Mantra Musik

Mittwoch, 13. April 2016

Veränderungen durch bewusste oder unbewusste Aktivität




Eine Diskussion mit einem Buddhisten über die Ablehnung der Veganen Ernährung hat mich heute dazu inspiriert darüber zu schreiben, dass man aktive Veränderungen nicht ignorieren kann, egal wie man sie findet.

Je mehr man sich mit dem Buddhismus auseinander gesetzt hat, desto mehr geht man davon aus, dass man rein gar nichts kontrollieren kann.
Aus diesem Grund verzichten dann viele gelehrte Buddhisten darauf sich aktiv für etwas oder jemanden einzusetzen, oder aktiv an einer Veränderung mitzuarbeiten, was nur logisch erscheint, wenn man davon überzeugt ist, dass Kontrolle in Wahrheit nicht existiert und nur aus einer Illusion entspringt.

Die Frage die ich mir gestellt habe ist jedoch, was bringt Veränderungen mit sich?
Jede Aktivität ist eine Veränderung. Sich bewusst gegen eine Aktivität zu stellen, bringt den Impuls nahe sich einer Veränderung entziehen zu wollen - was gleichzeitig wieder bedeutet, Kontrolle ausüben zu wollen.

Die weitere Frage die ich mir gestellt habe: ist es gewollt (von wem oder was ist es gewollt), dass es Menschen gibt, die inaktiv bleiben und es somit in Kauf nehmen, das Leid geschieht?

Ausgelöst wurden diese Gedanken durch einen befreundeten Buddhisten der mir sagte er fände vegane Ernährung extrem, er würde den mittleren Weg wählen um Leid zu verhindern. Ich äusserte mich darauf hin, das ich es extrem finde, wenn man weiterhin Fleisch isst, obwohl mittlerweile jedem klar sein dürfte, dass man gerade mit dieser Ernährungsform vielfältiges Leid verursacht.
Wir kamen zu keinem Nenner und ich bat darum die Disskussion zu beenden.

Was mich bei dieser Diskussion beschäftigt hat, war wiedereinmal die Frage:

Sind Polaritäten notwendig?
Ist Leid notwendig?
Ist es Unsinn zu denken, das man Leid verhindern kann.
Und wenn es so ist -
Was für einen Sinn macht dann der Buddhismus?

ABER auch Inaktivität ist eine Form der Aktivität.
Meiner Meinung nach geht es nicht um Kontrolle, sondern um Entscheidungen.
Welchen Weg man wählt. Und diese Entscheidungen sind frei wählbar.

Im Zustand der Erleuchtung (Erwachen) erkennt man das sich alles von sich aus bewegt. Und das jedes Extrem einen Gegenpol aktiviert. Meine Vorstellung ist nun, das es genau um diese Gegenpole geht, die aus sich selbst heraus die Bewegung in Gang halten.

Der mittlere Weg bedeutet letztendlich sich mit beiden Polen auseinander zu setzen, mit dem eigenen Pol, wie mit Gegenpol.
Wenn also mein buddhistischer Freund Veganismus extrem empfindet, hat er ein Thema mit dem Veganismus und die Frage die er sich stellen sollte ist: "Warum ist dieses Thema so wichtig um es als Extrem zu empfinden?"

Wenn ich kein Thema mit etwas habe, dann berührt es mich auch nicht. Mir ist bewusst geworden, das diese Extremen Themen nur dann auftauchen, wenn sich das eigene Gewissen einschaltet. Wir sind also immer wieder an einem Punkt an dem es darum geht zu entscheiden: Was tut mir gut und was nicht.
Unser Gewissen regt sich immer dann, wenn wir das Gefühl bekommen wir würden etwas falsch machen und dann suchen wir nach Möglichkeiten um dieses "Falsch" in uns durch Erklärungen und Beweisen zu widerlegen.

Die eigene Leidfähigkeit und Lebensvorstellung ist immer ausschlaggebend für das was wir tun oder nicht tun.

Wir Menschen haben nur eine Möglichkeit leidfrei zu leben, wenn wir unsere Nahrungsmittel selbst anbauen, ohne konventionelle Tier und Landwirtschaft.
Denn auch die Landwirtschaft trägt dazu bei, das Tiere und Menschen missbraucht und ausgenutzt werden.

Die Chance wirklich Leidfrei zu leben, ist daher von sich aus schon begrenzt.

Doch genau das besagt der mittlere Weg. Leid geschieht.
Aber wir haben durch unser Gewissen und durch die Themen die uns begegnen einen Weg der uns ermöglicht das Leid zu minimieren.

Der mittlere Weg bedeutet letztendlich auf das eigene Gewissen zu hören.
Für mich heißt es weiterhin vegan zu leben, obwohl ich oft das Gefühl habe es nicht gut genug umsetzen zu können  (ich finde mich kein bisschen extrem, im Gegenteil, ich mach noch viel zu wenig) und für meinen buddhistischen Freund, dass ihm wahrscheinlich immer wieder solche Menschen wie ich es bin, begegnen, bis er für sich einen Weg gefunden hat, damit umzugehen.

Ich glaube wir beiden können viel von einander lernen.

In diesem Sinne (total extrem) - na komm schon probiere es doch wenigstens mal aus - Go Vegan! :)

Wir hatten gestern übrigens ein wundervolles Abendessen: Gemüsespieße, ausgehöhlte Backofenkartoffel mit Gemüße Erdnuss"käse"kruste, auf einem Salatbeet mit drei Soßen: Minzsoße, Fruchtsoße und Kräutersoße und als Nachtisch gab es Schokomus... sehr lecker.


Namasté eure Andarnil







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