Mantra Musik
Montag, 21. September 2015
Metta oder wie ein Lächeln die Welt verändert
Vor 34 Jahren begegnete mir ein alter Mann, er saß wie ich auf einer Parkbank. Ich saß dort weil ich auf eine Freundin wartete die den Park dazu nutzte um zu dealen. Ich wartete dort mit hochtoupierten Haaren, schwarzen Augen, schwarzen Fingernägeln und schwarzen Lippenstift. Der alte Mann hatte einen Stock und er lächelte die ganze Zeit über, während ich an Tötenköpfe dachte und das neuste Lied von The Cure im Kopf hatte.
Dieses verzückte Lächeln reizte mich, ihn anzusprechen:
"Wieso lächeln sie?" fragte ich. Er sah mich an und lächelte noch mehr, dabei hatte er diesen entrückten Blick, er sah an mir vorbei.
"Weil die Welt so unglaublich schön ist!"
Ich musste loslachen.
"Dann müssen sie wohl blind sein!" sagte ich.
Er lächelte weiter und nickte.
"Ich bin seit dem letzten Weltkrieg blind!"
Mir war das jetzt peinlich, ich wollte ihn nicht demütigen und so entschuldigte ich mich.
"Warum eine Entschuldigung, du hast doch recht!"
Meine Freundin war immer noch nicht in Sicht und der alte Mann interessierte mich.
"Wie sieht man die Welt, wenn man Blind ist?" fragte ich.
Er blickte nun nach oben zu den Bäumen, den Wolken und womöglich noch viel weiter.
"Die Welt ist so wie sie ist. Ich höre die Vögel zwitschern und ich fühle die Sonnenstrahlen auf meinen Armen, ich höre Menschen reden und Kinder lachen. Ich höre Autos fahren und in der Nähe ist ein kleiner Brunnen. Ich höre deinen Atem und ich rieche deine Seife. Ich höre den Wind in deinem hochtoupierten Haaren."
Das war gruselig. Wie konnte er wissen, das meine Haare hochtoupiert waren. Ich stand auf und sah ihn mir genauer an, ich fuchtelte mit den Händen vor seinen Augen herum, tat so als würde ich ihn schlagen, aber er lächelte weiter und ich setzte mich wieder neben ihn.
"Wissen sie wer ich bin?" fragte ich, weil ich dachte, vielleicht kennt er mich ja von irgendwoher und irgendwer hat ihm gesagt wie ich aussehe.
Er sagte:
"Ja ich weiß wer du bist!"
"Ok alter Mann und wer bin ich?" ich hatte einen leichten Zorn in meiner Stimme, das gefiel mir ganz und gar nicht.
Wieder lächelte er.
"Du bist ein Mädchen das sehr traurig ist!" sagte er.
"Was für ein Scheiß!" fuhr ich ihn an. Ich war wütend.
Ich wollte nicht das irgendwer meine Traurigkeit erkannte. Ich wollte unsichtbar sein, unentdeckt, ich fühlte mich durchschaut und das machte mich Zornig.
"Die Welt ist wunderschön und wenn du anfängst zu lächeln, wirst du das erkennen!"
In diesem Moment sah ich meine Freundin. Sie winkte mir zu. Ich stand auf und sagte: "Träum weiter alter Mann!"
Und dann ging ich.
Etwas später besuchte ich wieder mal die Schule nach langer Zeit stand ich im Schulgang vor dem Fenster. Meine Lehrerin kam auf mich zu und lächelte mich an. "Na wieder mal da!"
Ich zeigte ihr den Mittelfinger und wollte mich an ihr vorbei quetschen um vor ihr in der Klasse zu sein. Doch sie hielt mich am Arm fest: "Weißt du, du könntest so ein hübsches Mädchen sein, wenn du mal lächeln würdest".
Ich starte sie einen Moment an, dann rannte ich an ihr vorbei den Gang entlang bis zu mir nachhause. Ich hatte Herzklopfen als ich in meiner Wohnung ankam. Aber ich ging sofort ins Bad und sah mich in dem zerbrochen Badezimmerspiegel an. Ich sah mich lange an bis sich mein Mund zu einem Lächeln formte. Es war das erste Mal das ich mich lächeln sah. Es war fremd dieses Gesicht in diesem zerbrochenen Spiegel, doch dieses Lächeln das ich sah war wunderschön. Ab da übte ich jeden Tag mein Lächeln. Ich verzog die Mundwinkel nach oben, machte eine Fratze und zeigte meine Zähne. Eines Tages ging ich nach Draußen mit den schönsten Lächeln in meinem Gesicht und der erste der mir begegnete lächelte zurück.
Ich kann aus heutiger Sicht sagen, das hat mein Leben verändert. Ich wusste nicht wie man lächelte, ich verstand lächelnde Menschen nicht. Mir war das durch meinen Asperger Autismus fremd. Und ich fühlte mich allein dadurch sehr isoliert.
Manchmal muss ich mich auch heute noch daran erinnern, die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Heute weiß ich um die Besonderheit eines Lächelns, ich weiß das Glückhormone ausgeschüttet werden, das es ansteckend ist und es dazu verleitet zurück zu lächeln. Ich weiß das es Menschen miteinander verbindet.
Heute weiß ich das der alte Mann recht hatte.
Er hat mir an dem Tag im Park etwas sehr wichtiges Geschenkt, die Erkenntnis wie schön diese Welt ist wenn man ihr mit einem Lächeln im Gesicht begegnet....
Ich gedenke meiner Lehrerin Frau Plaum für diesen kurzen Augenblick im Gang meiner alten Schule... DANKE !!!...
Namasté eure Andarnil
(co) Johanna Schlitzkova /Andarnil
Bild: ich bin das Mädel auf der linken Seite :)
Samstag, 19. September 2015
Tun im Nichts Tun - Achtsamkeits Meditation Atmen
Tun im Nichts Tun.
Achtsames Atmen - Meditation für Anfänger:
Wir bereiten uns vor. Wir sitzen, oder liegen. Es ist ruhig um uns herum. Unsere Augen sind geschlossen. Wir lockern unsere Muskeln auf, wo immer es gerade jetzt weh tut, wir ändern die Position, bis es um uns herum schön warm und weich ist. Nichts drückt, nichts tut weh, es ist ruhig und wir fühlen uns wohl.
Wir atmen ein und atmen aus.
Wir konzentrieren uns jetzt nur noch auf unseren Atem - wir lassen ihn fließen. Ein und Ausatmen ohne Anstrengung. Es atmet in uns - die Gedanken die kommen kommen, die Gedanken die gehen gehen. Wir lassen sie mit unserem Einatmen kommen und mit unserem Ausatmen gehen. Wir fühlen unseren Atem in uns. Wir sind der Atem.
Wer ein Stopp braucht darf sich gerne einen Wecker stellen. Am Anfang reichen auch schon 10 Minuten. Wenn du während der Arbeit in deiner Pause diese kleine Meditation anwenden möchtest, dann reichen auch 5 Minuten. Schließe die Tür deines Büros, wenn du die Möglichkeit hast einen "Bitte nicht stören" Zettel anzuheften, dann tue das.
Setz dich nun auf deinen Bürostuhl und gib 6 (1. Minute zur Vorbereitung) Minuten in deinen Wecker/PC ein.
Nun versuche dich so zu entspannen, das nichts drückt, nichts zwickt. stelle deine Füße auf den Boden, lege deine Hände in den Schoß, kipp den Kopf ganz leicht nach hinten. So das deine Position angenehm ist. Schließe nun die Augen.
Und atme!
Nach der Meditation trinke einen schluck Wasser. Komm wieder an und versuche es langsam angehen zu lassen, stürze dich nicht sofort wieder in die Arbeit, sondern gehe erst ein paar Schritte, öffne das Fenster, atme noch einmal tief durch. Du bist da wo du bist, im Hier und Jetzt.
Als Vorbereitung empfehle ich:
Namasté eure Andarnil
Foto: (c) Johanna Andarnil Schlitzkus
Ein Augenblick
Es ist wie dieser Augenblick als ich auf den Auslöser drückte und das rechte Auge meiner Tochter fotografierte.
Dieser winzige Augenblick ... in ihrem Auge spiegelt sich die Welt. Man sieht den Himmel und die Baumwipfel. Der Wind spielt mit ihren Rotblonden Haaren. Ich war so fasziniert und das bin ich immer noch, wenn diese Bild betrachte. Ihre großen wissenden Blaugrauen Augen in einem ganz jungen Gesicht.
Mein ICH:
Ich halte einen Moment inne und drücke auf den Auslöser, dieser Moment ist für diesen Moment einfach alles. Genau so ist das Leben, nicht anders, nicht schöner oder besser, oder schrecklicher. Es ist einfach da so wie es ist. Das Bild habe ich gestern aufgenommen, heute ist sie einen Tag älter, dieser Moment wird nie wieder so sein. Wenn ich morgen ihr linkes Auge fotografiere werde ich neue Dinge darin sehen, neue Erkenntnisse, ein neues Wissen. Wenn ich in einem Jahr dieses Auge fotografiere, wird es wieder anders aussehen, in fünf Jahren... in 10 Jahren. Nie wieder wird sie so aussehen wie in diesem einen Moment.
Das Leben zeigt uns jeden Tag aufs Neue die Vergänglichkeit eines Moments. Die schönen Zeiten wollen wir festhalten wie diese Fotografie, wir wollen eintauchen und nie wieder erwachen, aus dem Glück das wir einst fühlten. Doch oft ist es bei dem Unglück das uns begleitet genauso, eintauchen, immer wieder aufs neue, immer wieder aufs neue den Schmerz fühlen.
Warum ist das so?
Thich Nhat Hanh hat es in diesem Hörbuch wundervoll erklärt.
Wie kann man einen Augenblick wirklich in seiner Gänze aufnehmen, verstehen, akzeptieren, annehmen?
Thich sagt: "Wir neigen zu der Ansicht das wir etwas sind, das länger andauert als unser Einatmen, doch das stimmt nicht ..."
"Der Buddha fragte einmal seine Schüler wie lange ein menschliches Leben dauert.
Eine Person sagte 100 Jahre, eine andere sagte 50 Jahre, wieder eine andere meinte, eine Nacht und einen Tag. Und dann sagte jemand: Es dauert einen Einatmem lang. Der Buddha wandte sich dieser Person zu und sagte: Ja du hast die Wirklichkeit des menschlichen Lebens gesehen. Es dauert nur einen Einatmem lang. Und es kann sogar noch kürzer sein, denn während wir einatmen werden wir schon zu einer anderen Person. Das ICH das vor dem Einatmen da war ist nicht mehr das gleiche ICH nachdem wir eingeatmet haben"
Mit jedem Atemzug vergeht die Zeit, jedes ausatmen ist wie ein Blick in die Vergangenheit.Wenn wir uns auf dem Atem konzentrieren, sind wir in der Gegenwart und wir bleiben in der Gegenwart, weil der Atem auf den wir uns konzentrieren fließt. Mit jedem Einatmen werden wir zu einer anderen Person.
Das ICH verändert sich. Die die jetzt schreibt ist beim Ende des Satzes eine andere, als die die den Satz anfing. Wenn du also am Ende meines Blogeintrags angekommen bist, haben wir beide uns zigmal verändert, immer wieder aufs neue.
Die Gegenwart ist immer nur der Buchstabe den du mit den Augen verfolgst. Dabei spielt es keine Rolle wo du im Satz anfängst. Du könntest auch das erste Wort meines Bogeintrag lesen und dann das letzte. Es ist vollkommen egal. Du wirst ein anderer Mensch sein, nachdem du von einem Buchstaben zum anderen gelangt bist. Nachdem du ein und wieder ausgeatmet hast.
Alles kann sich von einer Sekunde zur anderen verändern in dir.
So wie das Auge meiner Tochter,

das heute schon wieder ganz anders aussieht als Gestern...
Somit schicke ich euch bereits jetzt in diesem Moment, während ich hier schreibe, Grüße aus der Vergangenheit...
Namasté
Eure Andarnil
Fotos: (c) "meine Tochter" von Johanna Andarnil Schlitzkus
Donnerstag, 17. September 2015
Das Fliegen Lied
Selbst das einfachste Insekt sucht Schutz vor den Gefahren des Lebens.
Das ist bei allen Wesen so, der Unterschied liegt nur in dem Einfluss, den sie auf ihr Leben haben.
S.H., der VIX. Dalai Lama
RIP - das Fliegenlied
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
und ich konnte gar nichts für sie tun.
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Sie war so störend dieses Ding, hat mich gepiext und mich genervt
Und ich dachte oft bei mir: Verpuff dich selbst
Manchmal saß sie auf meiner Hand und putzte sich die Flügel
Manchmal schwirrte sie herum und ich fühlte mich verfolgt
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
Und ich konnte gar nichts für sie tun.
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Und die Moral von der Geschichte
Auch kleine Fliegen sind wie wir
Manchmal nerven uns die anderen und wir denken.
Verpuff dich doch selbst
Manchmal reicht es schon das es sie gibt, die Menschen
und die Meinung die mir nicht gefällt.
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
Und ich konnte gar nichts für sie tun
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Zu diesem Lied von mir gibt es auch noch eine Geschichte:
Ich hab wirklich geduscht und eine Fliege ist in den Duschstrahl geraten. Ich hab die leblose Fliege aufgehoben und aufs Fensterbrett gelegt, es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte den Föhn eingeschaltet... irgendwie hat mich das ziemlich traurig gemacht. So ein kurzes kleines Leben ... beendet.
Ich hab die Fliege dann den Rest des Vormittags vergessen und mich über Internet und seine imaginären Bewohner aufgeregt (mich mal wieder in Artikel vertieft, die meinen Herzschlag erhöhten...). Irgendwann mittags bin ich dann ins Bad und da erinnerte ich mich wieder an die tote Fliege, ich wollte sie vom Fensterbrett nehmen und nach draußen werfen. - Sie war verschwunden, dass hat mich dann doch etwas irritiert. Statt dessen summte es um mich herum.
Ich kann euch nicht sagen, ob die kleine summende Fliege meine totgeglaubte Fliege war. Aber meine Stimmung hat sich von Null auf Hundert erhöht.
Danach ist dieses Lied entstanden und ich bin noch am Überlegen wie ich die Melodie in Noten übertrage. Ich mag es und es erinnert mich an das kleine Wunder von der Fliege :)
Ich wünsche euch einen schönen Tag
Namasté
Eure Jo Andarnil
Bild: http://dharmavoicesforanimals.de/
Das ist bei allen Wesen so, der Unterschied liegt nur in dem Einfluss, den sie auf ihr Leben haben.
S.H., der VIX. Dalai Lama
RIP - das Fliegenlied
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
und ich konnte gar nichts für sie tun.
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Sie war so störend dieses Ding, hat mich gepiext und mich genervt
Und ich dachte oft bei mir: Verpuff dich selbst
Manchmal saß sie auf meiner Hand und putzte sich die Flügel
Manchmal schwirrte sie herum und ich fühlte mich verfolgt
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
Und ich konnte gar nichts für sie tun.
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Und die Moral von der Geschichte
Auch kleine Fliegen sind wie wir
Manchmal nerven uns die anderen und wir denken.
Verpuff dich doch selbst
Manchmal reicht es schon das es sie gibt, die Menschen
und die Meinung die mir nicht gefällt.
Eine Fliege ist ersoffen, heute morgen in der Dusche
Und ich konnte gar nichts für sie tun
Ich hob sie hoch und sah sie an und dachte nur bei mir:
RIP kleine Fliege komm gut an.
Zu diesem Lied von mir gibt es auch noch eine Geschichte:
Ich hab wirklich geduscht und eine Fliege ist in den Duschstrahl geraten. Ich hab die leblose Fliege aufgehoben und aufs Fensterbrett gelegt, es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte den Föhn eingeschaltet... irgendwie hat mich das ziemlich traurig gemacht. So ein kurzes kleines Leben ... beendet.
Ich hab die Fliege dann den Rest des Vormittags vergessen und mich über Internet und seine imaginären Bewohner aufgeregt (mich mal wieder in Artikel vertieft, die meinen Herzschlag erhöhten...). Irgendwann mittags bin ich dann ins Bad und da erinnerte ich mich wieder an die tote Fliege, ich wollte sie vom Fensterbrett nehmen und nach draußen werfen. - Sie war verschwunden, dass hat mich dann doch etwas irritiert. Statt dessen summte es um mich herum.
Ich kann euch nicht sagen, ob die kleine summende Fliege meine totgeglaubte Fliege war. Aber meine Stimmung hat sich von Null auf Hundert erhöht.
Danach ist dieses Lied entstanden und ich bin noch am Überlegen wie ich die Melodie in Noten übertrage. Ich mag es und es erinnert mich an das kleine Wunder von der Fliege :)
Ich wünsche euch einen schönen Tag
Namasté
Eure Jo Andarnil
Bild: http://dharmavoicesforanimals.de/
Tagebuch - Entspricht das was wir wahrnehmen, wirklich der Wahrheit?
Meine Lehrerin hat mich vor eine Lernaufgabe gestellt, die mich wirklich sehr beschäftigt.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie lange ich mich in diesem Thema bewege, manchmal hab ich das Gefühl ich bin angekommen, mein Gehirn weitet sich aus und ich fühle mich für ein paar Sekunden total erleuchtet. Wie eine Glühbirne hell und klar und im nächsten Moment fliegt irgendwo die Sicherung raus und der Alltag hat mich wieder, mit den kleinen und großen Illusionen der Wahrheiten.
Manchmal wehre ich mich regelrecht dagegen, ich lehne mich auf: "Lass mich doch mit diesem ganzen Buddhakram in Ruhe" sag ich mir dann und gebe mich in Aufregung, lasse mich vom "Grr" in mir leiten (ich würde es nicht Zorn nennen, es ist ein aufflackern von Erregtheit, ein Mitfiebern, ein auf einen imaginären Sandsack eindreschen. Sei es nun weil ich mein Weltbild verteidige oder mich in einer Diskussion verfange, die mich keinen Schritt weiter bringt. Meine Persönlichkeiten fühlen dieses Grr in unserer Kehle nahen, zu unserem Kopf steigen und dann ist der Buddhismus mit all seinen kleinen wie großen Hürden vergessen. - Scheißdrauf- ).
Und wenn dann in genau diesem Momenten meine Lehrerin aus dem Nichts auftaucht und mir lächelnd den Spiegel vorhält: "Guck mal was du gerade machst?", frag ich mich für ein paar Minuten, ob der Buddhismus und sie als meine Begleiterin wirklich der richtige Weg für mich sind... Ich möchte "Tsss tss"sagen, mit der Hand wedeln und sie wegscheuchen wie man eine nervige Fliege wegscheucht..
Was ich natürlich nicht mache, ich bleibe ruhig und sage das ich nachdenken muss. Was ich auch tue und im nächsten Moment taucht dann wieder für ein paar Sekunden die Glühbirne auf und verschwindet genauso schnell wieder.
Ein wichtiger Satz geht mir immer wieder durch den Kopf in solchen Glühenden Momenten, mit meinen Worten: "Ist das was du als Wahrheit empfindest wirklich wahr. Kannst du das mit Ja beantworten?
Und mit ihren Worten:
"Man hinterfragt immer die eigenen Wahrheiten. Denn auch die Wahrheiten anderer können wir nur insofern hinterfragen, wie wir sie im Rahmen unserer Möglichkeiten verstanden haben, welche wir aufgrund unserer Wahrheiten ihnen wiederum als deren Wahrheit zugesprochen haben. Dabei können unsere Wahrheiten über deren Wahrheiten äusserst unwahr sein"
Tss tss... scheuch weg..
Tja da bin ich nun in meiner ganzen Menschlichkeit mitten im Dharma angekommen. Ich kann nicht mehr zurück, das ist mir klar. Und doch wehrt sich hin und wieder so ein kleiner Mala (Sanskrit: मल) Teufel in mir, das alles an mich heran zu lassen.
Ich komme mir oft so dumm vor - nicht in ihren Augen - in meinen eigenen. Wenn sich wirklich mal die Glühbirne einschaltet dann sehe ich die Welt auf einmal anders. Mir wird klar, das es stimmt: Meine Wahrheit ist nur eine Illusion.
Dieses NICHTS das sich dann öffnet ist wie ein Schlag in die Magengrube - Bumm klarer Kopf! Bumm Licht an...
Es ist so als würde man die Erde von einer anderen Welt aus betrachten, ähnlich wie als würde man auf dem Mond stehen und zur Erde schauen. Es baut sich erst einmal Distanz auf und dann öffnet sich ein Loch in das man sinkt, die Distanz verschwindet, der Mond verschwindet, die Erde verschwindet. Sanft und zart und im nächsten Moment wacht man auf, weil man Angst hat zu fallen. Und man ist wieder zurück im Dasein von Dukkha.
Ich hab dann das Gefühl die bis dahin leuchtende Glühbirne ist gerade in Tausend Scherben geplatzt.
Ich habe keine Ahnung ob andere Buddhisten dieses hin und her genauso erleben. Ich weiß auch nicht ob es überhaupt ein Mensch (außer meiner ehrwürdigen Lehrerin und vielleicht noch einigen anderen Erwürdigen Lamas, oder wie immer man sie nennen mag) es geschafft haben, die Glühbirne im Dauerzustand brennen zu lassen.
Meine Lehrerin ist mir ein Mysterium und ich bin sehr dankbar und glücklich (die meiste Zeit), das sie mich als Schülerin begleitet aber gleichzeitig gibt es Momente da wird mir bewusst, wie groß die Verantwortung ist, ich denke dann immer... himmel ich bin ein Kleinkind, das dauernd plärrt und sich dagegen wehrt eine neue Windel zu tragen.
Ich habe meine Illusion vom "lieben Buddhismus" verloren, das hat sich letztens in einem Gemälde von mir manifestiert, meinen "entmystifizierter Buddha".Sich wirklich in der Tiefe mit dem Buddhismus zu beschäftigen ist ein 24 Stunden Job. Nix mit Pause machen. Wenn man sich einmal in den Tiefen bewegt geht kein Weg mehr zurück, zumindest für mich nicht. Ich tauch ab und tauch auf. Wenn ich aufgetaucht bin, bin ich eine kleine Weile wieder die Jo mit ihrer Schnodderschnauze und wenn ich abgetaucht bin... bin ich Andarnil, die Schülerin von Prajna Karma (eine praktizierende weltliche Yogini) und noch vieles andere. Sie ist in so vielen Dingen bewandert, das ich manchmal dazu neige mich zu zwingen sie als Weltlich zu betrachten, hin und wieder möchte ich mich vor ihr verneigen. Aber alles was ich raus bringe ist ein gekrächztes: "Namasté" und ein tiefes Danke.
Dabei ist sie meine Freundin... wobei sich das gerade in mir verändert. Ich schaffe es nicht mehr so richtig mich in meiner flappsigen Art ihr zu nähern. Dieses "Jo hat gerade Bock auf... dich aufzuziehen, dich zu kitzeln, dir die Zunge raus zu strecken, dich zu ärgern, dich zu umarmen, mit dir kuscheln, gerade mal so richtig angepisst zu sein, dir zu sagen, das sie dich lieb hat und dich braucht!"
Dieses Kindliche in mir fängt gerade an Erwachsen zu werden. Ich weiß nicht ob ich mich ihr jemals wieder so zeigen kann, wie ich es anfangs tat. Manchmal kommt es noch rüber, wenn wir Facebook Bildchen austauschen, ein Herz das leuchtet und verbindet. Zwei Füchse die sich "give me five" geben. Ein kurzer Moment an dem sich zwei Freundinnen ihre Zuneigung zeigen. Er vergeht wieder, wenn ich Schülerin bin und sie Lehrerin.
Ich finde den Zustand im Wechsel der Gefühl (Projektion) nicht schlimm - ich nehme es wahr.
Ich nehme wahr das meine Weltbilder ins Wanken geraten. Ein großes Weltbild ist der Blick in meine Vergangenheit, ich fange gerade an meine Ursprungsfamilie mit anderen Augen zu betrachten. Anfangs hab ich sie für das was sie mit antaten gehasst. Irgendwann sah ich das was ich erlebt habe als Qualität für das was ich heute bin. Jetzt fang ich an Dankbar jedem einzelnen zu sein, für das was er ist und getan hat und immer noch tut. Denn dadurch hatte ich die Chance ein anderer Mensch zu werden. Ich konnte mich frei dagegen entscheiden.
Hätte mir Jemand vor einem Jahr gesagt, ich werde eines Tages meinem Vater dankbar sein, für das was er tat, (unter anderem auch das er mich missbraucht hat und mir fast das Leben genommen hat...hm), hätte ich einen Ausraster bekommen und der Jemand wäre im hohen Bogen aus meinem Leben geflogen.
Hätte mir Jemand vor einem Jahr gesagt, ich werde eines Tages meinem Vater dankbar sein, für das was er tat, (unter anderem auch das er mich missbraucht hat und mir fast das Leben genommen hat...hm), hätte ich einen Ausraster bekommen und der Jemand wäre im hohen Bogen aus meinem Leben geflogen.
Dieses Erfahren kann man nicht an andere weiter geben, das würde niemand verstehen, vielleicht erst recht nicht jemand der ähnliches erlebt hat wie ich.
Oft bekam ich leidvolle Kommentare wenn ich Texte über Missbrauch schrieb und die Psychologische Täter und Opferprofile austauschte. Ich versuchte bewusst zu machen, das es nicht um Schuld geht. Aber so richtig konnte ich es nie begreiflich machen, worum es mir in meinem Text wirklich ging. Jetzt ist mir klar, das es keinen Sinn macht, über mein Erleben zu schreiben - nicht in dem Kontext - weil es eben nur mein Erleben ist. Die Erwartung ein anderer könnte es genauso verstehen wie ich, ist absolut unsinnig. Vorallem weil auch mein Erleben rein Subjekt ist und keinesfalls der Wahrheit anderer entsprechen muss - noch nicht mal meiner eigenen Wahrheit.
Es ist wie ein Karma-Karussell in meinem Kopf das sich dreht und dreht. Ein Kreis, eine surreale Spirale, deren Anfang mit dem Ende verbunden ist. Der Ouroboros - Eine Schlange die sich in den eigenen Schwanz beißt. Vom Ich-Bewusstsein zum...? Ich weiß es nicht wohin es mich führt.
Vielleicht steck ich auch mitten in einer Regression und komme wieder neu zur Welt.
Ich lass mich überraschen....
Und halte euch auf dem Laufenden (sollte ich im Krabbelalter ankommen, ihr werdet es merken :) )
Oft bekam ich leidvolle Kommentare wenn ich Texte über Missbrauch schrieb und die Psychologische Täter und Opferprofile austauschte. Ich versuchte bewusst zu machen, das es nicht um Schuld geht. Aber so richtig konnte ich es nie begreiflich machen, worum es mir in meinem Text wirklich ging. Jetzt ist mir klar, das es keinen Sinn macht, über mein Erleben zu schreiben - nicht in dem Kontext - weil es eben nur mein Erleben ist. Die Erwartung ein anderer könnte es genauso verstehen wie ich, ist absolut unsinnig. Vorallem weil auch mein Erleben rein Subjekt ist und keinesfalls der Wahrheit anderer entsprechen muss - noch nicht mal meiner eigenen Wahrheit.
Es ist wie ein Karma-Karussell in meinem Kopf das sich dreht und dreht. Ein Kreis, eine surreale Spirale, deren Anfang mit dem Ende verbunden ist. Der Ouroboros - Eine Schlange die sich in den eigenen Schwanz beißt. Vom Ich-Bewusstsein zum...? Ich weiß es nicht wohin es mich führt.
Vielleicht steck ich auch mitten in einer Regression und komme wieder neu zur Welt.
Ich lass mich überraschen....
Und halte euch auf dem Laufenden (sollte ich im Krabbelalter ankommen, ihr werdet es merken :) )
Euch allen alles liebe von eurer Andarnil
Samstag, 5. September 2015
Wieder zurück im Alltag - Gedanken.
Ich bin ein Jahr älter geworden und sehe noch genauso aus wie Vorgestern. Oberflächlich gesehen scheint sich nicht geändert zu haben. Doch in mir selbst ist etwas unglaubliches passiert, ich merke wie der Boden unter meinen Füßen aufgehört hat zu wackeln und zu schwanken, wenn es um mein Alter geht.
Ich dachte viele Monate vorher, ich würde in ein Loch fallen, wenn mein 50 Geburtstag heraneilt und das Loch wird größer wenn er vor mir steht. Doch weit gefehlt.Ich habe meinen Geburtstag sehr genossen und das Loch an das ich dachte, hat nie existiert.
Ich war getragen von guten Wünschen und lieben Menschen und wundervollen Gedanken. Doch heute morgen ist der Alltag wieder da, die Welt dreht sich weiter.
Ich war heute Morgen in der Chronik (Facebook) eines mir wirklich wichtigen Menschen und ich las etwas das mir nicht gefiel. Ich hielt einen Moment inne, um zu überlegen ob ich darauf antworte.
Zurück zum Ausgang:
Die Erwartungshaltung von uns Tierschützern ist manchmal sehr hoch, wir erwarten Gerechtigkeit, wir erwarten Solidarität, das jeder Mensch den wir kennen unserem Weg gegen die Schlachtbanken dieser Welt folgt.
Als ich anfing war Facebook noch ein Ort an dem sich jeder aufhalten konnte, und die Meinung eines einzelnen zählte mehr als die Meinung der Massen. Zumindest kam es mir so vor. Vegan war ein kleines Lichtlein für mehr Frieden.
Ich habe mich gerne darin aufgehalten und ich habe davon profitiert um selbst Veganer zu werden. Es ging mir gut.
Doch im Laufe der letzten zwei Jahre ist etwas passiert, das mich von all dem trennt. In mir ist etwas passiert, aber auch als Spiegel im Außen wird mir tagtäglich bewusst, das Facebook im Inneren nur etwas repräsentiert das im Außen schon lange vor sich hinqualmt -
Die Scheiterhaufen sind aufgeschichtet und die ersten Lodern und es dauert nicht lange bis sie anfangen zu brennen.
Das Problem das ich jetzt in diesem Moment habe, ist das ich diesen Blog eigentlich nicht mehr nutzen wollte, um über die Welt und meine Meinung dazu zu schreiben. Ich wollte anfangen andere, mir viel wichtigere Dingen Platz einzuräumen. Meinem buddhistischen Studium. Aber die Welt lässt sich nicht ausklammern. Ich muss einen anderen Weg finden.
Ich werde einen neuen Blog eröffnen, dieser hier wird weiter die Gedanken und Gefühle zeigen, die ich habe. Ich denke das ist der beste Weg.
So kann ich weltlichen MOMENT Gefühlen Ausdruck verleihen und mich dennoch weiter dem Studium widmen. Die Jo Andarnil die sich einlässt auf den Buddhismus wie noch nie zuvor und die Jo die im Tierschutz aktiv ist und die Welt dort draußen in ihren ganzen Fassetten wahrnimmt. Beides scheint manchmal miteinander zu harmonieren und manchmal ist es als würden zwei Welten aufeinander treffen. Das alles zusammengehört ist mir bewusst.
Nun zurück zum Anfang meines Textes.
Ich habe darauf geantwortet, ein längerer persönlicher Text der hier nicht relevant ist. Was relevant ist, ist folgendes:
"Facebook ist der große Scheiterhaufen auf den jetzt alle Brennen werden, die auch nur ansatzweise eine bestimmte Meinung vertreten (die nicht eure Meinung ist) und ihr habt alle die Fackeln in der Hand um den Scheiterhaufen brennen zu sehen. Und es scheint niemanden von euch bewusst zu sein."
Das betrifft wirklich jede Meinung, es spielt keine Rolle ob es nun um das Konflikt Thema: Rechts / Links geht, oder um das Thema Vegan/Omnivor, das Thema Kirche und Homosexualität. Es spielt wirklich keinerlei Rolle.
Auch nicht wer nun Opfer und Täter ist, denn oft verschwimmen beiden Begriffe zu einer Person.
Auch geht es mir persönlich nicht um Gut und Böse oder Schuld und Unschuld. Es geht um einen bestimmten Zug in eine Richtung die jeden mitzieht (auch mich selbst, die ich versuche mich als neutrale Insel weiterhin dagegen zur Wehr zu setzen.).
Ich beobachte eine ganz klare Entwicklung, die es schon einmal gab auf dieser Welt.
Wir kennen alle die Geschichte der Hexenverfolgung.
Die Menschen waren davon überzeugt, das es nur die bösen trifft, unabhängig ob sie sich eines anderen Glaubens benannten, oder einfach nur nicht dem gängigen Bild der Gesellschaft entsprachen. Sie gerieten ins Fadenkreuz derer die dachten sie seien besser.
Wir kennen auch die Geschichte der ehemaligen DDR, Hinter der Stasi versteckten sich viele Menschen die andere Menschen ausspionierten um möglichst in einem besseren Licht darzustehen.
Und wenn wir noch ein Stück zurück gehen, kommen wir wieder unweigerlich dorthin. Dem Ergebnis des zweiten Weltkriegs. Auch hier wurden Menschen denunziert und getötet weil sie nicht einem bestimmten Bild einer Nation entsprachen.
Die Apartheit, ein Begriff, der dadurch geprägt ist Rassen zu trennen.
(Volksstämme jeglicher Nation bis heute ein großes Thema)
Eine Kommentatorin meines "Aufrufs zum Nachdenken" hat sehr gut erfasst wie es mir geht::
"... wenn man einem solchem Mob entgegentritt leicht Gefahr läuft es ihnen gleich zu tun, zwar mit "ehrenwerteren" Motiven aber letztlich bleibt Hetze einfach Hetze, egal in welcher Richtung. Aufklärung tut Not, das Gespräch suchen, Hintergründe soweit als möglich beleuchten. doch vor allem nie vergessen das keiner von uns fehlerfrei ist und wir garantiert auch schon in anderer Leute Ansicht falsches getan haben."
Ich bin sehr dankbar über diesen Kommentar, zeigt er doch, dass ich richtig verstanden werde und mein kleiner Appel nicht gänzlich an den Menschen, die ich mag vorbei geht, oder falsch interpretiert wird - verletzend interpretiert wird.
Ich sehe Parallelen zu vielen Entwicklungen der Zensur mit dem eigentlichen Ergebnis: Zerstörung einer "anderen" Personengruppe.
Mein Alltag hat mich wieder umzingelt, er spricht zu mir in unterschiedlichen Sprachen mit unterschiedlichen Hautfarben in unterschiedlichen Meinungen zu unterschiedlichen Themen und wenn ich mich frei darin bewege erkenne ich wieder einmal wie sehr wir uns alle gleichen.
Wir möchten wieder EINS werden, denn genau das spiegelt mir dieser Kampf um eine bestimmte Sicht. Dieses:
Ich möchte so sein wie du, du sollst so sein wie ich!
Zeigt so deutlich was wirklich hinter all dem steckt, verborgen in Wut und Trauer und Glück und Frieden.
Es ist der Wunsch nach dem EINS in uns allen...
In diesem Sinne
Meine Freunde, ich fühle mit euch, ich verstehe euch und ich bin da, auch wenn ich eine ganz andere Meinung vertrete - bin ich doch eins mit euch!
Von Herzen
Es ist der Wunsch nach dem EINS in uns allen...
In diesem Sinne
Meine Freunde, ich fühle mit euch, ich verstehe euch und ich bin da, auch wenn ich eine ganz andere Meinung vertrete - bin ich doch eins mit euch!
Von Herzen
Namasté
Eure Jo Andarnil
Eure Jo Andarnil
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