Mantra Musik

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Donnerstag, 29. Dezember 2016

Bodhisattva Gelübde Jährliche Erneuerung.


"So wie die Erde und die drei anderen Elemente,
zusammen mit dem Raum, alle Wesen beständig nähren und stützen,
möge auch ich zu einer solchen Quelle der Nahrung und Stütze
für alle Wesen werden, die den Raum ausfüllen,
solange noch nicht alle Wesen den Frieden erlangt haben.
Wenn die Buddhas der früheren Zeiten sich dem Bodhicitta,
dem Herz-Geist der Erleuchtung, verpflichteten,
beschritten sie stufenweise den Pfad der Bodhisattva-Praxis.
So verpflichte auch ich mich dem Bodhicitta zum Wohle aller Wesen
und werde stufenweise den Pfad der Bodhisattva-Praxis beschreiten.
Ich bin ein Kind Buddhas"


Meine Jahrliche Erneuerung meines Bodhisattva Gelübdes.
Heute.

Ich gelobe Tiere zu schützen, für sie da zu sein, ihr Fleisch wird weder meine Lippen berühren, noch mein Herz verhärten.
Ich gelobe mein Dasein für Mensch und Tier einzusetzen.
Mich demütig üben den Sila zu folgen.
Ich gelobe mein Mitgefühl zu stärken und ein Leben im Sinne eines Bodhisattvas zu führen.
Ich gelobe gutes zu tun und mein Karma rein zu halten.
Ich gelobe nur das Leben als Lehrer anzuerkennen und die Wege zu gehen die vor mir erscheinen. Egal wohin sie mich führen, egal ob im Glück oder Leid.
Ich erkenne Samsara an, als Notwendigkeit des Lebens an sich. Als Rad und Antrieb, als Teil des Universums und aller Planetensysteme.
Ich gelobe die Illusion meines ICHs vor den Menschen aufrecht zu erhalten, solange die Illusion des ICHs benötigt wird um Prajna, Alobha, Adosa, Amoha, Metta und Karuna einzusetzen zum Verständnis, zum Wohle, zur Erkenntnis für das Leben an sich.
Ich gelobe Menschen auf ihrem Weg zum Bodhi zu unterstützen und zu begleiten. Ich gelobe sie nicht aufzufordern, noch werde ich sie bedrängen den Weg zu gehen.
Ich gelobe Teil von Allem zu sein, in diesem Leben, wie in allen anderen Leben die ich erleben werde, bis mein Weg als Bodhisattva eingeht in das ewige Erlöschen.
Ich gelobe weder Guru noch Lehrer zu sein, sondern Freund, für jetzt oder immer, neben, statt über dem Menschen zu stehen.
Ich gelobe ein Leben in Einfachheit zu führen und das was ich zu viel habe mit allen anderen zu teilen.
Ich gelobe Neid, Missgunst, Eifersucht und Narzismus abzulegen und mich auf mein Inneres, statt mein Äusseres zu konzentrieren.
Ich gelobe mich darin Friedvoll in meinem Wirken und Handeln zu sein.

Ich übe mich darin keine Gewalt auszuüben, auch dann nicht wenn mir selbst Gewalt angetan wird.

Ich übe mich darin Warmherzig zu sein und Mitgefühl auch den Menschen entgegen zu bringen, die mir nicht wohlgesonnen sind.


Ich gelobe jedes Jahr aufs Neue dieses Gelübde zu überprüfen und zu erneuern.

Namasté
I. Johanna Andarnil Schlitzkus



Bodhi - Erwachen
Sila 
Bodhisattva
Karma
Samsara
Prajna
Amoha usw die drei Geistesgifte
Metta
Karuna

Dienstag, 31. Mai 2016

Organspende?



Ein Thema das mich immer wieder beschäftigt.
Ich Teile die Ansicht, das ein Gehirntod nicht gleichbedeutend sein muss mit dem Tod des Menschen. Ich denke vielmehr das wir viel zu wenig über die Seelenprozesse wissen, um wirklich sicher zu sein, das der Stillstand des Gehirns alles Leben auslicht.

Für mich ist es klar ersichtlich, das es zwei Bereiche gibt die abgeklärt werden müssen, bevor ich einer Organspende zustimme. Das eine ist die Seele - wann wird sie geboren, wann stirbt sie. Ich habe selbst ein Nahtoderlebnis und war im Sterbeprozess mehrerer Menschen wie Tiere dabei, was ich immer wieder beobachten konnte, war das wenn das Lebewesen  gestorben war, seine Präsens noch fühlbar war. Erst Stunden oder Tage später war diese Präsens verschwunden.

Anfangs dachte ich, ich spinne. Doch bei einem Erlebnis wurde mir klar, das ich nicht alleine so fühle. Eine Frau starb vor Jahren in meinen Armen, sie nahm sich das Leben.  Als sie gestorben war, fühlte ich immer noch ihre Anwesenheit. Auch als ihr Leichnam abgeholt wurde, fühlte ich diese Anwesenheit in der Umgebung an dem sie gelegen hatte. Meine Freunde hielten mich für durchgeknallt, sie dachten ich stünde unter Schock,denn ich hatte ja ihr Ableben mitbekommen und es war sehr gewaltvoll für alle beteiligten, denn sie sprang vom siebten Stock und kam direkt vor meinem Wohnzimmer Fenster auf.

Am Anfang dachte ich sogar das sie recht haben. Aber dann passierte etwas, dass mich vom Gegenteil überzeugte. Es gingen viele Leute mit ihren Hunden dort spazieren und ich konnte beobachten wie die Hunde einen großen Bogen um ihren Sterbeort machten, während die Leute einfach darüber liefen. Das passierte nicht nur bei einem Hund, sondern bei vielen. Die Hunde zogen an der Leine um den Platz nicht betreten zu müssen. Das war so überraschend und gleichzeitig erleichternd für mich. Diese Präsens blieb mehrere Tage an diesem Platz und irgendwann war sie verschwunden. 

Natürlich könnte man jetzt sagen, dieser seelische Prozess hat ja nichts mit dem Körper zu tun, aber auch hier sehe ich es anders. Wir sind im Inneren genauso vernetzt wie im Außen, damit meine ich, alles was in uns ist, gehört auch dort hin, es hat seine Berechtigung sonst wäre es nicht dort. Wenn uns ein Teil während unseres Lebens fehlt, geht es uns nicht gut, dann müssen wir Medikamente nehmen, um einen Ausgleich herzustellen.

Warum sollte es im Tod anders sein?

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Organspende, ich habe darüber gelesen, darüber diskutiert, man wollte mich überzeugen, manipulieren, man hat mich beleidigt weil ich - in meinem Fall - dagegen  bin. Bislang kann ich spenden, nicht weil ich anderen nicht helfen will, im Gegenteil, wenn ich wieder einen Bericht lese mit einem Kind das eine Organspende oder eine Zellspende braucht, dann denke wieder darüber nach und wieder. Es lässt mich nicht kalt, es verfolgt mich gerade zu, denn auch ich bin Mutter.

Und dennoch habe ich bisher kein für mich schlüssiges Argument gefunden, das meine Meinung ändert.

Ich habe auch darüber nachgedacht ob ich Egoistisch bin, das wurde mir oft vorgeworfen. Aber ich kenne mich sehr gut und ich weiß, das ich bei manchen Dingen Egoistisch sein kann, wenn es z.B. darum geht meine Meinung zu äussern, oder etwas zu tun, was mir gut tut - aber eben anderen nicht schadet.
Aber in diesem Fall ist es kein Egoismus. Ich denke da viel darüber nach und ich stelle meine Meinung immer wieder in Frage. Das ist kein leichtes Thema für mich, vorallem weil ich auch ein Kind habe das ich natürlich schützen möchte, da verfolgen mich die Bilder von Kinder die eine Spende brauchen im Schlaf. Aber ich stell mir auch die Frage, das vieles Heutzutage sehr leichtsinnig und schnell umgesetzt werden muss um den Menschen mit aller Gewalt am Leben zu halten. Der Tod ist nicht mehr Natürlich und Sterbeprozesse gibt es nur noch wenige. In unserer technisierten Welt hat das Sterben keinen Platz.
Und das Altern, Wechseljahre, Hormone usw. sowieso nicht. Alles muss möglichst lange am Leben gehalten werden. Und ich finde so eine Herangehensweise macht den Missbrauch zur Normalität. Ich wurde oft verurteilt weil ich nicht einfach einen Wisch ausfüllen kann, der garantiert das meine Organe entnommen werden dürfen.

Ich finde es merkwürdig darüber entscheiden zu dürfen, das man mich ausnimmt wenn mein Hirn seine Aktivität eingestellt hat, aber nicht selbst entscheiden kan wie und wann ich sterben darf wenn mein Gehirn noch aktiv ist - das ist für mich nicht logisch.
Und genau das macht es für mich zum legalen Handel mit Organen, nämlich das es hier immer nur um die Lebenserhaltung geht aber nicht um die freie Entscheidung sterben zu können, wenn man noch die Möglichkeit hat den Tod selbst zu bestimmen.

Oft wurde ich gefragt, wie ich denn handeln würde, wenn mein eigenes Kind ein Organ bräuchte. Ich antwortete jedesmal, das ich es nicht weiß. Im Leid erlicht jegliche Moral und Ethik, Menschen sind bereit zu töten um andere zu schützen. Diese Frage kann man also gar nicht ehrlich beantworten, wenn man noch nicht in der Situation ist. Ob ich selbst ein Organ annehmen würde, ich denke nicht, aber auch hier weiß ich es nicht wirklich. Momentan erhoffe ich mir einen selbstbewussten und selbstgewollten Sterbeprozess. Ein bewusstes Abschiednehmen von den Menschen die ich liebe. Das wünsche ich mir. Was ich auf keinen Fall will ist eine Lebensverlängerung.

Ich will nicht an Apparaten dahinvegetieren. Ich möchte sterben dürfen, wenn meine Zeit gekommen ist.
Aber womöglich ist das so ein ungewöhnlicher Wunsch in unserer heutigen Zeit das auch dieser ignoriert wird...
Mir ist bewusst das ich hier Grenzen anspreche.
Aber das ist ja nichts Neues :)

In diesem Sinne meine Divise:
Genieße das Leben solange du es noch frei und in eigen Verantwortung genießen kannst!

Namasté
und alles liebe eure Andarnil 



Den obigen NICHT Organausweis kann man hier herunterladen, ausdrucken, laminieren und mit sich führen.
http://www.transplantation-information.de/download/organspendeausweis_widerspruch.pdf

Mittwoch, 13. April 2016

Veränderungen durch bewusste oder unbewusste Aktivität




Eine Diskussion mit einem Buddhisten über die Ablehnung der Veganen Ernährung hat mich heute dazu inspiriert darüber zu schreiben, dass man aktive Veränderungen nicht ignorieren kann, egal wie man sie findet.

Je mehr man sich mit dem Buddhismus auseinander gesetzt hat, desto mehr geht man davon aus, dass man rein gar nichts kontrollieren kann.
Aus diesem Grund verzichten dann viele gelehrte Buddhisten darauf sich aktiv für etwas oder jemanden einzusetzen, oder aktiv an einer Veränderung mitzuarbeiten, was nur logisch erscheint, wenn man davon überzeugt ist, dass Kontrolle in Wahrheit nicht existiert und nur aus einer Illusion entspringt.

Die Frage die ich mir gestellt habe ist jedoch, was bringt Veränderungen mit sich?
Jede Aktivität ist eine Veränderung. Sich bewusst gegen eine Aktivität zu stellen, bringt den Impuls nahe sich einer Veränderung entziehen zu wollen - was gleichzeitig wieder bedeutet, Kontrolle ausüben zu wollen.

Die weitere Frage die ich mir gestellt habe: ist es gewollt (von wem oder was ist es gewollt), dass es Menschen gibt, die inaktiv bleiben und es somit in Kauf nehmen, das Leid geschieht?

Ausgelöst wurden diese Gedanken durch einen befreundeten Buddhisten der mir sagte er fände vegane Ernährung extrem, er würde den mittleren Weg wählen um Leid zu verhindern. Ich äusserte mich darauf hin, das ich es extrem finde, wenn man weiterhin Fleisch isst, obwohl mittlerweile jedem klar sein dürfte, dass man gerade mit dieser Ernährungsform vielfältiges Leid verursacht.
Wir kamen zu keinem Nenner und ich bat darum die Disskussion zu beenden.

Was mich bei dieser Diskussion beschäftigt hat, war wiedereinmal die Frage:

Sind Polaritäten notwendig?
Ist Leid notwendig?
Ist es Unsinn zu denken, das man Leid verhindern kann.
Und wenn es so ist -
Was für einen Sinn macht dann der Buddhismus?

ABER auch Inaktivität ist eine Form der Aktivität.
Meiner Meinung nach geht es nicht um Kontrolle, sondern um Entscheidungen.
Welchen Weg man wählt. Und diese Entscheidungen sind frei wählbar.

Im Zustand der Erleuchtung (Erwachen) erkennt man das sich alles von sich aus bewegt. Und das jedes Extrem einen Gegenpol aktiviert. Meine Vorstellung ist nun, das es genau um diese Gegenpole geht, die aus sich selbst heraus die Bewegung in Gang halten.

Der mittlere Weg bedeutet letztendlich sich mit beiden Polen auseinander zu setzen, mit dem eigenen Pol, wie mit Gegenpol.
Wenn also mein buddhistischer Freund Veganismus extrem empfindet, hat er ein Thema mit dem Veganismus und die Frage die er sich stellen sollte ist: "Warum ist dieses Thema so wichtig um es als Extrem zu empfinden?"

Wenn ich kein Thema mit etwas habe, dann berührt es mich auch nicht. Mir ist bewusst geworden, das diese Extremen Themen nur dann auftauchen, wenn sich das eigene Gewissen einschaltet. Wir sind also immer wieder an einem Punkt an dem es darum geht zu entscheiden: Was tut mir gut und was nicht.
Unser Gewissen regt sich immer dann, wenn wir das Gefühl bekommen wir würden etwas falsch machen und dann suchen wir nach Möglichkeiten um dieses "Falsch" in uns durch Erklärungen und Beweisen zu widerlegen.

Die eigene Leidfähigkeit und Lebensvorstellung ist immer ausschlaggebend für das was wir tun oder nicht tun.

Wir Menschen haben nur eine Möglichkeit leidfrei zu leben, wenn wir unsere Nahrungsmittel selbst anbauen, ohne konventionelle Tier und Landwirtschaft.
Denn auch die Landwirtschaft trägt dazu bei, das Tiere und Menschen missbraucht und ausgenutzt werden.

Die Chance wirklich Leidfrei zu leben, ist daher von sich aus schon begrenzt.

Doch genau das besagt der mittlere Weg. Leid geschieht.
Aber wir haben durch unser Gewissen und durch die Themen die uns begegnen einen Weg der uns ermöglicht das Leid zu minimieren.

Der mittlere Weg bedeutet letztendlich auf das eigene Gewissen zu hören.
Für mich heißt es weiterhin vegan zu leben, obwohl ich oft das Gefühl habe es nicht gut genug umsetzen zu können  (ich finde mich kein bisschen extrem, im Gegenteil, ich mach noch viel zu wenig) und für meinen buddhistischen Freund, dass ihm wahrscheinlich immer wieder solche Menschen wie ich es bin, begegnen, bis er für sich einen Weg gefunden hat, damit umzugehen.

Ich glaube wir beiden können viel von einander lernen.

In diesem Sinne (total extrem) - na komm schon probiere es doch wenigstens mal aus - Go Vegan! :)

Wir hatten gestern übrigens ein wundervolles Abendessen: Gemüsespieße, ausgehöhlte Backofenkartoffel mit Gemüße Erdnuss"käse"kruste, auf einem Salatbeet mit drei Soßen: Minzsoße, Fruchtsoße und Kräutersoße und als Nachtisch gab es Schokomus... sehr lecker.


Namasté eure Andarnil







Montag, 28. März 2016

Refugees wellcome - Ein Frühstück mit zwei jungen Frauen aus Eritrea




Mein Frühstück mit zwei jungen Flüchtlings Frauen aus Eritrea



Meine Freundin Yolanda arbeitet ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung. Dort lernte sie Azra und Merat kennen, die beiden nennen Yolanda liebevoll Mami.

Heute trafen wir uns mit den beiden Mädchen zum Frühstück.

Azra und Merat sind vor zwei Jahren aus Eritrea geflüchtet. Ein langer Weg bis nach Deutschland. Wir haben uns auf Deutsch unterhalten, denn überraschenderweise spricht vorallem Azra ganz gut deutsch. Sie erzählt das sie jeden Tag lernt.
Sie backten für uns  einen "Kuchen" den sie zum Frühstück mitbrachten. Eine Art warmes süsses Brot, sehr sehr lecker. Bestehend aus: Weizenmehl, Wasser, Öl, Salz, Zucker und Hefe. Dieses Brot wird in der Pfanne gebacken und sieht aus wie ein großer Fladen. Ich liebe es!

Die beiden waren sehr liebenswert, sie lachten viel. Und weil meine Freundin Volanda nur klassische Musik hatte, spielten wir über Youtube Musik aus Afrika.
Beide kommen aus Eritrea (in Eritrea spricht man  9 verschiedene Sprachen, im Nachbarland sind es 38!). Der Name Eritrea heißt übersetzt: Rotes Meer.

Während Azra irgendwann die scheu verliert und über ihr Leben hier erzählt ist Merat, die jüngere von beiden, eher schweigsam und lächelt viel. Auch wenn sie keine Geschwister sind, fühle ich die Verbindung zwischen den beiden, eine tiefe Freundschaft, es ist die Sprache die sie verbindet, das Land, das gemeinsame Leid, die Freude nicht alleine zu sein, sich auf der Flucht gefunden zu haben.

Beide, hatten einen sehr langen Weg bis nach Deutschland. Sie sind mehrere Wochen durch die Wüste gelaufen, sie hatten kein Essen und nur ganz wenig Wasser. Azra erzählt, dass sie irgendwann an den Punkt kam, da war Leben oder Tod egal, sie ist einfach nur automatisch gelaufen, Tage lang, Wochen lang. Die Zeit war Egal.
Von Sudan aus sind sie dann teilweise mit Autos gefahren (eine teure Angelegenheit), Hier sind viele Menschen gestorben, erzählten die Mädchen. Weitere Menschen starben auf dem Schiff.

Die Vorstellung, dass Flüchtlinge alle Geld haben ist total irrwitzig. Für die Mädels haben die Verwandten alles zusammengetragen was sie hatten und das Geld haben die Mädchen bei sich am Körper getragen. Ihre Verwandten in Eritrea sind jetzt arm. Eltern und Geschwister mussten sie zurück lassen. Alles was sie noch haben ist das Handy, dass sie mit ihrer Familie verbindet. Ohne dieses Handy wären sie verloren. Sie halten es fest als sei es das kostbarste das es gibt. Heute hat Azra ein älteres Handy von Yolanda geschenkt bekommen, denn ihres gibt so langsam den Geist auf. Azra strahlte über das ganze Gesicht. Azra und Merat sind Christen, vor dem Frühstück waren sie etwas unsicher und so sagten wir ihnen sie können ruhig beten wenn sie das wollen. Also beteten sie während wir ruhig warteten. Zur Zeit fasten beide und so  gab es nur eine Suppe, das Kuchen-Brot und einen Kaffee mit Hafermilch.

Wir hielten uns mit Fragen zurück und ich erzählte ihnen nicht, das Britta und ich verheiratet sind. In Eritrea ist Homosexualität verboten und wird bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft. Ich wollte die Mädchen nicht in Verlegenheit bringen. Azra fragte mich, mit einen Blick auf Shaya, ob ich noch mehr Kinder habe, als ich nein sagte, sah sie mich mit großen überraschten Augen an. Ich sagte ihr wahrheitsgemäß das ich keine Kinder bekommen kann. Da nickte sie verständnisvoll und wir lächelten. Azra erzählte sie habe noch 6 Schwestern und einen Bruder, Merat sagte, sie habe 5 Schwestern und drei Brüder.

Die beiden Leben in Groß-Umstadt.  Ihre kleine Welt besteht aus dem Wohnraum in dem sie leben und dem Handy, dass sie mit ihren Verwandten in Eritrea verbindet und aus der innigen Freundschaft die entstanden ist auf der Flucht vor den Gefahren in ihrem Land.

Azra und Merat haben Träume, sie träumen davon Kindergärtnerin zu werden, oder Köchin. Sie würden gerne einen deutschen Mann heiraten und mindestestens 3 Kinder bekommen. Auf die Frage ob sie wieder zurück wollen, schauen mich beide nur lächelnd an. Keine antwortet - ich kann mir vorstellen das die Gedanken an Zuhause überschüttet sind mit vielen Erinnerungen.

Als sie kamen war die Begrüßung formell und sehr Deutsch, doch als wir gingen verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung und einem tiefen Gefühl von Zuneigung. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den beiden und ich wünschen ihnen, dass sich ihre Träumen erfüllen mögen. 

Heute habe ich mal wieder zwei Menschen mehr in mein Herz geschlossen... 

Warum sie geflüchtet sind, hat keiner von uns gefragt, es kam uns einfach nicht in den Sinn. Im Auto habe ich dann darüber nachgedacht und ich kam zu der Erkenntnis: Alles was wirklich zählt, ist das Überleben. Azra und Merats Familie wollten das die beiden Mädchen überleben und sie hatten ihre Gründe warum sie die beiden losgeschickt haben - die Gefahr während der Flucht, war nicht so schlimm, wie die Gefahr im eigenen Land. Sie hatten ihre Gründe - Nur das zählt. 
Alles andere ist Irrelevant. 

In diesem Sinne

Refugees wellcome!!!

Namasté eure Andarnil 




Freitag, 23. Oktober 2015

Bedingungslos



"Magst du mich noch, wenn ich es behalte" fragte sie und sah mich mit großen Augen an. Es lag so viel Hoffnung darin und eine Spur Angst.
"Was ist wenn wir uns trennen, du weil du ohne Ich bist und ich weil ich ... nun  weil es zu mir gehört? Was ist wenn wir nicht mehr miteinander reden können? Was ist wenn du einfach gehst, weil du die Sonne  kennen gelernt hast und ich denke es ist der Sommer?
Was ist wenn..."
Ich unterbrach sie und berührte ihre Hand.
"Fühlst du das?"
Fragte ich sie, sie sah auf ihre Hand in meiner Hand. Ihre Hand drehte sich um und  legte sich auf meine und ihre Finger berührten meinen Handrücken. 
"Ja!"
Ich sah sie an, sie sah mich an. Es schienen Minuten zu vergehen, ihr Blick war so tief, saugte sich ein in meinen. Unsere Augen wurden zu EINS. Ich erkannte es, sie fühlte es. Wieder drehten sich unsere Hände, diesmal in Symbiose. Nun lagen sie ineinander. 
"Nur das zählt!" sagte ich.
"Das was ist. Deine Berührung, in meiner Berührung. Deine Hand in meiner Hand, unsere Hände, die ineinander liegen. Das ist es was wirklich zählt. Ob es nur eine Hand ist, die ich wahrnehme, oder zwei Hände die du wahr nimmst. Es spielt keine Rolle, wessen Wahrheit die richtige ist. Es ist das was ist."
"Aber was ist wenn sich das verändert?" fragte sie, diesmal lag Unsicherheit in ihrer Stimme und Trauer in ihrem Blick. Sie senkte die Augen.
"Was ist wenn sich das nur deshalb verändert, weil ich so dumm bin und du so klug. Was ist wenn ...?" 
Wieder unterbrach ich sie.
"Wer sagt dir das du dumm bist?"
Ihr Blick war immer noch gesenkt.  
"Naja ich und mein ich und mein ich und ich... " Sie lächelte dann sah sie mich an.
"Weißt ich will es fühlen, dieses total verrückte Gefühl. Ich will auch weinen und trauern, mitfiebern und überhaupt. Ich will darin versinken, an den Erinnerungen von uns beiden. Ich will es nicht verlieren. Und ich denke das ist ziemlich dumm oder?" 
Diesmal lächelte ich.
"Nein Liebes, es ist einfach das was ist. Das ist nicht dumm. Du bist Du, dabei spielt es keine Rolle ob da ein ICH ist oder nicht. Du wärst auch Du wenn da kein ICH wäre. Und wenn ich noch das ICH hätte, wäre es auch das was da ist."
"Du bist nicht dumm, das sind nur Gedanken, nur kleine dumme Gedanken..."
Nun lächelten wir beide. 
"Das was ist, es ist Liebe!"
Ich fühlte Tränen in meinen Augen.
Sie hatte es verstanden.
"Das was ist, ist Liebe!" sagte ich. Und diesmal war es ihr Blick der mit meinem verschmolz. 


... In den letzten Tagen fühlte ich die Unsicherheit meiner Partnerin, manchmal sah sie mich einfach nur an, ich fühlte ihren Blick und dann fragte ich sie ob alles ok ist und sie nickte nur. Ihr Blick war fragend, aber eine Frage stellte sie nur einmal und dann nie wieder: "Wirst du mich verlassen?".

Heute tat ich das, was ich schon vor einigen Jahren gemacht habe, als ich alleine mit meiner 5 Monate alten Tochter war. Brittas Mutterschutz war zuende und sie ging wieder arbeiten. Ich hatte mich so sehr auf diesen Tag gefreut, aber Shaya wollte die Flasche nicht nehmen und weinte furchtbar. Ich war nah am Durchdrehen, mein Baby hatte Hunger, mein Baby tat mir so unendlich leid, ich fühlte mich so hilflos, ich tat mir mir selbst leid, wie ich da saß mit der Flasche in der Hand und einem schreienden Säugling und dann entsinnte ich mich meiner Gabe. Ich bin eine Empathin. Ich legte mich zu ihr, meine Hand auf ihrem kleinen Bäuchlein, sie weinte so sehr und ich schloss die Augen und begab mich auf eine Reise in ihr Inneres.

Ich fühlte sie in mir, verband mich mit ihr. Und auf einmal verstand ich sie und so lagen wir beide eine Weile nebeneinander, weinend. Sie vermisste ihre Mama und das war so schmerzhaft, so unendlich schmerzhaft. Und ich konnte ihr das nicht geben, was sie vermisste. Und die Flasche erinnerte sie nur daran, wie sie sie Britta vermisste. Ihr Leid wurde zu meinem Leid. Ab diesen Tag wurde alles anders. Ich fing an die Muttermilch mit dem Löffel zu füttern und sie hörte auf zu weinen und Abends wenn Britta nachhause kam, lag sie voller Zufriedenheit an Brittas Brust.

Eben tat ich das gleiche mit meiner Frau, ich verband mich mit ihr. Ich fühlte ihre Unsicherheit, so wie sie später sagte: "Ihre Unzulänglichkeit". Sie fühlte sich mir nicht ebenbürtig, fand aber keinen Weg das zu ändern.

Ich erinnere mich, wir hatten am Anfang unserer Beziehung, schon einmal so eine Situation, damals sagte Britta: "Du läufst bist zur nächsten Kreuzung vor und ich schleich irgendwann hinterher. Kannst du auf mich warten?"

Damals lachte ich und sagte: "Ich warte eine Ewigkeit, wenn es sein muss!"

Wir zwei sind sehr verschieden, das waren wir schon immer. Britta ist beständig und kann sich an Situationen leichter anpassen. Ich bin die Jenige die immer nach der Freiheit suchte, ich musste Erfahrungen machen, mich einlassen, in brenzlige Situationen kommen um es zu fühlen. Es nachfühlen, einfühlen, hinein gehen um es zu verstehen. Nachdem ich es erfahren hatte, kuschelte ich mich in ihre Armen um das was ich erlebte zu verdauen. Sie gab mir die Sicherheit in ihrer ruhigen Beständigen Art. Sie hielt mich, sie lies mich sein.
Und ich erzählte ihr von den Abenteuern die ich erlebt habe. Und während ich erzählte lachten oder weinten wir beide.
Oft sagte sie, ich sei ihr Blick nach Außen, durch mich würde sie erst wissen was Leben ist.
Und ich sagte ihr: Durch sie würde ich heimkommen, erst wissen was Liebe ist.

Ich habe uns immer als absolutes Traumpaar gesehen und das tue ich immer noch. Bis zum Ende der Welt und wieder zurück, zu allen Planeten, bis zu den Monden, den Sonnen und wieder zurück zu ihr.. So leben und so lieben wir.

Diesmal war es wie damals bei meinem Töchterchen. Ich fühlte eine Distanz nahen. Die erste Woche nach einem Stromeintritt (Erkennen der ICH-Illusion), war alles um mich herum wie in Watte getaucht. Nach der zweiten Woche öffnete sich der Nebel und ich sah das Leben so wie es ist. Ich hatte kein Interesse irgendwas an dem was ist zu ändern (so geht es mir immer noch) aber ich empfing die Distanz die von anderen Menschen ausging deren ICH noch aktiv war. Während ich im ALL schwelgte, beschäftigten sich die Menschen auf der Erde mit allerlei Problemen. Wenn ich ehrlich bin, empfand ich manches als Peanuts. 
Um das irgendwie zu verdauen, hab ich mir  ernsthaft Erdnüsse gekauft und auch Mengen davon verdrückt. :D Tue ich immer noch.

Gestern Morgen wachte ich auf und stellte fest: Es muss sich was verändern. Wir Erwachten gehen erst mal davon aus, das andere uns folgen müssen. Oh wie wundervoll die Welt ist, wenn keiner mehr Leid empfindet. Das Leben wird leidlos Glückseelig einzigartig und wir schwimmen alle wie Teilchen im NICHs umher, Hand in Hand in einem orgasmischen EINSZUSTAND Yeah... nun ich schreibe es mal überspitzt. Ich habe nur das Beste gedacht, wie viele andere Erwachte ebenfalls. Etwas sichtbar machen, was schon immer sichtbar war - das unsichtbare NICHTS.

Mein Mentor der mich durchs unsichtbare Tor hindurch begleitete, gab mir auch sogleich die Aufgabe selbst Guide zu werden... ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sicher, ob ich dem gewachsen war. Immerhin war ich selbst Neuling. Aber er hatte Vertrauen in meine Fähigkeiten und so nahm ich die Aufgabe an. Ich fing vor einigen Tagen an einen jungen Mann zu betreuen.

Während der Betreuung kamen mir Zweifel an dem was ich tat.
Es lag nicht an dem jungen Mann, im Gegenteil, ich mag ihn sehr und die Arbeit mit ihm macht mir Freude. Aber ich hatte Zweifel daran, ob es richtig ist, Menschen SO durchs Gate zu begleiten.
Ich hinterfragte meine Motivation. Was ist es wirklich?
Ist es das Gefühl etwas großartiges vollbracht zu haben, noch jemand der es geschafft hat?
Oder ist es ein Gefühl von: "Alle müssen gleich sein"

Je mehr ich darüber nachdachte, desto größer wurden die Zweifel. Seit drei Tagen arbeite ich mit dem jungen Mann und seit drei Tagen merke ich wie Unfrei es ist. Unfrei deshalb weil ich nach bestimmten Vorgaben vorgehen muss. Irgendjemand hat das bestimmt - ich war es nicht.
Irgendjemand behauptete das nur durch eine Organisation namends LU (liberationunleashed) dieses Gate geöffnet werden kann -  ich war es nicht.
Es ist nicht meine Wahrheit und eigentlich auch nicht meine Art Menschen so "ganz zu machen".

Heute waren wir dann bei Brittas Eltern, die so ganz anders leben und denken als wir - in vielerlei Hinsicht leben wir in einer komplett anderen Parallelwelt. Heute hatten wir das Thema: "Unsere Tiere" in der Verbindung mit der Konfirmation des anderen Enkelkindes und beides lässt sich (meiner Meinung nach) absolut nicht vereinbaren. Der Unterschied zwischen ihnen und mir war heute mal wieder so riesig das ich inne halten musste - ich musste es mir genauer ansehen, wie es mir damit ging. Das kann ich nur wenn ich etwas Distanz gewinne. Ich gehe dann in die Beobachterposition und schalte meinen Rundumblick ein. Wer macht Distanz?

Mir wurde bewusst, das niemand es macht. Es war einfach da. Ein IST Zustand von SEIN.
Während ich blickte, fühlte ich auf einmal eine Allumfassende Liebe zu diesen Menschen. Da Brittas Papa große Schmerzen hatte, behandelte ich ihn mit Reiki und ich fühlte etwas das ich bislang nicht wahr genommen habe. Ich fühlte die Endlichkeit seines Lebens. Und meine Liebe zu ihnen wurde noch größer. Das sind die Menschen die meine geliebte Frau gezeugt haben, Opa und Oma meiner kleinen Tochter. Egal wie groß unsere Unterschiede sind, ich liebe sie.

Auf den Weg nachhause haben wir ein Lied von Sarah Conner gehört, sie ist nicht unbedingt meine Lieblingssängerin - eher das Gegenteil. Aber während ich das Lied hörte wurde mir auf einmal bewusst, wie unwichtig diese Unterschiede zwischen uns Menschen sind. Und wie vollkommen egal es ist, ob ich Erleuchtet, oder Erwacht bin. Es spielt absolut keine Rolle.

Sarah sang:
Auf der Suche,
nach der großen Freiheit,
nach Liebe, Schmerz und Wahrheit,
sorg dich nicht um mich.
Nein ich werd da sein,
immer für dich da sein,
wenn du mich vermisst,
such mich da wo Liebe ist. 
Wir halten fest, lassen los,
wolln nicht allein sein, suchen Trost,
ich bin die, die bei dir bleibt,
BEDINGUNGSLOS.

Und da wurde mir auf einmal alles klar. Es war als sei ich nochmals Erwacht.

Wir Guids reden von dem was ist, wir bringen anderen nahe, was ist. Das was ist. Das was wirklich ist. Aber haben wir es wirklich WIRKLICH verstanden?
Das was ist ist, dass was jeder einzelne darin wahr nimmt. Die Realität ob nun mit oder ohne ich, wird unwichtig, wenn wir nur das sehen was da ist. Es spielt keine Rolle ob die Menschen ihr ICH behalten wollen, ob sie neid oder wut, hass, oder liebe fühlen. Oder Gewalt anwenden.
Ab September - Bis heute nahm ich auch an, das es gut ist, das ICH als Illusion zu verstehen. Aber war es schlecht, es nicht zu verstehen?
War da wirklich eine Distanz zwischen mir Ich-Illusions-Erkennerin und den Ich Illusionisten?

Wo lag der Unterschied und da erkannte ich es.
Es gab keinen. SEIN ist SEIN.
Und EINS ist EINS. Egal ob man es erkennt oder nicht. Es spielt keine Rolle.

Ich kann die komplette Welt verändern, indem ich alle Menschen so nehme wie sie sind. Und dabei spielt es keinen Rolle wer sie sind, ob sie noch die Ich -Illusion haben oder nicht. Es ist vollkommen egal.  Weil ich sie bedingungslos liebe.

Als wir dann zuhause ankamen, verband ich mich mit Britta, so wie ich mich damals mit Shaya verbunden habe.  Ich verstand auf einmal wie Unsicher ich sie machte, weil ich einen Weg ging der so anders ist als der Weg den sie geht. Und das ich die Entscheidung habe, ob ich weiter diesen Weg gehe, vielleicht auch als Swami (wie mein Mentor mich liebevoll genannt hatte, nachdem ich das Tor durchschritten hatte), als Lehrerin, als Guide, oder einfach nur als ihre Geliebte, ihre Frau, ihre Freundin. Als eine Freundin eines Freundes/einer Freundin. Weiter als Schwiegertochter, als Mama. Mich verband mit allen und jeden ohne Bedingungen. Und dann schrieb ich den kleinen Dialog oben auf.

Nachdem ich fertig war, fing ich an zu weinen. Britta fragte mich irritiert warum ich weine. Ich sagte ihr das ich glücklich bin und sie es selbst lesen muss (ich konnte nicht lesen, weil ich schlurchzte und mir die Rotze aus der Nase lief). Und das tat sie auch.

Danach küsste sie meine Hand und wir sahen uns eine Weile nur an.
"Du bist komisch!" sagte sie und wir fingen beide an zu lachen.

"Ich möchte mein ICH behalten!" sagte sie ernst, während sie meine Hand hielt und ich sagte: "Ich weiß!"

Und dann sagte ich: "Es ist was es ist!"
Und sie sagte: "Das ist Liebe".

So einfach ist es. Danach gab sie mir einen Kuss, sagte mir wie sehr sie mich liebt und drei Minuten später war sie eingeschlafen.

Und so komisch es ist, ich weine immer noch....
Das erste mal seit dem mir bewusst wurde, dass meine Innies weg sind.
Und es ist das befreiendste Weinen das ich je gespürt habe. Ich lass einfach die Tränen rollen über ein lächelndes Gesicht während ich das hier schreibe.
Ich könnte die ganze Welt umarmen für diesen Moment.
An dem ich fühle

das ich bedingungslos liebe...

In diesem Sinne...

Namasté
eure Andarnil







Montag, 12. Oktober 2015

Das war - das ist...



"Nimm deine Hand und lege sie auf die Tischplatte, was fühlst du?"

Das ist eine der Fragen die mir mein Guide stellte.
Bevor das große Erwachen kam, hätte ich so geantwortet: "na den Tisch"

Ich habe meine Hand auf den Nachttisch gelegt und die Augen geschlossen und habe das Gefühl auf mich einwirken lassen. Was hab ich gefühlt?  Ich fand es merkwürdig zu begreifen, dass es nicht meine Hand ist die fühle, es war auch nicht der Tisch, den ich fühlte. Alles was ich fühlte war kühle, ein leichter Druck und je länger ich mich auf meine Gefühle konzentrierte, desto klarer wurde die Tatsache das ich nicht mehr unterscheiden konnte, wo der Tisch anfängt und meine Hand aufhört. Meine Hand wurde zum Tisch und der Tisch zur Hand.
Damit verschwanden die Grenzen die die ICH Illusion vorgibt.

Im Buddhismus gibt es das Konzept der 8 Winde:


(1) Das Konzept der Acht Winde stammt aus dem Anguttara-Nikaya, der “Sammlung der Angliederungen”, und gehört zum Palikanon des Theravada-Buddhismus, dem Tipitaka.

Pathama-lokadhamma-Sutra im Anguttara-Nikaya:

Acht Weltgesetze, ihr Mönche, folgen dem Weltlauf, und der Weltlauf folgt diesen acht Weltgesetzen. Welches sind sie?
Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid.

Gewinn, Verlust, Verehrung und Verachtung,
auch Lob und Tadel, Freude sowie Leid,
gar wandelbar sind diese Weltgesetze,
voll Unbestand, dem Wechsel unterworfen.

Der Weise, der Besonnene durchschaut sie,
erkennt sie als dem Wechsel unterworfen.
Erwünschte Dinge quälen ihn nicht mehr
und auch bei unerwünschten kommt ihm kein Verdruß.

In ihm sind Hingeneigtsein und auch Widerwille
zerstört, vergangen, nicht mehr da.
Die sorgenfreie, laut’re Stätte kennend,
ist zu des Daseins anderem Ufer er gelangt.


Dieses Konzept bedeutet, das alles was ist, einem Wandel der Vergänglichkeit unterzogen ist. Das Gefühl nach einem Lob bleibt nie gleich, es verändert sich mit der Zeit. Zuerst erfreut man sich daran, aber am nächsten Tag ist die Freude vergessen. Das gleiche gilt für die oben genannten Begrifflichkeiten: Gewinn, Verlust, Verehrung, Verachtung, Tadel, Freude und Leid.

Durch die ICH-Losigkeit erkenne ich, das alles vergeht. Es gibt nichts festzuhalten, nichts hinzuzufügen, nichts das ich bewahren kann. Jeder Erinnerung vergilbt, ein Gefühl das gestern war, wird heute niemals wieder so sein. Mein Körper wird geboren, er wird älter, er wird altern und sterben. Das ist der Lauf des Daseins, daran kann ich nichts ändern. Das Altern lässt sich nicht aufhalten, weder durch eine Medizin noch durch ein Sorgenfreies Leben, eines Tages werde ich sterben.
Und da es kein ICH gibt, ist Leben, Altern und Sterben eins.
Die Vorstellung es gäbe irgendwo einen Jungbrunnen ist eine Illusion, genau wie die Vorstellung alles tun zu müssen, um die Jahre die man hat zu verlängern. Da es kein ICH gibt, gibt es auch keinen freien Willen, keine Kontrolle oder Ziel. Dinge geschehen, dieses ist keiner Zeit unterworfen, die wir bestimmen können. Es Ist einfach nur IST, Leben.

Die Vorbereitung zu all dem was ich heute fühlte, begann schon vor Jahren, als ich begriff, das ich keine Wünsche mehr hatte und das ich an die Ziele die ich mir selbst steckte nicht mehr glaubte. Ich fing an alles was ich tat zu hinterfragen. Meine tollen Klamotten blieben im Schrank hängen, denn es lohnte sich nicht sie anzuziehen, wenn man die Tiere füttert oder den Stall mistet.
Es war nahezu unsinnig mit einem teuren  Kleid von Nook oder Sulu (diese Markenkleidung habe ich früher geliebt) mit den Hunden spazieren zu gehen, oder meine kleine Tochter zu füttern. Oder mit ihr zu spielen. Also lies ich meine Kleidung im Schrank hängen und besorgte mir Sekond Hand Kleidung, die so lange auftrug bis sie mir vom Leib fielen. Mit der Geburt meiner Tochter veränderte sich mein Leben. Sie war mein letzter Wunsch an diese Welt. Der größte Wunsch überhaupt, nach ihrer Geburt gab es nichts mehr was mich hätte noch Glücklicher machen können.

Meine Tochter hat etwas in mir in Gang gesetzt, das niemand hätte erreichen können, sie hat nicht umsonst die  Namen Shaya Lee Amoa Jolie bekommen (Shaya - altpersisch Würde, Lee - irisch Pfirsischblüte, Amoa - Sanskrit Klarheit und Jolie - französisch Schönheit)  Amoa abgeleitet von Amoha, eines der drei Gegenstücke zu den Wurzeln der unheilsamen Handlungen (2) (drei Geistesgifte) - Verblendung (Moha), das Gegenstück ist Unverblendung / Klarheit (Amoha).

Durch sie habe ich Demut dem Leben gegenüber empfunden, durch sie habe ich Ahimsa, die Bereitschaft Gewalt abzulegen begriffen und praktiziert. Mit ihr begann mein Weg zum Buddhismus. Meine Tochter war und ist mir der beste Lehrmeister den man als Mensch nur haben kann. 

Durch die Anfangszeiten meines Blogs ist sichtbar, dass ich damals vor drei Jahren und drei Monaten, mit dem Begriff: Erleuchtung absolut nichts zu tun haben wollte. Ich beschloss irgendwann ganz bewusst, das Ich als Buddhistin zu genießen. Und ich tat es auch, mit allem was dazu gehörte. Dem Leid, dem Frust, der Wut und der Liebe als Gegenpol.
Wenn man den Buddhistischen Weg so folgt wie ich ihn gefolgt bin, erlebt man alles hautnah, die Welt mit ihren Veränderungen und die Erkenntnisse, dass man nichts tun kann, weder Politisch noch Gesellschaftlich lässt sich irgendwas aufhalten oder verändern, was seinen Gang bereits genommen hat. Zuletzt war es Facebook mit seinen Polarisierenden Texten zum Tierschutz, der Veganen Lebensweise und zuletzt zur Rechts/Links Thematik zu der ich überhaupt nichts mehr zusteuern konnte. Denn alles was ich las, war bereits passiert. Jeder Text war Vergangenheit. Ich konnte nichts für etwas empfinden, das nicht mehr rational erfahrbar war.  Das hat mich selbst oft irritiert und ich hatte hin und wieder das Gefühl ich bin nicht normal.

Ich konnte mit Mal zu Mal weniger aktiv werden, ich fühlte mich mehr wie eine Beobachterin die den Ablauf der ganzen Geschichte schon kennt und trotzdem ließ ich mich einwickeln in Rechtfertigungen und Verteidigungen zu unterschiedlichen Themen, eben weil ich mich nicht verstricken ließ.

Ich verstand mich selbst nicht, warum ich nicht kämpfen konnte, für unterschiedliche gute Sachen, die mich auch interessierten. Ich fühlte mich immer mehr und mehr wie eine Insel, getrennt von anderen. Diese Trennung bewirkte letztendlich den nächsten Schritt, ich wurde Schülerin  einer Yogini. Sie schenkte mir den Namen Andarnil. Dieser Name symbolisiert Schutz, Weisheit, Wissen, Mitgefühl (Helfen) und dadurch ist er auch Medial (Sehend), er ist Ganzheitlich. EINS mit allem.

Das war der Impuls den ich noch brauchte. Der Punkt auf dem i. Ich erkannte das ich alleine meinen Weg gehen musste. Ich musste die Welt erfahren, es reichte mir nicht sie rein Intellektuell wahrzunehmen, ich musste es fühlen, es erleben. Ich beschloss mich in Kundalini einweihen zu lassen und die Schlange setzte weitere Impulse frei. Ich fühlte wie all meine Vorstellungen, Konstrukte, meine Sehnsüchte, Empfindungen und Gefühle immer mehr in den Hintergrund traten. Damals noch dachte ich es sei ein Aspekt von Nondualität. Das schien mir die einzig vernünftige Erklärung zu sein. Noch immer wehrte ich mich gegen das Wort Erleuchtung und auch heute noch nenne ich meinen ICH-Losen Zustand lieber WACH sein, statt Erleuchtet sein. 


Durch meine Erfahrung erkannte ich, das dieser Weg von damals zu heute nicht aufhaltbar war. Etwas das mir bereits seit meiner Kindheit bewusst ist, man kann nichts gegen einen Fluß tun, der fließen will. ICH Mensch, Andarnil mit den vielen Namen, musste es erleben. Daran ging kein Weg vorbei.
Um meinen 50 Geburtstag herum hatte ich die ersten Erleuchtungsmomente, die aber genauso schnell wieder gingen. Aber da da hörte ich auf zu kämpfen. Auch Politische Themen die für mich bis dahin noch wichtig waren, verloren ihre Macht. Hinzu kam, der Buddhismus der bis dahin zu meinen wichtigsten Lebensinhalten gehörte, verlor seine Heiligkeit. Ich nahm ihn genauso wahr, wie ich das Christentum wahr nehme, den Islam, den Hinduismus usw.
Mit meinem Blogeintrag: Die Buddhamörderin  war der Zweifel sichtbar, ich war mir nicht bewusst, ob der Buddhismus überhaupt noch die richtige Religion für mich ist, das war noch mal ein richtiger Schockmoment, zu begreifen, das der Buddhismus nur eine kurze Begleitung ist - wenn man es zulässt - und den Rest des Weges muss man alleine gehen. Ohne Anhaftung und ohne ICH.

Was blieb war ein Gefühl von Frieden. Und mit diesem Gefühl ging ich zum Tor (3) und durch das Tor hindurch.
Ich hatte wirklich viel Glück, ich habe einen wundervollen Guide, der mich unterstützt. Und nun bin ich im NICHTS angekommen.
Ich bin sehr rational gerade, sehr ruhig und Gelassen. All das ist noch neu und auch wieder nicht. Ich rede nicht viel, weil es momentan noch nicht so klar ist wie ich was ausdrücken kann. Mein Alltag läuft ganz normal weiter, als hätte es das Gate nicht gegeben. Aber ich schlafe weniger. Und ich träume intensiv, in meinen Träumen erlebe ich das was ich Tags über erkannt habe noch einmal. Heute morgen träumte ich von Palikanontexten und jetzt verstehe ich das Palikanon anders. Die Texte ergeben einen Sinn. 

Im Liberationunleashed findet ihr eine App, wenn ihr mehr über die ICH-Losigkeit wissen wollt, dann empfehle ich die App herunter zu laden und sich in aller Ruhe einzulesen. Diese App gibt es auch in Deutsch. Und wenn ihr dann das Gate betreten wollt, registriert euch im Forum, ihr werdet dann von eurem Guide eingeladen. Und er begleitet euch dann weiter durch eure Reise der Erfahrung. 

Solltet ihr Multis sein, dann empfehle ich absolute Stabilität. Die gedankliche Ruhe ist umwerfend und kann einen erst mal überfordern. 
Wenn man einmal diesen Weg gegangen ist, gibt es kein Zurück. Es erfordert Mut und die Bereitschaft Anzuerkennen, das danach nichts mehr so ist, wie es einst war.

Ich denke darüber nach selbst Guide zu werden, aber erst mal lass ich mir die Zeit die ich brauche, nichts läuft weg. Ich muss nie wieder um mein Leben rennen, noch muss ich um etwas kämpfen. Es gibt keine Ziele mehr, keine Grenzen.

Das Leben fließt, ich fließe... es geht weiter mit meinem Blog.. immer weiter ...

In diesem Sinne

wünsche ich euch eine gute Nacht
träumt schön

Namasté
Eure Andarnil










Quelle:
(1) http://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii5
(2) http://www.palikanon.de/khuddaka/it/it050t059.html
(3) http://liberationunleashed.com/

Freitag, 25. September 2015

Wahrheit und Verletzlichkeit


Ich muss gerade sehr viel schreiben, um meinen Geist, meine Gedanken und meine Gefühle in mir zu entwirren. Mir wird gerade klar (mir wird von Sekunde zu Sekunde immer mehr klar), das niemand etwas von mir erwartet. Sondern es meine Erwartungen an mich selbst sind die mich bremsen. 

Es gibt Zeiten, da bin ich so in mir selbst verstrickt, dass alles weh tut.
Die Dinge die mir begegnen, hinterlassen kleine spitze Steine, weil sie mir die Wahrheit vor die Füße knallen. Nein es ist nicht ihre Wahrheit, egal was sie sagen, meine Wahrheit erkenne ich an den Reaktionen in mir. Ich koppel mich an und koppel mich aus und ich entnehme der inneren Stimme in mir meine Verletzlichkeit. Alles ist da und alles darf auch da sein...

Was ist es wirklich was uns verletzt?
Sind es wirklich nur die Worte der anderen, oder deren Taten, oder ist es vielmehr das eigene ICH das sich erkennend dagegen wehrt gesehen zu werden.
Ich habe eben eine sehr schönes und sehr trauriges Statement gelesen, es war auf englisch verfasst, einer Sprache die ich nicht verstehe. Aber es war auf einmal sehr leicht für mich es zu lesen, den Sinn dahinter zu verstehen.
Mit all dem was die letzten Tage passiert ist, war nicht nur ich es die aus sich heraus verletzt wurde - nicht durch andere, durch sich selbst, durch die Dinge die uns begegnen und die Worte die man oft anders deutet als sie zu verstehen sind.
Ich glaube es geht vielen momentan so, dass sie mit sich selbst konfrontiert werden, mit dem Sein und dem Schein und dem haben wollen und verteidigen wollen, dem beschützen wollen und weiter geben wollen.
Den Nehmen und Achten und verachten und hinterfragen und überbewerten, dem Tun und dem Lassen. All das tut weh am Ende, wenn man sich den Scherbenhaufen ansieht, in dem man schon eine ganze Weile gestanden hat, ohne es zu bemerken.

Wir laufen Gefahr uns selbst zu verletzen, wenn wir glauben das die Wahrheit der anderen unsere eigene Wahrheit ist, oder glauben das unsere eigene Wahrheit die Wahrheit der anderen sein muss.
Wir laufen Gefahr uns zu verlieren, wenn wir denken, wir müssten dem Menschen nacheifern die wir beneiden und bewundern um ihr Leben, um das was sie tun und das was sie sind.
Wir laufen Gefahr uns untreu zu sein, wenn wir Kompromisse eingehen die uns von uns selbst entfernen. Wir laufen Gefahr wenn wir Dinge tun, von denen wir wissen, das sie Wunden und Narben hinterlassen, nur um den Schmerz der eigenen Existenz zu fühlen.

Das kleine englische Statement beinhaltete ein persönliches DANKE das man wirklich gesehen wird.
Darunter standen auf deutsch die Worte (eingefügt ins Bild):

"Übertrage deine begrenzte Vorstellungskraft niemals auf andere. Es ist schlimm genug, dass du dich selbst begrenzt."

"Baue aus deinen eigenen Begrenzungen niemals die Zäune für die Welt der anderen."

Tut man das wirklich?
Ist es nicht eher eine Begrenzung zu denken der andere ist begrenzt in seiner Vorstellungskraft und ist es nicht wirklich die tiefe der eigenen Verletzungen zu denken er würde mit seinen Worten und seinen Taten diese Begrenzung auf andere übertragen?
Kann man überhaupt davon ausgehen, das man die Begrenzungen des Anderen wirklich versteht, sieht, wahrnimmt.
Ist es nicht eher so, das man nur das erkennt was der andere zeigen will. Ganz egal was er sagt und tut, mit welchen Dingen er sich beschäftigt, seine Welt ist für dich nie wirklich eine komplette Welt. Und ist es nicht vielmehr so, dass wenn du Begrenzungen wahrnimmst, sie in Wahrheit deine eigenen sind, die du erkannt hast... und das tut unheimlich weh.

Wir gehen davon aus, das was wir weiter geben an Wissen, bei dem anderen genauso ankommen müsste, weil es uns in unserem Leben so viel weiter gebracht hat. Wir gehen davon aus, das die Welt die wir durch viel Arbeit in uns und um uns herum aufgebaut haben, dazu führt, das die Welt die wir erblicken wirklich die einzige Welt ist die es auf dieser Welt gibt. Das gibt uns Sicherheit, darin fühlen wir uns wohl.  In dieser Welt können wir weitere Berge erklimmen und unglaubliche Höhen erreichen. Und wir erleben einen winzig kleinen Absturz, wenn ein anderer uns klar macht, das seine Welt so anders aussieht und dass DAS die Wahrheit ist.
Oft verzetteln wir uns darin zu denken, der andere hat keine Ahnung und dann kommt die Vorstellung, er wäre begrenzt in seinem Denken und Tun. Das ist für uns manchmal die einzige Möglichkeit uns selbst vor den Welten anderern Menschen zu schützen.
Zu begreifen das wir alle EINS sind - wirklich zu begreifen, heißt die eigene Welt einstürzen zu lassen. All das Wissen was wir uns aufgebaut haben, all die Dinge die Wichtigkeit erlangt haben in unserem Leben verschwimmen auf einmal im Nichts.
Das was uns vorher Sicherheit gab ist verschwunden.

In dem Moment verstehen wir auch das es keine Grenzen gibt, und das es eine Überheblichkeit war anzunehmen, ein anderer wäre begrenzter als wir, nur weil seine Welt eine andere ist. In seiner Welt hat er vielleicht statt Berge einen Baum erklimmt und von dort oben Wunder erlebt die wir nie erleben werden, wenn wir ihn mit unserer eigenen begrenzten Sicht sehen.

Ich greife noch mal die Sätze auf die meine Lehrerin mir vor einem Monat gab...

"Ist das was du als Wahrheit empfindest wirklich wahr. Kannst du das mit Ja beantworten?

"Man hinterfragt immer die eigenen Wahrheiten. Denn auch die Wahrheiten anderer können wir nur insofern hinterfragen, wie wir sie im Rahmen unserer Möglichkeiten verstanden haben, welche wir aufgrund unserer Wahrheiten ihnen wiederum als deren Wahrheit zugesprochen haben. Dabei können unsere Wahrheiten über deren Wahrheiten äusserst unwahr sein"

Ich verstehe es heute besser, aber ich weiß auch, das es morgen schon wieder anders sein kann.
Das ein Mensch in mein Leben tritt der mir seine Welt zeigt und ich zeige ihm meine und wir beide stehen voreinander, jeder mit seiner Welt im Arm und wir möchten unsere hart erkämpften wundervollen und liebevollen gestaltenden Welten verteidigen indem wir vielleicht sagen oder schreiben:
"Übertrage deine begrenzte Vorstellung nicht auf mich, es ist schlimm genug das du dich selbst begrenzt"

Ich möchte mich in diesem Moment daran erinnern, an das kleine Feuerwerk in meinem Kopf, das mir sagt: "Lass deine Welt fallen und dann nimm ihn in den Arm, damit du seine Welt kennen lernen kannst. Und auch wenn es niemals deine Welt wird. In Wahrheit gibt es nur diese eine Welt und ob wir beide das in diesem Moment wissen oder nicht, ist vollkommen egal!"

Es sind die eigenen Begrenzungen die uns denken lassen, die anderen wären in ihrem Sein begrenzt.
Und es hat verdammt lange gedauert, bis ich das verstanden habe - dank meiner Lehrerin.

Möge dieses Licht ewig brennen, auf das ich mich nicht mehr über andere Menschen stellen werde, egal wer sie sind und was sie mir zeigen. Ihre Welten sind genauso wahrhaftig und wundersam und voller Wissen und voller Liebe, wie meine eigene.

Während ich das schreibe, denke ich an die Anfänge des Blogs, an meinen Artikel über Mutter Meera und ich muss lächeln... wie sehr sich die Welt verändert, wenn auf einmal die Welt in ihrer Gänze vor einem steht. So wunderschön und hell.

Ich sage Danke an alle die mich begleiten hier auf meinem Blog und anderswo in meinem Leben.
Ich sage von Herzen Danke an A.,  sie hat mir so unendlich viel gegeben. Die Liebe die ich für sie empfinde kann ich nicht in Worte ausdrücken und es tut mir unendlich leid, wenn ich sie in meiner Art zu verstehen und zu erleben enttäuscht und verletzt habe - aber vielleicht ist auch das nur ein Weltengebäude von mir und die Wahrheit ist die, das ich mich letztendlich nur selbst enttäuscht und verletzt habe.  Ich lasse meine Welt fallen!
Und ich  fühle mich so frei wie noch nie zuvor.

Ich verabschiede mich heute mal so wie sich sonst immer meine liebe Freundin Wasana auf ihrem Blog verabschiedet.


Namasté du schöner Mensch!

Eure Andarnil







Montag, 21. September 2015

Zu: Stell dir vor...

... es ist Krieg ... 

Mein vorheriges Bild ist sozusagen die Vorbereitung zu diesen Blogeintrag.

Stellt dir vor es ist Krieg...

Ein Krieg kann unterschiedlich aussehen, es kann ein Krieg mit Waffen sein, der den Konflikt unterschiedlicher Länder zeigt und in die Geschichte der Länder eingeht. Sowohl karmisch als auch Psychologisch hinterlässt ein solcher Krieg großes Leid.
Ein Krieg kann auch ganz persönlich sein, ein Krieg der mit Missbrauch, Vergewaltigung und Folter anfängt und vielleicht nie endet.
Ein Krieg der sich in der Seele eines Menschen verhakt wie ein Beil.

Jeder Krieg ist schmerzvoll, leidvoll und bringt neue Qualen mit sich. Die Opfer sind zahlreich auf beiden Seiten. Am Ende eines Krieges gibt es keine Täter mehr nur noch Trümmer, Verzweiflung, Angst, Hass, Blut und Tod.


Mein obiges Bild mag verstörend sein, es ist ein kleines Mädchen mit einem Band um die Augen, stoppt Folter. Es hätte auch ein anderes Band mit einer anderen Aufschrift sein können: Stoppt Krieg! Stoppt Gewalt!

Dieses kleine Mädchen bin ich im Alter von vier Jahren. Einen Tag bevor das Bild (ohne Band) aufgenommen wurde, war meine Welt noch in Ordnung.
Ich hatte Menschen um mich herum die ich Mama und Opa nannte, ich bekam genug zu Essen, einmal in der Woche wurde ich in eine große Zinkbadewanne gesteckt, die Mama dafür von Draußen herein holte, es war mollig warm in der Küche, dabei lief das Radio und meine Mama sang während sie mit mir im Wasser plantschte.
Ich weiß noch es gab Sonntags immer Sauergraut mit Szegediner Gulasch und Opa holte einen Streuselkuchen, den wir dann gemeinsam Nachmittags aßen, dazu gab es Muckefuck, eine Art Kaffee aus Pflanzenteilen, den ich mit viel Milch und Zucker trinken durfte.
Ich fing gerade an zu lesen, denn Opa las jeden Tag mit mir in der Zeitung. Und hin und wieder bauten wir Sachen auseinander und wieder zusammen. Ich lernte wie man einen Wecker auseinander baut und wieder zusammen. Ich liebte es die vielen kleinen Rädchen zu berühren. Es gab auch Dinge die ich nicht verstand, so durfte ich nicht nach Draußen, weil es "Draußen gefährlich" war. Ich durfte auch nicht mit dem Kindern spielen, die im gleichen Haus lebten wie wir: "Weil es gefährlich war". Ich bin also die ersten vier Jahre meines Leben sehr isoliert aufgewachsen, nur mit diesen zwei Menschen die für mich die Welt bedeuteten. Ich verließ nicht die kleine Wohnung in der wir lebten und meine Notdurft verrichtete ich in einem Eimer der von Mama jeden Tag ausgeleert wurde.

Mein persönlicher Krieg fängt ganz anders an als andere Kriege und doch ähneln sie sich sehr. Es war wie eine Bombe die eines Abends in unserer Küche einschlug. Wenn ich zurück blicke, dann gab es eine Art Vorbereitung. Mama hatte alle Türen verriegelt und vor die Küchentür unseren Esstisch geschoben, Opa war morgens schon mit dem Motorrad weggefahren, beide hatten sich gestritten und im ganzen Haus war es laut. Wenn es laut wurde, hielt mir meine Mama die Ohren zu, sie stellte das Radio auf volle Lautstärke um das Gebrüll von Draußen zu übertönen, manchmal sang sie auch ganz schief und je lauter es von Draußen brüllte, desto lauter sang meine Mama.
An diesem Abend kam das Gebrüll in unsere Wohnung.

Ich weiß noch welche Angst ich den ganzen Tag über hatte. Mama hatte ihre Arme um mich geschlungen und wiegte mich hin und her, dabei weinte sie die komplette Zeit über. Es wurde Abend als irgendjemand von Draußen gegen die Küchentür schlug und laut brüllte man solle die Tür aufmachen. Der Tisch vor der Tür vibrierte und Mama hielt mich fest an sich gedrückt. Dann wurde es im Nebenzimmer laut und meine Mama lies mich los und rannte durch die kleine Wohnung um die zweite Tür im Nebenzimmer zu verbarrikadieren. Sie schaffte es nicht. Ich hörte wie die Tür eingetreten wurde und dann sah ich Männer in Uniformen die in unser kleines Zimmer kamen, es waren viele Männer und sie hatten Pistolen die sie auf Mama richteten. Ich schrie und dann warf sich Mama auf mich und die Männer warfen sich auf Mama. Ich weiß noch das ich das Gefühl hatte erdrückt zu werden, ich bekam keine Luft aber ich schrie mir die Seele aus dem Leib.

Die Männer in Uniform hielten Mama fest, einer bedrohte sie mit einer Waffe und dann wurde ich einer mir völlig fremden Milchkaffeefarbenen Frau übergeben und Mama wurde weggebracht. Ich weiß noch wie ich meine Hände nach ihr ausstreckte und nach ihr brüllte, um mich schlug und tritt und ich weiß noch wie Mama ihre Hände nach mir ausstreckte, Hände die sich nie wieder so berührten sollten wie davor. Ab da veränderte sich alles in meinem Leben, meine Mama und mein Opa kamen eine kurze Zeit ins Gefängnis und ich kam zu einer anderen Familie. Zu einer Frau die behauptete meine richtige Mutter zu sein und einem Mann der sagte er sei mein richtiger Vater. Da waren Kinder die sagten sie seien meine Geschwister ...

Das war der Anfang meines ganz persönlichen Krieges der 16 Jahre meines Lebens andauerte. Ich habe all das erlebt was Kinder und Frauen in anderen Kriegen auch erleben. Vergewaltigung, Missbrauch, Gewalt und Folter, Angst und Tod. Und es gibt Momente in meinem Leben, wie jetzt zum Beispiel, da sind diese Bilder sehr real.  Ich bin dem Grauen in diesen 16 Jahren mehrmals begegnet in unterschiedlichen Formen. Ein Kind wurde abgetrieben und ich war dabei, ein Mädchen wurde getötet, Kinder weinten und schrien, Blut floss... dann sollte ich sterben.
Wenn ich über den Tod nachdenke sehe ich Hände die meine Kehle zudrücken, bis ich sterbe. Ich erinnere mich an meinen Tod. Ich sehe mich von oben, sehe die Gestalt die über mir liegt und mich würgt. Dann wird es dunkel, ich sehe einen Tunnel, dann ein gleisendes pulsierendes helles Licht, es wird warm um mich herum und der Schmerz hört auf.
In meiner Erinnerung bin ich 9 Jahre alt als ich sterben sollte. Wieder verändert sich die Welt.

Vor dem Tod habe ich keine Angst. Nach dem Licht habe ich mein ganzes Leben gesucht und ich suche immer noch und ich weiß heute, wenn ich sterbe, wird es nicht schlimmer sein, als damals als die Hände mir die Kehle zudrückten.

Warum erzähle ich euch von diesem Grauen?

Ich erzähle euch davon, weil die Menschheit sich gerade spaltet, statt Mitgefühl mit dem Opfern eines Krieges zu haben, werden sie verurteilt. Statt sie aufzunehmen, werden die Grenzzäune noch höher gebaut.

Bei mit war das genauso. Es gab Momente da war ich auf der Flucht. Ich rannte mit dem am Leib was ich gerade anhatte, manchmal war es nur ein dünnes Hemdchen. Ich rannte um mein Leben. Ich rannte blutend und Barfuß durch den Schnee in den Wald um mich zu verstecken.  Ich rannte zu den Nachbarn und hämmerte gegen ihre Türen. Manchmal war es eine Gardine die sich bewegte, aber die Türen blieben die meiste Zeit verschlossen.
Man wollte sich nicht einmischen, man hatte Angst. Angst vor dem was im Haus am Wald geschah.
Es hat viele Jahrzehnte gedauert bis ich diese Angst in den Augen der Nachbarn verstehen konnte.

Es wird viel gemutmaßt warum Flüchtlinge flüchten. Oft wird angenommen sie seien Wirtschaftsflüchtlinge die sich hier in Deutschland wie in anderen reichen Ländern niederlassen und sich bereichern wollen.
Die Gedanken sind vielfältig, aber alle entspringen einer Illusion. Denn gerade die Leute die sich am meisten darüber aufregen, über die Flut der Menschen die versuchen über die Grenzen zu kommen, haben keine Ahnung von Krieg.
Sie wissen nicht was diese Leute bewegt. Sie wissen nichts von dem Grauen, dass sie erlebt haben.

In den letzten Monaten wurde ich oft über Facebook angegriffen, weil ich so wenig Position bezog, keine Solidarität zeigte für Linksradikale Aktionen.
Ich habe oft versucht es damit zu erklären, dass ich die Gewalt auf beiden Seiten sehe und ich Gewalt ablehne.
Jemand der einen Krieg erlebt hat, denkt nur noch an eines. Wenn es Krieg gibt - musst du Überleben!

Als es in Facebook anfing -  die Menschen Positionen bezogen und statt mit Waffen mit Worten schoßen.
Ab da hielt ich mich im Hintergrund. Ich wurde nach und nach zurückhaltender mit persönlichen Artikeln und jetzt poste ich wenn überhaupt nur noch Buddhistische Inhalte oder Verlinkungen zu anderen Artikeln mit klaren Aussagen zu unterschiedlichen Themen. Wenn mich Nachbarn zu dieser Thematik ansprechen, nicke ich und schweige. Mit mir über diese Themen zu diskutieren wird schnell langweilig. Ich meditiere sehr viel und ich arbeite fast Rund um die Uhr an unterschiedlichen buddhistischen Inhalten.
Ich bereite mich auf meine Art vor. Es gibt Momente da mag ich Flüchten oder mir selbst die Ohren zuhalten vor dem lauten Gebrüll der Pegida Menschen.
Aber ich halte mir nicht die Ohren zu, ich beobachte leise mit Herzklopfen. Ich schätze ab und ich versuche aus dieser Position heraus neutral zu bleiben, damit ich neutral helfen kann, wenn die Fahnen gegen richtige Waffen ausgetauscht werden. Ein Krieg kann so unterschiedlich sein. Wir stehen kurz davor. Das ist die Realität.

Ich bin kein aufbrüllender Möchtegern Soldat. Ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Pazifisten die versuchen sich im Hintergrund zu halten, um die verletzten Menschen zu verpflegen, wenn es soweit ist.  Es gibt jetzt schon Opfer die sich mir anvertrauen und die ich berate und tröste. Das ist meine Aufgabe in diesen Anfangszeiten eines großen Krieges.
Als Kind hätte ich mir einen Pazifisten gewünscht, der mich getröstet, mich umarmte, der mir etwas zu essen gab, als ich vor Hunger zusammenbrach. Der meine blutenden Wunden versorgte und meine Seele beruhigte: Alles wird gut!

Mein Krieg hat tiefe Narben hinterlassen, Wunden die vielleicht nie wieder vollständig abheilen werden. Auch nach 34 Jahren die vergangen sind, sind die Bilder aus meiner Erinnerung noch sehr real. Es gibt Momente da hoffe ich sehr, dass ich nicht Dement werde und wieder eintauche in die Zeit vor meinem 16 Lebensjahr. Wieder das Kind bin, dass sich das eigene Blut vom Körper schrubbt um wieder rein zu sein, mit dem Wissen das es nie wieder rein sein wird.

Ich will keinen Krieg, für nichts auf der Welt. Ich weiß, dass ich zu den Menschen gehören werde, die sich überlegen werden sich selbst zu töten, wenn es so weit ist. Einmal Krieg erleben reicht voll und ganz um zu begreifen, das Gewalt keinen Frieden bringen kann.

Das es nur möglich ist Flüchtlinge aufzuhalten, die um ihr Leben rennen, indem man sie tötet. Unsere Grenzen werden nie hoch genug sein, unsere Mauern nie stark genug sein.  Wenn ein Mensch um sein Leben rennt dann ist er bereit zu fliegen über alle Hürden hinweg.
Krieg ist wie ein Kannibale der sich selbst auffrisst. 

Ich kann euch keinen Tipp geben, wie ihr vorgehen sollt. Ich kann nicht sagen: Reißt die Mauern nieder, öffnet die Grenzen um den Kriegsleidenden hier ein Leben zu ermöglichen. Was immer ihr macht, ich habe darauf keinen Einfluss und ich will keinen Einfluss darauf haben.

Ich kann nur eines sagen: Habt Mitgefühl für alle Beteiligten.
Mitgefühl für die Unwissenden mit ihren Fahnen und ihrem Hassgebrüll und Mitgefühl für die Flüchtenden mit ihren Narben und Wunden. Habt Mitgefühl für die Opfer und Täter auf allen Seiten. Denn am Ende spielt es keine Rolle mehr wer was gebrüllt hat oder wer auf welcher Seite gekämpft hat. Am Ende zählen nur die Toten und die Überlebenden.

Hier endet nun mein Artikel.
Wenn man mich früher fragte ob ich mich als Opfer sehe, sagte ich "NEIN, ich sehe mich als Überlebende".

Überleben bedeutet man hat den Tod besiegt.
In Wahrheit lässt sich der Tod nicht besiegen, er ist Teil vom Leben.
Wenn man mich heute Fragt so zucke ich die Schulter und schweige. Denn eigentlich gibt es nur einen Satz für das was ich erlebt und überlebt habe: Ich lebe! Nur das zählt.

Es sind nicht meine Tränen und der Schmerz meiner Erinnerungen, die meine Kindheit in die Gegenwart transportieren. Es ist Mitgefühl, Metta, Ahimsa.

Es sind die Menschen denen ich begegne, die Momente in denen sich unsere Blicke kreuzen, das Erkennen auf beiden Seiten. Es sind die Schwestern und Brüder (die die Kriege dieser Erde überlebt haben), deren Seelen sich mit meiner Seele verbinden. Dabei spielt es keine Rolle welche Nationalität, Sprache oder Hautfarbe sie haben. Wenn wir uns alle an den Händen fassen umringen wir hunderte um hunderte male die Welt.

Das sind die Menschen die mich an meine Vergangenheit erinnern und ihnen sind meine Worte gewidmet mit denen ich hier Enden werde:

"Ihr seid nicht alleine!"


In diesem Sinne

Namasté
Eure Andarnil






Stell dir vor...


Link zum Urheber des Bildes: Facebook Foto
(c) Falk Bräcklein

Samstag, 5. September 2015

Wieder zurück im Alltag - Gedanken.



Ich bin ein Jahr älter geworden und sehe noch genauso aus wie Vorgestern. Oberflächlich gesehen scheint sich nicht geändert zu haben. Doch in mir selbst ist etwas unglaubliches passiert, ich merke wie der Boden unter meinen Füßen aufgehört hat zu wackeln und zu schwanken, wenn es um mein Alter geht.
Ich dachte viele Monate vorher, ich würde in ein Loch fallen, wenn mein 50 Geburtstag heraneilt und das Loch wird größer wenn er vor mir steht. Doch weit gefehlt.

Ich habe meinen Geburtstag sehr genossen und das Loch an das ich dachte, hat nie existiert.
Ich war getragen von guten Wünschen und lieben Menschen und wundervollen Gedanken. Doch heute morgen ist der Alltag wieder da, die Welt dreht sich weiter.

Ich war heute Morgen in der Chronik (Facebook) eines mir wirklich wichtigen Menschen und ich las etwas das mir nicht gefiel. Ich hielt einen Moment inne, um zu überlegen ob ich darauf antworte.

Zurück zum Ausgang:

Die Erwartungshaltung von uns Tierschützern ist manchmal sehr hoch, wir erwarten Gerechtigkeit, wir erwarten Solidarität, das jeder Mensch den wir kennen unserem Weg gegen die Schlachtbanken dieser Welt folgt.
Als ich anfing war Facebook noch ein Ort an dem sich jeder aufhalten konnte, und die Meinung eines einzelnen zählte mehr als die Meinung der Massen. Zumindest kam es mir so vor. Vegan war ein kleines Lichtlein für mehr Frieden.
Ich habe mich gerne darin aufgehalten und ich habe davon profitiert um selbst Veganer zu werden. Es ging mir gut.
Doch im Laufe der letzten zwei Jahre ist etwas passiert, das mich von all dem trennt. In mir ist etwas passiert, aber auch als Spiegel im Außen wird mir tagtäglich bewusst, das Facebook im Inneren nur etwas repräsentiert das im Außen schon lange vor sich hinqualmt -
Die Scheiterhaufen sind aufgeschichtet und die ersten Lodern und es dauert nicht lange bis sie anfangen zu brennen.

Das Problem das ich jetzt in diesem Moment habe, ist das ich diesen Blog eigentlich nicht mehr nutzen wollte, um über die Welt und meine Meinung dazu zu schreiben. Ich wollte anfangen andere, mir viel wichtigere Dingen Platz einzuräumen. Meinem buddhistischen Studium. Aber die Welt lässt sich nicht ausklammern. Ich muss einen anderen Weg finden.
Ich werde einen neuen Blog eröffnen, dieser hier wird weiter die Gedanken und Gefühle zeigen, die ich habe. Ich denke das ist der beste Weg.

So kann ich weltlichen MOMENT Gefühlen Ausdruck verleihen und mich dennoch weiter dem Studium widmen.  Die Jo Andarnil die sich einlässt auf den Buddhismus wie noch nie zuvor und die Jo  die im Tierschutz aktiv ist und die Welt dort draußen in ihren ganzen Fassetten wahrnimmt. Beides scheint manchmal miteinander zu harmonieren und manchmal ist es als würden zwei Welten aufeinander treffen. Das alles zusammengehört ist mir bewusst.

Nun zurück zum Anfang meines Textes.

Ich habe darauf geantwortet, ein längerer persönlicher Text der hier nicht relevant ist. Was relevant ist, ist folgendes:

"Facebook ist der große Scheiterhaufen auf den jetzt alle Brennen werden, die auch nur ansatzweise eine bestimmte Meinung vertreten (die nicht eure Meinung ist) und ihr habt alle die Fackeln in der Hand um den Scheiterhaufen brennen zu sehen. Und es scheint niemanden von euch bewusst zu sein."


Das betrifft wirklich jede Meinung, es spielt keine Rolle ob es nun um das Konflikt Thema: Rechts / Links geht, oder um das Thema Vegan/Omnivor, das Thema Kirche und Homosexualität. Es spielt wirklich keinerlei Rolle.
Auch nicht wer nun Opfer und Täter ist, denn oft verschwimmen beiden Begriffe zu einer Person.

Auch geht es mir persönlich nicht um Gut und Böse oder Schuld und Unschuld. Es geht um einen bestimmten Zug in eine Richtung die jeden mitzieht (auch mich selbst, die ich versuche mich als neutrale Insel weiterhin dagegen zur Wehr zu setzen.).

Ich beobachte eine ganz klare Entwicklung, die es schon einmal gab auf dieser Welt.
Wir kennen alle die Geschichte der Hexenverfolgung.

Die Menschen waren davon überzeugt, das es nur die bösen trifft, unabhängig ob sie sich eines anderen Glaubens benannten, oder einfach nur nicht dem gängigen Bild der Gesellschaft entsprachen. Sie gerieten ins Fadenkreuz derer die dachten sie seien besser.

Wir kennen auch die Geschichte der ehemaligen DDR, Hinter der Stasi versteckten sich viele Menschen die andere Menschen ausspionierten um möglichst in einem besseren Licht darzustehen.

Und wenn wir noch ein Stück zurück gehen, kommen wir wieder unweigerlich dorthin. Dem Ergebnis des zweiten Weltkriegs. Auch hier wurden Menschen denunziert und getötet weil sie nicht einem bestimmten Bild einer Nation entsprachen.

Die Apartheit, ein Begriff, der dadurch geprägt ist Rassen zu trennen.
(Volksstämme jeglicher Nation bis heute ein großes Thema)

Eine Kommentatorin meines "Aufrufs zum Nachdenken" hat sehr gut erfasst wie es mir geht::

"... wenn man einem solchem Mob entgegentritt leicht Gefahr läuft es ihnen gleich zu tun, zwar mit "ehrenwerteren" Motiven aber letztlich bleibt Hetze einfach Hetze, egal in welcher Richtung. Aufklärung tut Not, das Gespräch suchen, Hintergründe soweit als möglich beleuchten. doch vor allem nie vergessen das keiner von uns fehlerfrei ist und wir garantiert auch schon in anderer Leute Ansicht falsches getan haben."

Ich bin sehr dankbar über diesen Kommentar, zeigt er doch, dass ich richtig verstanden werde und mein kleiner Appel nicht gänzlich an den Menschen,  die ich mag vorbei geht, oder falsch interpretiert wird - verletzend interpretiert wird.


Ich sehe Parallelen zu vielen Entwicklungen der Zensur mit dem eigentlichen Ergebnis: Zerstörung einer "anderen"  Personengruppe.

Mein Alltag hat mich wieder umzingelt, er spricht zu mir in unterschiedlichen Sprachen mit unterschiedlichen Hautfarben in unterschiedlichen Meinungen zu unterschiedlichen Themen und wenn ich mich frei darin bewege erkenne ich wieder einmal wie sehr wir uns alle gleichen.
Wir möchten wieder EINS werden, denn genau das spiegelt mir dieser Kampf um eine bestimmte Sicht. Dieses:

Ich möchte so sein wie du, du sollst so sein wie ich! 

Zeigt so deutlich was wirklich hinter all dem steckt, verborgen in Wut und Trauer und Glück und Frieden.
Es ist der Wunsch nach dem EINS in uns allen...

In diesem Sinne

Meine Freunde, ich fühle mit euch, ich verstehe euch und ich bin da, auch wenn ich eine ganz andere Meinung vertrete - bin ich doch eins mit euch!

Von Herzen
Namasté
Eure Jo Andarnil 


Sonntag, 2. August 2015

Wahre Argumente gegen Veganismus




In vielen buddhistischen Communities wird das Thema: Vegan vollkommen ausgeblendet. Das ist ein Grund warum ich nur eine Buddhistische Gruppe in Facebook administriere, nämlich meine und mich ansonsten aus dem Gruppen distanziere.

Die Argumentation geht vielfältige Wege, man wirft gerne einseitige Kommentare in den Raum, wie z.B. "du hältst noch zu sehr an deiner Ernährung fest!" und vergisst dabei, das man diesen Kommentar auch gerne zurück geben kann.

Das Festhalten ist ein Bestandteil der zu Stande kommt, dass man etwas nicht verändern will. Da Vegan lebende Menschen bereits ihre Ernährung umgestellt haben, trifft das nicht mehr auf sie zu, wobei Menschen die nicht vor haben sich mit dem Thema auseinander zu setzten, sich sehr wohl an alten Strukturen festklammern, daran ändert auch nichts, wenn sie an sich gute Erklärungen vorbringen, wie z.B. "Dogmatischer Veganismus führt zu einer prinzipiellen Stigmatisierung von tierischen Erzeugnissen"*

Wobei man auch hier sehr klar abgrenzen sollte, wo der dogmatische Veganismus anfängt, leider hat der Blogschreiber meine Frage nie beantwortet, also nehme ich an, dass er Veganismus von sich aus schon als Dogmatisch empfindet. Was wiederum ein Indiz dafür ist, das auch er an Meinungen, Vorstellungen und Gedanken Strukturen festhält.
Wer das Loslassen fordert muss mit guten Beispiel voran gehen. Die meisten Menschen heben gerne den Zeigefinger empor, ändern jedoch nichts an ihrem eigenen Leben.

Im Buddhismus ist es Notwendig sein Leben zu verändern, man kann sich davor nicht schützen, sobald man tief in diese Religion eingetaucht ist, ist man bereits mitten in der Entwicklung. Die eigene Sicht geht tiefer und hervor kommen unglaublich vielfältige alte Muster, die durch noch ältere Muster entstanden sind. Gedanken und Gefühle klammern sich wie Klettband an den Mustern fest und wer sich wirklich kennen will, stell fest, wie festgefahren diese Strukturen sind und wie mühsam es ist sie von einander zu lösen um etwas neues freies wachsen zu sehen.

Wir alle haben diese festgefahrenen Muster in uns, wir handeln oft aus einem fremdbestimmten Vorbild heraus, das uns einmal so dermaßen manipuliert hat, das wir denken, es ist unser eigenes Weltbild das wir verteidigen müssen. In Wahrheit wissen viele Menschen nicht um ihrer eigenen Meinung. Sie plappern vielmehr das weiter, was sie in mühsamer Kleinarbeit von Kindheit an gelernt haben. Es ist wie eine Sprache die man erlernt hat, das Aufgeben dieser Sprache erfordert unglaublichen Mut, das aufgeben unterschiedlicher festgefrorener Vorstellungen ebenso.

Wir lernen anhand von Vorbildern, war es einst ein Metzger der unser großes Vorbild war, wird es nur schwerlich sein, das Schlachten als etwas negatives zu betrachten.
Denn wir bringen automatisch die Handlung des Jenigen mit seinem Menschsein in Verbindung und war der Mensch ein liebenswerter Mensch, versuchen wir auch all seine Handlungen mitein zu beziehen.
Der Gedanke dieser liebenswerte Mensch könne einen Fehler begehen, wird sofort von einem noch tieferen Gefühl in uns beiseite geschoben. Der Liebe zu diesem Menschen.
Während vielleicht ein anderer Metzger in unser negatives Sichtfeld gerät, weil über Facebook und Co. Bilder auftauchen die Negative Symbole enthalten.

Unsere Sicht ist sehr geprägt von dem was wir als Gut oder Böse empfinden. Diese zwei Elemente prägen unser komplettes Leben. Wir sehen die Welt also nicht Neutral, sondern immer in Bewertung zu dem was wir an Entwicklung in uns tragen.

Wenn wir einen Veganer als unangenehm empfinden liegt es nicht daran, das er ein unangenehmer Zeitgenosse ist, sondern vielmehr daran, das wir selbst ein inneres Thema mit dem Begriff Vegan haben. Vielleicht auch daran, das wir selbst noch zu sehr an alt hergebrachten Traditionen festhalten. Wenn der Schweinebraten mit der liebenden Großmutter verbunden wird, und immer dann die Erinnerung an sie geweckt wird, wenn es Schweinebraten gibt, wird es schwer sein, vom Schweinebraten Abschied zu nehmen, weil man dann gleichzeitig auch die Erinnerung an die Oma verabschiedet. Das gleiche gilt bei meinem Beispiel mit dem Metzger, wird die Erinnerung an ihn nur dadurch wachgehalten, das man Leberwurst aus eigener Schlachtung isst, wird es schwierig sein, aufs Leberwurstbrot zu verzichten.

Nahrung wird oft mit Gefühlen verbunden, bestimmte Geschmacksrichtungen können tatsächlich Erinnerungen an bestimmte angenehme oder unangenehme Situationen hervorrufen. Wenn diese Situationen unangenehm waren, werden wir die Nahrung zukünftig verweigern, ist die Situation jedoch angenehm, werden wir an genau dieser Nahrung festhalten, um immer wieder in diese auslösenden angenehmen Gefühle einzutauchen.

Auch das könnte ein Grund hierfür sein an bestimmten Nahrungsmitteln festzuhalten. Ich hatte z.B. das Szegediner Gulasch, das meine Großmutter einmal im Monat an einen Sonntag für mich und meinen Opa gemacht hat. Als ich Vegetarierin wurde, habe ich genau dieses Gulasch vermisst. Ich habe dann später das Fleisch durch Soja ersetzt und kann mich heute wieder an dieser schönen Erinnerung an meine Großeltern erfreuen.

Ein anderer Grund um festgefahrene Muster nicht aufgeben zu müssen, ist das Anpassen an bestimmte Gruppierungen.
Wenn wir in einer Gruppe von Menschen sind, die sich allabendlich zu einem Bier treffen, um den Tag damit zu beenden, dann wird es schwierig sein, Alkohol aufzugeben, denn damit gibt man auch ein Stück dieser Gemeinschaft auf.

Wenn sich Menschen von anderen Menschen und Gruppierungen unterscheiden geraten sie sehr schnell ins Außen. Niemand will gerne Aussenseiter sein. Die Angst plötzlich nicht mehr gemocht zu werden, weil man sich Verändert hat, ist sehr groß.

Oft ist diese Angst mit dem Gefühl von Einsamkeit verknüpft, Einsamkeit ist gleichsam Leiden.

Wenn man sich gerne in Gruppen aufhält versucht man natürlich die Gruppe für sich zu gewinnen, die den eigenen Interessen am nächsten kommt um eben diese eigenen Interessen zu stärken.
Es ist einfacher sich in einer Gruppe von Fleischessern zu behaupten, als in einer Gruppe von Veganern - weil hier die Ansprüche noch größer sind.
In einer Gruppe von Fleischessern interessiert es niemanden ob du während des Grillens: Steak, oder Bratwürstchen magst.
In einer Gruppe von Veganern kann es vorkommen, dass heftig diskutiert wird, wenn du erzählst das du am liebsten Sojawürstchen von einem bestimmten Hersteller isst.

Die Vorstellung das dich eine bestimmte Gruppe auffängt, ist genauso irrational wie die Vorstellung das man nur die Meinung der Masse teilen muss, um geschützt zu sein. Und doch ist das der Hauptgrund warum wir uns in Gruppen aufhalten.
Die wenigsten Menschen halten sich gerne in Minderheiten Gruppen auf. Minderheit wird gesellschaftlich als Negativ betrachtet und ist somit Aussenseiter der Mehrheit.

Wenn man sich das Ganze anhand eines Kreises vorstellt, so ist die Mehrheit in der Mitte und die Minderheit außerhalb des Kreises anzutreffen.
Eine Minderheit kann niemals so stark vertreten sein wie die Mehrheit.
Die wenigsten Menschen entscheiden sich daher bewusst für die Außenrandlage, die meisten Menschen möchten im Kreis sein. Dort finden sie dann auch Familienangehörige und co.
Sich dort einer Meinung anzuschließen, ist sehr einfach. Man kann sagen: "die meisten denken genauso wie ich" Und schon ist die Welt wieder in Ordnung.

Die Vorstellung das die Meisten falsch liegen, ist nahezu ausgeschlossen.
Auch das ist ein Grund warum die Vegane Ernährung sogar in Buddhistischen Kreisen abelehnt wird.
Man gleicht sich gerne der Meinung der Mehrheit an, und wenn diese besagt: wenn Buddhas Rede für Bikhsus gilt, gilt es auch für die Allgemeinheit. Dann ist es eben so.

Es ist sehr einfach sich anzugleichen. Sogar einem Buddhisten wird es sehr einfach gemacht, man zitiert sehr gerne aus dem Palikanon, statt auf eigene Erfahrungen hinzuweisen. Man bindet sich an die Meinung der Lamas oder Lehrer an, weil man alleine aus Respekt Ihnen gegenüber keine andere Meinung geltend machen möchte. Interessant ist, wie schnell sich die Meinung doch wieder ändert, wenn man den Lehrer wechselt.
Anpassung ist überall ein Thema. Und oft wird Anpassung als etwas sehr positives gesehen.

Anpassung bedeutet jedoch auch, das man an alten Mustern festhält die oft sogar weit ausserhalb der gegenwärtigen Menschlichen Entwicklung liegen.
Gesellschaftliche Veränderungen werden hier gerne mal ignoriert. Es wird auf Traditionelles hingewiesen, der Satz: "So war es schon immer!" ist dann oft zu lesen.
Aber auch Religiöse Lehrsätze werden hierfür gerne missbraucht, um eine fortschrittliche Entwicklung aufzuhalten.

Menschen benutzen sehr gerne das Wort: "Zielsetzung", dieses hat jedoch nichts mit dem Begriff Entwicklung gemein.
Bei der Zielsetzung entsteht ein Willensentwurf einer Sache die man kurzzeitig erreichen will. Beim Begriff Entwicklung geht es nicht darum eine bestimmte Sache innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, sondern vielmehr um eine vollständige Formatierung der eigenen Person.

Eine Entwicklung bedingt immer das eigene Erleben in Verbindung mit äußeren Einflüssen.
Wenn wir ein postives Erlebnis mit z.B. Veganern haben, kann das sehr gut dazu führen, dass wir die Vegane Ernährung in Erwägung ziehen. Ist das Erleben jedoch negativ wird oft an Althergebrachten festgehalten.

Entwicklung beginnt nie an einem Nullpunkt, heißt von heute auf morgen entscheiden wir uns zu etwas das vorher nie dagewesen ist. Irgendjemand hat einen Ansatz gegeben, der uns faszinierte und daraus folgerte das wir uns zu dieser Richtung hingezogen fühlen.

Der Mensch entwickelt sich am laufenden Band, die Frage ist nur in welche Richtung.
Gesellschaftlich steuern wir seit Jahren auf einen Abgrund zu, der darauf hinweist, das die Menschheit sich regrediert.
Statt auf die Umweltprobleme einzugehen, werden Methoden entwickelt um noch bessere Ergebnisse hervorzubringen, den Schaden an der Umwelt wird vorsorglich mit Pflaster und Verbandszeug abgeholfen. Genmutationen werden von Staatlicher Seite befürwortet, das Wasser wird privatisiert.
Unsere Mitlebewesen werden in weiterführender Technik noch effektiver ausgebeutet und die Art des Tötens wird als "human" bezeichnet.
Die Kindheit unserer Kinder wird nach und nach durch die Zielsetzung der Eltern verkürzt um noch schnellere Ergebnisse in ihrer Entwicklung zum anpassenden Menschen zu fördern. Der Satz: "Von nichts kommt nichts" wird zum Leitsatz der Erziehung.
Statt Mitgefühl für Menschen zu fördern, die Hilfe in den reichen Industriestaaten suchen, werden die Menschen systematisch aus diesen Ländern vertrieben. Teilweise mit Hassparolen und mit körperlicher Gewalt.
Ausgrenzung findet in allen Bereichen statt, egal um welches Thema es handelt.

Sich einer Masse anzupassen bedeutet letztendlich, sein individuelles Denken und Handeln aufzugeben, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen und sich seiner mitfühlenden Menschlichkeit zu entledigen.

Wir haben nicht mehr viel Gelegenheit um unseren Planeten vor einer Katastrophe zu schützen.
Wenn wir so weiter machen, haben unsere Enkel die Auswirkungen zu tragen, die dadurch entstehen, das wir selbst uns gegen jegliche positive Entwicklung sperren.
Sich vegan zu ernähren, um die Massenausbeutung der Tiere aufzuhalten, wäre nur ein Weg, er wird vielleicht unseren Mitlebewesen helfen, sich neu zu generieren. Aber damit alleine ist es nicht getan. Wir müssen anfangen Global zu denken. Die Massenbewegung kann uns hier helfen, nicht nur auf uns zu achten, sondern auch auf die Menschen in unseren Gruppen in denen wir uns bewegen.

Die Verantwortung kann nicht nur über unser Ego laufen, damit zerstören wir auf Dauer die Welt auf der wir leben.
Die wahren Argumente gegen Veganismus liegen jedoch genau darin begründet. Die Wahrheit ist sehr einfach und leider auch schmerzhaft. Wir halten an Alten Traditionen fest, um sie nicht zu verlieren. Wir haben Angst vor Veränderung und jede Entwicklung ist gleichsam eine Veränderung.
Wir gehen sogar in Regression um eine Entwicklung nach vorne aufzuhalten.

Wir Menschen sind die wahre Geisel unserer Erde.

Warum ist das so?

Ich habe eine wage Vorstellung hiervon, wobei ich noch keine ausreichende Erklärung gefunden habe.

Ich denke unser Dasein ist damit gekoppelt das wir als Individuen die Möglichkeit haben weitreichende Umwelt Veränderungen zu manipulieren. Wir dienen dennoch dem Fressen und Gefressen werden wie alle anderen Tiere auch. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit uns an die jeweiligen Klimazonen anzupassen, das hat unser Überleben sehr vereinfacht.
Unsere anfänglichen Fähigkeiten um zu Überleben haben sich im Laufe der Millionen zu einem wahren Egozentrum aufgetürmt. Die Macht die wir über andere Lebewesen haben, hat uns letztendlich keinen Ruhm beschert. Wir haben uns überentwickelt zu einem Lebewesen, das denkt ihm würde die Welt gehören. Aus diesem Grund sind wir heute nicht mehr in der Lage zu begreifen, dass wir mit diesem Denken die Welt auf der wir leben gänzlich zerstören.
Der Mensch lebt nicht mehr in und mit der Natur, sondern hat sich daraus erhoben und denkt er könne ohne Natur und Umwelt überleben. Er ist geistig aus dem System herausgetreten, obwohl er genau wie alle anderen Mitlebewesen Teil aller natürlichen Vorgänge ist. Er hat sich somit ein Trugbild erschaffen.

Man könnte auch sagen, die Menschheit ist Größenwahnsinnig geworden. Der Gedanke, dass wir das was wir zerstören wieder Kitten können, hält sich wie Marmelade auf dem Toastbrot.

Wir sind keine Retter in der Not, das waren wir noch nie. Wir sind Zerstörer. Mittlerweile ist es so, dass unsere Erde sich darurch nicht mehr von alleine regenerieren kann, außer der Mensch stirbt aus. Eine neue Eiszeit wäre hier eine Möglichkeit von vielen.

Wir könnten unsere Umwelt retten, aber dazu müssen wir bewusst hinsehen was wir tun. Es hilft nicht aus der Bequemzone einen Blick auf das Chaos zu werfen und sich damit zu begnügen über Facebook und Co. sich aufzuregen wenn ein Jäger einen Löwen tötet. Wir müssen anfangen uns unserer Verantwortung bewusst zu werden. Wer es nicht schafft beruflich hier eine Veränderung herbeizuführen, kann  es privat tun. Alleine durch ein besseres Verständnis für unsere Ernährung schaffen wir einen kleinen Schritt in Richtung positiver Entwicklung. Ähnlich wie: "es ist Krieg und keiner geht hin" wäre es hier: "Es gibt Fleisch und keiner isst es"

Die Veränderung kann nur von jedem einzelnen Individuum ausgehen, sowohl in positiver als auch in negativer Richtung. indem es sich seiner Verantwortung seines eigenen Handelns bewusst wird.
Unsere geknechteten Mitlebewesen sind aller Macht beraubt und unsere Erde hat bereits zu viel an Kraft eingebüßt.

Es liegt also an jedem einzelnen Menschen.

In dem Sinne,

überdenkt eure Ressentiments gegen die vegane Ernährung. Ich will nicht behaupten das es das Non plus Ultra ist, um unsere Welt zu retten, aber es kann durchaus dazu führen, das sich unsere Natur (zu der auch alle Lebewesen gehören) wieder regeneriert. Allerdings dazu bedarf es eine Massenbewegung in diese Richtung.

So gesehen befürworte ich in diesem Fall mal ausnahmsweise wenn sich Veganer in Zukunft Richtung Mehrheit bewegen.

Wie eine Bekannte einmal sagte: "Wir befinden uns im veganen Zeitalter"
Ich hoffe sie hat Recht.

Namasté
Eure Jo

Ah und wer immer noch nach den wahren Argumenten sucht: Es ist der Egoismus... :)


Linkseiten:
http://www.freiheit-und-bewusstsein.de/gefahren-der-veganen-ideologie/ von Andreas Frickinger

Bild:
http://www.regenbogenkreis.de/vegane-ernaehrung.html