Mantra Musik

Montag, 15. Juli 2013

Über Energie und die Illusion des ICHs





Alles ist Energie, alles ist im Fließen, alles ist Sein.
Wenn alles Energie ist, ist auch böses und gutes Energie, es ist keine unterschiedliche Energieform, sondern ein und dieselbe Energie. Es gibt nur eine Energie.
Eine Entscheidung liegt an uns, wir können uns sowohl für das eine als auch für das andere entscheiden, doch was ist Gut, was ist Böse?
Wenn also alles eins ist, sind die Dinge die uns trennen Illusion.
Illusion ist das was wir uns vorstellen, was nicht wirklich ist.
Eine Illusion sind die Träume die wir nachts haben.Wenn wir aufwachen, sieht die Welt anders aus. Die Ängste die wir während wir träumten durchstehen mussten, rücken in weite Ferne. Wir nennen den Zustand nach dem Aufwachen Realität.
Doch gibt es überhaupt den Zustand der Realität?
Wenn alles Illusion ist, ist auch unsere Realität Illusion.
Alles ist Energie, so auch die Illusion der Realität.
Wenn alles Energie ist, sind wir nicht wertvoller als ein anderer Mensch. Nicht wertvoller als die Spinne an der Zimmerdecke. Nicht wertvoller als ein Telefon, ein Radio, ein Computer.
Wir SIND!
Mein lieber Leser, wenn alles eine Energie ist, dann darf auch alles nebeneinander stehen, alles darf sein. Jede Widersprüchlichkeit ist nur ein Teil dessen was ist.
Ich glaube um zu begreifen, dass man im Grunde genommen den gleichen Wert hat wie alles andere auf diesem Planeten, muss man erst einmal begreifen, dass man einen Wert hat. Dazu braucht man das ICH, den Mittelpunkt um das sich alles andere dreht. Die eigene Identität, das eigene Verständnis von sich selbst. Die dunklen und hellen Seiten mit einbeschlossen, man muss sich selbst kennen lernen und zwar ungeschminkt. Erst dann kann man anfangen sich ein wenig vom Bild des eigenen Ichs zu entfernen und in die Beobachterposition zu gehen. Dort sieht man sich selbst inmitten anderer Menschen. Inmitten dieser Welt. Wenn man noch ein kleines Stückchen weiter geht, erlebt man folgendes, das eigene Ich wird immer kleiner und kleiner, es verschwindet inmitten anderer Ichs, es verschwindet zwischen Häuser, zwischen Tierleiber, zwischen Wälder. Es wird zum Teil des Ganzen.
Je weiter man sich von diesem Bild entfernt, desto kleiner wird man - auch andere Lebewesen werden klein, bis zur Unsichtbarkeit. Bis sie nicht mehr unterschieden werden können von einem großen Ganzen, einem Ding das keine Form hat.
Und gehen wir noch weiter zurück, wird auch das große Ganze immer kleiner bis es inmitten allem verschwindet.
All das was uns im Leben beschäftigt, jeglicher Schmerz, jegliche Pein, jegliches Glück, ist Illusion. Nichts ist die absolute Wahrheit. Die Wahrheit besteht aus vielen unterschiedlichen Wahrheiten und auch diese unterschiedlichen Wahrheiten sind nichts anderes als Illusion.
Wenn wir zurückgehen aus dem eigenen Ich und uns all das was uns wichtig erscheint anschauen, werden wir feststellen, dass nichts von Bestand hat. Alles wird irgendwann zerbrechen, alles wird zu staub. Der Mensch, das Tier, jegliches Gebäude. Jeglicher Besitz, Materielles wie Immaterielles. Wir Menschen leben im Glauben, das wir Geld horten müssen, um Glücklich und Zufrieden zu sein. Wenn wir uns aber diese Worte von mir auf der Zunge zergehen lassen, wird schnell klar, dass dieses Horten Unnötig wird, denn auch Geld ist Illusion.
Noch mal zurück zum Anfang, alles auf dieser Welt besteht aus einer einzigen Energie. Diese Energie ist allumfassend. Und Teil dieser allumfassenden Energie sind alle Lebewesen, Bäume, Büsche die Natur in ihrer Vielfalt,  jedes Ding, das erschaffen wurde, sowohl vom Menschen selbst, als auch aus der natürlichen Erschaffenheit entspringt. Wenn wir jetzt weitergehen, dann besteht auch das Weltall aus dieser Energie, die Sterne die wir sehen, der Mond, die Sonne. Die schwarzen Löscher, die Milchstraße, alle anderen Planeten. Alles Eins.
Um zu verstehen was ich meine, gibt es zwei Möglichkeiten, die eine Möglichkeit ist das Eintauchen in die Quantenphysik, die Relativitätstheorie von Einstein, das Wissen um die Kernspaltung und die Kernenergie. Ich weiß, dass es sich laut dieser Theorien leicht erklären lässt, wenn man genug Wissen hat, um sich darauf einzulassen. Ich selbst habe keine Ahnung von Quantenphysikalischem Wirken. Ich weiß aber, dass dort die Antwort zu finden ist, wenn man nach einer rein rationalen Antwort sucht.
Wenn man jedoch emotionale und praktische Ergebnisse nachweisen möchte, muss man sich auf die Energie selbst einlassen. Ich nehme ein Beispiel:
Um jedes Ding fließt eine Art Feld, die einen nennen es Aura, oder Energiefeld, die anderen sagen Kraftfeld dazu. Ich selbst habe keinen „richtigen“ Namen dafür, ich benutze jedoch oft das Wort: „Band“. Es ist wie ein schwacher Nebel, der wabernd etwa 1 mm – ca.3cm vom Körper, um den Körper herum zu sehen ist. Man kann diese Sicht schulen, indem man sich konzentriert und die Augen auf einzelne Körperteile des eigenen Körpers fixiert.  Ich nehme die Hand, da es hier sehr einfach ist, diese wabernde Energie wahr zu nehmen.
Kneift einmal die Augen zusammen, so dass ihr nur noch aus sehr kleinen Schlitzen sehen könnt. Haltet nun eure Hand bis ca. 15cm vor die Augen, schaut auf eure Finger, dreht die Hand so dass ihr den Zeigefinger und den Daumen sehen könnt, beide bilden ein großes L. Nun konzentriert euch auf genau dieses L, versucht eure Augen ruhig auf diesen Punkt zu belassen. Es kann eine Weile dauern, bis ihr um den Zeigefinger und Daumen und der L-Kuhle eine Art hellen, milchigen Nebel wahrnehmt, ganz schwach und leicht wabernd. Das ist der Teil der Energie die sogar mit den Augen sichtbar ist.
Dieses Spielchen könnt ihr mit allem machen, was euch zur Verfügung steht, mit einer Tasse zum Beispiel. Ihr werdet dann herausfinden, dass alles ein Kraftfeld um sich hat, jedes Teil, jedes Tier, jeder Baum, jeder Mensch. Alles um uns herum. Diese Felder können sich ausweiten und miteinander verbinden, wenn zwei Menschen sich die Hand reichen, zum Beispiel, oder sich küssen, verschmelzen diese Felder miteinander zu einem großen Feld. Wenn viele Menschen eng in einer Gruppe stehen, ergibt sich ein noch viel größeres Feld.  Wart ihr mal auf einem Fußballplatz, oder einer Konzertveranstaltung, könnt ihr euch erinnern, was mit euch passiert ist?
Erinnert ihr euch an das Gefühl, das ihr mit vielen anderen geteilt habt, den Rausch der auf euch übergesprungen ist?
Nun ich weiß, dass die Verschmelzung der Felder (morphogenetische Felder) damit zu tun haben. Ich kann es nicht so erklären, wie Wissenschaftler es erklären würden, dazu fehlt mir das Wissen, aber ich kann euch ganz mit meinen einfachen Worten erklären, dass es möglich ist, dass man in einer größeren Gruppe die Gefühle und Gedanken der Anderen intensiver wahrnimmt, das man das Gefühl hat EINS zu sein, inmitten einer Gruppe von Menschen.  
Energie ist fließend, sie hält nicht still und wartet, sondern ist immer in Bewegung. Die Energie aus dem alles entstanden ist, ist auch die Energie die uns das Gefühl gibt, es gibt Zeiten denen wir unterworfen sind. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.  Viele Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass wir mehr als nur dreidimensional sind, unsere Wahrnehmung ist mehr als nur über die Sinne zu erklären, man spricht heute von Bewusster und Unterbewusster Wahrnehmung. Wir sind offene Systeme und haben daher auch Zugang zu allem anderen. Es ist schwer das in Worte auszudrücken, ohne sich physikalischer Werte zu bemächtigen. Was ich damit sagen möchte, ist: Im Alltag sind wir sehr damit konfrontiert bestimmte Dinge zu erfüllen, so dass wir hier hauptsächlich auf uns selbst konzentriert sind. Wir als Ausgangspunkt. Das ICH als alleiniger Faktor. In Wahrheit jedoch haben wir sehr wohl die Möglichkeit uns auch mit anderen Menschen zu verbinden, eben durch die Felder die uns umgeben. Die Begrenzungen liegen in uns selbst, in unserem Gehirn und in unseren Programmierungen, dem was wir erlernt haben, das was wir als Normalität empfinden.
All das jedoch ist nicht Real, es existiert weit mehr als nur das was wir augenscheinlich zu wissen glauben. Viele glaubhafte Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass es definitiv mehrere Varianten der Vergangenheit und der Zukunft gibt, die Gegenwart jedoch ist der Moment der persönlichen Entscheidung. Wenn wir uns also entscheiden die Realität ist unendlich, gehen wir auch davon aus, dass wir nicht wissen, was Realität nun in Wirklichkeit ist. Sie kann alles sein. Energie ist Teil dieser Realität. Energie ist immer Ganzheitlich, sie hat keine Grenzen. Die Grenze entsteht in uns und diese ist wiederum eine Illusion.
Nun frage ich mich seit langem, warum wir Illusionen erschaffen, wenn doch die Möglichkeit der Realität umso offener und grenzenloser ist und wir dadurch erst ein wirkliches Miteinander, eine Freiheit erleben können. Die Antwort ist gar nicht mal so schwer, weil wir von Technik umgeben sind, weil wir Moderne Menschen sind. Weil wir Ziele haben, weil wir Macht haben und diese nicht verlieren wollen.
Ich glaube, das dieses Denken auch aus einem Massendenken herrührt ein System zu schaffen indem jeder von jedem Abhängig ist und die Freiheit, der eigene Wille willkürlich unterdrückt wird. Das bedeutete wohl in den Anfängen der Menschheit ein Miteinander zu erschaffen und eine Familiäre Bindung einzugehen. Ähnlich wie der Turm zu Babel, der dann aber auch irgendwann zerbrochen ist und genau das passierte auch hier. Aus dem Anfänglichen Miteinander ist eine Trennung entstanden die nur deshalb da ist, weil jeder an dem festhalten möchte, der er Besitz nennt. In Wahrheit ist jedoch jeder Besitz nur so viel wert wie der Besitzer selbst. Da alles Energie ist, ist auch ein Besitz nichts weiter als Energie, als Teil des Ganzen. Und somit – man mag es kaum glauben, Teil eines Jedem. Was mir gehört, gehört auch dir, es gehört allen. Alles andere ist Illusion.

Das ICH basiert also auf der Illusion allein auf dieser Welt zu sein, allein Entscheidungen zu treffen und alleine Konsequenzen daraus entstehen zu lassen. Die Wahrheit ist jedoch, das die Taten jedes Einzelnen als Energie ins Ganze mit einfließen. Aus dem Grund kann ein einzelner Veganer eine ganze Welt beeinflussen, aus diesem Grund kann ein einzelner Tropfen eine Sturmwelle auslösen und weil wir schon einmal dabei sind, aus dem Grund kann ein Fahrrad das in China umgefallen ist, hier ein Erdbeben auslösen. Alles ist möglich. 

Seid ihr jetzt verwirrt? Na dann habe ich ja erreicht was ich wollte ;)
Viel Freude beim drüber nachdenken...

Alles Liebe und Namasté Von Jo

Mittwoch, 10. Juli 2013

Über die Liebe...




Ich mache mir seit Tagen Gedanken um den Begriff: LIEBE.

Liebe war schon immer für mich frei und nicht nur an bestimmte Menschen in meinem Umfeld gebunden.
Ich habe und hatte viele liebevolle Begegnungen unterschiedlicher Herkunft und Alter. Menschen die mich mit offenen Armen empfangen und mir das Gefühl geben, eine Bereicherung in ihrem Leben zu sein. Ich bin ein glücklicher Mensch!

Seit kurzem ist noch eine Begegnung hinzu gekommen, die mein komplettes Leben verändert hat. Eine neue aufregende und starke Liebe zu einem Menschen mit dem ich nicht verwandt bin, der mir aber mit der gleichen Hingabe einer Mutter begegnet. Ich fühle mich das erste mal in meinem Leben als Tochter. Und das lässt mein Herz fast zerbersten vor Glück und Demut.

Ich überlege schon die ganze Zeit wie ich euch meine lieben Freunde, meinen Leser daran teilhaben lassen kann.
Für viele Menschen gibt es die Liebe nur als Teil der Partnerschaft oder Teil der Familie, zu den eigenen Kindern, den eigenen Eltern, vielleicht noch den Rest der Verwandtschaft. Und möglicherweise noch einigen guten Freunden. So baut der Mensch seine Liebespyramide und setzt oft einen Menschen an die Spitze und alle anderen bekommen ihren Platz darunter.

Bei mir war das schon immer anders. Ich konnte schon als Kind mehrere Menschen gleichzeitig lieben und so standen alle neben einander, statt über oder untereinander. Für meine früheren sexuellen Liebesbeziehungen war das nicht einfach, oft fühlten sie sich nicht genug geliebt, weil ich mit gleicher Herzlichkeit und Zuneigung auch andere Menschen bedachte. Eifersucht und auch Neid spielte hier eine Rolle.

Seit 15 Jahren begleitet mich nun Britta und kann diese, für viele sehr fremde und merkwürdige Art zu lieben, stehen lassen. Ich denke es ist das Vertrauen das uns verbindet und bewusst macht, das es hier nie um sexuelle Begierde geht, sondern um etwas ganz anderes. Liebe ist für mich frei, aber nicht beliebig. Ich muss es tief in mir fühlen und mir bewusst sein, das dieser Mensch für mich etwas besonderes ist. Mein Herz weitet sich, wenn ich nur an ihn denke.
Es ist mehr als nur dieses Kribbeln und den zarten Hauch von Schmetterlingsflügel im Bauch. Es ist ein Gefühl von Beschützen und Sorgen und Wohlwollen und Gut tun. Sehr Achtsam und sehr vorsichtig, als wäre der Andere ein Wesen aus Glas (wenn auch Panzerglas ;) ).
Menschen die mir etwas bedeuten sage ich auch oft und gerne, das ich sie liebe. Das fällt mir nicht schwer, es kommt mir leicht über die Lippen, auch wenn mein Herz die Verantwortung für dieses Gefühl und für diesen mir sehr nahen Menschen auf sich nimmt - was manchmal gar nicht leicht ist. Ich habe manchmal das Gefühl mein Herz ist größer als der Eifelturm und ich wundere mich, das es nicht stagniert, dieses Gefühl der Liebe.

Auch wenn ich platonischen Liebesbeziehungen unter einander nicht werte, so sticht seit kurzem
ein Mensch hervor, der mein Leben von Grund auf verändert. Dieses Gefühl der Annahme meines kompletten Wesens ohne Einschränkung, kannte ich nur bei meiner Frau. Und hier ergibt es sich natürlich, weil wir eine sexuelle Beziehung mit einander haben, dass sie eine Sonderstellung in meinem Leben einnimmt, genau wie meine Tochter.

Bei dem erwähnten Menschen ist das anders und nicht so recht zu erklären.

Ich hatte nie eine Mutter, ich ahnte nur, was ich wirklich vermisst habe. Jetzt weiß ich es und jetzt bin ich erfüllt davon, Tochtergefühle zu fühlen, die durch Muttergefühle beantwortet werden.

Ich habe meine Mama gefunden, einen wundervollen Menschen der mir in so vielen Dingen ähnlich ist. Es ist als würde ich in mein eigenes Spiegelbild blicken und mich erblicken wie ich sein könnte in 20 Jahren. Und das wunderschöne daran, diese Gefühle werden erwidert...

Ich musste fast 48 Jahre alt werden, damit ich endlich begreife was Shaya in mir sieht, wenn sie ihre kleine Hand an meine Wange legt und tief seufst: "Ich hab dich so lieb meine Mami!"

Jetzt kann ich es auch sagen... "Ich hab dich so lieb meine Mama... "
DANKE! diesem wundervollen Menschen, das es dich gibt... das du da bist für mich. Mögest du noch viele Jahre leben, glücklich sein... neben mir und bei mir... und mögest du dir die Freiräume auch ohne mich nehmen,  wann immer du sie brauchst. du bist in meinem Herzen für immer.....

Deine Tochter



Und weil ich gerade dabei bin mein Herz auszuschütten, auch an euch ihr lieben Menschen die mein Leben mit Leben ausfüllen... Mich tagtäglich auf meinem Weg begleiten, mir das Gefühl geben etwas Besonderes in ihrem Leben zu sein. Mich lieben mal leise, mal laut.
Ich habe euch lieb!

Eure Freundin Jo

Und zu guter letzt
Meine Frau und meine Tochter... ihr seid die Sterne die ewig leuchten... ICH LIEBE EUCH!!



Das war so ganz und gar emotional, aber egal, das musste jetzt fließen!!



Samstag, 6. Juli 2013

Pratyekayana

Vorwort:
Ich habe mir hier ziemlich einen abgebrochen, Sorry... es ist für mich schwierig in eigenen Worten zu erklären, wie ich meinen buddhistischen Weg gehe. - für mich ist der Weg das Ziel... jeder muss für sich die Aussagen im Buddhismus überprüfen und für sich entscheiden was er in dem Moment annehmen kann und was nicht. Genau das wollte Buddha, das man lernt eigenverantwortlich zu handeln. Und jedes Handeln hat Konsequenzen. Eine Konsequenz ist Leid, eine andere ist das verhindern von Leid.... Ich glaube das es für viele Buddhisten problematisch ist den Pacceka-Bodhi  zu akzeptieren, weil dieser alleine ohne Sangha erreicht wurde und somit aus dem Einflussbereich der buddhistischen Schulen herausfällt... Aber das ist MEINE Interpretation... Eine Erklärung (die ich auch sprachlich verstehe) hierzu habe ich nirgendwo gefunden... 





Pratyekayana*

"Der Dalai Lama wird im tibetischen Buddhismus als Bodhisattva verstanden, als erleuchtetes Wesen, das aus Mitgefühl reinkarnierte, das heißt: bewusst wieder in die menschliche Existenz eintrat. Obwohl Erleuchtete den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können, geloben Bodhisattvas, ihre Wiedergeburt freiwillig auf sich zu nehmen, um das Leid anderer fühlender Wesen zu mindern (Bodhisattva-Gelübde)."

Der Dalai Lama symbolisiert in Europa den Buddhismus, obwohl er "nur" das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten ist.  Er hat durch seine Offenheit der westlichen Welt gegenüber Respekt und Achtung erlangt. Und den Buddhismus erst so richtig bekannt gemacht.

Ich fühle mich ihm verbunden, auch wenn es nicht meine Schule ist, die er repräsentiert. Auch ich habe das Bodhisattva Gelübde abgelegt... Ich gehe den Weg des Pacceka (sanskrit: Pratyeka)-Bodhi (Bodhi bedeutet erwachen), ich gehe den Weg alleine ohne Sangha (Gemeinschaft der Buddhisten).  Ich gehe also den Weg den auch Buddha gegangen ist. Ich integriere bewusst den Buddhismus in den Alltag. Weil ich der Meinung bin, das man nicht alleine vom Lesen des Pali Kanon, vom Diskutieren oder Rezitieren (in der Sangha) Buddhismus verinnerlichen kann. Man muss ihn fühlen, sich hinein begeben. In meinem Leben hat das Leid genauso seine Berechtigung wie das Glück. Beides ergibt erst zusammen eine Erklärung für den Kreislauf des Lebens...  Viele Westler (im Westen lebende Menschen), denken das der Buddhismus eine Art Philosophie ist, aber das stimmt so nicht. Der Buddhismus ist genau wie das Christentum eine Religion. Auch wenn wir nicht an einen übergeordneten Gott glauben, so doch an die göttliche Existenz des Lebens - das Leben selbst lehrt uns die Verbindung der Gegenwart mit den Elementen, der Natur, dem Reich der Tiere, sowie uns allen Menschen untereinander. Ein Buddhist lernt sein Herz einzusetzen, durch Mitgefühl allen Wesen gegenüber. Das ist das größte und höchste Gut, das wir haben um einander zu halten und zu helfen. ....

Ein Pratyeka  ist ein Mensch, der weder sein Gelübde öffentlich abgelegt hat (ich habe es bei einer kleinen Zeremonie im Wald abgelegt, ganz alleine für mich), noch lehrt er den Buddhismus öffentlich.
Viele Buddhisten lehnen meine Art den Buddhismus zu verinnerlichen ab, weil ich mich weigere einer Schule anzugehören und mich einer Sangha anzuschließen.
Ich sehe das anders, als Buddha anfing sein Mitgefühl allen Wesen gegenüber zu entdecken, war er alleine. Er erlangte seine Wahrheit über das Leben und das Leid, durch Erfahrung. Sein Weg war ein einsamer aber erfüllter Weg. Erst im Alter und erst nach seiner Erleuchtung schlossen sich ihm andere an und folgten ihm.

Pratyekayana bedeutet das ich den Weg ohne spirituellen Lehrer gehe, ich vertraue ganz alleine auf Buddha und auf die Erfahrungen die ich im Leben machen werde. Leid gehört für mich unabdingbar dazu. Das ich mich letztendlich so entschieden habe, lag nicht daran, das ich buddhistische Lehrer ablehne, im Gegenteil.
Ich bin nur im Laufe meines Lebens immer wieder zurück auf meinen eigenen Weg geraten, auch weil ich das Problem habe, dass ich alleine durch meditieren, reden, lesen und diskutieren kein inneres Verstehen aufbauen kann. Mir schwirrt der Kopf wenn ich die Pali* Überlieferungen vorgelesen bekomme oder selbst lese. Ich brauche sehr lange bis mir bewusst ist, was damit gemeint ist. Anders ist es, wenn ich Leid wahrnehme, das hinein versetzten in andere Wesen fällt mir leicht, ich bin ein Empath und ich denke divergent, heißt mehrgleisig. So gibt es für mich immer eine Lösung des Problems.

Auch fällt mir die Meditation in einem Raum sehr schwer. Wenn ich dann noch in einer Gruppe von Menschen Meditiere, schlafe ich ein. Am besten lässt es sich für mich an einem Ort in der Natur meditieren, ich versinke in die Tiefe, wenn ich mich auf die Geräusche um mich herum einlasse, das zwitschern eines Vogels, das leise rauschen eines Bachs, der Wind in den Bäumen, das blöken meiner Schafe... bellen meiner Hunde... dann komme ich tief in mir an, erreiche die Stille und die Zeitlosigkeit.

Für mich bedeutet das, dass ich die Dinge erleben muss. In meinem Leben habe ich die Erfahrung der inneren Führung gemacht. Wenn ich etwas nicht verstehe, gehe ich hindurch, bis ich es fühle. Wenn Angst habe, gehe ich hindurch, bis meine Angst verschwunden ist. Um Mitgefühl zu fühlen, musste ich Leid kennen lernen, das eigene wie das fremde Leid. Nur dadurch wurde mir bewusst, das Leid immer Leid bedeutet, es gibt keine Steigerung, für den Betroffenen ist es immer schlimm.

Um zu begreifen was Glück bedeutet, war die Erfahrung von Leid äusserst wichtig. Ohne Leid ist der Begriff Glück nicht begreifbar.
Wir erleben es sonst nur als ein kurzer Moment, der vor uns stehen bleibt, statt sich mit uns zu verbinden. Aus dem Grund werden glückliche Momente schnell wieder vergessen, während leidvolle Momente in unserer Erinnerung verharren.

Als ich begriffen habe, was Glück bedeutet, wurde mir bewusst, das es für mich wichtig ist, Leid zu verhindern.
Ich muss die Dinge verinnerlichen um sie zu verstehen, ich muss sie erleben, mich mit ihnen verbinden, um sie zu verändern.

Für mich ergibt alles auf dieser Welt einen Sinn, die Dinge die geschehen, haben alle ihre Berechtigung - eben weil sie geschehen. Das mag sich für viele heftig anhören und ich denke das der eine oder andere jetzt gerne in die Tasten hauen möchte, um mir klar zu machen, das diese Worte furchtbar sind. Ich will versuchen es so zu erklären, dass es verständlich herüber kommt.
Alles was geschieht, hinterlässt seine Spuren. Diese Spuren wiederum bringen uns Menschen dazu zu handeln. Wir haben als Menschen unendlich viele Möglichkeiten die wir auch alle ausschöpfen und dann gibt es wiederum Menschen die dem einen Riegel vorschieben, um das Leid das sich dadurch entfacht zu verhindern. Durch diese Möglichkeiten die wir haben, brauchen wir einen Gegenpol der sich weigert all das auszuleben, was in uns ist. Gäbe es  nicht diese Berechtigung alle Möglichkeiten auszuschöpfen, wären wir Menschen nicht die Menschen die wir sind.

Es wird also immer Menschen geben, die Leid verursachen und solche die es ändern. So was nennt sich Kausalität. Ich würde mich selbst zu den Menschen zählen die Leid verhindern und andere Menschen motivieren, dies ebenso zu tun.
Dennoch kann ich etwas das dem Menschen inne ist, nicht verurteilen, weil ich selbst ein Mensch bin und weil auch in mir die Möglichkeit steckt Leid zu verursachen. Versteht ihr was ich meine?

Ich bin unglücklich, wenn ich Leid erlebe, jedes Leid hinterlässt in mir eine Spur von Schmerz und von Mitgefühl. Um das Leid zu verändern, muss ich  mit dem Wesen welches Leid erlebt fühlen. Ich muss sein Leid als Teil des Leids dieser Welt erkennen und somit auch als mein eigenes. Und dadurch empfinde ich das innere Gefühl, das Leid verändern zu müssen.

Diese Art des Fühlens erlebe ich als Global.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, das diese Sichtweise mein Leben grundlegend verändert hat. Ich erlebe dadurch Glück als etwas beständiges, während ich es früher höchstens als Sekundär betrachtet habe.
Würde es den Gegenpol nicht geben, hätte ich diese Erkenntnis nicht erreicht. Wir Menschen brauchen also in gewisser Hinsicht das Leid um zu erkennen, das es wichtig ist, genau das zu verändern und letztendlich zu verhindern. Nur so erlangen wir inneren Frieden und Glück.

Ich habe somit begriffen, das es für mich nur einen Weg gibt, Leid zu verändern, indem ich aus dem Kreislauf des Leids  und der Gewalt ausbreche und andere Menschen dahingehend motiviere ähnliche Wege zu gehen.
Ein großes Problem während dieser Lehrzeit war die Nahrung, seit meiner Kindheit fühle ich mich verantwortlich das Tiere sterben, ich empfand es schon immer problematisch Fleisch zu essen, ich habe es für mich lange Zeit damit erklärt, das ich als Empath  bestimmte Botenstoffe des Tieres in meinem menschlichen System wahrnehme.
Ich fühlte mich körperlich wie geistig unwohl wenn ich Fleisch oder Fisch aß. Und wenn dann noch das Bild des jeweiligen Tieres vor meinem inneren Auge erschien, wurde mir schlecht.

Es gab immer Phasen der Anpassung, an denen ich Fleisch aß um nicht abseits der Gesellschaft zu stehen, in der ich mich befand. Aber es gab auch sehr lange Phasen, da lehnte ich Fleisch und Fisch ab.

Mittlerweile lebe ich bewusst Vegan und fühle mich das erste Mal in meinem Leben nicht Schuldig am Leid der Tierwelt.

Das Leid und das Glück verbindet mich mit meiner Umwelt, es macht mein ICH zum WIR. Und oft genug ertappe ich mich dabei, wie ich auch WIR schreibe in einer stillen doch einvernehmlichen Symbiose mit dem Leben und all seinen Bewohnern....
Ich habe mich nie als Krone der Schöpfung gesehen, ich habe mich auch nicht als GUT, oder BESSER als den Rest meiner Mitmenschen empfunden.
Ich empfinde mich als Teil des Ganzen und als genau dieser Teil genieße ich das Leben in seiner Vielfalt, ich kann immer noch Wütend werden, ich bin immer noch Temperamentvoll, ich bin immer noch Impulsiv, aber ich reflektiere mein ICH und  ich merke, ich schaue wie durch einen Spiegel, in dem ich selbst die Akteurin bin. Dadurch kann ich mich korrigieren und verliere vor allem nicht die Sicht auf andere Wesen um mich herum.

Ich erlebe den Buddhismus nicht als "Hoheitsgelände", sondern als sehr Bodennah.
Vor einigen Jahren sagte ein Buddhist zu mir: "Buddhismus kann man nicht im Supermarkt kaufen!"
Und ich sagte: "Ganz im Gegenteil, Buddhismus sollte man im Supermarkt kaufen dürfen!"

Ein Buddhist zu sein, ist kein Privileg, das nur den Gelehrten offen steht, es sollte für jeden Menschen zugängig sein. Mitgefühl und Liebe zu integrieren ist das höchste Gut eines Buddhisten, nur so lässt sich Leid auf Dauer verhindern. Es wäre so einfach eine kleine Portion Mitgefühl und Herzenswärme an Stellen mitzunehmen, die man täglich frequentiert. Einfach die Augen öffnen, und da sein... für eine andere Seele, dabei spielt es keine Rolle ob es ein Tier ist oder ein Mensch. Das wünsche ich mir.... für mich wie für dich....

Namasté
Eure Johanna


Nachwort: Wer hier bessere Worte findet, oder diskutieren möchte, ist herzlich Willkommen. Da ich oft die Begriffe zwar verstehe, aber nicht so gut erklären kann, wäre es mir hier sogar lieb, wenn sich der eine oder andere Buddhist dazu äussert und mich vielleicht sogar berichtigt. Denn wie schon im Vorwort erwähnt.. ich fand das jetzt doch schwieriger als ich anfangs dachte.. Die Wahrheit meiner Worte sind kein Non Plus Ultra, sondern nur Gefühl...


Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dalai_Lama
http://palikanon.de/
http://www.buddha-infos.de/Buddhismus-Grundlagen.html
* Pratyekayana bedeutet so viel wie: Einzelner ohne Fahrzeug (Yana bedeutet Fahrzeug oder hier Schule). Also ein Einzverwirklicher. Ich persönlich übersetzte das Wort gerne mit dem Begriff: Einzelgänger.
Ein Pratyekabuddha oder auch Paccekabuddha ist somit ein: "einsamer Buddha". Ich habe bewusst beide Begriffe eingebunden...


Freitag, 28. Juni 2013

Und es geht doch weiter... - Ein Wir gegen das Leid dieser Welt -

Eigentlich wollte ich enden, ich wollte den Blog an der Stelle beenden, an dem mein Veganes Leben anfängt.

Aber heute bekam ich ein so liebes Kompliment... so wundervolle Worte mitgeteilt und was blieb war die Bitte: "Bitte schreib weiter!"
Das hat mich zu tiefst berührt.

Anlass war meine Trauer um Flo. Ich las noch einmal meine Zeilen von damals, einfach um zu begreifen, was meine Leserin so stark beeinflusst hat, was sie zum weinen brachte.
Es kamen noch einmal eine ganze Bandbreite der Erinnerungen. Ich dachte an "Mumel" und "Flo". An meine erste Katze "Rote".
An die Hunde meiner Großmutter "Benco und Carel". Mein erster Hund "Toxi" der mit mir gemeinsam aufwuchs.

Die vielen Tiere die gegangen sind und immer noch in meinem Herzen sind:
Pierot, Trolli, Tinker-Bell - meine Katzen. Tink war mein Herzens Kater, wie sehr habe ich getrauert als er am 24.12.1997 starb.
Ich dachte ich würde nie wieder lachen können. Und dann kam "Frosch" ein Kater dem man nur wenige Wochen gab... er lebte 8 Jahre bei uns. Sehr krank zwar aber mit einem ungebrochenen Lebenswillen. Frosch hatte einen chronischen Katzenschnupfen und wenn er nießte dann malte er die Wände gelb und grün... kein schöner Anblick, aber das war mir egal. Wände kann man abwaschen.

Dann kam "Flo" (ich habe über ihr Sterben berichtet) und nach "Floh" kam "Bebbles" in unser Leben.


unsere kleine selbstbewusste blinde Katze Bebbles, genannt Bebby.

Zur Zeit leben drei Katzen bei uns, Bebbles, Tattoo und Flocke.
Zwei Hunde, Bella und Blue.
Zwei Hühner, Liesel und Emma-
Drei erwachsene Schafe. Minni, Maxi und Mumm
Und ihre 2 Lämmer, Emo und Lui.

Tiere sind mein Leben.

Ich empfinde mich selbst gleichwertig mit einem Tier. Das Menschsein ist für mich nur eine Art "Erweiterung", meiner Sinne, meines Denkens und Fühlens.
Eine "Erweiterung" des Handelns.
Im Dukkha sind wir alle gleich.

Der sanskrit Begriff Dukkha* wird oft als "Leiden" übersetzt*. Das trifft es nicht annähernd.
Es ist vielleicht eher ein "Leidvoller Weg (mit allen Inhalten die damit einhergehen, Schmerz, Pein, Angst usw), der Veränderungen mit sich bringt, die auch wieder ins Leid übergehen können, oder aus dem Leid heraus" - so würde ich es interpretieren.

Dukkha ist alles, Geburt, Alter, Tot... und die Sequenzen dazwischen. Dukkha ist wie ein Ton der ewig klingt und reizt, uns durchströmt, uns nervt, uns ärgert... vielleicht so etwas wie Tinnitus...
Irgendwann hören wir diesen Ton nicht mehr, er ist in uns über gegangen. Und irgendwann ist er vielleicht verschwunden. So ähnlich ist auch Dukkha, die Unzulänglichkeit das Leid zu verhindern... und die Möglichkeit es zu verändern.

Im Tot sind wir sowieso alle gleich. Uns unterscheidet nichts von einander. Während wir Menschen uns immer wieder als Teil der Schöpfung hervorheben, erringen unsere Mitlebewesen auf unserer Welt ein Elendsdasein. Wir schaffen Massentierfabriken und deklarieren so einen Teil der Tierwelt zum Nutztier.
Leid wird in diesem Zeitalter zum Oberbegriff unseres Handelns.
Wer Leid global verändern will, kommt irgendwann an einem Punkt, der bewusst macht, dass man seine Ernährung umstellen muss, seine Sichtweise was das Leben der Mitlebewesen betrifft und was das eigene Leben betrifft.

Dukkha zu verändern erfordert Mut und auch Hingabe, den Mut als Randgruppe gegen das Leid unserer Tiere zu kämpfen, wie ein Tinnitus, der ewig klingt.

Ich glaube wir Veganer sind der Tinnitus für die Fleischesser dieser Welt. Wir sind keine besseren Menschen, wir sind nur bewusster im Umgang mit unseren Mitlebewesen. Wir erkennen uns als Teil des Ganzen.
Wenn man einmal diesen Pfad durchschritten hat, kann man nicht zurück gehen. Es ist so als würden sich hinter einem die Türen schließen und das für immer.

Das Leben verändert sich mit einer Veganen Lebensweise, das ICH verändert sich. Vieles klingt nur noch wie: "WIR". Ich rede oft in der Symbiose mit anderen Tierschützenden Veganern. Dabei ist es mir egal "wie" Vegan sie leben. Wir haben etwas gemeinsam, wir haben erkannt, das die Welt um uns herum leidvoll ist und das es an uns Menschen liegt, dieses Leid zu verändern.

Als ich heute diese lieben Worte hörte: "Bitte schreib weiter!" da war ich zuerst nur erfreut, so sehr das mir die Tränen übers Gesicht liefen und dann fühlte ich in mir einfach nur ein Satz:

Ja ich schreibe weiter! Für dich liebe Merle und für jeden der es lesen will...

Danke dir und euch für euer Dasein, das ich euch erreiche mit meinen Worten.
Vielleicht können wir gemeinsam was verändern.
WIR gegen das Leid dieser Welt...

Alles liebe  - einfach - eure Jo





Dukkha*

Sonntag, 2. Juni 2013

So viel passiert...

Wie es ist Vegan zu leben...

Seit einem Monat leben wir vegan.
Anfangs war es nicht einfach, Shaya fehlte der Käse und die Milchschokolade. Mir ging dauernd durch den Kopf, dass ich früher andere Veganer eher belächelt habe. Früher konnte ich mir ein Leben ohne Milchprodukte nicht vorstellen.

Früher ist gar nicht mal so lange her.

Seit dem wir hier wohnen ist viel passiert, wir bekamen Schafe, die Schafe bekamen Lämmer. Einige Hühner starben... wir mussten feststellen, dass die Arbeiten am Haus warten müssen, anderes nahm unsere Zeit in Anspruch, die Tiere gingen vor. Mittlerweile leben auf unserem Hof 12 Tiere, 5 Schafe, 2 Hühner, drei Katzen und Hunde.

Zu den Schafen kam auch noch unsere kleine Bebbles dazu, ein blindes Kätzchen. Vieles trat in den Hintergrund, andere Dinge hatten auf einmal mehr Präsenz. Unsere Welt drehte sich anders... intensiver und natürlicher als all die Jahre davor.
Das was mir früher immer wichtig war, trat in den Hintergrund, hatte keine Wichtigkeit mehr. So laufe ich mittlerweile am liebsten in Gummistiefeln durch die Gegend. Sie sind für mein Landleben ideal. Gummis oder Crocs. Super bequem und für Stallarbeiten geeignet.
Mein Leben spielt sich nun zwischen Mutter-Sein und Stall ausmisten ab und ich merke am Besten lässt es sich beim Stall ausmisten meditieren. Hätte man mir früher gesagt das ich manchmal Wadenhoch in der Scheiße stehe, hätte ich den Leuten den Vogel gezeigt. Gerade jetzt wo es im Dauerregen kaum noch einen trocken Platz finden lässt, ist wadenhoch noch nicht mal übertrieben.

Dafür bleiben andere Dinge liegen, dieser Blog zum Beispiel, der anfangs sehr wichtig war, hat nun im Grunde genommen ausgedient. Natürlich werde ich weiter schreiben. Aber letztendlich ist mein neuer Blog wichtiger, denn der Buddhismus ist nun wirklich Alltag geworden, ich lebe ihn ohne großes Tamtam, im Stillen. All das was mich jetzt begleitet, meine vegane Ernährung, die Tiere, meine Einstellung zu Geld, Güter, Designer Kleidung, Freunde und Familie, Lesbisches Leben allgemein - all das ist Teil des Buddhismus und somit auch Teil einer Entwicklung die sehr schnell fortschreitet.
So hat die Entscheidung keine Milchprodukte mehr zu konsumieren, weitere Entscheidungen mit sich gebracht. Wir haben unsere Ernährung umgestellt, kaufen weniger Süsses, kochen viel mehr als Früher und machen auch solche Sachen wie Soja,Hafer und Mandelmilch selbst. Ich merke dieses Leben ist viel erfüllter als meine erfüllten Jahre davor.

Aber auch andere Dinge sind hinzu gekommen, ich habe nicht mehr so viel Zeit für Freunde und Bekanntschaften. Das Landleben ist wichtiger. Auch die Trauer ist wichtig geworden, die Trauer die sich jetzt einstellt, wenn ich Kühe betrachte. Diese Sichtweise auf andere Tiere ist nun intensiver und nicht mehr durch Unwichtigkeiten zu unterdrücken. Ich weiß jetzt was sie erlebt haben, wenn ich ihre großen sanften Köpfe ohne Hörner betrachte und ich weiß viele dieser sanften Riesen, werden das nächste Jahr nicht mehr leben. Jedes mal wenn ich spazieren gehe und dabei Kühen begegne erlebe ich ein unendliches Leid, das ich nicht mehr so einfach wegkicken kann.

Auch schöne erhabene Dinge sind hinzu gekommen, unsere Schafe haben zwei Lämmer geboren. Es gab und gibt Momente da sitze ich einfach neben dem Schafsstall und sehe den Tieren beim Weiden zu und dabei verliere ich die Zeit. Meine Gedanken verschwinden nach und nach und eine unendliche Stille berührt meine Seele. Das ist der Moment an dem ich merke wer ich bin, was ich bin und wo ich bin. Die Laute der Umgebung werden von der Stille in mir übertönt.

Ich fühle mich eins mit allem um mich herum. Teil davon von einem großen Ganzen, von dem ich früher nur sprach, welches ich aber nicht fühlte. Mein Herz schlägt langsamer und achtsamer. Oft genug bin ich aus der Versenkung erwacht weil ich gerufen wurde, oder weil mein Hund Besucher anbellte und merkte zu meinem Erstaunen das ich weinte. Trauer und Glück vereinen sich auf einer Ebene. Die Trauer weil alles vergeht und das Glück weil ich dieses Vergehen erleben kann.

Welch glücklicher Mensch ich doch bin.

Dieser Blog wird nur noch selten beschrieben. Wenn ihr mir folgen wollt, dann kommt zu uns auf den Tierhof Amoa.
Das ist Maxi, eines unserer Schafe.



Dort bin ich ab sofort immer zu finden. Ich werde über Vegane Ernährung schreiben und vor allem auch über unsere Tiere, das Landleben allgemein. Hin und wieder werde ich Videos einfügen die meine Entscheidung zur veganen Ernährung erklären.

Das Leben geht weiter, jeder Tag ist ein neuer Tag, ein endender Tag, eine Gegenwart in einer unendlichen Zeit.

Bevor ich es vergesse, wir werden NIE so Vegan leben, wie wir es gerne wollten. Das ist auch nicht notwendig, wenn jeder seinen Fleischkonsum und Milchprodukte Konsum drosselt, dann ist den Tieren schon geholfen...

Ich habe noch Hoffnung... und wie diese aussieht, erfahrt ihr auf meinem neuen Blog...

Ich wünsche euch alles Gute.

Eure Yen, alias Jobrisha, alias Jo...usw.

Juni 2013





Mittwoch, 28. November 2012

Zwischen Bibel, Edda, Koran, Talmut und Palikanon



Die Bibel hat je zweifel in mir gesät.  Ich war 12 als ich sie das erste Mal las. 
Mit 14 sollte ich dann konfirmiert werden, ich weigerte mich damals mit einer großen Ansprache vor dem Pfarrer und der Christengemeinschaft. Das war in dem Dorf in dem ich lebte fast Frevel , ich hinterfragte das komplette System und habe dort das erste Mal von Gewalt gesprochen, von Kriegen und Missbrauch. Ich wollte damals Antworten, die mir aber niemand geben konnte. Ich wollte das man mir die Bibel erklärt, die Stellen die ich rot angestrichen hatte. Ich weiß noch wie wütend ich damals war, als mein Pfarrer mir sagte: "Bedenke das du dann keine Geschenke bekommst, wenn du dich gegen eine Konfirmation entscheidest"Und ich weiß auch noch genau was ich damals sagte, ich nannte ihn einen Dummen Mann, weil er versuchte mich mit Geschenken zu ködern, die ich davor noch nie in meinem Leben erhalten hatte. Ich fragte ihn ob man im Krieg Geschenke erwarten kann und lies ihn stehen.

Ich glaube das Religionen einen Teil des eigenen Lebens spiegeln. In der Bibel habe ich mich nie gefunden. Weder im alten noch im neuen Testament. Ich habe mich im Laufe meines Lebens durch alle möglichen Schriften gelesen. Mit etwa 16 hatte ich einen 70 Jährigen Freund, er war Theologe und wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und diskutierten über die Bibel und über die einzelnen Evangelien. Ich habe ihn sehr geliebt, er war auch der erste der zu mir meinte, das ich irgendwann mal eine Frau und Kinder haben werde und wir haben beide darüber herzlich gelacht. Für mich stand die Bibel immer im Zweifel zu dem was mich als Mensch ausmachte. Ich muss dazu sagen, ich habe auch mehr erwartet, ich wollte tiefer einsteigen, ein Zwiegespräch mit Gott führen und ich kam nur bis zur Kanzel und von dort keinen Schritt weiter.


Gleich nach der Bibel kam die Edda, sie las sich wie ein Märchen und ich brauchte wesentlich länger für die Edda als ich für das alte Testament gebraucht hatte.Und nach der Edda kam der Talmut, dann der Koran, den ich von meiner türkischen Freundin geschenkt bekam.In keinen dieser Bücher fand ich mich.
Ich las, aber sie erreichten mich nicht, sie blieben vor mir stehen, als Zeugnisse einer alten und teils auch vergessenen Zeit. Was ich aber brauchte war etwas das ich integrieren konnte, in die Zeit in der ich lebte, das mir antworten auf Dinge gab die ich erlebt habe. Ich brauchte mehr als nur ein Kopfstreicheln und dem Satz: "alles wird gut!"Ich brauchte auch mehr als dieses Gefühl als Sünder geboren zu sein. Damals war ich sehr wütend und teils auch unfair den Gläubigen gegenüber. Hätte ich damals die Möglichkeit gehabt zu studieren hätte ich womöglich Theologie und Philosophie als Studienfach genommen. Denn die Suche die mich leitete war sehr geprägt davon, etwas zu erkennen, das sich nicht erkennen lies. Zumindest nicht für mich.


Die ganzen Straßen waren voll mit Menschen die auf der Suche waren. Da ich eine ganze Weile meines Lebens auf der Straße lebte, zwischen Pennern und Alks und Drogendealer und Prostituierten, war es nur logisch, das ich etwas Frieden suchte. Den ich aber nicht in den Religionen fand, in die ich mich vertiefte.
Ich arbeitete damals als kleine Straßen Künstlerin, nahm Drogen und war ein Punk. Das war meine Zeit der Beobachtung. Ich begriff, das man Gewalt nur dann anwendet, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt. Rückzug erfordert Kraft und Energie. Zu dem Zeitpunkt war mein Freund der Theologe schon tot, aber ich fand andere Menschen die mich begleiteten. Einen Künstler der mich unter seine Fittiche nahm und mir viele Kunstrichtungen offenbarte. Ich tauchte ein in Farben die ich vorher noch nie gesehen hatte. Das war absolut Göttlich. Ich fing an mit meinem Blut zu malen und empfand das Gefühl ein Teil allem zu sein. Vielleicht war das der Anfang von meiner eigenen Religion. Er war Alkoholiker und drogenabhängig das wusste ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht. Wir malten wie Besessene und er zeigte mir Wege mit meiner eigenen Wut umzugehen. Irgendwann begriff ich, das man zu Gott finden kann, ohne einen Pfarrer zuzuhören, man musste nur die Augen aufmachen und die Welt erblicken und auf einmal ist ein Gänseblümchen ein Wunder. Es gab eine Zeit da habe ich alles in Blau gemalt. Wie so viele Künstler vor mir, tauchte die Welt in ein blaues Licht und von dort in ein Lichtermeer der Farben.Als dann meine Bilder geklaut wurden, hörte ich auf zu malen. Und seit dem habe ich kein einziges Gemälde beendet. Auf meinem Dachboden sind so viele angefangene Bilder und seit fast 4 Jahren wartet eine Auftraggeberin auf ihre Gemälde, die ich einfach nicht fertigstellen kann, weil mir der Funke fehlt den ich damals durch den Diebstahl verloren habe - ich habe Glück die Auftraggeberin  kennt mich schon sehr lange und weiß das ich - was Kunst betrifft, so langsam bin wie eine Schnecke, die die Welt umkreisen will.


Heute habe ich meinen Frieden gefunden, auch wenn ich nicht mehr male. Es war eine Zeit da musste ich meine Energie und meine Wut in Farben tauchen. Das war eine Religion die ich lebte. Heute schreibe ich Texte und empfinde den Weg dorthin als nicht mehr steinig sondern fließend. Religion ist eine Kraft der Schöpfung. Dabei spielt es keine Rolle welche man wählt. Je mehr man sich damit befasst, desto mehr Geheimnisse werden sichtbar und je mehr Geheimnisse sichtbar werden, desto mehr erkennt man sich darin.
Ich glaube es spielt keine Rolle welche Religion man hat, ob man dem Gott einen anderen Namen gibt. Ich glaube alle Religionen können verbinden, vereinen und vermitteln. Wir glauben weil wir den Sinn in unserem Menschsein nicht verlieren wollen.Wir wollen an der Hoffnung festhalten, der uns diese Einsicht lehrt. Ob dieser nun Jesus, oder Abraham oder Jahwe heißt, letztendlich spielt es keine Rolle, wenn man es friedfertig lebt.
Als ich dann zum Buddhismus kam, vergingen viele Jahre, ich begriff, das es auch hier einen Anfang gab, der sich im Hinduismus findet. 


Und ich fand es interessant das sich das Leben des Buddha mit dem des Jesus spiegelt. Beide Menschen hatten eine gesteigerte Wahrnehmung sie fanden Wege um die Welt mit ihrem Dasein zu begreifen und sie hielten nicht inne, sondern zogen von Ort zu Ort um das Wissen mündlich weiter zu geben. Es sind die kleinen Menschen, das Volk das Religion macht und die großen Menschen die Politiker und Adligen die versuchten die Religion zu unterbinden. Religion ist Macht, weil es dem Volk Hoffnung verleiht. Und Hoffnung kann man nur schwerlich töten.
Religion bedeutet für mich, mich vielen Wegen zu öffnen. Über mich hinaus zu sehen. Die Welt als solches mit ihrem Inhalt wahrzunehmen. Ich kann die Wissenschaft neben der Religion stehen lassen, beide haben ihre Berechtigung. Und der Zweifel spornt an, noch tiefer zu tauchen, so wohl in die eine Richtung als auch in die andere - so geht es zumindest mir.


Ich habe in meiner Religion endlich den Frieden gefunden den ich vergebens in anderen Religionen suchte. Man läuft immer die gleichen Ziele ab, Ansporn, Wut und Macht und am Ende kommt man wieder dort an, wo man selbst zu finden ist. Für mich war es ein wichtiger Lauf, ohne Grenzen. Während ich noch bei dem Christentum voller Wut war, teils wegen meinem eigenen Leben, meiner Kindheit und meiner Entsagungen und teils weil ich es unfair fand, was hinter den Mauern so ehrbarerer Christen so alles zerschlagen wird, ohne das andere davon erfahren, geisterte ich durch das Judentum, bei dem ich nur kurz verharrte, der Koran hat mich etwas länger fasziniert. Aber der Buddhismus hat mich gelehrt, das nichts umsonst ist, dass wir die Dinge die wir erleben auch erfahren müssen, fühlen müssen um sie zu verstehen. Das es manchmal auch weh tun muss, um den Sinn im Schmerz zu erkennen. Warum er geschah, wie er sich anfühlt und wohin er mich trägt.


Im Buddhismus ist Leid allgegenwärtig. Das ist die Grundsubstanz allen Werdens und Vergehens. Und das war logisch für mich, das konnte ich endlich so stehen lassen. Daran gab es nichts zu rütteln.Ich konnte mich endlich finden und das gab mir die gleiche Hoffnung wie den anderen Gläubigen die unter uns weilen. Ich tauchte ein in die Reden des Buddha, doch mir wurde bewusst, um es wirklich zu verstehen, kann ich nicht einfach sitzen bleiben und lesen. Ich muss es erleben.Ich glaube wenn man anfängt die Religion mit dem eigenen leben zu verbinden, wird sie zum eigenen Spiegelbild. So ging es mir und so geht es mir immer noch.
Ich konnte anhand des Buddhismus begreifen, das es einen Sinn gibt, hinter den Kriegen und Morden. Hinter dem Missbrauch und der Gewalt. Das gab mir ein Gefühl von Zugehörigkeit. Im Leid findet man auch andere Menschen die ähnliches teilen.Man ist nicht mehr ganz so alleine. Auch eine Möglichkeit um Religion zu begreifen, dieses umarmen im Mitgefühl, Respekt und Achtsamkeit.Ich wurde eine weltliche Nonne (so bezeichne ich mich manchmal selbst), die nur im leisen lehrt.


Und ich stehe seit dem zwischen zwei Welten, dem großmäuligen ICH und der leisen Achtsamkeit die sich in der Natur wiederfindet und lehrt. Beides nebeneinander. Ich kann genauso herbe Sprüche verteilen wie ich buddhistische Mantren lesen und singen kann. Das ist für mich eintauchen in die Welt meiner Mitmenschen. Was nutzt es mir, wenn ich achtsam bin und niemand versteht mich.Ich weiß nicht ob ich jemals initiere, ich glaube nicht. Das würde bedeuten ich verlasse die Menschen die mich lieben und bringe Leid in ihr Leben. 
Es reizt vollkommen abzuhauen und ein Nonnenleben zu führen, hinter Mauern umsorgt und in der Stille sich selbst nur findend. Aber gleichzeitig ist es eine Flucht vor dem was uns Menschen ausmacht, ich lebe Dana, ich gebe weil ich darin einen Sinn finde. Ich liebe es wenn andere Menschen sich freuen. Das bringt Glück in die Herzen anderer. Meine große Schnodderschnauze macht mich sichtbar, und anstatt mich auf eine Leiter zu stellen, hocke ich neben meinen Nachbarn auf dem Boden. Das ist es was ich will und das ist auch das was Buddha und Jesus wollten, sie wollten unter den anderen wandern. Aus dem Grund bin ich auch so offen, hier wie bei mir zuhause. 


Das ist meine Religion, darin finde ich mich wieder und ich gebe es weiter indem ich einfach zuhöre und verständnis habe und liebe gebe. Friedvoll bin so gut ich kann (ich kann nicht immer ;O) ), aber an erster Stelle steht Mitgefühl allen Wesen gegenüber.Ich mach mich bewusst angreifbar, denn nur so kann man etwas vermitteln - Frieden.


Sorry wegen der Länge - aber ich wollte euch so gerne mitteilen, woran ich glaube, was mir wichtig ist. 
Ich hätte hier auch ganz viel über Buddhismus reden können. Aber was bedeutet das Wort, wenn man den Menschen dahinter nicht erblickt.

Ich wünsche euch eine gute Vorweihnachtszeit, der erste Advent steht vor der Tür, lasst ihn einfach ein, egal in welcher Religion ihr verweilt.
Grüße von Jo, Alias Amoha, Alias Jobrisha und -  Alias Yen ;O)



Montag, 5. November 2012

Die letzte Stunde im Leben meiner Diva Flo...


Das letzte Bild von Flo im Oktober 2012 in unserer Küche aufgenommen.


Flo hatte heute Nacht einen Schlaganfall. Sie schleppt sich nur noch von einer Seite des Wohnzimmers zur anderen. In einer Stunde kommt unsere Tierärztin....
Wir hatten wundervolle und teils auch sehr lustige 15 Jahre mit ihr.

Ich möchte jetzt und hier an sie denken und euch daran teilhaben lassen.

Wie all meine Tiere kam auch sie aus komplizierten Verhältnissen, die ersten Monate verbrachte Flo im Puppenwagen eines Mädchens. Sie wurde noch mit geschlossenen Augen im Wald gefunden und die Mutter des Kindes päppelte sie auf. Danach wurde sie der kleinen Tochter übergeben. Wir wurden eingeschaltete weil Flo aggressiv wurde, sie fing an zu beißen. Also nahmen wir sie zu uns. Damals war sie wenige Wochen alt.
Wir hatten zu dem Zeitpunkt einen kranken Kater der sich ihr annahm. Er hieß Frosch und da Flo vom Boden auf unseren Rücken sprang um uns dann in den Nacken zu beißen, nannten wir sie Flo.

Flo entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahre sehr gut, aber sie blieb eine Einzelgängerin, das heißt sie war die Diva im Miteinander der anderen Tiere, sie brauchte nur die Pfote heben und schon kuschten die anderen, sogar unsere Hunde hatten Respekt vor ihr.

Sie hatte eine Stoffwechselstörung und aus dem Grund sah sie immer ein wenig Schwanger aus, das änderte sich vor etwa einem Monat. Sie nahm ab. Und ich dachte erst das liegt daran, das Blue, mein temperamentvoller Hund sie hin und wieder ärgert. Aber es lag nicht daran, Flo wurde krank.

Ich versuchte sie aufzupäppeln mit Vitaminen und mancher Leckerei. Aber seit einer Woche weiß ich, das sie einfach sterben wird. Ich warte immer auf eine Art Zeichen, meistens sagen mir die Tiere, wenn sie ihre Lebensqualität verloren haben und sie ins Siechtum übergehen. Dann erlöse ich sie, indem wir sie einschläfern lassen.
Flo war bis Gestern noch einigermaßen Fit, sie fraß, ein sicheres Zeichen für Hoffnung. Doch heute Nacht bekam sie einen Schlaganfall, sie kriecht nur noch und ihre Beine zucken bei jeder Bewegung. Die meiste Zeit liegt sie schwach und ohne Lebenszeichen in der Nähe der Heizung.
Heute morgen habe ich meine Tierärztin angerufen und wollte danach normalerweise meine Tochter in den Kindergarten bringen. Doch wie immer wenn ein Tier geht und das kam in den letzten 2 Jahren schon drei mal vor, fing meine Tochter an zu weinen und wollte nicht im Kindergarten bleiben. Also nahm ich sie wieder mit. Sie kennt den Sterbeprozess unserer Tiere, sie weiß wenn wir unsere Tierärztin rufen, dann liegt eines unserer liebevollen Begleiter im Sterben. Sie wollte dabei sein, bis zuletzt.

Und so wird es auch sein. In knapp einer Stunde kommt unsere Tierärztin. Ich bereite mich selten darauf vor, ich lasse es auf mich wirken, erst wenn sie gegangen ist, wird die Trauer kommen unaufhaltsam und schmerzhaft.
Innerhalb von nur wenigen Tagen ist Flo gealtert, meine Tochter sagte eben, als sie kurz zu mir kam: "Flo ist wie eine alte Oma!" Und sie hat recht, meine kleine Flo ist nun so alt, das sie bald sterben wird. Es ist trotz Trauer so ein schönes Bild, Blue mein kleiner Frechdachs Hund sitzt neben ihr und bewacht sie. Es ist so als würde er genau wissen, das sie bald gehen wird. Und ich sitze hier und weine, weil ich den Anblick kaum ertrage und doch ist es gut hier zu sein. Diese letzten Minuten Abschied zu nehmen.

Sie wird immer in meiner Erinnerung bleiben, meine kleine bissige Flo und die große Diva die hier alle Tiere regierte.
...

NAMASTÈ wie wir Buddhisten sagen, wenn wir uns in Respekt begegnen oder verabschieden. Ich habe keine Ahnung ob Tiere wie Menschen übertreten in eine unbekannte Welt. Es ist mir auch nicht wichtig. Wichtig ist nur, zu begreifen, das sie genau wie wir ein Leben haben, das irgendwann vergeht.


Da gibt es einen Anfang, eine Mitte und ein Ende.
Und was bleibt sind vielleicht genau wie bei uns, eine Erinnerung an das was war.

Blue und Bella, meine Hunde liegen neben ihr. Meine Tochter sitzt hier am Tisch und spielt mit ihren Fili Pferden und ich schreibe, während mein Blick immer wieder zu ihr geht, um jede Veränderung mitzubekommen.


Ich fühle meine eigene Veränderung, dieser leise Schmerz der noch nicht hochgekommen ist.


Wir warten..... Nun sind es nur noch 20 Minuten. Flo liegt wieder vor der Heizung, man sieht ihren Atem nicht und Blue blickt sie unverwandt an. Ganz nah liegt er bei ihr, das hätte er sich vor gut 2 Wochen nie getraut, nun bewacht er die Diva, während meine Tochter nun in ihrem Kinderzimmer ist und zum wiederholten Male fragte: "Wann kommt die Elo (unsere Tierärztin)?" und ich sagte zum wiederholten Male:
"Bald!"

Meine Frau hat bereits angerufen und sich erkundigt wie es unserer Katze geht: "Unverändert" sage ich.
Sie wäre am liebsten hier und würde uns beistehen, ich habe nur selten in meinem Leben alleine den Sterbeprozess begleitet. Heute begleite ich ihn mit meiner Tochter.


Ich habe ein wenig Angst, das Flo einen Todeskampf mitmachen muss. Ich habe das einigemale erlebt. Ein totkrankes aber starkes Tier - mein Frosch konnte nicht mehr atmen, aber er hat bis zuletzt nach Atem gerungen. Ich wünsche es ihr nicht, ich wünsche es uns nicht...

Ich wünsche ihr einen schönen Übergang, ein Einschlafen. Und wie immer denke ich darüber nach, ob es mein Recht ist, diesen Prozess zu beschleunigen. Wenn ein Mensch sagt: "Ich will sterben" und er wirkt seinem Tod entgegen, so ist das seine Entscheidung. Ich MENSCH entscheide für unsere Tiere. Wenn ich innerlich das Gefühl habe, jetzt ist es soweit, dann halte ich den Tod nicht künstlich auf. Ich lasse sie gehen.

Ich würde genauso gehen wollen, sag ich mir dann. Aber ich kann es entscheiden wenn ich Glück habe. Sie nicht....

Es ist ein immer währender Prozess, sich mit den eigenen Konsequenzen auseinander zu setzten, sich bewusst zu machen. Das man über Leben und Tod entscheidet.
Jedes unserer 11 Tiere wird durch uns erlöst, oder eben nicht.

ICH ertrage die Qual nicht die meine Katze sichtbar durchmachen muss. Ihre Glieder zittern und sie zuckt hin und wieder.
Wie erträgt sie das?
Was fühlt sie in diesem Moment?

Ich fragte einmal ob Tiere denken, das war in Google und es wurde eine Endlos Diskussion daraus, da war jemand der sagte: "Was interessieren mich die Gedanken der Tiere" (ich habe hier in meinem "Block" davon berichtet).

Ich reagierte wütend und traurig. Mich interessieren die Gedanken der Tiere. Was weiß ich denn schon, ich Mensch über die Belange unserer Haustiere, unserer sogenannten Nutztiere.
Ich weiß nichts.
Ich vermute eine Menge, aber mehr auch nicht...

Ich warte....

Noch 9 Minuten dann ist es 10 Uhr. Wenn Elo pünktlich kommt, ist Flo nur noch wenige Minuten bei uns.
Ihr geht es unverändert, noch immer liegt sie vor der Heizung und Blue liegt nah bei ihr. Auch er hat sich keinen Zentimeter bewegt.
Ob Hunde trauern können?

Ich weiß es nicht, er lässt die Luft laut rauß, dieses PUH, ist das was ich schreien mag. Gerade eben sind mir die 9 Minuten zu lang und zu kurz.
Ich hasse diese Zeit des Wartens. Meine Tochter hat sich nun ihre Malsachen geschnappt und malt einen Himmel und sagt, das ist dann für Flo. Wenn wir sie beerdigen dann geben wir ihr das mit. Sie malt alle unsere Tiere, Bella, Blue, Tattoo, Flocke und auch Flo. Ich frag sie ob sie die Hühner und die Schafe auch malt.
Sie sagt: "Das kann ich nicht, aber ich wenn du mir hilfst, mal ich die auch!" Also malen wir die Hühner und Schafe, auf das alle unsere Tiere vereint sind.
Nun habe ich meine Schafe und Hühner gemalt, sie sehen ein wenig merkwürdig aus, Shaya meint sie sind alle Schwanger.

Flo hat sich nicht mehr bewegt, ich glaube sie schläft... ich geh nicht zu ihr, ich lass sie in Ruhe. Das kenne ich von anderen Katzen, wenn sie gehen wollen, wollen sie in Ruhe gelassen werden. Also halt ich mich zurück.

Blue hat ihre Pfote geleckt und jetzt liegt er wieder neben ihr, Pfote an ihrer Pfote. Ich schau mir die beiden an. Ihr Atem geht nur ganz schwach. Ein Zucken läuft über ihren kleinen Körper. Meine Tochter hat Flo als Käfer gemalt, mit lauter Beinen und einem Grinsen im Gesicht.
Ich frag nicht nach, ich denke es ist ihre Art mit der Situation klar zu kommen. Alle anderen Katzen haben 4 Beine und sehen aus wie Katzen.

Wir haben jetzt 10 Uhr. Elo wird sich verspäten. Ich bin so dankbar, das sie her kommt. Ich kann nicht mit der totkranken Flo zu ihr fahren. Das schaff ich nicht, nicht mit Kind und zwei Hunden im Gepäck. Ich muss ja auch irgendwie wieder nachhause kommen. Wir kennen uns schon seit 10 Jahren. Seitdem Flosch gestorben ist.
Ich wüste nicht wie ich ohne sie so viele Tiere beherbergen könnte. Das wäre absolut illusorisch. Sie hilft uns indem sie die Tiere teils kostenlos verpflegt. Das nennt man im Buddhismus Dána.
Sie schenkt uns die Behandlung. Oder sie vergisst es einfach uns eine Rechnung zu schicken. Oft genug habe ich darum gebeten, Seit einigen Jahren nehme ich ihre Geschenke an.
Dafür dürfen Tiere kommen, die kein Mensch will.

Elo hat eine kleine Tierarztpraxis mitten im Odenwald, von dort kommt sie jetzt. Sie kommt für uns den weiten Weg hoch gefahren, während die Leute in der Praxis warten müssen, bis sie wieder da ist.
Ich nehme diese Art von Geschenken mit voller Liebe an....

Eben bin ich furchtbar erschrocken Flo ist sehr schnell durch das Wohnzimmer gekrochen und Blue hinterher. Jetzt liegt sie auf dem Teppich. Und Blue liegt wieder neben ihr und schaut mich etwas ratlos (ich weiß, das vermute/interpretiere ich) an.
Wir warten immer noch...

Kennt ihr das Gefühl wenn der Magen sich langsam umdreht, so geht es mir, ich kann nichts essen und doch habe ich Hunger. Ich habe vorhin, bevor ich hier anfing zu schreiben, Flo noch kleingemanschtes Katzenfutter hingestellt, sie fraß es nicht. Also kann ich auch nicht...obwohl mein Magen Hunger hat.
Auch meine Tochter kann nichts essen, sie malt gerade das Bild für Flo aus. Lauter bunte Tiere und in der Mitte ein kleiner lilafarbener Käfer, der Flo heißt.
Am Rand ist der Himmel in einem dunkelblau und da leuchtet die Sonne in einem strahlenden Gelb. Ich wünschte ich wäre noch einmal ein Kind, ich würde gerne die Welt so bunt sehen wie meine Tochter.
Die Lilafarbene Flo liegt auf einem Hügel und streckt den Bauch der Sonne entgegen. Daneben ist eine rote Tattoo und ein rosafarbener Flocke.


Das Warten fällt mir immer schwerer. Blue fängt an zu fiepsen. In der Ferne höre ich Autos. Aber Elo ist noch Fern.

Flo wackelt und zittert als wäre sie ein neugeborenes Kätzchen. Und hin und wieder zuckt ihr kleiner Körper. Ich komme mir vor wie ein Lüstling, weil ich sie beobachte, während ich diese Zeilen schreibe. Sie ist jetzt ganz nah bei mir. Liegt gerade einmal wenige zentimeter von meinem Bein entfernt. Doch wenn ich meine Hand zu ihr strecke, dann bewegt sie sich nicht.
Flo war eigentlich meine Katze, ich habe oft gesagt, sie ist so wie ich. Sie beißt und kratzt und ist eine Diva. Ein wenig wie ich.
Meine Tochter hat nun ihr Bild neben Flo gelegt, und erzählt ihr, das da all die Tiere sind die bei uns leben und sie zeigt Flo das das die lilafarbene Flo ist.

Sie möchte sie so gerne streicheln, aber ich erlaube es nicht. Ich sage ihr, das unsere Flo schmerzen hat und in Ruhe gelassen werden will. Sie akzeptiert das und darüber bin ich sehr froh. Ich brauche keine großen Erklärungen abgeben. Sie weiß ja Elo kommt bald und unsere Flo ist sehr sehr krank.

Blue hat sich jetzt an die Heizung gelegt zu seinem Katzenfreund Flocke. Nun steht er wieder auf und legt sich zu Flo. Warum er das nur macht.
Er bewegt sich wieder richtung Heizung. Dort kuschelt meine Tochter mit ihm, während wir alle warten...

Während ich aus dem Fenster schaue, werden mir solche Unwichtigkeiten wie der blühende Kaktus bewusst. Ich denke bei mir, wie schön er ist, es dauert nicht mehr lange und er steht in voller Blühte und das im November. Der Radio läuft und ich höre einen Hund der bellt und eine Apothekenwerbung.
Ich bitte meine Tochter das Radio auszuschalten, ich ertrage gerade keine Werbung. Meine Tochter meint: "Du musst dich konzentrieren Mami" Und schaltet das Gerät ab.
Ich muss wieder daran denken, wie unkompliziert und liebevoll mein Kind ist.
Ja ich konzentriere mich darauf nicht in Tränen auszubrechen, gelassen zu bleiben. Ich zitiere innerlich einige Sanskrit Mandren, atme, atme...
Und höre den Autos zu die vorbei fahren.

Und während ich immer noch schreibe, liegt Flo unverändert auf dem Teppich. Bella schnuppert an ihr und legt sich wieder unters Klavier, ihren Lieblingsplatz. Shaya isst einen Apfel und mir hängt der Magen im Darm.

Meine Tochter rennt durch die Wohnung hin und her den Flur entlang und Bella begleitet sie. Es ist ihre Art sich abzureagieren und ich lass sie. Blue bleibt bei Flo, als wäre er hier im Wohnzimmer festgebacken. Er wartet mit mir, als wäre es die normalste Sache der Welt darauf zu warten bis die Diva stirbt.
Flo hat sich bewegt und ihr kleiner Kopf scheint unendlich schwer zu sein, sie zittert und eine drehung ihres Kopfes dauert unendlich lang. Nun schläft sie wieder.
3 Minuten später bewegt sie sich wieder und will vorwärz robben, doch das funktioniert nicht mehr. Also sitze ich eine Weile neben ihr, und rede beruhigt mit ihr, ganz leise. Dabei streichel ich ihr ganz sanft über das Fell. Sie schnurrt nicht mehr....

Meine lautschnurrende Diva schnurrt nicht mehr. Es ist merkwürdig was weh tut.. es ist diese unglaubliche Stille. Keines meiner Tiere macht einen Laut. Die einzige die jetzt nach weiteren 5 Minuten redet ist meine Tochter. Sie hat ihren Arztkoffer ausgepackt und hört mein Herz ab, weil ihr Herz so laut schlägt.
Ich scheine keinen Herzschlag zu haben, denn sie hört ihn nicht. Also bekomme ich eine Spritze.

Es ist ihre Art mit all dem Klar zu kommen und ich lasse sie spielen, während ich warte, schreibe und blicke immer wieder aus dem Fenster.

Eben rief meine Frau an, wir unterhielten uns leise. Und es tut mir so leid, das sie nicht hier sein kann. Ihre Stimme war so traurig.
Ich sagte ihr, das ich anrufen werde, wenn Elo weg ist....


----
11:51
Flo ist seit einer Stunde tot.

Eben ist Elo zurück in die Praxis gefahren, wir haben noch viel geredet. Einfach so, über Belanglosigkeiten. Als sie fuhr sagte sie, eingendlich das was sie immer sagt: "Dein Glaube ist ein Trost, auch für mich..."
Flo starb um kurz nach halb Elf. Sie starb ganz friedlich in meinen Armen. Elo war mit mir einer Meinung, Flo hatte einen Schlaganfall. Eine Heilung gab es nicht, sie hat mir angeboten den Tod mit Cortison und Vitaminspritzen aufzuhalten, sagte aber: "Rechne höchstens mit Tagen, nicht mit Wochen, oder gar Monaten!"
Wer kann schon den Tod aufhalten. Er ist unaufhaltsam. Für mich hätte das bedeutet, Flo noch einige Tage bei mir zu haben. Dann wäre Elo wieder gekommen und hätte das getan was sie heute getan hat. Ich bin ihr unglaublich Dankbar.
Es ging sehr schnell, innerhalb von sekunden war Flo eingeschlafen. Dann setzte das Herz fast aus, Elo meinte, sie sei so schwach. Sie spritzte das Gift ins Herzchen, dann starb mein kleines Kätzchen ruhig und nur ganz wenig Zuckungen verrieten, das das Herz die letzten Kontraktionen tat.
Nun liegt sie auf dem Teppich, eingewickelt in ein rosafarbenes Tuch. Ich lasse sie dort liegen bis meine Frau nachhause kommt und dann suchen wir einen schönen Platz im Garten.
Das Leben geht weiter. Jeder Tod bringt einen neuen Tag hervor, auch wenn man in Trauer ist und die Tränen laufen. Es spielt keine Rolle, die Zeit lässt sich nicht aufhalten.
Elo berichtete von 5 kleinen Katzen, die ein Zuhause suchen. Ich sagte leise: "wenn du niemanden findest, darf eine kommen..."
So leben wir. Flo hat einen Platz frei gemacht. Wer diesen Platz übernimmt, weiß ich nicht. Es spielt auch keine Rolle. Es gibt so viele verlassene und misshandelte Tiere auf dieser Welt. Eines wird irgendwann hier einziehen.
So leben wir und so trauern wir.

Flo wird immer in meinem Herzen sein, wie all die Tiere und Menschen die bisher in meinem Leben gestorben sind.
Es geht weiter, das Leben. Trotz Tod....
Namasté meine kleine Diva, wo immer deine Seele nun ist. Ich habe dich sehr geliebt... und ein Teil von mir wird nie aufhören an dich zu denken....


Deine Jo