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Samstag, 1. Juli 2017

Jo im Regenbogen


Es war ein wunder - wundervoller Tag und noch immer zehre ich von diesem Glück. Ja wir haben es endlich geschafft. Wir dürfen heiraten. Dieser Tag fing bei mir um kurz nach fünf an und wird wohl lange nicht enden, denn ich bin noch voller Endorphine, voller Serotonin.

Das ist MEIN Tagebuch für heute:



Tagebuch - Unser Tag

Wir saßen zusammen auf den Bett und ich hatte insgesamt 3 Seiten geöffnet: Bundestag, ZDF und Spiegel Online. Als dann klar war wir haben die Mehrheit für einen Antrag sind wir das erste Mal in Tränen ausgebrochen und ich konnte ein Freudenschrei nicht zurück halten. Britta nahm meine Hand und küsste sie. Eine Chance endlich. Zwischendurch hatten wir Probleme mit dem Streamen und als dann die Kantine eingeblendet wurde rastete Britta fast aus.
Die Rede von Kahrs und Beck fand ich am beeindruckendsten. Bei Kahrs hatte ich das Gefühl endlich darf er das sagen was er all die Jahre unterdrückt hat. Grossartig. Volker Beck hätte ich am liebsten geknutscht.

Als es dann endlich zur Auszählung kam machte unser Internet dicht.
Aber dann erfuhren wir es, ich hab geschrien und bin auf dem Bett herumgehopst. Ich muss so laut gebrüllt haben, dass Shaya aus ihrem Zimmer kam. Wir haben geweint und uns umarmt, dazwischen unser Kind das sich mit uns mit freute. Britta sah mir in die Augen und sagte: "Meine Frau endlich!"

So emotional und überglücklich.
Es war der Wahnsinn.
Heute abend werden wir mit unseren Freunden feiern. Auch sie haben vor dem PC gesessen zwischen ihren Kindern und auch sie werden heiraten, als wir uns heute morgen sahen gab es Umarmungen und gegenseitige Glückwünsche. Die Freude ist Bombastisch. Unsere Kinder werden Blumenmädchen sein, das steht schon fest.

Ich bin immer noch am weinen, während ich hier sitze, auf dem Weg zu Ikea. Wir haben erst vor ein paar Tagen unsere Ringe gefunden -nach all den Jahren ohne Ring. Trag ich sie nun mit Stolz.

Ich liebe dich unendlich meine Frau und ich freue mich auf unsere Hochzeit. Endlich!!! ❤❤❤


Fazit heute:

In der Welt Online lese ich: "lesbisches Liebespaar und zur Hochzeit soll die Kanzlerin kommen",ich lese von einer Ronja die ihr Leben in Abhängigkeit von Merkel sieht.
In der FAZ lese ich, dass sich ein angeblich schwuler Mann unter einem Pseudonym absolut homophob über die Ehe für alle und den damit verbundenen "Selbstverrat" ausgelassen hat. Und über den Flashmob den er ausgelöst hat. Eigentlich wollte ich mehr lesen, aber dann überkommt mich dieses leise Gefühl von Bitterkeit, einen Moment lang zumindest, bis mein Serotonin wieder die Überhand gewinnt.

Was passiert mit den Menschen da draußen, was macht es mit ihnen, dass wir (das fast möchte ich hier streichen) gleichgestellt sind?
Wen außer uns, sollte es tangieren?
Wieso fühlen sich alle verpflichtet sich zu äussern, zu kommentieren, wütend zu sein, voller hass zu sein?
Viele behaupten: Wir sind nicht homophob, wir haben nur unsere (homophobe) Meinung und ihr solltet Tolerant genug sein, das zu akzeptieren, ihr erwartet ja auch Toleranz von uns. Und ich denke mir: Ist euch nicht bewusst wie schwachsinnig dieser Satz ist, er spiegelt mehr als nur eine homophobe Sicht. Er zeigt euren egozentrierten Stand in der Gesellschaft - so was wie: "Ich habe ältere Rechte als du und ich habe nicht vor meine Rechte mit dir zu teilen und das hast du gefälligst zu akzeptieren!". Als würde euch die Ehe gehören, als hättet ihr sie im letzten Supermarkt gekauft.

Manche greifen öffentlich an, drohen mit Karlsruhe, andere geben sich geradezu heroisch: "Ihr werdet es erleben wenn die Islamisierung kommt, seid ihr als erstes dran". Viele schwören es läge nur an den Sozialisten und dem linksversifften Pack. "Und die Merkel wird es sehen, wir lassen uns nicht von ihr verkaufen".
Verkaufen? Wen hat sie verkauft?? Ich verstehe es nicht.

Deutschland begibt sich auf die rechte Seite und merkt es noch nicht mal. Ich habe selten so einen scheiß gelesen wie: "Kann ich meinen Hamster auch heiraten?" oder: "jetzt gibt es auch die Kinderehe und die Vielehe, wir sind jetzt so weit, die Moslems haben es ja vorgemacht!"

Erschreckend wie unreflektiert und wie unglaublich dumm manche Kommentare sind.
Und bei all dem fühle ich mich wie auf einer Samtblauen Wolke, ganz oben. Die Bitterkeit war nur eine Sekunde und dann hat mich wieder das Glück eingeholt.

Es ist als wäre ich in Watte getaucht, egal was kommt, den heutigen Tag, die heutige Nacht kann uns niemand nehmen.
Daran halte ich mich fest, trotz des öffentlichen Hass, trotz der Widerlichkeit so mancher Kommentare.
Was immer da in den Köpfen der Menschen vor sich geht, es kam heute ganz deutlich zu Tage. Wir haben hier in Deutschland gespaltene Persönlichkeiten, sehr viele Rechtsextreme die sich hinter einem C verstecken. Menschen die eine tiefe Wut in sich tragen, gegen alles was nicht in ihr Weltbild passt. So viel Zorn und Gewalt. Was muss passiert sein in ihnen, das so zerstörerisch ist.

Aber wir haben auch die andere Seite, es gab heute viele Gratulanten, viele Menschen die mitweinten und feierten. Es gab Familien die sich für ihre Töchter und Söhne freuten und es gab und gibt einige Partys. In vielen Städten wird gefeiert, das Glück ist sichtbar. So sichtbar wie ein Regenbogen nach einer verregneten Zeit, wenn die Sonne hervorkommt und das Land erhellt.
Ich erlebe sehr viel Liebe und Zuneigung. Nur das zählt, dieses Näherrücken, diese unendlich schöne Liebe. Das Gemeinsame ist wie eine zarte Umarmung. Ich habe selten so geliebt wie heute, es strömte in mir, es floss über vor Mitfühlen und Miterleben.

Kein Mensch kann uns das nehmen, wenn ich an einen Gott glauben würde, wäre dieser Tag Göttlich. Im Buddhismus sagen wir mettâ dazu, allumfassende liebende Güte.
Das ist es was ich heute fühle, für jeden meiner Brüder und Schwestern, jeden der sich involviert fühlt. Von mir aus die ganze Welt, egal ob Homo, Trans oder Hetero. Wir alle sind in meinen Augen nur eine große Familie.

Auch wenn die hass und wutverzerrten Kommentare die andere Seite zeigen, zeigen sie doch nur eine Welt in der ich nicht bin, mit der ich nichts zu tun habe. Diese Menschen können niemals mitfühlen was ich fühle, nie das Glück erleben das ich erlebte als ich heute morgen die Hand meiner Frau hielt während ich gleichzeitig schrie vor Glück und Fassungslosigkeit.
Es ist wie eine warme Welle die mich immer noch umarmt.

Sie tun mir leid, diese wütenden traurigen Menschen. Es wird noch eine Weile so weiter gehen, es werden hasstiraden über den Äther laufen, vielleicht wird es erneut eine Zeit mit Merkel an der Spitze geben, vielleicht versinkt auch irgendwann unsere Welt in einen braun/schwarzen Loch.
Momentan ist mir das egal. Momentan zählt nur dieser Blick in die Augen meiner Frau - MEINER FRAU!!! Und nur das zählt, nur diese tiefe unendliche Liebe die ich fühle.

Möge dieser eine Augenblick nie enden....

DANKE von Herzen, dass es euch liebende mitfühlende Menschen gibt.

Es war ein wundervoller Tag.

Herzlichst eure Jo


Namasté ihr wundervollen Menschen... mein Traum wird sich erfüllen, es darf sein!

Dienstag, 6. Oktober 2015

Über die Leidenschaft. - Kurzgeschichte im Anhang.


Dieser Eintrag ist allen Liebenden gewidmet und vor allem meiner Frau.

Ich habe hier in diesem Blog oft über die Liebe geschrieben, als allumfassender Weg zu mehr Mitgefühl. Worüber ich selten geschrieben habe ist die Liebe zwischen zwei Menschen.
Und noch seltener bis gar nicht über..
Dieses: Bis in alle Ewigkeit. Dieses: In guten wie in schlechten Zeiten.
Dieses: der Ring der beide verbindet. Dieses: sich bis auf die Knochen auffressen wollen.
Dieses: Lustvolle, Hingebungsvolle, Leidenschaftliche über das die wenigsten Buddhisten schreiben, geschweige denn reden.

Sex ist im Buddhistischen Kontext oft Tabuisiert.
Der Buddhismus sollte möglichst rein gehalten werden, man verstößt nur zu leicht gegen die Regeln der Sila die uns die Moral und Ethik näherbringen, ohne sie zu verbieten. Im Buddhismus gibt es daher kein Gut oder Schlecht. Es geht letztendlich immer nur um die Entscheidung selbst. Die Sila behalten wir im Auge, egal was wir tun.

Heute werde ich damit brechen.
Heute schreibe ich darüber.

Meine Beziehung zu meiner Frau ist mehr als nur eine Beziehung zwischen zwei Liebenden, ich nenne es eine karmische Beziehung, die weit darüber hinaus geht. Aber ich will heute nicht über meine Beziehung reden, nicht über diese Tiefe die ich empfinde, wenn ich an meine Frau denke. Ich will über das Reden, worüber man eigentlich nicht reden sollte, nicht in meinem Alter und schon gar nicht als Buddhistin. Kurzum: Let´s talk about sex.

Letztens fragte mich jemand, ob eine Buddhistin auch ganz normalen Sex hat. Ich musste loslachen und stellte die Gegenfrage: "Was ist normaler Sex?"
Mein Gegenüber errötete und ich ebenfalls.

Diese Frage möchte ich jetzt und hier aufgreifen.

Obwohl wir Buddhisten oft so tun, als sei unser Schlafzimmer der Sicherheitsraum unseres Hauses, in dem wenn überhaupt nur Meditiert und Geschlafen wird, trifft das natürlich nicht zu. Die meisten Nonnen und Mönche hatten in ihrem Leben schon einmal Sex - zumindest solange bis sie ordinierten. Und die meisten Nichtordinierten (oder auch Laienbuddhisten oder Haushälter, also solche die keine Mönche und Nonnen sind ) leben ein ganz normales Leben, indem auch Sexualität eine Rolle spielt.

Bei vielen Buddhisten hat Sexualität dennoch eine negative Stellung, „wer seinen sexuellen Neigungen nachgeht, vermehrt seine Geistesgifte“, erklärt zum Beispiel Klaus-Dieter Mathes vom Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Universität Wien, in einem Fokus Artikel.

Andere Artikel beschreiben die Sexuelle Handlung als Anhaftend, als Zwang und als Gier. Die Leidenschaft als Leidbringend. Sex ist also etwas das unheilsam angesehen wird und Homosexualität etwas das die Gier und die Leidenschaft noch weiter ankurbelt, Ole Nydahl (Ich entschuldige mich vorab - bei allem Respekt ich verzichte hier auf den Lama, da dies für mich nicht zutreffend ist. Ihr könnt das Lama natürlich trotzdem gedanklich einfügen).bezeichnet Homosexualität als Störgefühl das Egostärkend ist, während Heterosexuelle Handlungen eher Egoauflösend sei.
Dr. Alexander Berzin hat es in einem Blogbeitrag treffender formuliert:
Der wichtigste Punkt, den man in der buddhistischen Sexualethik betrachten muss, ist die Motivation für das eigene Sexualverhalten. Als Handlung unterscheidet sich die sexuelle Aktivität nicht besonders vom Essen – in dem Sinn, dass es sich um zwei biologische Funktionen handelt, die damit zusammenhängen, dass wir diese Art von Körper haben. Diese Art von Körper wird notwendigerweise hungrig. Wir müssen ihn ernähren. In einer ähnlichen Weise produziert dieser Körper Sexualhormone, d.h. er hat Sexualfunktionen, mit denen wir irgendwie umgehen müssen. Es gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen dem Befriedigen von sexuellem Appetit und dem Stillen von Hunger nach Nahrung: ohne Sex können wir leben, doch ohne Essen nicht.

Besonders seine Ausführung:
Fragen der buddhistischen Sexualethik gefällt mir gut, da sie weg geht von der Schmuddeltheorie über Sex. So schreibt er z.B.:

Wenn man versucht, der buddhistischen Ethik zu folgen besteht die grundlegende Richtlinie, darin, dass man versucht zu verstehen, welche Arten der Motivation und des Verhaltens destruktiv und welche dagegen konstruktiv sind. Mit anderen Worten müssen wir lernen, zwischen dem, was uns Unglück und dem, was uns Glück bringen wird, zu unterscheiden. Und dann liegt die Wahl bei uns; es liegt in unserer eigenen Verantwortung, was wir in Zukunft erleben werden. Es ist wie wenn wir etwas über die Gefahr des Rauchens erfahren: danach hängt es von uns ab, ob wir rauchen oder nicht. Wenn jemand destruktiv handelt und sich selbst Schaden zufügt, dann ist er ein angemessenes Objekt für Mitgefühl. Es wäre unangebracht und entspräche nicht der buddhistischen Einstellung, eine solche Person in einer abschätzig-selbstgerechten Weise zu bemitleiden oder zu verurteilen. Es ist traurig, dass sie die Realität nicht versteht.
Der Buddhismus hat die selbe Vorgehensweise auch in der Sexualethik: er ist nicht urteilend. Im Bereich der Sexualität sind einige Verhaltensweisen und Motivationen destruktiv und machen uns unglücklich, während andere konstruktiv sind und uns glücklich machen. Und auch hier liegt die Wahl wieder bei uns. Wenn wir uns wünschen, dass uns unser Sexualverhalten zahlreiche Probleme bringt, dann können wir alles machen, was uns durch den Kopf geht. Wenn wir dagegen keine Scherereien wollen, dann gibt es einige Dinge, die wir vermeiden müssen.
Wir können uns den Unterschied anhand eines Beispiels recht einfach klar machen. Wenn man mit einer Prostituierten ungeschützt Sex haben will, nun, dann ist das unwissend und äußerst töricht, denn man riskiert dabei, dass man sich vermutlich mit AIDS infiziert. Doch das macht einen nicht zu einem schlechten Menschen. Es ist unsere eigene Wahl. Wie Sie sehen, ist diese Einstellung dem Sex gegenüber recht anders. Hierin liegt der Schlüssel, um die buddhistische Zugangsweise zu verstehen.
Sexualität kann zwanghaft sein, sie kann mit negativen Gefühlen wie Eifersucht und Neid besetzt sein. Liebeskummer bringt Leid. Und jemanden festhalten wollen, bringt nur eines Anhaftung und weiteres Leid.
Aber das bringt auch eine Beziehung ohne Sexualität, wenn die Motivation darin besteht die einzige Person im Leben des Einen Menschen sein zu wollen.
Man kann also davon ausgehen, das nicht Sexualität alleine das Problem ist, wenn jemand einen anderen die Freiheit zum Atmen raubt. Dahinter steckt etwas komplett anderes, es ist das Gefühl und das Bedürfnis ohne den anderen nicht mehr Leben zu wollen, oder anders: Eins zu sein mit dem anderen.

Das Sexualität auch sehr intensive buddhistische Züge aufweist zeigt die Tantrische Yogapraxis. Wobei man hier mit Sicherheit nicht den Sex meint, der in Leidenschaftlicher Pose anfängt und im Berauschenden Orgasmus endet. Hier geht es um weitaus mehr.
Da ich Tantra nicht praktiziere, kann ich nur wenig dazu sagen und verweise auf Lektüre die sich damit eingehend beschäftigt.
Der Dalai Lama sagt dazu:

(Die Lehren des Tibetischen Buddhismus 1998, 202): "Ein Laienschüler, der von der Erzeugungsstufe zu den anfänglichen Ebenen der Vollendungsstufe vorangeschritten ist, sucht nach einer weiteren treibenden Kraft auf dem Pfad, indem er mit einer Gefährtin in die sexuelle Vereinigung eintritt. Für Übende mit den Regeln des Klosterlebens, die Mönche und Nonnen, ist dies jedoch noch nicht die Zeit, eine solche Vereinigung herbeizuführen. Der Meditierende muss zuerst vollständig mit der subtilen Natur des Körpers vertraut werden, ehe er die tiefgründigen Übungen der Vollendungsstufe durchführen kann. Er muss sich profundes Wissen über das innere System der Energiekanäle (nadi), die Winde (prajna), welche innerhalb der Kanäle fließen, und die subtilen Tropfen (bindu), die sich an bestimmten Stellen des Körpers befinden, aneignen."
Tsongkapa macht deutlich, dass die Meditation der sexuellen Vereinigung eine wesentliche Methode des Höchsten Yogatantra für Übende mit höchsten Fähigkeiten ist und nicht, wie es der indische Meister Tripitakamala erklärt, für die Übenden mit mittleren oder niedrigen geistigen Begabungen. Der Dalai Lama sagt dazu: "Tatsächlich sind es die Besten unter den Übenden des Höchsten Yogatantra, die auf dem Pfad von der Begierde von einer Wissensgefährtin Gebrauch machen. Es ist diese Methode, durch die "juwelengleiche Personen" in einem Leben Buddhaschaft verwirklichen." (Tantra in Tibet, S. 75).
Spätestens jetzt werden vielleicht einige von euch fragen, wie das bei mir ist.
Ich habe eine Partnerin, wir haben auch Sex miteinander. Manche mögen es als Blümchensex bezeichnen, denn wir achten sehr darauf nicht zu verletzen, sanft zu sein und zu bleiben. Im Laufe der letzten fast 18 Jährigen Beziehung zu ihr hat sich mein Bedürfnis nach Sexualität verändert. Ich würde es als Reif bezeichnen, was sicherlich auch an meinem Alter liegt und an unserer langen Beziehung. Wir sind vom TeenagerSex zum ErwachsenenSex angelangt. Wir genießen die Zweisamkeit, die Nähe, die Höhepunkte und es gibt immer noch Momente, da fließen wir beide über vor Lust und Leidenschaft. Aber ich habe für mich begriffen, das Sexualität nicht notwendig ist um Glücklich zu sein. Als junge Frau (Anfang 30, was für mich jetzt da ich 50 bin schon wieder jung ist :) )war ich sehr leidenschaftlich und hingebungsvoll. Ich bin eine Spätzünderin (was auch an meiner Kindheit und Jugend liegt), Anfangs war Sexualität Problematisch für mich, das änderte sich erst durch mein Outing als Homosexuelle Frau. Nach meinem Outing hatte ein paar Sexuelle Beziehungen die für mich und meiner (sexuellen) Heilung als missbrauchte Frau sehr wichtig waren. Dadurch habe ich gelernt was mir gut tat und was nicht. Durch meine Partnerin wurde Sexualität zu einem Heiligtum. Und das ist es letztendlich immer noch.  Meine jetzige Partnerin ist meine letzte Partnerin mit der ich Sex haben werde. Ich schließe nicht aus, Nonne zu werden, wenn sie vor mir stirbt. Zumindest werde ich keine sexuelle Partnerschaft mehr leben. Zumindest nicht mit dem Wissen das ich heute habe.

Im Laufe der Zeit hat sich mein Gefühl für die Liebe verändert. Auch während meiner Beziehung gab es Momente, da fühlte ich tiefe Liebe zu anderen Menschen. Ich kann nicht sagen, das die Liebe die ich zu meiner Frau empfinde, sich so sehr unterscheidet von der Liebe die ich für andere Menschen empfinde. Dennoch kann ich sagen, das meine Frau meine große Liebe ist. Der Unterschied ist die Nähe zu ihr, die Tiefe unserer Gespräche, die Verbindung die wir beide haben, dieses Verstehen, Geben und Nehmen. Die Verantwortung untereinander und das Gefühl gehalten zu werden, wenn ich mich fallen lasse. Während sich die Liebe zu anderen Menschen verändert, kommt und geht und von einer Gelassenheit begleitet ist, die es zulässt das ich nur einen winzigen Moment schmerz empfinde, wenn man sich wieder trennt. Bin ich mir der Liebe meiner Frau sicher. Hier ist es ein Bleiben - oder auch eine Symbiose die wir teilen. Wir leben in Harmonie. Auch wenn wir wie jedes Paar auch Momente des Streits erleben, ist die Harmonie dennoch fühlbar vorhanden. Wenn wir den anderen verletzen, verletzen wir uns selbst und es ist noch nie passiert, das wir im Streit schlafen gegangen sind. Spätestens im Bett versöhnen wir uns, mit einem Gespräch, mit tiefen Verständnis für die Nöte des Anderen und mit einer Entschuldigung so egozentrisch gewesen zu sein. Spätestens da, sehe ich wieder die Frau die ich so sehr liebe, das es mir ein Bedürfnis ist, sie Glücklich zu sehen.

Homosexualität bedeutet Erfüllung meines ICHs. Diese Erfüllung macht mich frei.
Ich denke komplett anders als Ole Nyldahl, für mich ist meine sexuelle Erfüllung nie Egostärkend gewesen, sondern eher Egoauflösend. Während ich vorher noch mit Ekel und Wut gerungen habe, weil mir etwas entscheidendes in meinem Leben gefehlt hat, hat sich mein Gefühl zur Sexualität, durch meine homosexuellen Beziehungen grundlegend verändert. Mein Gefühl wurde frei, während es davor unheilsam und unfrei war.

Um das zu erklären, müsste ich ein Beispiel nennen:

Angenommen du bist Heterosexuell und die Gesellschaft zwingt dir auf, eine Homosexuelle Partnerschaft einzugehen. Alles wehrt sich in dir. Du magst gleichgeschlechtliche Freunde, aber allein der Gedanke an Sexualität, macht dir Angst, bringt dich dazu zu Würgen, dir ist schlecht wenn du nur daran denkst.

Genauso ist das bei mir. Sexualität war bis zu meinem 31 Lebensjahr unschön. Erst durch mein Outing als lesbische Frau wurde sie schön, intensiv, leidenschaftlich. Erst ab da fühlte ich mich begehrenswert und erotisch. Ich wurde zu einer schönen strahlenden Frau. Ich glaube das es sehr wichtig ist, Sexualität als etwas schönes und befreiendes wahrzunehmen. Und ich glaube erst dann wenn man diese tiefen Gefühle der Zweisamkeit ausgelebt hat, kann man sich entscheiden, diese Gefühle auch wieder gehen zu lassen. Während meiner Partnerschaft habe ich einige Kurzgeschichten über Erotik und Sexualität geschrieben. Es war mir wichtig diese Gefühle in Worte auszudrücken. Einige dieser Geschichten wurden norminiert, meine (für  mich)  beste Geschichte handelt davon das eine homosexuelle Frau mit einem sterbenden Mann Sex hatte. Diese Geschichte ist für mich die beste (für mich Beste. Wobei das sicherlich meine Leser meiner anderen Geschichten anzweifeln würden) die ich bisher zu diesem Thema geschrieben habe. Weil es zeigt was Sexualität für  mich bedeutet. Es ist mehr als nur Hingabe, es ist Mitgefühl, Zuneigung, tiefe Liebe und Verstehen.
Im Anhang findet ihr meine Kurzgeschichte: Ein Jahr nur ein Leben.
Diese Geschichte hat den dritten Platz eines Literaturwettbewerbes gewonnen. Und ich liebe sie sehr.

Sexualität ist viel mehr als nur das neumodische schnelle Poppen oder Ficken, das viele junge Leute darunter verstehen.
Es ist das Einssein in sich selbst im Einssein mit dem Partner.
Und aus dem Grund wird es keine andere sexuelle Partnerin für mich geben, als die Frau mit der ich zusammen lebe. Mit ihr konnte ich all meine Sehnsüchte und meine Begierden leben und wieder auflösen. Sie ist und bleibt die große Liebe meines Lebens. Und ihr ist auch diese Geschichte - wie jede Geschichte (und Romane die ich schrieb) gewidmet.

In diesem Sinne
viel Freude beim lesen meiner Kurzgeschichte.

Alles liebe und
Namasté

Eure Andarnil



Ein Jahr, nur ein Leben ...



Gegenwart

Ich sitze vor meinem Computer, starre auf die Buchstaben, ohne ein Wort zu erkennen. Ich habe noch nichts gegessen, und mein Magen schlägt Purzelbäume. Vor mir steht eine Schale mit frischem Obst, daneben ein Glas mit Bleistiften. Wo ist meine Inspiration? Meine Gedanken sind im Meer der Zeit verschwunden, wirbeln dort umher, ich vermisse nichts, warum auch, ich fühlte mich leer, unbrauchbar. Seid Martins Tod vor einem Jahr hat alles seinen Sinn verloren. Meine anfängliche Trauer schwand und macht einer Unnahbarkeit Platz. Ich bin nicht mehr zu erreichen, noch nicht mal mehr für mich selbst. Die Stelle von Martin wird irgendwann ein anderer Mensch einnehmen, nur jetzt ist sie noch so voller Tage, Monaten und Jahren, voller kleiner Erinnerungen. Wie Bilder türmen sich diese vor mir auf, lassen Gegenstände verschwimmen, nehmen mich ein, vollkommen. Das Alleinsein dauert an und ich habe mich daran gewöhnt. Die Gewöhnung ist der Tod der Idee.


Vergangenheit


„Verdammt, wo ist die Jeans mit den Flicken?“ Vor mir türmte sich die Wäsche, frisch gewaschene wie schmutzige.

Ich schüttelte den Kopf, „woher soll ich das wissen“.

Weitere Kleidungsstücke flogen an mir vorbei, Martin verschwand fast darunter. Ein Stück seines Rückens ließ das Tattoo frei, ein Adler, die Schwingen weit von sich gestreckt. Ich ging in die Küche um der Unordnung zu entfliehen. Es war schwül und stickig, ein Dunst lag über der Stadt. Ich vermisste das Meer und das Geschrei der Möwen. Am offenem Fenster hing ich meinen Gedanken nach.

„Ich hab sie gefunden, machst du uns einen Kaffee?“ ich hatte ihn nicht gehört, sein Oberkörper war nackt, die Brust glattrasiert und braun gebrannt. Er achtete sehr auf sein Aussehen, mehr als die Männer mit denen ich mich sonst abgab. Ich wusste er trug keinen Slip unter der Jeans, sein Hintern zeichnete sich ab. Ich musste grinsen „Manch eine Frau würde dich jetzt auf der Stelle vernaschen!“.


Er erwiderte mit einem Augenzwinkern:

„Nur gut, dass ich vor dir sicher bin“

Es war das alte Spiel zwischen uns, wir liebten uns, und doch hatte jeder sein eigenes Leben. Ich wusste nicht mit wem er ins Bett ging und ihn interessierte es nicht was ich so in meinem Schlafzimmer trieb. Manchmal lagen wir zusammen auf der Matratze in seinem Zimmer und quatschen über den One-Night-Stand den wir hatten, oder wir trösteten einander, wenn wieder eine Beziehung in die Brüche gegangen war. Er war mehr als ein Freund, mehr als ein Bruder. Vielleicht sogar mehr als irgendwer in meinem Leben. Ich hatte nicht viele Freunde, und die Beziehungen die ich hatte, konnte ich an einer Hand abzählen. Niemand kannte mich wirklich, ich war eingeschlossen in meine Unnahbarkeit, daher gingen meine Freundschaften auch schnell in die Brüche. Nichts hält für ewig, mein Lieblingswort, für jede Situation einsetzbar.


Martin war so anders als ich, ein Gigolo, er wollte bewundert werden, geliebt werden und tat auch eine Menge dafür. Sein Charme war unwiderstehlich, und manchmal regelrecht lächerlich. Er war der Mann, den Frauen hinterher schauten. Nur hatten diese keine Chance bei ihm, denn Martin war eine Tunte, Martin war Schwul.

Seine letzte feste Beziehung lag ein Jahr zurück, aber noch immer hing ein Bild von Christian an der Wand, dieser leicht offene Mund, der mich anfänglich so sehr an einen Wal erinnerte, das Grübchen am Kinn. Christian stellte die Vollendung dar, er war das Abbild eines Engels, zumindest für Martin, dieser bewunderte ihn in stiller Trauer.


Christian war einfach gegangen, ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken sollte, eines Tages war er weg, und mit ihm die Kleinigkeiten die eine Beziehung so mit sich brachten, ich hab mich oft über die verschmierten Flecken im Waschbecken aufgeregt, die Zahnpasta hinterließ, wenn der Deckel nicht aufgeschraubt wurde. Oder den hochstehenden Klodeckel. Martin selber pisste im sitzen, nachdem ich mich geweigert hatte das Bad zu säubern. Christian wollte stehen, und dabei ließ er die Tür auf, mit einem Blick über die Schulter warf er mir noch ein Grinsen zu, bevor die Klotür durch meinen Fuß unsanft ins Schloss fiel.

Christian war ein Tagträumer, wahrscheinlich lebt er jetzt irgendwo in einem Hausboot, oder fährt mit seinem Pick Up durch die Gegend, Abenteuern entgegen.


Wir hatten eine kleine aber schnuckelige Zweizimmer Wohnung mitten in der Stadt. Vom Fenster konnte ich die Schornsteine einer benachbarten Fabrik ausmachen, gegenüber stand ein Kiosk, Gammelplatz der Penner und Alks. Ich ging nur im Notfall dorthin, immer wieder musste ich mich mit Worten gegen die Angriffe wehren:

„ Wohl doch keine Frau“ Den Blick auf meine Glatze gerichtet, höhnisches Gelächter, Fummelfinger die mich betatschten. Ich hasste diesen Geruch nach billigen Fusel und alten Essensresten, ich hasste diese Typen die tagein tagaus dort zu finden waren, bis ein Taxi, oder manchmal auch die Stadtpolizei sie mitnahm. Aber man sah sie wieder, immer zur gleichen Zeit, am gleichen Ort, es war widerlich.


Ich hatte die Wohnung als erste bezogen, müde vom dorfidyllischen Hinterhof mit der Weite der Wiesen und Felder, den Geruch des Meeres in der Nase, ich wollte raus, was erleben, fühlte mich noch viel zu jung für den Dorfplausch. Also ging ich nach Hamburg, um dort meine erste Liebe zu finden.

Männer hatten mich immer nur am Rande interessiert, ein kurzer Fick, und ich wachte mit einem Brummschädel wieder auf, meistens blieb es dabei, die Begegnungen nahmen mit der Zeit ab, und zurück blieb noch nicht einmal mehr die bloße Erinnerung. Männer waren nicht wichtig, und ich glaube, ihnen ging es mit mir genauso. Es gab kein Gesprächsthema, nur die Lust, die nach Sekunden verstrich und nichts hinterließ. Vor Frauen hatte ich Angst, ich selbst sah mich nicht Weiblich, viel zu mager, ohne Rundungen. Die Röcke und Schminktäschchen waren mir nicht geheuer, ich wusste nie wer mir da begegnete, hinter der Fassade eines Malkastens verbarg sich ein unbekanntes Wesen. Ich fühlte mich zu diesen Geschöpfen hingezogen und abgestoßen, ich fühlte mich ihnen nah, und war in meiner Ferne allein. - Keine Frau-, diese Wort hingen wie Spinnweben in meinem Kopf, was war ich dann?


Mama hatte geweint, als sie mich sah. Mit Glatze und Ring in der Nase.

„Ich bin keine Frau, ich tu auch nicht so“ Ich weiß nicht ob sie mir jemals verzeiht, die letzten Minuten bevor ich ging war ihr Blick in die Weite gerichtet, wir haben uns nie verabschiedet.

Es war gar nicht einfach einen Job mit der Glatze zu finden, aber in der Innenstadt war dieser Women-in-Love Laden, und dort hüpften allerlei verrückte Leute herum. Ich fiel in meinem Outfit nicht sonderlich auf. Die ersten Nächte konnte ich auch dort schlafen, am vierten Tag hatte ich meine Wohnung im Anzeigenblatt gefunden.

Zwei Zimmer mit einem Bad in der Küche, das Klo eine Stufe versetzt im Flur. Verrückt genug um mich darin zu verlieben. Lisa meine Chefin kam zum Besichtigungstermin mit.

Ich hatte Angst, dass man mich wegen meines Aussehens ignorierte, aber diese Angst war nicht begründet, die Wohnung gehörte vorher einer Prostituierten, und war daher schlecht zu vermieten. Mir war das egal, Ich zog noch am gleichen Abend ein.


Der Laden in dem ich arbeitete verkaufte Kondome und allerlei Spielzeug für die Frau, anfänglich hatte ich noch eine Scheu den Käufern cool entgegenzutreten, aber mit der Zeit machte mir das Vorführen der Vibratoren richtig Spaß. Ein halbes Jahr später lernte ich Katja kennen und lieben.

Es war Pfingsten und ich verbrachte die Wochenenden wie immer im Tou Lous Einer Szenekneipe für Transen und Homosexuelle, mitten in St. Georg. Mittlerweile hatte ich mir einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, meine Scheu war verflogen, ich gehörte dazu, auch wenn ich bisher noch nie etwas mit einer Frau hatte. Tara die Königin unter den Transen, Micha eine Lesbe aus Bayern, und ich, irgendwas aus Schleswig. Eine kleine Familie für das Wochenende um die Einsamkeit zu vergessen und um sich ein Zuhause zu schaffen. An diesem Wochenende begegnete mir Katja, ich stand auf der winzigen Tanzfläche und gab mich der Musik hin, als jemand von hinten an mich trat und mir einen freundlichen Klaps auf die Schulter gab. Ich starrte die Person verblüfft an und sie sah genauso erstaunt zurück.


Ein Lächeln, ein leises „Entschuldigung“ und weg war sie wieder.

Ich dagegen stand wie erstarrt und wusste nicht wie mir geschah, der Blitz hatte mich getroffen. Natürlich hatten wir uns wiedergesehen, und irgendwann geküsst, und irgendwann nahm ich sie dann mit Nachhause.

Es war dieses fremde, vertraute Gefühl. Ich war wild nach ihren Säften dem hinabgleiten in das Innere ihres Körpers. Ich schmeckte sie und sie kostete mich, ich fühlte mich angekommen, in einem Reich, dessen Tür mir bisher verschlossen blieb. Jedes Mal wenn wir uns liebten wurde ich zur Frau. Ihre Nähe war gleichzeitig Distanz, lange wusste ich nicht was sie tat, wie es ihr ging, wo sie war, wenn sie nicht mit mir zusammen auf meinem viel zu engen Bett lag.

Sie wich all meinen Fragen aus.

„Ich bin frei, Süße akzeptiere das!“

Und ich akzeptierte, um sie nicht zu verlieren.


Die drei Monate mit ihr vergingen wie im Fluge, ich lernte mich von einer Seite kennen die mir neu war, ich war süchtig nach Sex, nach Berührungen, nach ihr. Meine Unabhängigkeit schmolz wenn sie in meinen Armen lag, ich liebte und wurde geliebt, tausendfach, immer wieder. Es war berauschend, bis ich aufwachte, schmerzhaft und unwirklich.


Ich erfuhr es aus einem Artikel den mir Micha schweigend entgegen streckte, in großen Lettern stand dort: Wieder eine Drogenleiche, die Sechste in diesem Jahr


Ich wollte nicht weiter lesen, und ließ das Zeitungsblatt sinken, lächelnd nahm ich Micha am Arm „ Lass uns ins Tou Lous gehen, ich will was trinken, lass uns tanzen, lass uns feiern“

Ihr Gesicht wurde bleich, aber ich sah die Tränen nicht mehr. Ich ließ sie los und ging die Stufen nach unten, noch heute sehe ich diese Treppe vor mir, weg von Micha, einem Ausgang entgegen, weg von mir selbst.

Die erste Zeit vergrub ich mich unter den Spielsachen im Laden, ich machte Überstunden, soviel ich in unserem winzigen Laden machen konnte. Lisa war dabei sich zu vergrößern, eine Videoecke musste her, ein paar Dessous, ein paar Bücher. Das kam mir gerade recht, so musste ich nicht nachdenken und trauern. Nur die Nächte waren heftig, manchmal schrie ich im Schlaf, oder wachte morgens mit nassem Kopfkissen wieder auf. Es tat weh, es zerriss mich, aber das ging nur mich etwas an. Lange wollte ich nicht darüber reden, ich schmolz mit meinen Erinnerungen zusammen und so existierte Katja weiterhin für mich, leise war sie anwesend, und leise wurde sie immer mehr zu einer Kultfigur.

Nach einer Zeit gab es wieder Frauen in meinem Leben, nichts Ernstes, ich bekam den Ruf eines Eisblocks, aber genau das machte mich für viele attraktiv. Und mir begann es Spaß zu machen, ein Flirt, eine Nacht und das Leben hatte mich wieder.


Tara fand meine Veränderung schrecklich, sie hasste es wenn ich mich so wie ein Mann benahm. Denn genau das tat ich, ich kaufte mir eine Leder-Jeans, zog nur noch weiße Hemden an. Ich fand mich begehrenswert. Und die Frauen ebenfalls. Dann kam der Absturz, wie jeden Abend im Tou Lous trank ich viel zu viel, ich lies mich von einer Blondhaarigen abschleppen, stieg in ihr Auto und wachte am nächsten Morgen mit einer gebrochenen Rippe im Krankenhaus auf. Ich konnte mich an nichts mehr erinnern, meine Augen waren zugeschwollen, ich hatte einen dicken Verband um den Kopf und um den Oberkörper, ich fühlte mich wie von einem Zug überfahren.


Tara fand mich vor dem Tou Lous, ich hatte kein Geld mehr, und war mehr tot als lebendig. Sie brachte mich ins Krankenhaus. Danach wurde ich wieder die alte, ich versuchte aus meiner Trauer herauszukommen, in dem ich anfing darüber zu reden.


Micha hatte die Idee mit der Trauerfeier für Katja. Meine Freunde schmückten das Tou Lous an einem Sommerabend, als ich dazukam war es als würde Geburtstag gefeiert. Sie hatten einen kleinen Tisch mit Abschiedskarten ausgestattet. Die Karten waren mit Katjas Bildern dekoriert. Es war lieb gemeint, aber ich musste bei diesem Anblick weinen und es war mir vollkommen egal, ob es jemand sah.

Tara nahm mich in den Arm und Micha nahm meine Hand, „Endlich kommt die ganze Scheiße mal raus!“ sagte sie leise.


Zwei Tage später suchte ich einen Mitmieter. Martin kam so in mein Leben, und es war der beste Griff den ich je gemacht hatte, als ich seine Telefonnummer wählte. Die erste Zeit ging mir der immer toll zurechtgemachte Mann auf die Nerven, die ganze Wohnung roch nach seinem Rasierwasser, und wenn er sich das Make-up ins Gesicht schmierte, waren die Handtücher danach kaum wieder zu erkennen. Ich war überrascht, da ich Männer nur ungepflegt kannte. Er war nicht nur Schwul er war auch noch tuntig. Seine Bewegungen wurden durch eine übertriebene Sorgfalt in Szene gesetzt. Sein Gang wurde durch kleine Schritte begleitet. Manchmal musste ich mir ein Grinsen unterdrücken, seine Haltung war einfach Lächerlich. Er aber fand sich regelrecht schick. Manchmal wurde aber auch aus dem tuntigen Mann, ein kleiner Macho, er zog dann Lederjeans an und lies durch die Lederweste seinen Oberkörper sehen. Die Schritte wurden größer, härter, und sein eigentlich weiches Äußeres bekam einen Maskulinen Touch. Seine Verwandlung war für mich jedes Mal ein kleiner Überraschungsauftritt, ich kam mir vor wie hinter einer Theaterbühne. Martin gab für mich seine Vorstellung. Irgendwann fing ich an ihn zu mögen.


Es war schön abends nachhause zu kommen, seine Stimme zu hören und seinen Rasierwassergeruch zu riechen. Er wurde zu meinem besten Freund. Durch ihn fing ich an zu schreiben.

Eines Tages nach reichlichem Alkoholgenus erzählte ich ihm von Katja, ich heulte mich in seinen Armen aus, und er fragte ob ich denn alles schon mal aufgeschrieben hätte, alle Gedanken, alle Erlebnisse mit ihr. Ich sah ihn ziemlich verdutzt an. Später immer noch besoffen, nahm ich mir einen Notizblock und fing an zu schreiben. Die Worte kamen mit einer Vehemenz und Ungezwungenheit, ich schrieb meine kompletten Gefühle auf, ich erarbeitete meine Traurigkeit, ich schrieb an diesem Abend den Anfang meines ersten Buches.


Am nächsten Morgen hatte ich Kopfschmerzen und mir war Kotzübel, aber ich hatte zu mir gefunden, ich hatte den Anfang gemacht. Die folgenden Tage schrieb ich wie eine Besessene, ich wollte alles loswerden, jede Erinnerung, jede Sekunde die ich mit Katja verbracht hatte. Martin wurde zu meinem Kritiker, er war auch derjenige der den Verlag suchte.

Vier Jahre später habe ich meine ersten Seiten, die ich damals noch per Hand schrieb, mit in seinen Sarg gelegt, sie sind mit Martin begraben worden. Er starb an Aids, mit knapp 27 Jahren. Das ist jetzt gerade mal ein Jahr her.


Gegenwart

Immer noch sehe ich die Buchstaben verschwimmen, ich sehe die Erinnerungen, sehe die kleinen Dinge die wir miteinander geteilt haben. Martin hat mich zurück ins Leben geholt und mit seinem Tod wurde wieder alles so wie vorher, ich vermisse ihn und ich vermisse Katja. Warum gehen alle Menschen die ich liebe?

Sie hinterlassen nichts außer Leere.

Ich sehe mich im Zimmer um, vier Jahre habe ich diese kleine Wohnung geteilt, wir haben hier in der Küche gesessen, gelacht, geweint. Ich habe ihn nachts wach gemacht wenn ich nicht schlafen konnte. Er riss mich aus dem Schlaf, wenn er aus seinem nächtlichen Szenetrip nach Hause kam. Wir waren eine Familie, Martin, Tara und Micha. Nichts konnte uns vier trennen. Jetzt ist einer gegangen.

Ich habe keine Lust mehr. Ich will nicht immer von vorne anfangen. Mit Katja starb meine erste Liebe, die einzige Frau die ich wirklich an mich heran ließ. Mit Martin starb mein bester Freund, dem einzigen Mann dem ich vertraute. Wo bin ich, wer bin ich. Wie soll ich mit meiner Einsamkeit leben?

Ich sehe aus dem Fenster, halte mir die Hand vor dem Mund und denke das erste Mal ernsthaft darüber nach mit zugehen, den beiden hinterher zu sprinten. Meine Vorstellung vom Tod ist sehr mit Wünschen überzogen, nicht real, vieles ziehe ich aus Mythen und Glaubens-Vorstellungen heraus.


Ich bin 26 Jahre alt, aber in mir existiert noch die Vorstellung von Engeln, und einem Himmelstor.

Ich denke daran wie Martin gelitten hatte. Er wusste es bereits als wir uns kennen lernten. Aber erst drei Jahre später, also ein Jahr vor seinem Tod weihte er mich ein.

Zuerst war ich wütend, weil ich dachte, dass ich es schon viel früher hätte wissen müssen. Aber als er mir erzählte warum Christian gegangen ist, wurde mir klar, dass er Angst hatte auch mich zu verlieren.

Martin verriet mir nicht ob nur seine Krankheit an dem Weggehen von Christian schuld war, er sagte auch nicht ob Christian ihn angesteckt hatte. Dies war zweitrangig. Das einzige was er mir erzählte war, dass Christian der einzige Mensch war, den er liebte. In diesem Jahr wurde Martin mehr als mein Freund.


Wir schliefen etwa einem Monat vor seinem Tod miteinander. Es gab keinen Grund, es ergab sich einfach so. Ich half ihm bei der Benutzung eines Kondoms, wir taten es hauptsächlich weil wir beide Eins sein wollten, die letzen Liebenden im Angesicht des Todes. Seine Erkrankung hatte bereits Auswirkungen auf seinen Körper, er hatte 20 Kilo abgenommen, seine Haut war fahl und sehr blass. Seine Bewegungen waren mit Krämpfen verbunden. Er hustete bei jeder Anstrengung.

Ich wollte das er wusste, das ich ihm vertraute, dass ich ihn liebte. Vielleicht war das der Grund. Der Sex war seltsam gestellt, wir hatten beide angst, dem anderen weh zu tun. Für Martin wurde ich zur ersten Frau, für mich wurde er zu meinem Kind. Als er danach in meinem Armen einschlief, wusste ich dass ich ihn verloren hatte. Ich küsste ihn sanft auf die Stirn. Den Rest der Nacht hielt ich ihn umschlungen, weinte leise auf mein Kissen und nahm Abschied von unserer Freundschaft. Am nächsten Morgen kam er ins Krankenhaus, und dort starb er nach 3 Wochen Koma.


Die Beerdigung wurde zum Alptraum, seine Eltern kamen, nahmen seine Sachen mit und verfügten dass er in seinem Geburtsort beerdigt werden sollte. Ich fuhr mit Tara und Micha nach Dortmund, dort fand in einer kleinen Kirche die Trauerfeier statt, zumindest dachten wir das. Aber es wurde nur ein Gebet gesprochen, der Sarg stand noch offen, und ich konnte meine Buchseiten zwischen Martin und den Stoff klemmen, bevor er geschlossen wurde. Dann ging es zum angrenzenden Friedhof, ich sah die Eltern von Martin und die jüngere Schwester. Sie redeten mit dem Pfarrer, dann drehten sie sich um und verließen den Friedhof, ohne sich von Martin verabschiedet zu haben. Tara, Micha und ich standen ziemlich verdattert vor dem offenen Grab. Micha fing an zu weinen und Tara warf eine Rose auf den Sarg, dann wurde das Grab zugeschüttet. Ich hatte eine wahnsinnige Wut auf diese Menschen die sich Martins Familie nannten. Sie hatten ihn wieder einmal allein gelassen. Diesmal für immer.

Es ist mühsam alle Erinnerungen zu sortieren, mittlerweile habe ich alles niedergeschrieben, meine Gedanken, meine Gefühle, ich habe Martin beschrieben, Katja, Tara und Micha. Alle Personen meines Lebens haben nun einen festen Platz in meiner Geschichte, nur mich selbst gibt es kaum, ich habe mich vergessen.

Immer noch versuche ich krampfhaft an den alten Dingen festzuhalten, ich versuche meine kleine Welt zu schützen. Dabei mache ich den Fehler, dass ich nicht vorwärts sehe, ich sehe die Welt vom Rücksitz eines Autos, wie wenn ein Kind auf der Rückbank kniet und nach hinten sieht, genauso sehe ich mein Leben. Die besten Szenen liegen hinter mir. Die schmerzhaftesten auch. Was soll nun noch kommen?

Bei diesem Gedanken muss ich in mich hinein grinsen. Der Sommer hat wieder einem neuen Herbst Platz gemacht. Der Herbst wird einem Winter weichen. Irgendwann werde ich hier sitzen und mir Gedanken um ein Leben machen von dem ich momentan keine Ahnung habe. Ich weiß nicht was die Zukunft bringt. Ich weiß nur was die Vergangenheit mir genommen hat, die Trauer um diese zwei Menschen sitzt noch zu tief. Vielleicht werde ich mich nie wieder verlieben, vielleicht werde ich weiter suchen nach einem Sinn. Sicher werde ich nicht vom Hochhaus springen und ich werde auch keine Tabletten nehmen. Ich werde mich vielleicht besaufen, wenn ich hiermit fertig bin. Ja ich denke, ich gehe ins Tou Lous, treffe auf Tara und dann werden wir Wodka - Lemmon bis zum Abwinken trinken.

Ja und vielleicht wird mir eine Frau von der Tanzfläche zu grinsen, vielleicht werde ich dann eine heiße Nacht haben und vielleicht werde ich dann auch wieder den Rücksitz verlassen, aber nur vielleicht, denn es ist mein Leben, das ich hier beschreibe, und ich glaube nicht mehr an die große Liebe. Sie ist mit Katja und Martin gestorben.

Aber tief in mir bin ich froh das es ein Vielleicht gibt ...




Quellen:
http://www.focus.de/wissen/mensch/religion/von-zoelibat-bis-kamasutra-sexualitaet-im-buddhismus_id_3807055.html

http://info-buddhismus.de/Buddhistische_Sexualethik.html

http://www.lama-ole-nydahl.de/fragen/?p=163

http://www.berzinarchives.com/web/de/archives/approaching_buddhism/world_today/introduction_buddhist_sexual_ethics.html

http://www.berzinarchives.com/web/de/archives/approaching_buddhism/world_today/issues_buddhist_sexual_ethics.html

http://www.tibet.de/tib/tibu/2002/tibu63/63verstaendnis.html

http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__30.position__8.de.html


Samstag, 27. Juni 2015

Vom Gehen und Ankommen ...


Die letzten Tage waren hart für uns, vieles wird sich im Laufe der letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre verändern und der Anfang dieser Veränderung ist bereits sichtbar. Die Aktuellen Ereignisse habe ich in meinem Tierhof Blog veröffentlicht, daher werde ich hier im Grunde da weiter machen, wo ich im Tierhof Blog aufgehört habe.

Ich habe schon viele Momente der Veränderung erlebt, schöne wie traurige, angstmachende. Momente des Kontrollverlusts und solche an denen ich bewusst teilhaben konnte.
Dies ist ein Moment an dem ich selbst nicht direkt beteiligt bin, ich kann es weder ändern noch aufhalten. Es geht seinen Gang.

Im erste Moment an dem wir erfahren haben, das Britta vielleicht unsere Existenzgrundlage verliert gingen mir ganz viele unterschiedliche Gedanken durch den Kopf.

"wie irre, endlich sind wir frei gehen zu können wohin wir wollen, ohne an Hessen gebunden zu sein"
"Oh Scheiße was ist mit den Tieren"
"Dann müssen wir Agata mit dem Kescher einfangen, die arme Maus und dann, wo soll sie hin? Niemand nimmt so eine Angstkatze."
"Dann müssen wir Bella und Blue trennen, wie sollen die beiden das Überleben ohne erneutes Trauma"
"Wir müssen das Haus aufgeben"
"Insolvenz"
"Panik"
"Ich muss was tun, ich muss recherchieren, das geht so nicht, es muss einen Weg geben"
"So habe ich meine Frau noch nie gesehen, was mach ich bloß wenn sie aus dem Tief nicht raus kommt"
"Und Shaya, wie geht sie damit um"
"Dann können wir endlich ans Meer"
"Aber welcher Mieter nimmt uns mit einer Negativ Schufa"
"Die Tiere, die Tiere!"
Panik

Die ersten zwei Tage ratterten diese und andere Gedanken durch meinen Kopf, ich war hellwach und ganz klar und ich wechselte meine Gefühle von Sekunde zu Sekunde. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich alles durch, von heftigen Wein Attacken bis hin zu einem ganzen Plan voller Ideen.
Am meisten machte mir meine Frau sorgen, sie hing absolut in den Seilen, immer wieder hörte ich von ihr: "Es tut mir leid, es tut mir so leid" und einmal sagte sie:
"Bitte verlass mich nicht".
Ich konnte es nicht fassen wie sie überhaupt auf diesen - für mich - schwachsinnigen Gedanken kam.
Nach dem ich sie getröstet hatte und ihr immer wieder klar machte, das DAS kein Grund für mich ist sie zu verlassen, schon mal gar nicht in einer solchen Situation beruhigte sie sich langsam und dann kam der Moment an dem ich sie ansah und ihr klar machte, dass ich ihre Hilfe brauche, das ich nicht die komplette Zeit über stark sein kann, das wir zusammen ein Team sind. Das wir zusammen alles erreichen. Wir sahen uns in die Augen und dann kam endlich der Satz von ihr: "Zusammen schaffen wir alles, zusammen sind wir stark!"

Ab diesem Moment war die Panik in mir weg.
Natürlich war und ich bin traurig, vielleicht verlieren wir unser Haus, unseren Hof. Alles verändert sich. Aber wir verlieren uns nicht. Wir gegen den Rest der Welt.
Ich habe zwei Tage und zwei Nächte meditiert, nachgedacht, recherchiert und wieder meditiert und mantren gehört und gesungen. Ich war so spirituell wie schon lange nicht mehr. Und die komplette Zeit über hatte ich dieses: "Alles wird gut!" im Kopf.
Auch jetzt begleitet es mich still aber beständig. Ich habe meinen Enthusiasmus, meine Hoffnung wieder. Und dieses Wissen durchströmt mich.

Wir Menschen nehmen Gegebenes oft als Sicherheit war und wenn diese Sicherheit verschwindet erleben wir ein Gefühl von Fallen, als würden wir den Boden unter den Füßen verlieren.
Bis zu diesem Tag war mir nicht bewusst, das es mir genauso ergangen ist. Ich habe gedacht ich hätte endlich die Sicherheit die ich bisher noch nicht einmal vermisst habe. Ich habe mich darin wohl gefühlt, ein Haus zu haben, einen Ankerplatz, einen Ruhepol, eine kleine Insel.
Das erste mal in meinem Leben habe ich mich ein kleines Stück zuhause gefühlt.
Jetzt ist dieses Gefühl nicht mehr da, statt dessen lebt sich gerade ein Gefühl von Verabschiedung ein.

Wir wissen noch nicht ob wir erneut aufbrechen in eine neue unbekannte Welt voller Wunder. Ein neues Zuhause irgendwo.
Aber alles ist im Aufbruch. Durch diesen Schock, die Angst, die Klarheit ist uns bewusst geworden, dass das ganze Leben ein unsicheres Paket voller Entwicklungsmöglichkeiten bereit hält. Das Sicherheitsnetz ist nur eine Illusion, in Wahrheit fallen wir andauernd, durch alle mögliche Bodenlöcher, wir merken es nur nicht, weil die Illusion so hartnäckig in unseren Köpfen bestand hat.

Meine Familie und ich werden lernen damit umzugehen. Besonders beeindruckt war ich von meiner Tochter, die nur eines möchte. Als ich ihr sagte, dass es sein kann, dass wir umziehen und sie in eine neue Schule muss, war ihre Antwort: "Ich möchte aber einen Kirschbaum wieder haben!"
Britta und ich sahen uns an und mussten lächeln, das ist das kleinste Problem.

Das Leben bringt so viele Samen hervor, man muss sie nur einpflanzen und ernten und sich dann überraschen zu lassen, welcher wundersame Baum daraus entwächst.

Wir haben unsere Samen gerade gefunden, demnächst pflanzen wir sie ein.....


In diesem Sinne:

Hoffnung ist, wenn es trotzdem weiter geht und das tut es immer, man muss nur fest daran glauben...

Namasté eure Jo




Mittwoch, 25. März 2015

Wenn einer von der Leiter fällt...




Buddhas sollten doch lieb und nett ausschauen und einem das Gefühl geben, sie seien wie ein Engelchen vom Himmel gefallen.
Nun ich finde das Bild passt genau zu meinem Gefühl, ein Buddhist muss nicht immer lieb sein, ich war es noch nie!

Anfangen hat alles mal wieder über Facebook meine Lieblingsmeckerecke.
Da ich seit Wochen schon krank im Bett liege, vergnüge ich mich mit mit den neusten News, die mir regelmässig um die Ohren gehauen werden, denn irgendwer weiß immer bescheid. Diesmal ging es um den Flugzeugabsturz. Ich machte den PC an und wurde damit überhäuft, tausend (naja ich übertreibe, heute morgen waren es noch 592 Freunde auf meiner Liste, mittlerweile sind es 580) Leute die sich solidarisch zeigten indem sie Tränen vergoßen und die Toten beklagten. Ich tat etwas, das ich eigentlich immer tue, ich schrieb einen Artikel darüber. Einen - so wie immer - sehr ehrlichen Artikel. Und das war dann der Auftakt einer sehr langen und megga anstrengenden Diskussion. (Meinen Artikel dürft ihr im Anhang lesen). 
Schwupps verschwanden 10 Leute von meiner Liste, zwei hab ich selbst rausgeworfen.

Es ist immer wieder interessant wie schnell man die Leiter hochgeschoben wird (wenn man tolle Artikel schreibt) und wie schnell man auch wieder unten ist (wenn die Artikel die Welt polarisieren). Mein Post war sehr ehrlich, ich habe den Leuten einen Spiegel vor die Nase gehalten, was ich eigentlich immer tue. Meine Motivation war teils genervt, teils traurig. Ich denke sehr oft darüber nach, dass die Medien die Menschen so sehr manipulieren, das keiner mehr klar denken kann. Ich habe mich an Lady Di erinnert, damals war ich im Urlaub und hatte irrsinnigen Liebeskummer, weil meine damalige Freundin mich betrog. Am Tag des Todes von Lady Di sagte mir Marion dann am Telefon, das es eine Lehrerin ist. Während meine Freunde vor der Glotze saßen und tränen vergoßen schluckte ich meine Tränen runter. Damals merkte ich das erste mal, das ich nicht manipulierbar bin. Klar habe ich es vorher schon einige male erlebt, aber so richtig bewusst begriffen, dass ich anders bin, habe ich es erst an diesem Tag. Ich fühlte mich so einsam wie schon lange nicht mehr.

Nicht manipulierbar sein, macht Einsam. Es ist so das man alles sieht, man erkennt die Emotionen der anderen, aber man nimmt daran nicht teil. Weil es nicht echt ist. Es ist eine Massenveranstaltung.
Wenn ich jetzt sage, es ist nicht echt, dann liest sich das überheblich. Wie soll ich das erklären.

Ich glaube das wahre Emotionen aus einem selbst entstehen, aus einem tiefen Gefühl von Erkennen, Wissen, Wahrnehmen. Dann gibt es diese Emotionen die entstehen, wenn viele Menschen zusammen kommen. Sie docken an. Es entsteht ein Massengefühl.

Natürlich ist der Tot tragisch, es ist ein unglaubliches Leid, was entsteht, wenn viele Menschen sterben. Aber wären nicht die Medien die den Tot verkaufen, wie eine Tüte Gummibärchen, würden die Menschen die sich berührt fühlen gar nichts davon wissen. Sie wären bei sich selbst. 

Ich dachte bei dieser Flut an Emotionen die mir falsch erschienen, an Ebola, an Tiere die elendig verenden, ich dachte an Afrika und an die Hungernöte dieser Welt. Und ich reagierte genauso wie ich immer reagiere, wenn ich das Gefühl habe, es läuft so dermaßen falsch. Sie docken an, weil es so einfach ist, weil es solidarisch ist, weil es gerade gut tut die eigene Misere zu ignorieren. Das eigene Leid, das man verursacht, das man selbst erlebt. Es tut so gut, sich anzudocken an fremdes Leid... so zumindest denke ich, das es das ist. Ich verstehe es nicht und ich bin Emphatisch. Aber dieses andocken - ich kann es nicht. Es ist mir fremd. Ich fühle mit, wenn ich höre das die Oma einer Freundin gestorben ist. Oder jemand an Krebs erkrankte den ich kannte. Ich fühle mit, ich weine mit. Aber ich docke nicht an dem Leid anderer an. Ich finde das irgendwie nicht gesund. Es zeigt wie sehr unserer Gesellschaft darauf bedacht ist, sich auf einer Gewaltebene zu verständigen. Es ist einfach anzudocken wenn es ums Leid geht. Und wenn sich jemand freut ist er entweder zu emotional oder eben nicht richtig im Kopf. Keiner dockt am Glück anderer an. Ist euch das schon mal aufgefallen. Da herrscht eher Neid und Missgunst.

Warum nicht einfach mal solidarisch glücklich sein. Ja lasst uns mal einen Tag glücklich sein, alle zusammen, wenn ihr einen Grund braucht, nun ich bin seit 17 Jahren mit meiner Frau zusammen und sie hegt und pflegt mich seit 2 Wochen, weil ich diese elende Grippe habe. Das ist ist ein Grund Glücklich zu sein. Was fühlt ihr???

Genau ihr fühlt gar nichts. NULL. Aber wenn ein Flugzeug abstützt und so und so viele Deutsche sterben, fühlt ihr Trauer und Schmerz und ihr versammelt euch alle um gemeinsam zu weinen. 

Ja das war mein heutiger Tag, ich habe begriffen, das ich dieses Massenleid nicht fühle und das macht mich wohl zu einem intoleranten unsympathischen Menschen, der noch dazu keine Emphatie besitzt, denn das wurde mir unter anderem vorgeworfen. Es gab auch Gegenstimmen, meine Freundin Amrita schrieb zum Beispiel:
"Gut, ich habe aufgeholt. Und hier ist ein Töpfchen voller "Gefällt mir". Ist einfacher, als all die Knöpfchen zu drücken. Und so kann sich jeder bedienen, der möchte.

Johanna erfüllt ganz einfach alle Erwartungen - die sie selbst hat und das kann auch nur sie alleine. Sie wird nicht alle Erwartungen aller anderen erfüllen können. Einmal ist das ein Unding, dann sind das auch Erwartungen, die auf Wünsche und durchaus auch Illusionen, aus der Angst vielleicht geboren, allein zu sein, aufbauen. Das sind aber Dinge, die die jeweilige betreffende Person ja ausmachen. Und das bedeutet nicht, das sie auch Johanna in diesem Augenblick ausmachen. Sie hat viele Erfahrungen bereits gemacht und daraus gelernt, auf ihre Weise. Und jeder andere Mensch geht da auch durch, das kann sie keinem abnehmen.

Aber man kann den Weg weisen. Wir alle trauern in einem gewissen Mass mit, was den heutigen Flugzeugabsturz betrifft. Sowas wünscht man keinem. Mitgefühl ist ohne Frage da, immer. Denn wenn jeder in sich reinschaut, entdeckt er "auch" die Abgründe, die andere kennen.

Nur können wir dort nichts tun, wenn wir nicht z.B. Betroffene (Familienmitglieder z.B) kennen und ihnen eine Stütze sein könnten. Johanna möchte doch nur, das wir all die Aufgaben, die direkt vor unserer Nase auch mal endlich sehen. Denn genau dort können wir genau jetzt tatsächlich etwas tun.

Eines noch als Ergänzung zum Gesamtthema:

Viele sind auf der Suche. Nach dem Sinn des Lebens. Nach der Berufung. Nach einer sinnvollen Aufgabe. Nach der Lösung, um Hunger, Krieg, Leid und Tod zu beenden.

Viele gehen dafür in Seminare. Geben viel Geld aus. Für alles mögliche, was die materielle Welt anbietet. Um dann anschliessend frustriert weiter zu suchen. Ist nicht immer der Fall, Lerneffekte sind gegeben. Aber es kommt doch oft vor und ich glaube, das hier jeder jemanden kennt, der...

Die Lösung befindet sich tatsächlich oben, in Johannas Posting. Habe Mitgefühl. Aber lebe im Hier und Jetzt. Sei aktiv. Du willst was ändern? Dann mach.

Manchmal kommt man auch nur mit einem Arschtritt vorwärts ('tschuldigung. ), denn auch wenn man hinfällt, fällt man meistens nach vorne."

So hier mein Artikel.... ich nehme an, ihr werdet euch darüber aufregen, also stellt euch gleich einen Beruhigungstee hin, bevor ihr anfangt zu lesen :)

Namasté eure Jo




"Ihr postet traurige Momente...
Sequenzen eines von Nachrichten gezeigten Todessturzes.
So viele Menschen sterben während eines einzigen Moment, während der Flieger zu boden ging, starben in Afrika Millionen Kinder an Krankheiten die wir hier noch nicht einmal kennen.
Während Menschen um ihr Leben bangten, starben in Ländern die wir nie besuchen Menschen während eines Bombenangriffs.
Während Kinder starben, werden hierzulande abermillionen Tiere abgeschlachtet.
Während ihr die Trauerfahne hießt und euch solidarisch die Tränen trocknet, denke ich mir leise:
Es ist wie damals als Lady Di starb, viele Menschen saßen gebannt vor dem Fernseher und weinten um ein Leben das sie nie kannten, dabei aßen sie ihre Schnitzel und ihre Steaks und ihre Hamburger und ihre Würstchen. Jemand in meinem Ohr sagt leise:
Sei nicht so pietätlos und ich sage laut.
Ich bin nur ehrlich!
Warum soll ich mehr Solidarität für deutsche Menschen zeigen, als für Israeliten, Afrikaner, Hindus? Warum soll ich weinen für jemanden den ich nie kennen lernte, warum soll ich trauern um jemand dessen Trauer seiner Familie gehört - es ist nicht meine Trauer, nicht meine Tränen. Ich will sie nicht haben diese fremde Solidarität, die nicht mir zu steht. Ich möchte sie dort lassen, wo sie hingehört. Zu den Verwandten, Bekannten und Freunden. Dort ist es richtig, während es hier nur eine Massenmanipulation durch Medien verursacht ist.
Ist eure Trauer wirklich gerechtfertigt und ehrlich? Oder ist es nur, weil es Deutsche traf in diesem Flugzeug? Trauert ihr auch für einen kleinen Jet aus Manchester oder aus Australien, der im Dschungel landete, eine mini Anzeige im Wochenblatt, oder in der Bildzeitung ganz hinten links, zwischen: Heute heiraten und dem letzten Sexkandal von ...
Trauert ihr um die Kuh Emma die im Bauernhof um die Ecke ihr leben lies? Oder um ein kleines Schaf, das gerade frisch geboren, morgen geschlachtet wird, weil Ostern ist.
Und trauert ihr um eine junge Frau die durch Mobbing sich das Leben nahm, weil sie all diese Lügen nicht mehr ertrug?
Trauert ihr um euer eigenes Leben, euren Liebeskummer und euer Bauchfett, das ihr nicht loswerdet. Um die neusten Sommerklamotten die sich keiner leisten kann?
Wie trauert ihr wirklich? Und was muss passieren damit ihr Trauern könnt. Muss erst ein Flieger abstürzen, damit ihr euch solidarisch zeigt? Diese Fragen stelle ich mir.
Ich habe es eben erst erfahren, durch eure Postings. Wärt ihr nicht gewesen, wären diese Zeilen nie entstanden. So aber denke ich mal wieder an Lady Di und den Fernseher, während meine damalige Freundin mir am Telefon mitteilte das sie mich betrogen hat, weinten meine Freunde um jemanden den sie nicht kannten und ich schwieg leise und schluckte meine Tränen runter...
Das Leben ist so ungerecht Leute, vielleicht solltet ihr endlich mal aufwachen und es gerechter machen. Fangt bei euch selbst an, statt um Menschen zu trauern deren Schicksal ihr nicht kennt. Fangt an um die zu Trauern die ihr kennt und schaut dabei in den Spiegel...
Liebe Grüße von der Jo"




Bild: "Buddha out of control" hat sein seeliges Lächeln verloren. 

Mittwoch, 12. November 2014

der konstruktive Geist



In allen Kulturen dieser Welt steht die Vorstellung an erster Stelle. Die Vorstellung einer Religion, der Glaube daran, die Umsetzung bestimmter Glaubensformeln, Richtlinien, Rituale.

(angeblich) Konträr dazu gibt es die Wissenschaft, die sich auf Ergebnisse und Erkenntnisse und die dazu gehörige Entwicklung von Ergebnissen stützt.

Wir tendieren oft dazu beides getrennt von einander zu sehen.

Meine Schwiegermutter sagte mir einmal: "Die Wissenschaft hat im Glauben nichts zu suchen!"
Und ich entgegnete: "ohne Wissenschaft gäbe es den Glauben nicht".
Der Glaube selbst hilft uns Menschen, die Dinge die wir nicht erklären können, stehen zu lassen. Wir zweifeln sie nicht an, weil wir es fühlen, dieses innere Wissen um das Nichterklärbare.

Die Wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen sich jedoch auf das Erklärbare und geben daher erst einmal einen Kontrast der nur schwer mit unserem Gehirn zu vereinen ist.
Gehen wir konstruktiv vor, stellen wir jedoch fest, es ist gar nicht so schwer, sich darauf einzulassen, das die Wissenschaft den Glauben erst repräsentiert, denn ohne Wissen hätten wir den Stand eines Kleinkindes.

Ein Wunder zu erfahren reicht uns nicht, wir wollen mehr über dieses Wunder wissen.
Ich habe euch eines meiner Lieblingsvideos verlinkt. Ein kleines Mädchen sieht das erste Mal regen.



Ihr reicht es nicht aus, den Regen durch eine Fensterscheibe zu betrachten, sie muss es fühlen. Also steht sie mitten im Nass mit großen Augen und Hände gen Himmel gestreckt. Dieses Video hat viel in mir ausgelöst. Als ich es das erste Mal sah, bin ich in Tränen ausgebrochen und konnte nicht mehr aufhören zu weinen.
Weil Regen für mich, nur sehr selten eine solche Faszination auslöst. Ich fühlte mich eines Glaubens, einer Erfahrung beraubt, die ich einst hatte und heute nie wieder haben werde.
Das Gefühl ein Wunder zu erleben.

Ich erinnere mich auch gerne an den ersten Moment zurück, an dem meine Tochter das erste mal  Schnee sah. Sie hatte furchtbare Angst und wollte damit überhaupt nicht in Kontakt kommen. Schnee selbst wollte sie nicht anfassen und auch im Jahr darauf war Schnee noch etwas sehr seltsames für sie.

Erst etwa mit drei Jahren fing sie an Schnee mit den Händen berühren zu wollen. Ein konträres Erlebnis zu dem des kleinen Mädchen im Video die freudig interessiert war und sich dem Wunder der Regentropfen einfach nur hingeben wollte.

Zwei Kinder die unterschiedliche Erfahrungen machten. Regen war für meine Tochter nie so interessant und sonderbar wie Schnee.

Wir Menschen gehen erst einmal davon aus, das die Erfahrung bei jedem gleich stattfindet. Wir glauben daran, das alle gleich empfinden müssen. Unser Glaube an Götter bassiert darauf, das sie immer gleich fungieren.
Gott steht über dem Menschen, in jeder Religion findet man Wesenheiten die weit über dem Menschen stehen, ihn führen, ihn beschützen oder ins Elend stürzen. Bei all dem wird der Mensch Hilflos - dem Ausgeliefert - dargestellt. Und doch verehrten und verehren noch heute Menschen diesem Bild eines Höhergestellten Wesens. Sie lassen dieses Bild einfach stehen, sie kritisieren nicht dessen Macht, noch hinterfragen sie woher diese Macht kommt.

Dieses Bild eines Allmächtigen hat mich Zeitlebens von jeder Religion entfernt, bis ich zum Buddhismus kam und dort begriff, dass es in dieser Glaubensrichtung keinen Allmächtigen gibt. Niemand der Höher gestellt ist, und somit auf das einfache Volk hinabblickt. Buddha war auch nicht der gütige Prophet wie er gerne in den Geschichten dargestellt wird, er war auf sensitive Weise egozentrisch, denn er wollte die Wahrheit hinter seinem Spiegelbild wissen.

Das bedingte Entstehen zeigt die Gedankengänge die Buddha hatte, es zeigt, wie er aus der Wissenschaft eine Religion entstehen ließ. Bereits vor Buddha begriffen die großen Gelehrten das die Zeit einer linearen Struktur folgt - so folgt der eine Monat auf den anderen Monat und man begriff, das bestimmte Himmelskörper an genau dieser Linearen Struktur beteiligt sind. Der Mond mit seinen Phasen, die Sonne die, je nach Tageszeit eine bestimmte Uhrzeiten repräsentierte. Buddha machte sich die Wissenschaft zu nutze, wie bereits viele andere Gelehrte vor ihm.

Was heute rein Intellektuell zu erklären ist, war früher Magisch, die ersten physikalischen Versuche, die ersten chemischen Zusammenhänge - damals war es die reinste Mystik die einem Gott-Glauben sehr nahe kam.

Ich bin der Meinung, das man sehr wohl Glaube und Wissenschaft miteinander vereinen kann, wenn man das Ganze nicht zu ernst betrachtet. Die meisten Wissenschaftler die ich kenne, betrachten es sehr ernst. Ich selbst empfinde mich als Eklektikerin und doch ist auch mir der Agnostizismus bekannt. Ich kann nicht bestreiten, dass auch ich im Geheimen eine Gottheit anbete, wenn ich zum Beispiel eine Landstraße entlang fahre, rechts und links Bäume... ich bitte dann darum die Tiere rechts und links der Fahrbahn zu schützen. Denn es gibt für mich nichts schimmeres als in Unachtsamkeit einem Tier zu schaden.

Der Agnostizismus bestreitet keinen Gott, er bestreitet aber auch nicht die Wissenschaft, es ist vielmehr ein Zusammenspiel. Ein Agnostiker denkt polarisierend, er weiß das es Dinge gibt die nicht erklärbar sind und so nimmt er die Dinge hin die nicht erklärbar sind.

Der Eklektiker hält sich nicht an einem Teil fest, sondern findet in unterschiedlichen Teilen die Wahrheit. Man spricht hier auch von Synkretismus wenn es um unterschiedliche religiöse Richtungen geht.

Aus meiner Sicht einer Buddhistin, ist die Wissenschaft ein nützliches Werkzeug um zu begreifen, dass wir unwissend sind. Je mehr wir versuchen der Welt auf dem Grund zu gehen, desto mehr scheitern wir an unseren eigenen geistigen Grenzen. Es ist verblüffend wie eng unser Horizont wird, wenn wir nur einem den Vortritt lassen, der Wissenschaft oder der Religion.

Dabei bleibt etwas wichtiges auf der Strecke - die konstruktive Auseinandersetzung mit beiden Teilen, die letztendlich zu einem Ganzen verschmelzen.
Wir können nur wirklich der Wahrheit in ihrer Gänze ins Gesicht sehen, wenn wir akzeptieren, das diese Wahrheit unterschiedliche Mimiken hat.
Zu verstehen, dass auch der Buddhismus auf einer Wissenschaftlichen Erkenntnis von bedingten Entstehen ruht ist nichts neues - es jedoch als Wissenschaftlich anzuerkennen, dazu benötigt man die innere Gelassenheit beides nebeneinander stehen zu lassen...

Das gilt übrigens nicht nur für den Buddhismus...

In diesem Sinne
wünsche ich euch einen konstruktiven Geist, um euch mit dem was ist auseinander zu setzen und ein offenes Herz, um zu verstehen dass nicht alles so ist, wie es scheint...

Namasté

Euch alles Liebe von der Jo