden und vermummte Gesichter. In der Anonymität ist das Grauen so grau wie ein nebelverhangener Tag.

Da frag ich mich was ist barbarischer, der Mensch der Leid verursacht oder der Jenige der darüber schreibt?

Ich lese Texte von Menschen die Wut empfinden, dabei steht der Täter wie immer im Mittelpunkt, statt Mitgefühl dem Tier / Menschen gegenüber entläd sich der Hass für etwas das bereits vergangen ist.

Was können wir tun?
Welche Möglichkeiten haben wir?

Unter euch sind viele Tierschützer, viele Tierhalter. Es sind junge Politiker und solche die es werden wollen, es sind Künstler unter euch, Mütter und Väter, Homosexuelle und Heteros, ehemals Transexuelle und Leute die mich schon eine ganze Weile begleiten. Veganer, Vegetarier, Fleischesser und solche die keine mehr sein wollen, ernsthafte und Komiker, Philosophen und Wissenschaftler, Schriftsteller und Köche. Es sind Freunde die mich bereits live umarmt haben, mich umarmen wollen und solche die mich vielleicht nie umarmen werden. Fremde junge und alte... ihr repräsentiert ein Stückchen weit meine Welt. Denn ihr hinterlasst eure Kommentare, ihr lest mit, diskutiert mit  mir auf Plattformen wie Google +, Facebook oder Twitter. Ich brauch mal eine Antwort, wenn wir alle an einem Strick ziehen würden, würde sich dann die Welt verändern? Würde es dann weniger Leid geben. Ihr seid gemeinsam so viele Leute.

Können wir was bewirken?

Diese Frage ist ernst gemeint, wenn auch vielleicht naiv. Schaffen wir es eine Woche lang kein Leid in unsere Herzen zu lassen? Schaffen wir es, eine Woche lang die Dinge auszukramen, die uns und andere Glücklich machen, Dinge die die Herzen berühren und nicht zuschnüren lassen?

Ab Heute werde ich eine Woche lang das Leid mal aus meinem Leben bannen, ich fange Heute an, sobald dieser Text hochgeladen ist. Ich teile eine Woche lang keine leidvollen Themen, kein Hund der misshandelt wurde, kein Kind das starb, kein Huhn das geschlachtet werden soll. DIESE FÜR MICH WICHTIGE MASSNAHME bedeutet nicht, das ich Leid ignorieren will, sondern es bedeutet lediglich, das ich versuchen will die Schönen Dinge in meinem Leben nach oben zu bringen, ihnen wieder einen Platz einzuräumen. Ich möchte euch daran teilhaben lassen. Das Leid ist dennoch da, ich werde es weder in dieser Woche verhindern können, noch kann ich es aufhalten. Aber ich muss Kraft sammeln, ich muss wieder Energievoll sein, dann kann ich weiter machen. Nächste Woche darf es dann auch wieder Tiere in meinem Leben geben die misshandelt wurden, geschlachtet werden sollen, Politische Themen die mich aufregen, Diskussionen über Religion, über Buddhismus, usw... doch diese eine Woche will ich mir selbst die Möglichkeit geben, das Leben auch von der anderen Seite wahrzunehmen, der Seite  die ich gerade dabei bin zu verlieren, das Glück welches ich habe, das Lachen in meiner Seele, die Schönheit eines Augenblicks...

Wer mitmachen möchte, ist herzlich Willkommen... die Frage ist nur, schaffen wir das?  Eine Woche lang ohne Leid?

Ich will mal wieder von Herzen Glücklich sein, ohne im Hinterkopf einen erhängten und misshandelten Hund zu sehen, kein Kind das vergewaltigt wurde, keinen Buddhisten der mir erzählen will, wie ich mein ICH loswerden soll, keine Christen die gegen Homosexuelle demonstrieren, keinen Veganer der mir vorwirft mein Kind zu vergiften, weil ich ihr Oreo Kekse zum Essen gebe, kein Tierschützer der mir erklären will, das meine Katze nur wegen dem Katzenfutter das ich ihr gebe eine Niereninsuffizienz hat, keine Nachrichten von Kriege und Hungersnöte.

Ich will eine Woche lang schöne Dinge erleben, Dinge die die andere Seite der Welt zeigen und mich wieder aufatmen lassen. Mir zeigen, das ich gar kein so fremdes Alien auf diesem Planeten bin.
Wir haben jetzt 9:41, gleich schicke ich diese Nachricht los, wer mit machen will, ist herzlichst willkommen.

Lasst uns mal ein anderes Zeichen setzten, von Hunden die ihre Menschen gefunden haben und jetzt Glücklich sind. Von Kindern die das Lachen nicht verloren haben, von Kühen auf Weiden und alten Schafen und Hühnern. Ich möchte es eine Woche nur erleben, das die schönen Dinge vorrang haben, vor dem Leid.

Ich will eine Woche auf die Suche nach Glück gehen und ich würde mich total freuen, wenn ihr mich begleitet... Auf Facebook bin ich zu finden unter: Johanna Schlitzkus
Auf Google unter: Johanna Schlitzkus, auf Twitter: Johanna Schlitzkus.

Ich bin kein anonymer Blog, mich gibt es wirklich!

In dem Sinne

Namasté und Grüße von einer die echt die Schnauze vom Leid voll hat!

Eure Jo

*http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstellung


Kommentare:

  1. Ich habe gerade eine solche Zeit hinter mir, in gewissem Sinne, also mache ich jetzt so in der Form nicht mit. Aber eins ist für mich klar: Solche Wechsel der Sicht auf die Welt (allein durch Veränderung des Inputs) sind enorm wichtig und lehrreich. Mir zeigt sich so, wie formbar mein Bewusstsein ist. In alle Richtungen. Zum Besseren und zum Schlechteren. Ich hatte vor kurzem einen ziemlich starken Traum. Die Nachricht beim Aufwachen, der erste Satz im sich zusammensetzenden Wachbewusstsein: Nicht die Welt verbessern. Ich erkläre nicht, was das für mich bedeutet – es hat mit meinem Zynismus zu tun, meiner Frustration über eine scheinbar ausweglose Lage in der wir uns befinden und wie ich mit dieser meiner Auffassung umgehe und auf Andere reagiere. Aber der Traum war eine Reaktion (oder ein Ergebnis) meiner Auszeit von der Flut, der wir uns mit den modernen Medien aussetzen. Bin gespannt auf deinen Bericht, wenn es einen gibt. Alles Gute.

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  2. Du weißt, Jo, dass ich genau diese Überforderung der Seele aus gleichem Grund hinter mir habe und die Konsequenzen zog. Irgendwann greift der ( psychische) Selbsterhaltungstrieb und wehrt sich gegen die Schwemme an Frustration, an Druck, so zu sein und nicht anders, an Borniertheit und Fundamentalismus, an Ignoranz und Kälte. Für mich habe ich den Weg gefunden, in meinem unmittelbaren Umfeld die Augen offen zu halten und da zu sein, wo ich gebraucht werde, Zivilcourage zu zeigen, wo weggesehen wird. Dann hast Du das unmittelbare " feedback" , die Ergebnisse Deines Handelns, das Lächeln, die Dankbarkeit , die Erfahrung, etwas zu bewirken. Auch in den Gesprächen. ( es müssen nicht immer die spektakulären Taten sein). So erfahre ich Tag für Tag die Freude, inmitten von Mensch und Tier zu leben, ohne Gefahr zu laufen, die Realität aus dem Blick zu verlieren. Du spürst den Sinn des Lebens und die Kraft, die Du erhältst. Und immer wieder das: ich nehme mich nicht wichtiger als das Geschöpf ( Mensch, Tier), das mir gegenüber steht..., ich will nicht nur mich selbst bedienen. Es funktioniert. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, kann ich es auch zu anderen sein und jeder gewinnt dabei.

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